Bild Information: Die Tagesbeste: Paula Schulz-Hanßen (GC St. Leon-Rot) kam mit ihrem Glücksball und einer bärenstarken 66 (-6) ins Clubhaus und brachte Team Deutschland damit früh in Führung. Foto: Sonja Senger

Deutschland in der Pole Position

Team-EM Mädchen
 

Platz eins nach Tag eins – Deutschlands Mädchen sind zum Auftakt der Team-EM in Valencia gleich in der Pole Position. Das hat die Auswahl von Sebastian Rühl vor allem ihrer jüngsten Akteurin zu verdanken.

Valencia/Spanien - Die deutschen Mädchen sind äußerst überzeugend in die Team-Europameisterschaft gestartet. Die Mannschaft von Sebastian Rühl, die knapp eine Woche vor dem ersten Drive nach Spanien gereist war, um sich ideal auf den Kurs Parador de El Saler vorbereiten zu können, belegt nach Tag eins der Kontinentalkämpfe in Valencia Rang eins vor Gastgeber Spanien und Titelverteidiger Italien. Dass das Junior Team Germany nach dem Auftakt an der Spitze steht, ist vor allem dem Küken in der deutschen Auswahl zu verdanken: Die erst 16-jährige Paula Schulz-Hanßen war am Dienstagmorgen als eine der Ersten ans Tee gegangen und schrieb sich nach drei Bahnen gleich mal drei Birdies auf die Scorekarte.

„Dadurch, dass ich als Erste von uns rausgegangen bin, habe ich mir von Anfang an vorgenommen, das Team in eine gute Ausgangslage zu bringen. Es war am Morgen auch noch kein Wind da, was mir den Platz etwas leichter gemacht hat“, erklärte die junge Akteurin aus dem GC St. Leon-Rot. Und es kam noch besser: Nach neun Löchern lag sie bei -6 und legte weitere Schlaggewinne auf den Bahnen 11 und 13 nach. Am Ende wurde es eine beeindruckende 66 (-6) für die Nationalspielerin, mit der sie ihr Team an Position eins beförderte. „In den Proberunden hatten wir uns Taktiken für alle möglichen Situationen überlegt, und heute konnte ich dank meines Spiels immer die aggressivste Variante wählen. Es hat wirklich total Spaß gemacht“, strahlte Paula Schulz-Hanßen, die sich am späten Abend, als alle Spielerinnen im Ziel waren, über das beste Tagesergebnis aller Teilnehmerinnen freuen durfte.

Optimale Vorbereitung

Ohnehin dürften die deutschen Mädchen bestens vorbereitet in diese Team-Europameisterschaft gehen. Bundestrainer Sebastian Rühl war mit seiner Equipe sehr früh angereist, um sich perfekt auf die äußeren Bedingungen einstellen zu können. „Wir waren schon im März auf einem EM-Vorbereitungslehrgang hier gewesen und hatten uns dort den Platz sehr genau angeschaut.“ Nichts soll dem Zufall überlassen werden, denn man wolle so gut spielen, wie es geht und „das kontrollieren, was man kontrollieren kann“. Im Klartext: Team Deutschland möchte sich auf sich selbst konzentrieren und nicht schauen, was die anderen machen.

Apropos: Zu den Favoriten zählt Rühl die Teams des Titelverteidigers aus Italien, des Gastgebers Spanien, Schweden, Tschechien, England, Frankreich und die Schweiz. „Wir müssen uns mit unserer Mannschaft aber nicht verstecken und wollen natürlich vorne mitmischen“, so der Bundestrainer. Der Platz Parador de El Saler südlich von Valencia hat auf den ersten neun Löchern eher Parkland- und auf den zweiten neun mehr Links-Charakter. Die Anlage erfordert an allen Tagen höchste Konzentration, weil die schnellen, harten Grüns teils stark onduliert sind und der Wind häufig ins Spiel kommt. 18 Teams sind bei der Team-EM der Mädchen in Valencia am Start. An den ersten beiden Turniertagen (9. und 10. Juli) entscheiden Zählspiele über die Platzierung der Mannschaften. Nur die Top Acht haben die Möglichkeit, in den drei darauf folgenden Tagen (11. bis 13. Juli) im Matchplay-Format um die Medaillen zu spielen. Und da möchte das Junior Team Germany natürlich dabei sein.

Nach der großartigen Performance von Paula Schulz-Hanßen gingen am Dienstag Nina Lang (GC München Valley) und Paula Kirner (Kiawah GC Riedstadt) für Deutschland an den Start. Die Münchnerin Lang fing sich nach zunächst holprigem Auftakt wieder und fand pünktlich zum Wechsel von den Front auf die Back Nine in die Spur. Sie spielte die zweite Hälfte drei unter und kam mit einer 73 (+1) ins Ziel. Paula Kirner musste sich mit einer 76 zufrieden geben.

Top Acht ab Donnerstag im Matchplay

Mittags waren dann noch Celina Sattelkau (St. Leon-Rot), Sophie Witt (Hubbelrath) und Anni Eisenhut (Münchener GC) für Schwarz-Rot-Gold unterwegs. 1,0-Abiturientin Sattelkau und Eisenhut spielten gewohnt solide und kamen jeweils mit einer 75 (+3) ins Clubhaus; GTG-Neuling Sophie Witt unterschrieb nach turbulentem Finish eine 78 (+6). Am Ende des ersten Tages steht Deutschland mit gesamt 365 Schlägen (+5) ganz oben auf dem Leaderboard vor den Teams aus Spanien (370/+10) und Italien (371/+11). Nicht zuletzt dank der starken 66 von Frühaufsteherin Paula Schulz-Hanßen, die die Weichen für eine Top-Acht-Platzierung nach Runde zwei am Mittwoch gestellt hat.

Der Bundestrainer war natürlich mit dem Turnierstart seiner Mädchen sehr zufrieden: "Das ist der schönste Einstieg in eine EM, den ich in all den Jahren als Mädchen-Bundestrainer hatte. Unser Plan ist aufgegangen. Wir haben diejenigen vorne spielen lassen, die in den vergangenen Wochen und Monaten teilweise sehr tiefe Runden eingebracht hatten, um mit ihnen die Bedingungen mit wenig Wind auszunutzen. Das hat sich mit Paula Schulz-Hanßen natürlich in beeindruckender Manier ausgezahlt", erklärte Sebastian Rühl die Marschroute. Hinten raus seien dann jene Mädels unterwegs gewesen, die auch bei stürmischen Verhältnissen ihr Spiel zusammenhalten können. 

Alle sechs deutschen Mädchen starten am Mittwoch an Tee 1 des 5560 Meter langen Platzes Parador de El Saler in Valencia zur zweiten Zählspiel-Runde. Die fünf besten Ergebnisse fließen wie an Tag eins in die Nationenwertung ein, ehe die besten acht Teams am Donnerstag in den Matchplay-Modus wechseln.

Ergebnisse der deutschen Mädchen   /   Startzeiten für Runde zwei:
Paula Schulz-Hanßen (GC St. Leon-Rot) 66 (-6)   /   09:50 Uhr
Nina Lang (GC München Valley) 73 (+1)   /   10:50 Uhr
Anni Eisenhut (Münchener GC) 75 (+3)   /   14:10 Uhr
Celina Sattelkau (GC St. Leon-Rot) 75 (+3)   /   13:10 Uhr
Paula Kirner (Kiawah GC Riedstadt) 76 (+4)   /   10:20 Uhr
Sophie Witt (GC Hubbelrath) 78 (+6)   /   13:40 Uhr

Thomas Kirmaier

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