Bild Information: Trotz der Niederlage im Finale nimmt das deutsche Team die Silbermedaille mit nach Hause. (Foto: DGV/ Tiess)

Vize-Europameister!

Team-EM Damen
 

Im Finale der EMM unterliegen die deutschen Damen gegen starke und konzentrierte Schweden. Trotz der Niederlage nimmt das deutsche Team die Silbermedaille mit nach Hause und setzt damit ein sichtbares Ausrufezeichen.

Uppsala/Schweden - Für das ganze große Ziel sollte es am Ende nicht ganz reichen: Im Finalspiel der Mannschafts-Europameisterschaften unterliegen die Damen des Golf Team Germany gegen die gastgebenden Titelverteidiger aus Schweden. Zugegeben, dieser Gegner war eine echte Aufgabe für die deutschen Damen. Schweden hat in den beiden letzten Jahren die Europameisterschaft gewonnen und kann in diesem Jahr sogar auf heimischem Boden spielen. Die Weltranglisten-Platzierungen der schwedische Auswahl lauten Platz zwei, Platz sieben, Platz acht und Platz 17. Gegen dieses Team zu verlieren, ist also ganz gewiss keine Schande. 

Und doch wäre mehr drin gewesen. Denn gerade in der frühen Phase des Spiels lagen die deutschen Spielerinnen in Führung. Erst im Verlauf der zweiten Neun gerieten die Bundesadler in Bedrängnis und hatten bei harschen Spielbedingungen zunehmend weniger Optionen in petto. Der deutsche Vierer mit Helen Tamy Kreuzer (Frankfurter GC) und Alexandra Försterling (G&LC Berlin-Wannsee) kann nicht an die Erfolge der Vortage anknüpfen und unterliegt mit 4&3. Knapp vor ihrem „Lucky Hole“ - der 16. Spielbahn - mussten die beiden Deutschen aufgeben.

Die Grande Dame rettet die Ehre

Auch Paula Schulz-Hanßen (GC St. Leon-Rot) steckt an diesem Finaltag eine Niederlage ein. Die 17jährige - ausgeliehen vom Junior Team Germany - spielte hier im Upsala Golfklubb ihre erste Europameisterschaft im Team der Damen. Im Einzel gegen Linn Grant musste Schulz-Hanßen allerdings mit einer 3&2-Niederlage die Segel streichen.

Anders hingegen Aline Krauter (Stuttgarter GC Solitude). Sie übernimmt an diesem Tag die Ehrenrettung für ihr Team und erzielt einen 3&2 Sieg gegen die Zweitplatzierte der Amateur-Weltrangliste, Ingrid Lindblad. Dabei startete Krauter nicht so gut in ihre Runde, wie sie es in den letzten Tagen gewohnt war. Ganze acht Löcher teilte sie mit der starken Schwedin, bis sie 1auf ging. Den zweiten Lochgewinn holte die deutsche Stanford-Studentin dann an Bahn 11. Und diese Führung gab sie auch bis zum Schluss nicht mehr her. 

Zurecht bezeichnet Bundestrainer Stephan Morales seine so abgeklärte Schluss-Spielerin als Grande Dame. In sich ruhend, unbeeindruckt vom Gegner - egal welcher dies ist - und ausgestattet mit genau der richtigen Portion Selbstvertrauen, die man für das Lochspiel braucht, war sie in diesem Turnier von Beginn an genau dann zur Stelle, wenn sie am meisten gebraucht wurde. Heute hat es für das deutsche Team zwar nicht zum Sieg reichen sollen. 

Doch es war genau jene Aline Krauter, die als erste das Lächeln zurück gewann und ihre Mitspielerinnen aufbaute. So zieht die Süddeutsche denn auch ein positives Fazit zur EM. „Ich bin richtig stolz auf uns. Ich fand, es war eine richtig gute Europameisterschaft. Die Stimmung war so gut und es hat so viel Spaß gemacht. Dass wir heute gegen Schweden verloren haben, ist keine Schande. Wir hätten bestimmt gewinnen können, aber es war trotzdem eine richtig richtig gute Leistung.“

Bittersüßes Fazit

Coach Morales zieht ein reflektiertes, bittersüßes Fazit: „Ich denke, wir hatten alle das Gefühl, das wir das heute schaffen können. Und genau so sind wir heute morgen auch rausgegangen. Wir sind gut ins Match gekommen, hätten aber am Anfang vielleicht etwas höher führen sollen, als wir tatsächlich geführt haben. Das waren dann alles knappe Matches, obwohl wir auch genauso gut 2auf oder 3auf hätten gehen können. Das hat sich dann am Ende gerächt. 

Die Spielbedingungen mit dem Wind und dem Regen waren nicht leicht. Dann war es der letzte Tag des Turniers, da ist alles nicht mehr so einfach. Und in dieser Phase haben die Schweden es einfach besser zusammengehalten als wir. Als sie dann zurück kamen und dann sogar in Führung gegangen sind, konnten wir nichts mehr drauf setzen. 

Vom Papier her sind die Schweden das stärkere Team. Ich meine dennoch, sie wären heute schlagbar gewesen. Wir haben es aber nicht geschafft und sie haben mehr als verdient gewonnen. Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Ich denke, es ist leistungsgerecht. Aber es wäre eben auch mehr drin gewesen.“ So geht für die deutsche Damen-Nationalmannschaft eine Europameisterschaft zu Ende, die unter ganz besonderen Vorzeichen stand. Das selbstgesteckte Ziel, eine Medaille zu holen, haben die Bundesadler in jedem Fall klar erreicht.

Im kleinen Finale siegt Dänemark gegen die Schweiz mit 2,5:0,5 und nimmt eine hochverdiente Bronzemedaille zurück nach Hause. Italien holt sich in einem sehr spannenden Match gegen Frankreich einen 2:1-Sieg nach Stechen und sichert sich damit den fünften Platz. Im Spiel um Rang sieben siegt Spanien gegen Island mit 3:0.

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