Bild Information: Der Moment, als praktisch feststand, dass Lukas Gras ins Finale einzieht (Foto: DGV/stebl)

Klasse und Spannung im Matchplay

DLM 2017
 

Die Finalisten der Deutschen Lochspielmeisterschaften stehen fest. Bei den Damen treffen am Sonntag Monika Hartl (Reichswald) und Paula Kirner (Kiawah) ab 9.36 Uhr aufeinander. Ab 9.47 Uhr werden Lukas Gras (Osnabrück) und Marcel Zillekens (Duisburg) um den Titel kämpfen.  

Die Halbfinal-Matches auf dem selektiven Platz des Frankfurter GC hatten es in sich und boten den Zuschauern, die der Kälte trotzten, Golf auf hohem Niveau.

Bei den Herren hat Marcel Zillekens seinen 2&1-Sieg gegen Matthias Schmid auf dem 17. Grün passend beendet. Der Herzogenauracher hatte zunächst zum Birdie gelocht, als Zillekens nach einem guten Eisen 2 und einem exakt gezirkelten Eisen 6 seinen Eagle-Putt versenkte. „Ich bin völlig fertig. Das war extrem anstrengend. Mir kommt hier zu Gute, dass sich der Platz ähnlich spielt wie der in Duisburg“, strahlte der 28-Jährige. Auf den meisten Bahnen, die von hohen Bäumen gesäumt sind, schlägt der Routinier nur Eisen und hat in der ganzen Woche fast kein Holz in der Hand gehabt. Von dem Halbfinale gegen Matthias Schmid war Zillekens völlig begeistert, weil sich beide auf einem hohen Niveau duelliert hatten.

Auch das zweite Halbfinale der Herren endete mit einem 2&1-Sieg auf Grün 17. Lukas Gras hatte einen guten Tag erwischt und erspielte sich gegen Nick Bachem eine komfortable 3auf-Führung. Gegen Ende wackelte Gras nur einmal leicht, als der Osnabrücker auf Bahn 15 einen Lochverlust hinnehmen musste. Nick Bachem brachte auf der 17 selber seinen zweiten Schlag nicht auf das Grün, nachdem Gras beim Drive etwas Glück bei einem Baumtreffer hatte und anschließend seinen Schlag in den Bunker hinter dem Grün legte. Der folgende Bunkerschlag reichte, um dem Kontrahenten aus dem Junior Team Germany die Chance zu nehmen, auf 1down zu verkürzen. „Das war ein super aufregendes Match und für mich eine ganz neue Erfahrung, um den Finaleinzug zu kämpfen. Meine frühe Führung hat mir Sicherheit gegeben. Das war ein tolles Spiel und ich habe gute Schläge gemacht. Mal schauen, was morgen noch passiert“, strahlte der Osnabrücker nach dem langen Tag über das ganze Gesicht.

Damen

Bei den Damen hätte es ein rein Hamburger Finale geben können, denn in beiden Halbfinals waren Spielerinnen des Teams von HGC-Coach Christian Lanfermann vertreten. Am Abend musste Lanfermann aber zwei Spielerinnen trösten, nachdem diese ihre Matches verloren hatten und nun im Kleinen Finale um Bronze kämpfen.

Hendrika Labsch, mit 22 Jahren schon eine der älteren Spielerinnen im Feld, traf auf Paula Kirner, der mit 15 Jahren jüngsten Athletin. Die Spielerin, die vor dieser Saison vom GLC Berlin-Wannsee nach Hamburg gewechselt ist, gewann das Auftaktloch, konnte ihre Führung aber nicht ausbauen und musste mit ansehen, wie Kirner auf der vierten Bahn erstmals in Führung ging.

Die Spielerin aus dem erweiterten Kader von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl zeigte eine famose Leistung und legte am Ende der Frontnine mit drei Lochgewinnen die Basis für den späteren 6&4-Sieg. „Auf dem ersten Grün habe ich einen „Adrenalin-Dreiputt“ gemacht, aber sonst sehr gutes Golf gespielt“, jubelte Kirner am Abend eines Tages, an dem sie ohne Erwartungen in das zweite Match gegangen war. Spätestens als Paula Kirner auf Bahn 15, dem sechsten gespielten Loch, einen Eagle auf den Platz zauberte, war das Momentum auf ihrer Seite. „Ich habe dann bis zum Schluss mein gutes Golf durchgezogen“, kommentierte die Spielerin des Kiawah GC Riedstadt ihre famose Leistung sachlich.

Im zweiten Halbfinale der Damen gab es eine echte Battle zu sehen. Monika Hartl und Hannah Karg schenkten sich nichts. Auf der Frontnine lag zunächst die Siegerin der Scottish Girl Championship in Front, konnte sich aber nicht weiter als 2auf absetzen. „Ich habe mich dann schnell wieder gefasst und sehr gut auf mein eigenes Spiel konzentriert. Es war ein sehr enges Match und ich bin sehr froh, dass ich es am Ende für mich entscheiden konnte“, strahlte die Reichswalderin, nachdem auf dem 18. Loch die Entscheidung zu Gunsten von Hartl gefallen war.

Längstes Match

Das längste Match des Tages lieferten sich Marie Bechtold (SLR) und Miriam Emmert (Falkenstein). Im Kampf um Platz 9 spielten beide absolut auf Augenhöhe und erst auf dem siebten Extraloch durfte Emmert in der Abendsonne jubeln.

Viertelfinale Herren

Matthias Schmid machte in seinem Viertelfinal-Match gegen Felix Wartenberg frühzeitig den Sack zu und gewann mit 5&4. Zu Beginn konnte der Marienburger kurzzeitig in Front gehen, musste dann aber anerkennen, dass Schmid an diesem Tag immer wieder die bessere Antwort hatte.

Ein anderer Marienburger schaffte dagegen den Einzug in die Vorschlussrunde: Nick Bachem setzte sich in einem hochklassigen Duell gegen Timo Vahlenkamp mit 2&1 durch. Bachem hatte fast immer knapp in Führung gelegen, ohne sich aber absetzen zu können.

Im Duell zweier routinierter Spieler setzte sich Marcel Zillekens gegen Stefan Wiedergrün mit 2auf durch. Der Spieler des NGC Duisburg ging früh in Führung, ließ mehr als den zwischenzeitlichen Ausgleich aber nicht mehr zu. Allerdings gelang es Zillekens auch nicht, sich entscheidend abzusetzen und so ging dieses Match bis auf das 18. Grün.

Das Match zwischen Marc Hammer und Lukas Gras verlief spannend und wechselhaft. Die Mannheimer führte früh und sah auf Bahn 11 schon fast wie der sichere Sieger aus, als er auf 3auf erhöhte. Lukas Gras kam aber wieder zurück, gewann vier Bahnen in Folge und sicherte sich so auf Grün 15 erstmals die Führung. Mit 1auf für den Osnabrücker ging es auf das 18. Tee. Nervenstark glich Marc Hammer aus und so ging dieses Match in die Verlängerung.

Das Stechen zwischen Marc Hammer und Lukas Gras war ein Hingucker. Am ersten Extraloch schob Marc Hammer seinen Putt aus gut und gerne sieben Metern zum Birdie ins Loch. Lukas Gras hatte rund dreieinhalb Meter zum Loch – und stopfte im Stile eines Großen ebenfalls zum Birdie.

Bahn 11 als zweites Extraloch brachte die Entscheidung. Marc Hammer setzte seinen Abschlag rund drei Meter hinter die Fahne. Lukas Gras konterte erneut großartig und lochte fast zum Ass ein. Der Ball kam etwa 20 Zentimeter neben der Fahne zu liegen. Marc Hammer schenkte zum Birdie und hätte seinen Putt fast selber auch zum erneuten Birdie gelocht. Knapp lief der Ball vorbei und die Entscheidung war gefallen.

Viertelfinale Damen

Bei den Damen war Hendrika Labsch die erste Athletin, die sich für die Vorschlussrunde qualifizierte. Im Match gegen Nina Lang machte die Spielerin des Hamburger GC mit 5&4 frühzeitig alles klar.

Monika Hartl setzte sich in einem am Ende wieder engen Match gegen Carolin Kauffmann mit 2&1 durch. Die Reichswalderin hatte fast immer in Führung gelegen, zwischenzeitlich auch mal mit 3auf. Auf Bahn 16 hatte Kauffmann sich aber wieder auf nur noch 1down herangekämpft.

Paula Kirner hat mit 4&3 gegen Pilar von Heynitz dominiert. Nach vier Bahnen führte die Spielerin des Kiawah GC Riedstadt schon 3auf. Die Münchnerin kam dann aber besser ins Spiel und kämpfte sich auf nur noch 1down zurück, ehe Kirner doch wieder auf und davon zog und das Match am Ende deutlich gewann.

Im Duell zwischen Polly Mack und Hannah Karg ging die Siegerin der Scottish Girls auf Bahn 1 in Front, lief danach aber meist einer knappen Führung der Deutschen Meisterin hinterher. Auf dem 18. Grün glich Karg wieder aus, so dass dieses Match in die Verlängerung ging. Auf dem ersten Extraloch setzte sich Hannah Karg durch und stieg damit ins Halbfinale auf.
 

Kleines Finale

9.14 Uhr Hendrika Labsch versus Hannah Karg
9.25 Uhr Nick Bachem versus Matthias Schmid

Finale

9.36 Uhr Monika Hartl versus Paula Kirner
9.47 Uhr Lukas Gras versus Marcel Zillekens

 

Livescoring Damen Livescoring Herren

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