Bild Information: Bundestrainer Stephan Morales freut sich über den Einzug in das Halbfinale. (Foto: DGV/ Tiess)

Sieg gegen Frankreich

Team-EM Damen
 

Im Viertelfinale der Mannschaft-Europameisterschaften der Damen siegt das deutsche Team 2:1 gegen die starken Französinnen. Im Halbfinale steht nun Dänemark als Gegner bereit.

Uppsala/Schweden - Es war gerade einmal die erste von drei Matchplay-Runden. Und dennoch: das Viertelfinale der EMM hat die deutschen Damen vor eine Löwenaufgabe gestellt. Das Team aus Frankreich stand als Gegner parat - die vielleicht stärkste Mannschaft im ganzen Feld. Die Bundesadler zeigten sich jedoch gänzlich unbeeindruckt. Nach der etwas ernüchternden Zählspiel-Qualifikation wollten sie zeigen, dass mit ihnen zu rechnen ist. Und genau das taten sie auch. Mit 2:1 siegte die Mannschaft um Coach Stephan Morales hier im Upsala Golfklubb. 

Den ersten Punkt sicherte der um 09:30 Uhr gestartete Vierer. Hier traten Alexandra Försterling (G&LC Berlin-Wannsee) und Helen Kreuzer (Frankfurter GC) gegen Gala Dumez und Agathe Laisne an. Die Deutschen zeigten einen starken Start und lagen nach drei gespielten Bahnen bereits 3up. Erst wenn sie sich ein viertes Loch Vorsprung geholt haben, konterten die Französinnen jeweils. In jedem Fall gelang es Försterling und Kreuzer, mit ihrem komfortablen 3up auf die zweiten Neun zu gehen. 

Ihr Vorsprung hielt bis zur 15. Spielbahn. Dort gelang es Dumez und Laisne, zu einem 2auf zu verkürzen. Aber die Antwort des souverän agierenden deutschen Vierers ließ nicht lange auf sich warten. Kreuzer platzierte den Abschlag an Bahn 16 zwar knapp in das waldige Rough, sodass Försterling erst einmal quer zur Spielrichtung retten musste. Dennoch gelang es dem sehr harmonisch spielenden Duo, die Bahn noch für sich zu entscheiden. Der Lochgewinn bedeutete gleichzeitig, dass der erste Punkt mit 3&2 an Deutschland geht. 

Enges Match bei Schulz-Hanßen

Direkt nach dieser Entscheidung kam das erste Einzel am 16. Grün an. Hier lag Paula Schulz-Hanßen (GC St. Leon-Rot) im Spiel gegen Lucie Malchirand all square. Malchirand legte ihren Chip so dicht an die Fahne, dass Schulz-Hanßen ihr den Putt schenkte. Die Süddeutsche konnte ihrerseits einen Drei-Meter-Putt zum Birdie lochen und damit die Bahn teilen. Ohnehin waren die Putts in diesem Viertelfinale eine absolute Stärke Schulz-Hanßens. Auch an der nun folgenden 17. Bahn lochte sie einen langen Putt zum Birdie - und spielte sich damit zu dem so wichtigen 1up. 

Besucher sind bei diesem Turnier übrigens nicht erlaubt, um der Verbreitung des Coronavirus keinen Auftrieb zu geben. Dennoch hat sich zu diesem Zeitpunkt immerhin ein kleiner Pulk von Spielern und Betreuern um die Spielgruppe gesammelt. Denn auch das Einzel von Aline Krauter (Stuttgarter GC Solitude) war inzwischen entschieden. Hier zeigte die Französin Pauline Roussin-Bouchard einmal mehr, welche Spielqualität in ihr steckt. 

Nach ihrer überragenden 68 (-4) in der Zählspiel-Qualifikation rang sie nun der ebenfalls spielstarken Aline Krauter ein 3&2 ab. Dieser Punkt ging an Frankreich und es stand nun 1:1. Mit nur noch einem zu vergebenden Punkt hing alles an der letzten noch laufenden Partie: Paula Schulz-Hanßen gegen Lucie Malchirand. Dessen war sich auch die junge Schülerin aus St. Leon-Rot bewusst. Und es war nur noch eine Bahn zu spielen.

Das Glück der Tüchtigen

Der Abschlag der 17-jährigen Schulz-Hanßen landete etwas rechts neben dem 18. Fairway. Ihr Annäherungsschlag musste daher sowohl Bäume als auch die Bunkerverteidigung des Grüns einkalkulieren. Die Französin hatte es da deutlich einfacher. Mitte Fairway lag der weite Schlag von Malchirand - erstklassige Voraussetzungen für den Approach. Und der ließ ihr auch gerade einmal gute drei Meter bis zur Fahne. Schulz-Hanßen hingegen fand ihren Ball gute sieben Meter vom Stock entfernt. 

Sie puttete zuerst. Der Ball fiel nicht, lag jedoch so dicht am Loch, dass er geschenkt wurde. Malchirand hatte nun alles in der Hand. Wenn sie diesen Drei-Meter-Putt versenkt, holt sie das Loch zum all square und erzwingt damit das Stechen. Aber der Putt fiel nicht. Das Loch wurde geteilt. Und der letzte Punkt dieses Viertelfinales geht zum 2:1 Endstand an Deutschland. Die in der Endphase so eiskalte Paula Schulz-Hanßen ist der Matchwinner für das deutsche Team. Mit sieben Birdies ging sie heute vom Platz - Lochspiel ist ganz klar ein Format, das ihr liegt.

Bundestrainer Stephan Morales resümiert den Tag: „Ich finde, dass heute zwei gleichstarke Teams gegeneinander gespielt haben. Und dass wir am Ende das glücklichere Team waren, das dann auch gewonnen hat. Wir hatten mehrere Bälle vom Tee, bei denen auch mal Baumberührungen dabei waren. Wir hatten aber jedes Mal danach noch einen Schuss. Wir waren sicher nicht schlechter als die Franzosen, wohl aber waren wir das Team mit mehr Glück.“

Island überrascht trotz Niederlage

Die Deutschen treffen im nun anstehenden Halbfinale auf das dänische Team. Dieses hat im Viertelfinale gegen die spanische Auswahl mit 2:1 gewonnen, wobei hier jedes Match sehr deutlich gewonnen beziehungsweise verloren wurde. Am deutlichsten hat dies Amalie Leth-Nissen (Dänemark) getan. Sie gewann mit 7&5 gegen Teresa Toscano Borrero (Spanien). Stephan Morales zeigt sich denn auch beeindruckt: 

„Wir spielen morgen gegen Dänemark. Letztes Jahr haben wir sie geschlagen. Ich glaube, dass sie dieses Jahr noch einmal stärker sind. Aber wir sind definitiv auch nicht schwächer als letztes Jahr. Ich bin froh, dass wir einen guten Vierer gefunden haben. Und wir haben zwei Einzelspieler, die definitiv alle schlagen können. Gegen Dänemark zu spielen, bedeutet immer harte Matches. Denn das sind richtig gute Wettkampfspieler. Ich denke, das wird ein heftiger Tag.“

Mit Zuversicht blickt Paula Schulz-Hanßen auf die Begegnung. Sie sagt: „Ich glaube, dass wir heute mit Frankreich einen der stärksten Gegner hatten. Und ich glaube, dass wir es morgen gegen Dänemark auf jeden Fall schaffen können. Die Stimmung im Team ist sehr gut.“

Im zweiten Halbfinalspiel stehen sich Schweden und die Schweiz gegenüber. Denn die Gastgeberinnen siegten im Viertelfinale 2:1 gegen Italien. Und die Eidgenossen haben ihrerseits 3:0 gegen Island gewonnen, wobei das Ergebnis schmeichelhaft ist: jedes der drei Matches war hart umkämpft und zwei der Begegnungen wurden bis zur 18. Bahn ausgetragen. Das Team aus Island, erstmals überhaupt im Flight A vertreten, blieb also auch im Viertelfinale eine wohltuende Überraschung.

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