Bild Information: Das führende Team vor dem Leaderboard (Foto: DGV/stebl)

Bundesadler startet mit Höhenflug

Team-EM Jungen
 

Das Junior Team Germany überzeugt am ersten Tag der Team-EM in Frankreich und startet auf dem sehr anspruchsvollen Platz des GC Chantilly unter Par – als einzige Mannschaft!

Chantilly/Frankreich – An einem rundum perfekten Tag in Frankreich haben die Jungen um Bundestrainer Christoph Herrmann einen sehr guten Start in den noch sehr jungen Tag hingelegt. Die drei Athleten, die im frühen Startblock auf die Runde gingen, legten gleich los wie die Feuerwehr und brachten schnell die ersten Birdies auf ihre Karten. Allen voran: Philipp Katich vom GC St. Leon-Rot.
Der Sieger der French Boys war als erster Bundesadler gestartet und hatte schon nach drei Bahnen zwei unter Par gelegen. Das Momentum war damit sofort auf Seiten des Teams, das mit dem tiefsten kumulierten Handicap in diese Team-EM gestartet ist.
Zwar musste Katich auf Bahn 5 einen Doppelbogey notieren, ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Nach Birdies auf den Bahnen acht und elf lag der 18-Jährige schnell wieder bei -2 und zeigte dabei etliche famose Schläge.
Aufgrund der starken Leistung und der durchaus prägnanten Ähnlichkeit zu einem gewissen Brooks Koepka wurde von Zuschauern schon gemunkelt, das deutsche Team hätte einen Spieler in sein Outfit geschmuggelt, der normaler Weise auf ganz anderen Turnieren zu Hause ist. Aber soweit ist Philipp Katich dann doch noch nicht.
Auf Bahn 16, einem in den Wind nicht leicht zu spielenden Par 3 mit 179 Metern landete der Ball zwar auf dem Grün, aber der Weg zur Fahne hätte kaum länger sein können. Der erste Putt hatte eine sehr gute Länge und so blieb die Chance erhalten, mit einem Par vom Grün zu gehen. Es wurde aber doch ein Dreiputt und so kam der Longhitter am Ende mit einer grundsoliden 70 (-1) vom Platz.

Drei unter

Jonas Baumgartner war der zweite Deutsche, der in diese Titelkämpfe startete. Der Höseler, der am letzten Spieltag der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi mit einer grandiosen -10 aufwarten konnte, spielte eine ganz starke Auftaktrunde, brachte auf den Bahnen sechs und sieben zwei frühe Birdies unter. Das einzige Bogey des Tages musste der 16-Jährige auf Bahn 13 notieren, schaffte es aber danach, noch zwei weitere Birdies auf den Platz zu knallen. Mit einer 68 (-3) ist der Rheinländer auch in der Einzelwertung, die bei dieser Team-EM allerdings keinerlei Bedeutung hat, ganz vorne dabei.


Felix Krammer komplettierte den Kreis der Frühaufsteher. Der Münchener begann ganz sicher mit sieben Pars, legte dann noch auf der Frontnine die ersten Birdies in die Waagschale und ging so mit „zwei unter“ auf die Backnine. Ein weiteres Birdie wollte dem Bayern nicht mehr gelingen. Mit einem Doppelbogey auf Bahn elf reichte es so zu einer guten 71 (Even Par).

„Für mich war es ein echtes Highlight, bei einer Team-EM teilnehmen zu dürfen und gleich in der allerersten Runde zu zeigen, was in einem steckt. Besonders gut lief es heute mit dem Putter. Ich habe sehr viele Safes gemacht“, freute sich der Münchener nach dem gelungenen Start.

Morgenstund...

Die drei Auftaktspieler sorgten auf dem Platz schnell für entspannte Gesichter, denn der Bundesadler stand am Vormittag auf dem Leaderboard immer ganz oben, wenn auch immer dicht gefolgt von Titelverteidiger Spanien und dem starken englischen Team.

Nominell Favoriten

Der Zufall oder die Spielleitung wollten es so, dass am ersten Tag die beiden Teams mit den nominell besten Aussichten im Zählspiel gemeinsam auf die Runde gingen. Deutschland und England, direkt am ersten Tag gemeinsam auf dem Platz – das versprach tollen Sport und einen besonders intensiven Gang auf dem 6.444 Meter langen Platz des GC Chantilly, der sich für die Talente Europas mit Par 71 spielt. Und so wurde es tatsächlich auch ein Schaulaufen der starken Youngster. Vorneweg allerdings blieb der Bundesadler, denn auch die etwas späteren Startzeiten zeigten gute Leistungen.

Sauber reingebracht

Laurenz Schiergen, der als einziger Spieler im Team schon Erfahrung von einer Team-EM mitbringt, machte seine Frontnine bunt, als er auf zwei Bogeys ganz stark mit zwei Birdies reagierte und bis zum Ende insgesamt fünf Bogeys mit seinen vier Birdies fast komplett ausgleichen konnte. Auf dem 18. Grün war der Rheinländer von der Hummelbachaue zunächst sehr unzufrieden, weil er unbedingt mit einem Birdie seinen Score ausgleichen wollte. Der Birdieputt fiel aber nicht und so wurde es am Ende eine 72 (+1).
„Ich konnte mein Spiel nach einem schlechten Start mit vielen guten Schlägen stabilisieren. Natürlich hätte ich gerne meine Chancen besser genutzt, um mein Ergebnis unter Par zu drücken, aber da konnten die Teamkollegen ja nachhelfen und viele super Scores reinbringen“, sah der Kölner den Wert des Tages vor allem im überragenden Teamergebnis.

Der Jüngste wie ein Großer

Ganz cool lieferte Tiger Christensen bei seiner EM-Premiere eine beeindruckende Leistung ab. Der Jüngste im Team von Kapitän Christian Marysko startete direkt mal mit einem sauberen Birdie, blieb danach auch ganz ruhig, als im zwei Bogeys in Folge unterliefen.
Nach dem Bogey auf Bahn acht drehte der Spieler des Hamburger GC das Blatt wieder, als er mit tollen Schlägen auf den Bahnen neun und zwölf mit Birdies seinen Score wieder auf Even Par drückte.


Auf dem Rest der Backnine zeigte der Youngster, dass er Wadenbeißer ganz cool ignoriert und aus Distanzen ganz sicher seinen Putts locht, die andere Spieler schon mal unruhig machen. So kam dann zwar auf Bahn 16 noch ein Bogey auf die Karte, aber mit einem eiskalt gelochten Birdie-Putt auf der abschließenden Bahn glich der Tiger wieder aus und brachte so eine ganz starke 71 (Even Par) in die Wertung.

Hochmotiviert

Frederik Schott kam hochmotiviert zum ersten Tee. Dem Spieler des Düsseldorfer GC war anzusehen, dass er richtig Lust auf seine Premiere für das Team hatte. Zwei Bogeys auf den beiden ersten Bahnen ließen die Euphorie dann aber etwas abklingen und das Momentum kam nicht mehr zurück. Mit einem Birdie auf dem 18. Grün gab es für den Rheinländer immerhin einen etwas versöhnlichen Abschluss einer Runde, die er sich so nicht gewünscht hatte, die aber für die Mannschaft keine Auswirkungen hat, weil nur fünf der sechs Scores in die Wertung kommen.

Sechs Schläge Vorsprung

Das Team hat insgesamt hervorragend agiert und einen Auftritt hingelegt, der bei den Mitbewerbern für Respekt sorgt.
Am Ende hatte Schwarz-Rot-Gold als einziges Team einen Score unter Par in der Wertung. Bei gesamt -3 ist der Vorsprung auf Titelverteidiger Spanien mit sechs Zählern durchaus beachtlich. Das starke englische Team liegt mit +5 sogar acht Schläge hinter der Mannschaft, die schon am ersten Tag gezeigt hat, dass der Wille, Großes zu schaffen, sehr ausgeprägt ist und auch entsprechend agiert wird.

Bundestrainer sachlich

Jungen-Bundestrainer Christoph Herrmann war am Abend nach dem letzten Putt zufrieden, aber noch keineswegs euphorisch: „Wir freuen uns sehr, dass uns am ersten Tag dieser Team-EM ein guter Start gelungen ist, sind uns aber bewusst, dass dies nur ein erster Schritt war, dessen Wertigkeit sich erst im Verlauf des Turniers zeigen muss. Wir freuen uns über eine gute Ausgangsposition für den zweiten Tag der Zählspielqualifikation, mit der wir uns wiederum erhoffen, eine gute Ausgangsposition für die folgenden Matchplays zu schaffen. Die werden dann erst entscheiden, ob es für uns eine erfolgreiche Europameisterschaft wird. Es war eine mannschaftlich hervorragende Leistung und wir haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind. Darüber freuen wir uns. Jeder einzelne Ergebnis hat wertig dazu beigetragen, dass wir heute so gut stehen. Morgen geht es weiter und wir werden sehr konzentriert zur Sache gehen, um diesen anspruchsvollen Platz zu spielen. Ohne voll Aufmerksamkeit kann man hier nicht erfolgreich sein!“

Späte Startgruppe

Am zweiten Wettkampftag geht das deutsche Team in der späten Wettkampfgruppe raus. Da mit Philipp Katich der letzte Deutsche erst um 14.40 Uhr starten wird, wird erst in den Abendstunden das Klassement stehen und ermittelt sein, welche acht Teams in Flight A ab Donnerstag um die Medaillen kämpfen und welche Duelle im Viertelfinale anstehen.

Startzeiten für die zweite Runde:
9.20 Uhr: Jonas Baumgartner
10.00 Uhr: Philipp Katich
10.40 Uhr: Laurenz Schiergen
13.20 Uhr: Felix Krammer
14.00 Uhr: Frederik Schott
14.40 Uhr: Tiger Christensen

Livescoring

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