Bild Information: Deutsche Lochspielmeister 2017: Paula Kirner und Lukas Gras (Foto: DGV/stebl)

Die Deutschen Lochspielmeister heißen Kirner und Gras

DLM 2017
 

Die neuen Deutschen Meister im Lochspiel stehen nach einem spannenden Finaltag im Frankfurter GC fest: Bei den Damen sichert sich Paula Kirner ihren ersten großen Matchplay-Titel. Gegen Monika Hartl gewinnt die jüngste Teilnehmerin dieser DLM mit 1auf. Bei den Herren sichert sich der Osnabrücker Lukas Gras in einem hochklassigen Finale den Titel gegen Marcel Zillekens vom NGC Duisburg mit einem 2&1-Sieg.  

Paula Kirner vom Kiawah GC Riedstadt hat im Vorjahr die Deutsche Meisterschaft der Altersklasse bis 14 Jahren gewonnen. Nun ließ die Nachwuchshoffnung mit einer sehr überzeugenden Vorstellung den nächsten Titel folgen.

Im Finalmatch gegen Monika Hartl lag Paula Kirner fast ständig in Front, konnte die 3auf-Führung nach sechs Bahnen aber nicht konservieren, so dass es auf der Backnine noch einmal richtig eng wurde. Hartl glich auf Bahn 14 wieder aus und schaffte sogar auf dem 17. Grün, nochmals auszugleichen, nachdem Paula Kirner erneut in Führung gegangen war.

Auf Bahn 18 fiel die Entscheidung, als die Reichswalderin im Grünbunker lag, sich daraus zwar sehr gut befreien konnte, dann aber der Putt nicht fallen wollte.

„Dieser Titel bedeutet mir richtig viel. Ich bin nicht mit der Erwartung hergekommen, zu gewinnen, zumal ich im letzten Jahr nicht so gut abgeschnitten hatte. Ich habe da aber sehr viele Erfahrungen gesammelt, die mir dieses Jahr extrem geholfen haben. Ich bin mit positiven Gefühlen ins Turnier gestartet und nach zwei Siegen in der Vorrunde war schon alles gut. Über den Sieg hier freue ich mich natürlich riesig. Heute bin ich gut in den Tag gestartet und lag schnell in Führung. Als Monika ausgeglichen hatte, wusste ich, dass ich nochmal richtig kämpfen muss, weil es um alles geht. Dann habe ich meine Messer rausgeholt und an der 18 ist dann noch der wichtige Putt gefallen. Mit meiner Schlaglänge hatte ich hier einige Vorteile. Hier waren die Annäherungen und auch das Putten meist richtig gut“, strahlte die Meisterin nach dem Triumph über das ganze Gesicht.

Auch die Vizemeisterin hatte am Abend ein Lächeln im Gesicht. „Klar, dass so kurz nach dem Finale die Enttäuschung überwiegt, aber ich bin überglücklich, dass ich den zweiten Platz machen konnte. Ich bin zufrieden, dass ich bis zum Finale alle Matches gewonnen habe. Vorher habe ich nicht damit gerechnet, hier so gut performen zu können. Mein Start heute war nicht wirklich glücklich. Ich habe mich danach aber wieder gut konzentriert und versucht, einfach die Runde zu genießen. Dadurch konnte ich gute Schläge machen, auch wenn nicht viele Birdieputts gefallen sind. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden. Paula hat sich sehr gut geschlagen und man hat ihr die Nervosität kaum angemerkt. Ihr Golf war sehr gut und das war wohl auch für die Zuschauer in spannendes Match “, war die 17-Jährige kurz nach dem Finale schon wieder sehr fröhlich.

Bronze gewann bei den Damen Hannah Karg. Die Hamburgerin, die seit diesem Jahr zum Junior Team Germany zählt und schon in Schottland mit dem Titelgewinn aufhorchen ließ, spielte ein ganz starkes Turnier und setzte sich in einem rein Hamburger Duell gegen Hendrika Labsch mit 4&3 durch. Im Vorjahr hatte Karg noch alle drei Vorrundenmatches verloren, daraus aber soviel gelernt, dass sie in diesem Jahr schon zum Favoritenkreis zählte.

„Ich hätte allen Mädchen den Sieg gegönnt, freue mich aber für Paula Kirner, denn sie hat sich im Winter sehr engagiert und und hat sehr intensiv an sich gearbeitet. Ich glaube, da werden noch gute Sachen folgen. Auch Hannah Karg war wieder sehr stark. Nach dem Sieg in Schottland zurück zu kommen und direkt in Frankfurt Dritte zu werden, finde ich stark. Monika Hartl hat auch viel mit uns gearbeitet und ist auf einem guten Weg. Alle drei Spielerinnen wollen es wirklich und sind bis in die Haarspitzen motiviert“, fasste Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl seine positiven Eindrucke der DLM aus der Ferne zusammen.

Herren

Im Finale der Herren dominierte lange Zeit Lukas Gras. Der Osnabrücker spielte sehr solide und machte keine Fehler. Nach der Frontnine führte der Student mit 3auf. Marcel Zillekens war mit einem Dreiputt-Bogey gestartet und konnte erst auf der zweiten Hälfte der Runde mehr Druck auf seinen Kontrahenten aufbauen. Auf Bahn 16 hätte das Match schon zu Ende gehen können, als die beiden dormie auf das Tee traten. Die Abschläge lagen jeweils etwas mehr als zehn Meter vom Stock entfernt und Lukas Gras musste zunächst putten. „Ich kann mir nichts vorwerfen. Ich habe versucht, den ersten Putt zu lochen. Der Putt war gut, rollte aber knapp über die Lochkante noch drei Meter vorbei“, haderte Lukas Gras nicht mit seiner Entscheidung, mit einem aggressiven Putt die Entscheidung erzwingen zu wollen. Der Rückputt fiel nicht, so dass Marcel Zillekens noch einmal auf 2down verkürzen konnte.

Auf Bahn 17 legte der Duisburger seinen Abschlag sicher auf die Bahn, blieb allerdings ein ganzes Stück kürzer als der Kontrahent aus Osnabrück. Lukas Gras knallte einen Drive sehr weit und hatte vor dort auf dieser Par-5-Bahn nur noch ein Wedge ins Grün. Marcel Zillekens legte seinen zweiten Schlag in den Bunker rechts vom Grün, kam zwar ganz ordentlich wieder heraus, aber Lukas Gras ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Der Osnabrücker Fanblock jubelte laut und ließ den neuen Champion hochleben. „Dieses Teamgefüge in Osnabrück ist vielleicht einmalig. Jetzt haben wir gezeigt, dass wir nicht nur Golfprovinz sind, sondern auch Deutscher Meister sein können“, freute sich der Deutsche Lochspielmeister 2017 mit seinem Team.

2015 hatte Gras mit der Bronzemedaille bei der DM AK 18 in Weimar seinen bislang größten Erfolg gefeiert. Über den Winter hat Gras, der von Wolfgang Huget trainiert wird, mit extremen Trainingsfleiß einen großen Leistungssprung gemacht und so verdient seinen ersten nationalen Titel eingefahren.

„Mein Ziel war es, einmal im Leben Deutscher Meister zu werden. Und nun hier auf dieser Anlage im Lochspiel den Titel zu gewinnen? Besser hätte es nicht laufen können! Es ist eine Riesenehre, mit Martin Kaymer auf einem Pokal zu stehen. Hier heute um den Titel mitzuspielen, war ein unglaubliches Gefühl. Ich war angespannt und es war schwierig, in die Runde rein zu kommen. Aber schnell habe ich gespürt, dass hier etwas geht. Ich habe dann wieder gute Schläge gemacht und ab Loch 9 ständig das Gefühl gehabt, dass das heute hier etwas werden kann“, strahlte Lukas Gras nach dem letzten Putt.

Auch Marcel Zillekens war mit Tag und Turnier voll im Reinen. „Das ist für mich ein Riesenerfolg. Mein Ziel vor dem Turnier war das Viertelfinale, nun stand ich im Finale. Zweiter Platz? Nehm´ ich! Damit kann ich sehr gut leben. Lukas hat heute verdient gewonnen, denn er hat sehr gute Schläge gemacht. Ich habe auf Fehler von Lukas gewartet, die er aber nicht gemacht hat“, zollte der Spieler des Niederrheinischen GC Duisburg seinem Gegner Respekt. Zillekens hat in der ganzen Woche auf dem Platz des Frankfurter GC keinen Driver benutzt und sehr defensiv mit Eisen agiert. Zukunftspläne im Golf hat der Silbermedaillengewinner keine hochtrabenden: „Ich spiele Golf, weil mir das unglaublich viel Spaß macht. Das ist wohl auch der Schlüssel zu einem guten Spiel. Erst seit ein paar Jahren spiele ich auf höherem Niveau, habe aber eine Mannschaft in Duisburg, mit der ich unheimlich viel Spaß habe. Wenn ich die Chance habe, größere Turniere zu spielen, nehme ich die mit. Das sind Highlights, die ich mir gönne.“

Die Bronzemedaille sicherte sich bei den Herren Matthias Schmid, der in einem jederzeit engen Match zwar meist 1auf in Front lag, ohne sich aber absetzen zu können. Unter den Augen von Jungen-Bundestrainer Ulli Eckhardt lieferten sich Schmid und Nick Bachem einen hochklassigen Kampf, bei dem nur die Putter bei beiden Spieler nicht heißlaufen wollten. Das lange Spiel beider Kontrahenten, die sich aus dem Junior Team Germany sehr gut kennen, war überzeugend und so war der Bundestrainer zufrieden mit dem Leistungsstand.

Siegerehrung

Bei der Siegerehrung bedankte sich Achim Battermann, der stellvertretende Präsident des DGV herzlich beim Gastgeber. Der Frankfurter GC hatte mit seinem gesamten Team wieder hervorragende Rahmenbedingungen geschaffen. Matthias von der Recke, der Präsident des FGC, griff eine Anspielung gerne auf, die nahe legt, dass 2018 zum neunten Mal in Folge die Deutschen Lochspielmeisterschaften in Frankfurt stattfinden könnten. Turnier, Platz und Austragungsort passen einfach sehr gut zueinander.

Nach einer insgesamt von kaltem Wetter geprägten Woche, in der die Greenkeeper des Frankfurter GC perfekte Arbeit geleistet haben, traten die Teilnehmer und Zuschauer zufrieden die Heimreise an.

Endstand Damen

1 Paula Kirner GERMANY   1auf
2 Monika Hartl GERMANY    
3 Hannah Karg GERMANY 4&3
4 Hendrika Labsch GERMANY    
5 Pilar von Heynitz GERMANY   4&3
6 Carolin Kauffmann GERMANY    
7 Polly Mack GERMANY 2auf
8 Nina Lang GERMANY  

 

Endstand Herren

1 Lukas Gras GERMANY   2&1
2 Marcel Zillekens GERMANY    
3 Matthias Schmid GERMANY   1auf
4 Nick Bachem GERMANY  
5 Timo Vahlenkamp GERMANY 2&1
6 Felix Wartenberg GERMANY    
7 Marc Hammer GERMANY 4&3
8 Stefan Wiedergrün GERMANY    
Livescoring Damen Livescoring Herren

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