Bild Information: Gemeinsam erkämpft, gemeinsam gejubelt (Foto: DGV/stebl)

Deutschland souverän

Team-EM Jungen
 

Die Jungen des Junior Team Germany erreichen in Frankreich bei der Team-EM ganz souverän auf Rang zwei Flight A und bleiben auch nach einem sehr anstrengenden zweiten Tag insgesamt unter Par.

Chantilly/Frankreich – Die Zählspielqualifikation der Team-EM 2019 ist Geschichte. Die deutschen Jungen haben sich in Chantilly vor den Toren der französischen Hauptstadt Paris für Flight A qualifiziert und starten am Donnerstag im Viertelfinale.
Nach dem grandiosen Auftritt des ersten Wettkampftages hatten die Burschen von Jungen-Bundestrainer Christoph Herrmann am zweiten Tag der Zählspielqualifikation eine harte Nuss zu knacken, lösten ihre Aufgabe aber mit einer Bravour, die den anderen Teams erneut viel Respekt abnötigte.
Die Spielleitung hatte einige Fahnenpositionen gewählt, die es den Nachwuchstalenten aller 16 Nationen sehr schwer machen sollten, mit aggressivem Spiel rote Zahlen auf die Karten zu bringen.


Waren am ersten Tag früh die ersten Birdies für das Junior Team Germany gefallen und das Momentum schnell beim Bundesadler, verlief der Start in den zweiten Tag genau in die andere Richtung. Zunächst schien es so, als ob Bunker, die Soden der Bunker oder wahlweise auch das Rough die Bälle der Jungadler regelrecht magisch anzuziehen.

Kämpferherz aus Hösel

Jonas Baumgartner traf auf Bahn eins gleich zweimal die Bunker und kassierte seinen ersten Bogey. Schon auf Bahn drei kam für den Höseler der zweite Bogey auf die Karte. Mit echtem Kämpferherz biss sich der 16-Jährige dann aber in die Runde, glich am Ende der Frontnine erstmals seinen Score wieder aus. Der Spieler aus NRW ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als er auf Bahn 10 wieder mit einem Bogey in die Backnine startete und glich sofort mit einem starken Birdie wieder aus. Auf der bunten Scorekarten standen am Ende insgesamt fünf Birdies und sechs Bogeys, so dass der Deutsche eine 72 (+1) unterschreiben durfte. Was dieser Score in der bedeutungslosen Einzelwertung wert ist, wird es spät am Abend zu sehen sein, denn der Spanier David Puig, der am ersten Tag mit einer 67 (-4) den tiefsten Score unterschrieben hatte, startete erst am frühen Nachmittag in seine zweite Wettkampfrunde.
Besonders ärgerlich für Jonas Baumgartner war das Bogey-Bogey-Finish, wobei auf Bahn 18 sogar ein Eagle möglich gewesen wäre. Der Putt zum Eagle war allerdings mehr als 20 Meter lang, so dass jeder Athlet mit einem Par zufrieden hätte sein müssen.

Katich im Kampfmodus mit Pech

Auch Philipp Katich kassierte direkt auf Bahn eins seinen ersten Bogey, nachdem der seinen Drive in die Bunkersoden rechts gesetzt hatte und von dort den Bunker am links vom Grün getroffen hatte. Als auf den Bahnen sechs und sieben noch zwei Bogeys hinzu kamen, schien der Spieler des GC St. Leon-Rot weit von einem tiefen Score entfernt zu sein.


Mit einem Birdie auf dem achten Grün legte der Spieler, der in diesem Jahr schon einen großen Titel in Frankreich gewinnen konnte, den Schalter aber um und spielte grundsolide weiter. Nach einem zum Birdie gelochten Bunkerschlag auf Bahn 14 lag der Kurpfälzer zwei über, als er auf das 18. Tee trat. Der Drive verirrte sich im Rough. Was dann passierte, kann man mit der vielzitierten Weisheit der Jürgen Wegmanns trefflich zusammenfassen: manchmal hat man einfach kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. Katich fand einen Ball und schlug diesen aufs Grün. Auf dem Grün bemerkte er dann jedoch, dass es doch nicht sein Ball war, obwohl Marke und Zahl stimmten. Falscher Ball gespielt – dieser Fehler musste sofort korrigiert werden. Da der ursprüngliche Ball nicht gefunden werden konnte, musste der 18-Jährige zurücl auf das Tee und so sammelten sich neun Schläge für diese Bahn. Mit einer 77 (+6) war der ehrgeizige Athlet natürlich nicht zufrieden.

„Das lange Spiel war genau so gut wie am ersten Tag. Ich habe bisher auf diesem Platz eher die defensive Variante bevorzugt und habe viele Eisen vom Tee geschlagen und viele Fairways und Grüns getroffen. Damit war ich echt happy. Ich habe aber zu wenig Putts aus fünf Metern gelocht. Wenn man dann mal etwas vergeben hat, über Par liegt und keinen Putt locht, wäre es heute am Ende noch eine Runde gewesen, die ganz okay gewesen wäre. Aber dann spielt man einen falschen Ball und der Score ist dahin. Ich kann aber aufbauen, kann jetzt im Matchplay attackieren. Wenn ich dann ein paar Putts loche, sieht es für die anderen böse aus“, geht der amtierende French-Boys-Champion mit der vollen Ladung Selbstvertrauen in die kommenden Tage.

Schiergen unter Par

Laurenz Schiergen brachte auf seiner Auftaktbahn das Kunststück fertig, sein Par zu halten, nachdem er zweimal böse im Rough gelegen hatte. Dies brachte für den Kölner, der seine sportliche Heimat im GC Hummelbachaue hat, schnell einen positiven Drive in die Runde, so dass es für den „EM-Routinier“ bei seiner zweiten Teilnahme mit einem Birdie auf Bahn drei schnell in die richtige Richtung ging. Nach einem Bogey auf Bahn acht ging es Even auf die Backnine. Hier gelang es dem Rheinländer, schnell mit zwei sauberen Birdies den Score in die Richtung zu bringen, die das Betreuerteam gerne sehen wollte. Obwohl die gewonnen Schläge auf den Bahnen 14 und 17 wieder verloren gingen, kam Schiergen unter Par ins altehrwürdige Clubhaus, denn auf dem finalen Par 5 gelang dem deutschen Talent sein vierte Birdie des Tages.

„Als Team haben wir über beide Tage eine sehr gute Leistung gezeigt und auch Schwächephasen gut überwunden. Morgen geht es gegen Italien, ein sicher gutes Team, aber wenn wir unser Spiel voll durchziehen, sind wir schwer zu schlagen“, haben die guten Leistungen das Selbstvertrauen des Kölners kräftig bestärkt.

Späte Startzeiten

Felix Krammer, Frederik Schott und Tiger Christensen gingen mit ganz späten Startzeiten auf die Runde.
Im Livescoring stand der Bundesadler zum Mittag weiter ganz vorne, auch wenn der Vorsprung auf Spanien etwas geschmolzen war.

Felix Krammer erlebte auf Bahn zwei einen Fehlstart, als sein Abschlag links in den Wald verschwand, dann aber doch gefunden wurde und frei spielbar lag. Der Münchener kassierte dennoch ein Triplebogey. Mit einem Birdie auf Bahn fünf und einem ganz starken Eagle auf Bahn 9 machte der Spieler des Münchener GC die Situation wieder freundlicher. Insgesamt brachte der Bayer eine 73 (+2) nach Hause.

Von seinem Team war Krammer regelrecht begeistert: „Wir haben uns als Team wieder sehr stark präsentiert und unsere Form bestätigt. Wir haben damit gezeigt, dass wir da hin gehören und dass es gestern keine Eintagsfliege war. Morgen zeigen wir das auch den Italienern. Wenn wir so spielen wie die beiden letzten Tage, dann schaffen wir das! Go, Germany!“

Frederik Schott ging ganz stark in die Runde und hatte schon früh etliche Birdiechancen. Auf Bahn vier fiel endlich der ersehnte Putt und brachte den Spieler des Düsseldorfer GC unter Par.
Nach einem Doppelbogey auf der achten Bahn, hatte Schott eine sehr gute Antwort parat und zauberte auf Bahn neun einen Eagle auf den Platz. Mit „eins unter“ kreuzte der Rheinländer auf die Backnine. Auf Bahn 12 fing sich der athletische Spieler einen weiteren Doppelbogey, den er unmittelbar mit einem Birdie erneut fast egalisieren konnte. So kam der Spieler des Düsseldorfer GC letztlich mit einer sehr soliden 71 (Even Par) ins Clubhaus.

Tiger unter Par

Als letzter ging der jüngste Spieler raus. Tiger Christensen zeigte sofort starke Schläge, verpasste aber zweimal das Birdie knapp. Seinen ersten Bogey glich der Youngster ganz cool sofort mit einem Birdie aus. Auch seinen zweiten Bogey machte der Wahl-Spanier schnell mit einem Birdie wieder wett, legte dann aber im Stile eines alten Hasen mit einem starken Eagle auf Bahn neun noch mal richtig nach. Mit zwei unter Par kreuzte der Spieler des Hamburger GC auf die Backnine, hielt sich auch hier sehr gut, musste sich allerdings auch in der einen oder anderen sehr kniffeligen Lage beweisen. Am Ende reichte es für einen Score unter Par, der ihm wohlwollende Glückwünsche des gesamten Teams einbrachte, das ihn auf den letzten Bahnen begleitet hatte.
„Die Teamleistung war heute wieder top! Das hat echt Bock gemacht. Wir haben alle sehr solide gespielt. Ich habe selber ein paar Dinge gut rausgekratzt. Da waren ein paar Sachen dabei, wo die Runde echt hätte kippen können. Aber ich habe mich gut zurückgekämpft. Das ist ein geiles Turnier. Morgen gegen Italien werden wir ganz wach starten“, geht der 15-Jährige voller Zuversicht in den ersten Matchplay-Tag.

Bundestrainer mehr als zufrieden

Mit einem Gesamtscore von -2 beendet der Bundesadler die Zählspielqualifikation auf einem hervorragenden zweiten Platz. Um einen Schlag war am Ende Titelverteidiger Spanien vorbeigezogen, getragen allerdings vor allem von den beiden besten Einzelspielern. Das Teamergebnis des deutschen Teams ist wesentlich ausgeglichener, was sich in den nun anstehenden Matchplays als ganz großes Pfund herausstellen könnte.
Entsprechend zufrieden konnte Bundestrainer Christoph Herrmann in der Abendsonne von Chantilly die Zählspiel-Tage resümieren: „Wir haben unser Ziel erreicht und sind im Flight A. Der Plan ist voll aufgegangen, dabei möglichst weit oben zu landen, um dann vielleicht die vermeintliche Chance zu haben, etwas leichter ins Halbfinale einzuziehen. Das Viertelfinale ist der Stolperstein schlechthin, aber wir sind hier, um definitiv um die Medaillen zu spielen. Deswegen ist morgen für uns der große Entscheidungstag. Wir werden auf keinen Fall den Fehler machen, den Siebtplatzierten zu unterschätzen. Wir wissen, dass wir mit Italien einen starken Gegner haben, der es in der Vergangenheit immer wieder geschafft hat, phantastische Mannschaften an den Start zu bringen. Es wird morgen eine extrem schwere Aufgabe und wir werden vom ersten Moment an hellwach sein. Wir hatten heute Höhen und Tiefen und haben dabei einige schwierige Situationen gemeistert. Die Spieler haben das phantastisch gemacht und sich auf diesem so anspruchsvollen Platz keine Blöße gegeben. Wir sind mit Spanien die einzige Mannschaft unter Par und sind voller Zuversicht mitten in dieser Europameisterschaft angekommen. Morgen werden wir im Viertelfinale alles geben, was möglich ist, damit wir an den beiden letzten Tagen um Medaillen spielen dürfen.“

Viertelfinale gegen Italia

Um 8.30 Uhr starten die Vierer gegen Italien. Zunächst treffen Felix Krammer und Tiger Christensen auf Lucas Fallotico und Pietro Bovari. Anschließend gehen Jonas Baumgartner und Laurenz Schiergen gegen Matteo Christoni und Sebastiano Frau raus.
Nach den beiden Vierer stehen am Nachmittag noch fünf Einzel an. Das Team, das zuerst vier Punkte im Matchplay erreicht hat, darf am Freitag im Halbfinale  spielen.

Endstand ZS Livescoring Matchplay

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