Bild Information: Tim Wiedemeyer und Helen Briem sind neue Deutsche Lochspielmeister (Foto: DGV/stebl)

Debütantensiege

DLM 2021
 

Bei strahlendem Sonnenschein und endlich auch sommerlichen Temperaturen finden im GC Lichtenau-Weickershof die Finalmatches der 16. Deutschen Lochspielmeisterschaften statt. Die Titel sichern sich Helen Briem und Tim Wiedemeyer.

Lichtenau – Die Baumblüte auf der großzügigen Anlage des gastgebenden GC Lichtenau-Weickershof stellte einen passenden Rahmen für den Finaltag der ersten deutschen Titelkämpfe im zweiten Corona-Jahr.
Bei den Damen trafen im Finale Paula Schulz-Hanßen vom GC St. Leon-Rot und Helen Briem vom Stuttgarter GC aufeinander. 2019, bei der letzten Auflage der DLM, hatte sich die heute 18-Jährige aus der Kurpfalz bei ihrem Debüt direkt bis ins Finale vorgekämpft. Inzwischen hat „PSH“ eine veritable Titelsammlung, vor allem international angehäuft und ging als amtierende Europameisterin als Favoritin in das Finale.
Helen Briem, die erst 15 Jahr alt ist und seit diesem Jahr zum Junior Team Germany gehört, spielte 2021 ihre erste Deutsche Lochspielmeisterschaft und hat nicht zuletzt wegen ihrer langen Schläge beeindruckende Matches abgeliefert.


Im Finale lieferten sich die beiden Talente aus Baden-Württemberg mit langen Drives einen sehenswertes Duell, wobei es auf dem für Damen nur 5.193 Meter messenden Par 72 gar nicht so sehr um Länge ging.
Aber die Art und Weise, wie sich die Debütantin auf etlichen Bahnen mit ihren sehr weiten Drives doch leichte Vorteile erspielte, beeindruckte. Dazu kam bei Paula Schulz-Hanßen ein weitgehend kalter Putter, so dass die SLR-Athletin lediglich ein Lochgewinn erringen konnte. Helen Briem erspielte sich etliche Chancen und konnte so sukzessive ihre Führung ausbauen. Am Ende reichte es für einen relativ klaren 4&3-Sieg der Spielerin des Stuttgarter GC Solitude.

Herren-Finale

Bei den Herren trafen im Duell um den Titel Debütant Tim Wiedemeyer vom Münchener GC und Jannik de Bruyn vom GC Hösel aufeinander. Der Rheinländer hatte sich 2019 in Frankfurt die Bronzemedaille gesichert und war gegen den Youngster aus Bayern klarer Favorit. Wiedemeyer hatte sich aber mit beeindruckenden Leistungen von Tag zu Tag durchgesetzt und dabei auch Nervenstärke in Momenten bewiesen, in denen es Spitz auf Knopf stand.


Gegen den Helden von Hilversum zeigte Wiedemeyer eine Klasseleistung und zauberte viele großartige Schläge auf den Platz, während Jannik de Bruyn anfangs mit der Längenkontrolle seiner Schläge haderte und nach zehn Bahnen schon 5down lag.
Zwar konnte der Höseler Bundesligaspieler auf Bahn 12 verkürzen, aber der neue Champion konterte direkt und stellte den alten Vorsprung wieder her. Mit 5&4 endete auch dieses Finale vorzeitig mit dem Sieg des Debütanten aus München.

Bronzemedaillen

Bei dem Damen trafen im Kampf um den dritten Podiumsplatz Titelverteidigerin Chiara Horder (GC München Valley) und Fiona Liddell (Hamburger GC) aufeinander. Horder, die beim Sieg der deutschen Mädchen bei der Team-EM 2020 in der Slowakei starke Matchplay-Leistungen abgerufen hatte, zeigte erneut, dass sie sich im direkten Duell Loch um Loch auf die wesentlichen Dinge fokussieren kann. Gegen Liddell blieb es aber immer eng und keine der Kontrahentinnen konnte sich absetzen. Letztlich sicherte sich die Bayerin mit einem Sieg auf dem ersten Extraloch das zweite Edelmetall in Folge.

Bronze für Falkenstein

Bei den Herren ging Titelverteidiger Marc Hammer vom GC Mannheim-Viernheim gegen Sebastian Sliwka vom Hamburger GC zwar schnell in Führung, konnte sich aber nicht absetzen. Sliwka glich zweimal die Führung des Favoriten aus und ging auf Bahn elf erstmals selbst in Front. Das Nordlicht aus Falkenstein ließ sich die Führung nicht mehr aus der Hand nehmen, musste aber dennoch bis zum 18. Grün bangen, weil es Marc Hammer auf den letzten Bahnen in der Hand hatte, doch noch auszugleichen. Mit 1auf steht das Ergebnis dieses Kleinen Finales zu Gunsten von Sebastian Sliwka in den Büchern.

Stimmen vom Finaltag

Der 16-jährige Tim Wiedemeyer kommentierte seinen Sieg ganz ruhig: „Ich war ganz entspannt dafür, dass ich gegen Jannik de Bruyn gespielt habe. Ich habe gute Eisen gehauen und auch meine Pitches waren gut. Die wichtigen Putts habe ich gelocht, um auch mal ein Loch mit einem Birdie zu teilen. Der entscheidende Punkt war heute aus meiner Sicht, dass ich besser geputtet habe. Die Schläge ansonsten waren wohl ungefähr gleich, aber ich habe mehr gelocht. Es fühlt sich gut an, hier gewonnen zu haben, wobei ich noch immer froh bin, dass ich mich überhaupt für dieses Turnier qualifiziert habe. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es soweit schaffe und bin daher sehr dankbar.“
Vizemeister Jannik de Bruyn war trotz der Niederlage recht gefasst: „Ich habe heute den Ball zehn oder sogar 15 Meter länger gehauen als an den Tagen davor. Als ich das endlich realisiert habe, lag ich nach zehn Bahnen schon 5down. Tim hat wirklich sehr gut gespielt, vor allem sehr gut geputtet und viele wichtige Putts gelocht. Er hat mich niemals rankommen lassen. Ich hatte nie das Gefühl, das Momentum zu haben. Deswegen hat er verdient gewonnen. Ich gönne es Tim. Er ist echt in netter Kerl.“

Sehr cool

Helen Briem freute sich sehr, den Titel gewonnen zu haben: „Es ist sehr cool, Meisterin geworden zu sein, vor allem gegen Paula Schulz-Hanßen. Der Platz liegt mir – mehr als gedacht. Normalerweise sind die langen Plätze mein Ding, aber hier kann ich viel abkürzen und habe dadurch viele Vorteile. Ich konnte heute ganz frei aufspielen und hatte keinerlei Druck. Deshalb bin ich ganz locker rangegangen und habe die Chancen genutzt, die ich hatte. Ich lag oft weiter vorne und hatte nur noch den kürzeren Schlag ins Grün. Dadurch konnte ich viel Druck aufbauen und lag oft nah am Stock.“
Europameisterin Paula Schulz-Hanßen war unmittelbar nach der Niederlage sichtlich bewegt, zollte ihrer Kontrahentin aber großen Respekt: „Tatsächlich ist diese Niederlage im Nachhinein schwerer zu verpacken als ich dachte. Ich habe einfach ein paar Fehler gemacht und zu wenige Birdies gespielt. Damit wird es im Matchplay schwierig. Ich hatte vorher schon das Gefühl, dass ich hier gewinnen kann und nun ist es wieder der zweite Platz geworden. Das ist ein bisschen schade, denn mein Ziel war auf jeden Fall der Sieg. Ich habe trotzdem ein gutes Turnier gespielt und auch heute waren gute Schläge dabei. Helen hat wirklich gut gespielt und extrem lange Drives gehauen.“

Bundestrainer analysiert

Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl analysierte das Finale der Damen: „Helen Briem hat gegen Paula Schulz-Hanßen gewonnen. Mit beachtlichem Golf, auf einem Golfplatz, der sehr taktisch ist, gerade für Matchplay. Es gibt immer eine Strategie, die sehr risikoreich sein kann, aber es gibt immer auch eine sehr sichere Strategie. Helen Briem hat vom Abschlag heute extrem viel richtig gemacht und im richtigen Moment zudem die Putts gelocht und daher den Sieg eingefahren. Paula Schulz-Hanßen hat wenig zu beweisen, nachdem war sie regelmäßig leistet. Auch Paula ist nur ein Mensch und auch Paula kann mal geschlagen werden. Dennoch muss ich sagen, dass Helen Briem das Ding heute gewonnen hat. Sie zeichnet eine extrem hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit aus, extrem gutes Ballstriking. Interessanter Weise sind das hier auf diesem Platz nicht die beiden Dinge, die Du brauchst. Helen hat im Winter aber viel daran gearbeitet, das Wegdegame und die Distanzkontrolle für die Schläge ins Grün zu verbessern, viel am Shortgame und am Putten gemacht. Das hat sich heute ausgezahlt.“
Hinsichtlich der Chance, jetzt schon eine Deutsche Meisterschaft austragen zu können, strahlte der Bundestrainer: „Die Freude ist riesig. Ich stehe mit vielen Trainern aus anderen Sportarten im Austausch und da steht oft das Rad noch sehr still. Dass wir hier spielen konnten und eine Anlage zur Verfügung gestellt bekommen haben, sorgt für ganz große Dankbarkeit von meiner Seite!“

Weitere Bilder vom Finaltag folgen in Kürze an dieser Stelle.

So lief Tag 3 Livescoring Damen Matchplay Livescoring Matchplay Herren

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