Bild Information: Die deutsche Herrenmannschaft beim obligatorischen Team-Foto. (Foto: privat)

Schwerer Auftakt in Schweden

Team-EM Herren
 

Nach dem ersten der beiden Zählspiel-Qualifikationstage steht die deutsche Herrenmannschaft bei windigen Bedingungen auf Platz 11.

Der Wind schlägt dem deutschen Team um Coach Ulli Eckhardt entgegen - und das sowohl im sprichwörtlichen als auch buchstäblichen Sinn. Kein Wunder, denn der Links-Platz im schwedischen Ljunghusen liegt am südwestlichsten Zipfel Schwedens und grenzt unmittelbar an die Ostsee. Die besten National-Mannschaften des europäischen Golfsports haben sich hier versammelt, um die Meister des Jahres 2019 auszuspielen.

Und wie in jedem Jahr, sind es die beiden ersten Tage des Turniers, die über Gedeih und Verderb entscheiden. Denn die in diesen beiden Tagen ausgespielte Zählspiel-Qualifikation legt fest, wer in den darauf folgenden drei Matchplay-Runden überhaupt um die Europameisterschaft kämpfen darf und wer nicht. Nur die besten acht Mannschaften ziehen in die als „erster Flight“ bezeichnete Spielgruppe ein, in der es um die Medaillenränge geht.

Flight 1 hat höchste Priorität

Bei der Heim-EM im Jahr 2018 belegte das deutsche Herren-Team am Ende den vierten Platz. Ein respektables Ergebnis, nicht nur in Anbetracht der hochkarätigen Teams. Und auch wenn die Erwartungen hoch sind, möchte Nationaltrainer Ulli Eckhardt vor allem eines - nämlich auf Sicht spielen. So sagte Eckhardt vor Turnierbeginn:

„In der Zählspiel-Qualifikation ist natürlich wichtig, dass wir uns in den ersten Flight spielen. Das ist eine Herausforderung, denn es gibt viele gute Mannschaften hier. Wie jedes Jahr, ist das der erste Schritt, um am Ende um Medaillen spielen zu dürfen. Man muss hier auf jeden Fall Qualität zeigen. Ich denke, wir haben diese Qualität und wir sind konkurrenzfähig. Wir müssen aber zuerst diese Quali schaffen - und weiter denken wir momentan auch noch gar nicht.“

Das Erreichen des ersten Flights ist übrigens keineswegs ein Selbstläufer - das hat die Vergangenheit bereits oft genug gezeigt. Und das Abschneiden der deutschen Auswahl an diesem ersten Turniertag zeigt unmissverständlich, dass Fehler schnell bestraft werden. Mit 369 Schlägen liegt die Mannschaft bei neun Zählern über Par und übernachtet auf Platz 11.

Die heute besten Mannschaften sind Irland und England mit 351 Schlägen (-9). Dass das angestrebte Mindestziel der Deutschen, nämlich der achte Platz, nur einen Schlag entfernt liegt, darf da nur ein kleiner Trost sein. Immerhin, die amtierenden Europameister taten sich an diesem ersten Turniertag noch schwerer: Finnland steht mit 372 Schlägen (+12) auf Rang 14.

Beste Deutsche: Max Herrmann und Jannik de Bruyn

In der Einzelbetrachtung waren Maximilian Herrmann (Stuttgarter GC Solitude) und Jannik de Bruyn (GC Hösel) mit jeweils 73 Schlägen (+1) die stärksten deutschen Spieler, obwohl beide ihre Runde mit Schlagverlusten eröffneten. Gerade aufgrund dieses harten Auftakts kann sich de Bruyn dann aber mit seinem Ergebnis arrangieren: „Der Start war natürlich alles andere als wünschenswert. Mit der 73 bin ich letztendlich dennoch ziemlich zufrieden, weil ich heute einfach wenig getroffen hab. Morgen ist unser klares Ziel das Erreichen der Top 8!“

Auch der frisch gebackene Einzel-Europameister Matthias Schmid (GC Herzogenaurach) hat einen windigen Tag erlebt. Er unterschrieb am Ende eine 75 (+3) - und setzt alles daran, am zweiten Qualifikationstag stärker aufzutreten: „Bei mir war es heute ein bisschen wild. Ich habe die Bälle vom Tee nicht gut getroffen und damit einige Strafschläge aufgesammelt.

Mein Spiel mit den Eisen war wiederum sehr gut und ich habe immerhin ein paar Birdies machen können, um dem Team zumindest etwas zu helfen. Ich war eben noch auf der Range und habe an den Schwächen von heute gearbeitet. Mein Ziel ist, morgen die Bälle deutlich besser ins Spiel bringen zu können.“

Ein gutes Stück Arbeit

Trainer Ulli Eckhardt fasst die Situation abschließend zusammen: „Der erste Tag war deutlich zu durchschnittlich. Jeder von uns weiß das - und wir wissen auch, dass wir es besser machen können. Wir haben es selbst in der Hand, das Ruder morgen rumzureissen - dafür brauchen wir auch keinen Wundertag oder sensationelle Ergebnisse. Wir müssen lediglich unsere regulären Leistungen abrufen, um uns in den ersten Flight zu spielen. Die Jungs sind alle motiviert und ich gehe davon aus, dass wir das packen - auch wenn es natürlich ein gutes Stück Arbeit ist.“

Die beste Einzelrunde verbuchte heute übrigens der Franzose Clément Charmasson mit starken 66 Schlägen (-6). Auch am zweiten Tag der Zählspiel-Qualifikation gehen wieder sechs Spieler pro Team auf die Runde. Die besten fünf Scores fließen in das Mannschaftsergebnis ein. Gestartet wird von 07:30 Uhr bis 15:20 Uhr. Der erste deutsche Spieler auf dem Platz ist Marc Hammer (GC Mannheim-Viernheim) um 09:50 Uhr.

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