Bild Information: Allen Grund zum Jubeln hatten Deutschlands Damen - hier Sophia Zeeb - am Finaltag der Team-EM 2018: Mit England besiegten sie keinen Geringeren als den Titelverteidiger. Foto: GEPA pictures / Christian Walmen

Die DGV-Damen schlagen England und zeigen ihre Klasse

Team-EM Damen 2018
 

Mit einem 3,5:1,5-Matchplay-Erfolg gegen England haben die deutschen Damen die Team-Europameisterschaft im österreichischen GC Murhof beendet und damit Platz 5 erreicht.

Die deutschen Damen kehren erhobenen Hauptes von der Team-EM 2018 in Österreich zurück: Mit einem souveränen 3,5:1,5-Erfolg im abschließenden Matchplay gegen Titelverteidiger England sicherte sich die DGV-Auswahl im GC Murhof in Frohnleiten Rang 5 und verbesserte sich damit gegenüber 2017 um einen Platz. "Letztlich haben uns schwache 20 Minuten im Spiel gegen Italien ein besseres Abschneiden gekostet", so Trainer Stephan Morales im Rückblick auf das Viertelfinale. Dies und die Tatsache, dass das Team Germany die Zählspiel-Qualifikation auf Rang 2 abgeschlossen hatte, bestätigen den Coach in seiner Ansicht, dass Deutschlands Damen "zu den besten vier Teams in Europa gehören".

Gerade in den Partien gegen Finnland, als sie mit 3:2 den Einzug ins Spiel um Platz 5 klargemacht hatten, und mit dem starken Auftritt gegen England am Finaltag, zeigten die sechs DGV-Spielerinnen, dass sie schnell dazulernen - und tatsächlich das Potenzial haben, jeden Gegner zu schlagen, wie Morales vor der EM prophezeit hatte. "In der Partie gegen Italien haben wir gesehen, dass wir noch Defizite im Course-Management haben. Wir müssen noch viel besser planen und uns auf die speziellen Situationen im Matchplay einstellen. Da haben wir in einer sehr emotionalen Partie einiges falsch gemacht, und letztlich vor allem deshalb verloren", so der Bundestrainer. "Gegen Finnland und vor allem auch heute gegen England hat das aber schon viel besser geklappt." Und die deutschen Damen zeigten eindrucksvoll ihre spielerische Stärke. Morales: "Diese EM hat viele sehr wichtige und positive Erkenntnisse gebracht. Wir haben ohne Zweifel ein großartiges Team!"

Außerdem hat der Head-Coach mit großer Zufriedenheit festgestellt: Deutschland hat auch wieder einen enorm starken Vierer. Bereits mit den Finninen Petra Salko und Daniella Barrett hatten Miriam Emmert und Polly Mack am Freitag beim 4&3 kurzen Prozess gemacht. Und auch die Engländerinnen Lily-May Humphreys und Lianna Bailey hatten wenig Spaß in der Partie gegen das deutsche Duo. Am Ende teilten die Teams die Partie zwar, aber nur, weil Esther Henseleit in ihrem Einzel bereits vorzeitig den Match-entscheidenden Punkt gegen India Clyburn gemacht hatte. "Sie haben dann im Vierer das 20. Loch leider nicht mehr zu Ende gespielt. Aber wir waren klar im Vorteil und hätten das ziemlich sicher auch gewonnen", so Morales. "Die Stärke dieses Vierers ist für mich eine sehr wichtige Erkenntnis – auch für die Zukunft."

Starke Einzel gegen England

In jedem Fall war großer Jubel im deutschen Lager angesagt, denn im Einzel holten sowohl Leonie Harm gegen Alice Hewson (Sieg am Bahn 18) als auch Sophia Zeeb gegen Annabell Fuller (5&4) als auch eben Esther Henseleit drei volle Punkte für Deutschland. Allein Aline Krauter unterlag an diesem Nachmittag, sie musste sich Sophie Lamb mit 4&2 geschlagen geben. 

Was bleibt nach dieser EM? Die Erkenntnis, dass Deutschlands Damen auf europäischer Ebene keinen Gegner fürchten müssen. Die Einsicht, dass im Matchplay tatsächlich ganz besondere Gesetze herrschen, und dass es enorm schwierig ist, sich in allen Details darauf vorzubereiten, dass der Versuch aber in keinem Fall schadet. Die Erfahrung, dass Italien lauter jubelt und feiert als Finnland und England zusammen, und dass im Spiel 1-gegen-1 die Psychologie eine enorm große Rolle spielt. Die Sicherheit, dass Miriam Emmert und Polly Mack im Vierer Weltklasseleistungen zeigen können – wenn der Platz und seine Spielbahnen auf das neue deutsche Top-Duo gut zugeschnitten sind. Die Gewissheit, dass Leonie Harm und Sophia Zeeb zu den besten Amateurinnen Europas gehören und bei der nächsten Team-EM neben ihrer individuellen Klasse jede Menge Erfahrung einbringen werden. Die Chance, mit Aline Krauter und Esther Henseleit jederzeit zwei hocheffektive Joker ziehen zu können, die im Zählspiel und im Matchplay überzeugen. Und es bleibt mit Stephan Morales und Nicole Gögele ein erfahrenes Trainerteam zweier PGA Golfprofessionals, das hochmotiviert ist, Deutschlands Damen noch stärker zu machen, und das "sehr viel Freude daran hat" (Morales), mit diesen Spielerinnen weiterzuarbeiten. Und das, falls eine der Aktiven ins Profilager wechseln sollte, Zugriff hat auf eine ganze Reihe weiterer hochkarätiger Nachwuchstalente.        

Revanche auf Sizilien?

Und schließlich bleibt die Vorfreude auf 2019, wenn die European Ladies' Team Championship vom 9. bis 13. Juli im Donnafugata Golfclub im italienischen Ragusa auf Sizilen stattfindet. Denn was wäre wohl schöner, als die Rechnung, die Deutschlands Damen seit der ersten Matchplay-Runde 2018 am Murhof mit den Italienerinnen offen haben, bei deren Heimspiel zu begleichen?

Im Finale der Team-EM 2018 setzten sich übrigens die Schwedinnen mit 5:2 deutlich gegen Frankreich durch. Das Spiel um Platz 3 entschied Dänemark mit 4,5:2,5 gegen Italien für sich. Finnland und Irland trennten sich im Match um Platz 7 mit 4:1.

Hier gibt's alle Ergebnisse >>>

Anhänge

Anzeige
Anzeige
Die AK 30 Damen des Münchener GC siegen vor dem GC Hamburg-Walddörfer und dem G&LC Berlin-Wannsee. (Foto: Langer Sport Marketing) Die AK 30 Damen des Münchener GC siegen vor dem GC Hamburg-Walddörfer und dem G&LC Berlin-Wannsee. (Foto: Langer Sport Marketing)

DMM AK 30 2019

Münchener GC holt den Titel

Mit guten Vierern und überzeugenden Einzeln spielen sich die AK 30 Damen des ...

weiterlesen
Casino Golftagen in Zell am See-Kaprun (Photo by Zell am See-Kaprun Tourismus) Casino Golftagen in Zell am See-Kaprun (Photo by Zell am See-Kaprun Tourismus)

Österreich

Reich auf einen Schlag

Bei den Casino Golftagen in Zell am See-Kaprun wird einiges geboten.

weiterlesen
Solide unterwegs: Sarina Schmidt beendet die EM auf Platz 37 (Foto: DGV/stebl) Solide unterwegs: Sarina Schmidt beendet die EM auf Platz 37 (Foto: DGV/stebl)

EM Damen 2019

Finale im Stechen

Die Siegerin der 32. Europameisterschaft der Damen wird in einem spannenden P...

weiterlesen
Traumschlag: Sarina Schmidt erzielt ein Hole in one (Foto: DGV) Traumschlag: Sarina Schmidt erzielt ein Hole in one (Foto: DGV)

EM Damen 2019

Hole-in-One für Schmidt

Sarina Schmidt gelingt am dritten Tag der 32. Europameisterschaft der Damen e...

weiterlesen