Bild Information: Der erste Schlag dieser Team-EM: Falko Hanisch (Foto: DGV/stebl)

Wechselbad der Gefühle

Team-EM Herren 2018
 

Brite egalisiert Platzrekord

Bad Saarow – Der erste Tag der European Amateur Team Championship 2018 auf dem Faldo Course Berlin hatte es in sich. Und dies gleich in mehrerlei Hinsicht.

Nach Wochen von sommerlicher Trockenheit öffnete der Himmel über Brandenburg ausgerechnet mit dem ersten Abschlag pünktlich um 8.00 Uhr seine Schleusen und es regnete fast den ganzen Tag, mal mehr, mal weniger heftig.

Platzrekord egalisiert

Einen der 96 Top-Athleten aus 16 Nationen störte der Regen offenbar gar nicht. Ganz im Gegenteil: Gian Marco Petrozzi, der mit seinem englischen Team im Frühjahr schon die European Nations Championship in Sotogrande gewonnen und dort in der Einzelwertung Rang zwei belegt hatte, zerlegte den Platz nach allen Regeln der Kunst. Der Engländer hielt seine Scorekarte 17 Bahnen lang blitzsauber. Als der 21-Jährige aus Staffordshire, der mit Vorgabe +4,5 angetreten war, auf das 18. Tee kam, lag er auf Kurs Platzrekord - elf unter Par! Neun Birdies und ein Eagle standen da schon auf seiner Karte.

Ein Bogey auf der 18 ließ Petrozzi auf die 62 Schläge kommen, die auch Gary Evans 1999 auf den Platz mit den 133 markanten Topfbunkern gezaubert hatte, als in Bad Saarow die German Open ausgetragen wurde und sich die Stars der European Tour ein Stelldichein gaben.

Wechselbad

Aus deutscher Sicht verlief der Tag in Wellen. Am Vormittag sah man im Livescoring Schwarz-Rot-Gold immer auf den Plätzen zwei oder drei. Falko Hanisch, Timo Vahlenkamp und Hurly Long lagen teilweise deutlich unter Par, konnten die ganz tiefen Scores dann aber doch nicht bis ins Clubhaus tragen.

Hury Long hielt seine Karte lange sauber und lag nach einem Birdie und einem Eagle bei -3, kassierte auf der Backnine dann aber doch noch zwei Bogeys, so dass es am Ende eine sehr solide 71 (-1) wurde.

Auf Bahn 10, einem 487 Meter langen Par 5, hatte der Mannheimer ein Hybrid als zweiten Schlag auf fünf Meter an die Fahne gelegt und souverän zum Eagle gelocht. „Das war gut. Gut war auch, dass ich vom Abschlag sehr gut unterwegs war und jedes Fairway getroffen habe. Nicht so gut waren die Wedges, dafür habe ich sehr gut geputtet, auch wenn außer dem Eagleputt nichts fallen wollte. Der Score hätte insgesamt also deutlich tiefer sein können, aber wir sind hier ja noch nicht am Ende“, war für Hurly Long diese erste Runde das Signal, in welche Richtung es am zweiten Tag der Zählspielqualifikation gehen wird.

Ehre des ersten Schlages

Ganz ähnlich lief es auch für Falko Hanisch, der um 8.00 Uhr die Ehre des ersten Abschlags bei diesen Titelkämpfen hatte, aber auf Bahn 2 auch gleich ein Bogey kassierte. Danach spielte der Athlet des Berliner GC Stolper Heide aber ganz stark weiter und feuerte eine Birdieserie auf den Bahnen 5, 6 und 7 ab. Nach seinem vierten Birdie, erzielt auf Bahn 12, lag der Brandenburger ebenfalls bei -3. Aber auch Falko Hanisch kassierte im Endspurt noch zwei Bogeys.

„Das Birdie auf Bahn 5, dem schwersten Par 3 auf dem Platz, hat mir einen kleinen Kick gegeben. Später habe ich meine Wedges nicht nah genug an die Fahne bekommen, aber wenn ich morgen und in den nächsten Tagen noch etwas näher an der Fahne liege, sieht das alles gut aus. Die Drives sind mir heute besonders auf den schwierigen Bahnen gut geglückt. Das hat die Runde etwas entspannter gemacht“, war Falko Hanisch am Abend mit seiner Leistung im Reinen.

Solide von Grund auf

Timo Vahlenkamp ließ auf der Frontnine einem Bogey stets schnell ein Birdie folgen, so dass er Even Par auf die Backnine kreuzte. Nach Birdies auf den Bahnen 10 und 11 kletterte der Westfale, der im GC Teutoburger Wald das Golfspiel gelernt hat, inzwischen aber schon einige Jahre im Berliner GC Stolper Heide seine Homebase hat. Jeweils sehr lange Putts waren gefallen und krönten so das sehr solide Spiel. Zwei Bogeys auf den beiden letzten Bahnen verhinderten allerdings doch noch, dass der Sportsoldat unter Par rein kam. 

Der Nachmittag

Marc Hammer war der erste Deutsche im späten Startblock. Der Spieler des GC Mannheim-Viernheim begann stark und lag nach sieben Bahnen schon bei zwei unter Par. Nach einem unglücklichen Bogey auf Bahn 8 fiel der amtierende Deutsche Meister auf „eins unter“ zurück. Die restliche Runde hätte zu einem wahren Feuerwerk werden können, denn Hammer erspielte sich gute Chancen in Serie. Dadurch war der 19-Jährige praktisch nie in Gefahr, zurückzufallen, sondern kratzte immer daran, seinen Score tiefer zu drücken. Das Loch war allerdings wie vernagelt und so notierte der Spieler des National Team Germany zehn Pars in Serie – macht unter dem Strich die dritte 71 (-1) für das deutsche Team.

Sand-Birdie

Jannik de Bruyn begann solide und brachte auf Bahn 5 das Kunststück fertig, aus einem tiefen Topfbunker direkt zum Birdie einzulochen. Dann allerdings entfernte sich Fortuna ganz weit vom Spieler des GC Hösel, und so musste de Bruyn ein ums andere Mal aus schwierigen Lagen spielen. Am Ende wurde es so eine 75 (+3). „Ich konnte nach dem Bunkerschlag auf der 5 das Momentum leider nicht weitertragen, blicke aber trotzdem zuversichtlich auf den morgigen Tag“, spricht aus Jannik de Bruyn aus guten Gründen der Optimismus.

Ebenfalls 75 Schläge brauchte Michael Hirmer. Der Bayer, der in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi für den Stuttgarter GC antritt, begann mit einem Birdie sehr vielversprechend, brachte auf der Frontnine auch noch ein zweites Birdie unter, konnte auf der Backnine aber nicht verhindern, ein paar unglückliche Bogeys zu notieren.

Gute Sachen gesehen

Bundestrainer Ulli Eckhardt war zwar nicht mit den Scores, wohl aber mit dem Auftritt seiner Schützlinge zufrieden: „Wir haben heute da draußen unheimlich viele gute Sachen von unseren Spielern gesehen. Einige waren auch nah dran, richtig tief zu gehen. Das hat heute nicht richtig geklappt, aber wir werden dies heute Abend noch aufarbeiten, damit wir das morgen besser machen und eben diese tiefen Scores rein bringen werden. Ich habe ein sehr gutes und positives Gefühl für morgen. Die Jungs sind auch alle guter Dinge. Mir war noch besonders wichtig, dass alle bis zum Schluss richtig gekämpft haben. Niemand hat sich hängen lassen. Eigentlich ist am Ende des Tages entscheidend, dass jeder in den Spiegel gucken und sagen kann, alles gegeben zu haben. Morgen werden die Karten wieder neu gemischt.“

Von Platz zehn

Am Abend des ersten Wettkampftages haben erwartungsgemäß die Engländer den Spitzenplatz inne. Die Briten haben in Summe -11 Schläge in der Wertung, davon alleine der beste Athlet -10.

Schweden folgt auf dem zweiten Platz und hat zunächst zwei Zähler Rückstand. Drei der Skandinavier waren mit weniger als 70 Schlägen über die Runde gekommen und so kommt das gute Team-Ergebnis deutlich ausgeglichener daher.

Ein weiterer Top-Favorit auf den Titel folgt mit -7 auf Rang drei: Dänemark teilt sich diesen dritten Platz mit der Grande Nation. Beide Teams konnten jeweils zwei Scorekarten mit weniger als 70 Schlägen einreichen.

Das deutsche Team steht vor dem zweiten und entscheidenden Tag der Zählspielqualifikation auf Rang zehn. Gesamt Even Par bedeutet zwei Schläge Rückstand auf Titelverteidiger Spanien. Die Iberer nehmen aktuell den achten Platz ein, der die Fahrkarte in Flight A bedeutet. Nur die Top Acht der Zählspielqualifikation spielen ab Mittwoch weiter um den Titel.

Die acht Teams, die am Abend des zweiten Tages schlechter als Platz acht stehen, spielen im Flight B um den Klassenerhalt und die Plätze 9 bis 16.

 

 

Livescoring

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