Bild Information: Sieg im Stechen: Tiger Christensen vom Hamburger GC (Foto: DGV/stebl)

Christensen siegt im Stechen

IAM Herren 2021
 

Die 81. German International Amateur Championship im GC Mülheim an der Ruhr findet nach spannendem Verlauf ein würdiges Ende im Stechen. Tiger Christensen vom Hamburger GC nutzt auf dem vierten Extraloch seine Chance und sichert sich gegen den starken Niederländer Jerry Ji seinen bislang größten Einzeltitel.

Mülheim/Ruhr – Bei strahlendem Sonnenschein wurde am Morgen die Finalrunde der 81. German International Amateur Championship gestartet. Tiger Christensen war mit einem Schlag Vorsprung auf Fabian Sunden und Jerry Ji auf die Runde gegangen.
Der Schwede hatte am Vortag einen neuen Platzrekord für den Gold-Course des GC Mülheim aufgestellt. Die 6.180 Meter werden mit Par 71 gespielt und Sunden hatte genau jeweils neunmal Birdie und neunmal Par notiert.
Auch auf der Finalrunde legte der hoch aufgeschossene Athlet ganz stark los und knallte auf den Bahnen fünf bis sieben drei Birdies in Serie auf den prächtig gepflegten Platz. Auch auf dem neunten Loch gelang Sunden ein Birdie, so dass er mit vier unter für den Tag und gesamt -14 auf die Backnine kreuzte.
Tiger Christensen fiel auf den zweiten Platz zurück. Der Falkensteiner war mit einem Birdie auf dem zweiten Loch sehr gut aus den Startlöchern gekommen und hielt mit einem Birdie auf Bahn neun dagegen, konnte ansonsten auf der Frontnine aber seinen Score nicht weiter drücken. Mit einem Zähler Rückstand auf den Platzrekord-Halter ging es für den Jungen-Team-Europameister auf die zweite Hälfte der Finalrunde.


Der Niederländer Ji notierte auf den Bahnen 4 und 5 jeweils einen Birdie und hielt sich mit zwei Schlägen Rückstand auf den Leader gut.
Zu dem Zeitpunkt hatte Thomas Schmidt zum dritten Platz aufgeschlossen. Der Spieler des GC Bergisch Land hatte auf dem zwölften Grün sein bereits sechstes Birdie gespielt. Anschließend kamen noch zwei Bogeys und ein Eagle auf die Karte des Spielers aus Nordrhein-Westfalen. Mit einem Gesamtscore von zwölf unter Par belegte Schmidt im Endklassement den fünften Platz.

Hochspannung auf Backnine

Auf der Backnine schien zunächst Jerry Ji auf die Siegerstraße einzubiegen. Der Niederländer brachte vier weitere Birdies unter und ging mit einer Führung von zwei Schlägen auf Tiger Christensen auf das 16. Tee.
Der Hanseat zeigt von da eine aggressive Spielweise, um das Blatt noch zu wenden. Das 16. Grün drivte er und holte sich mit einem Birdie einen Schlag zurück.
Auf der 17 lag der Abschlag des Hamburgers etwas mehr als einen Meter neben dem Stock, während Ji gute sieben Meter zum Birdie hatte. Der Niederländer hielt zwar sein Par, aber die Chance zum Ausgleich war nun gegeben. Der Putt des Jugend-Nationalspielers aus dem Kader von Bundestrainer Christoph Herrmann hatte eine gute Chance, drehte aber eine Ehrenrunde und blieb auf der Lochkante liegen.
Das 18. Grün spielte der Tiger im Stile eines Großen an und versenkte seinen Putt zum Birdie. Das Stechen war mit großartigen Schlägen erzwungen worden.

Viertes Extraloch

Damit die zahlreichen Zuschauer, die alle registriert und getestet auf den Platz gekommen waren, ihren guten Platz am 18. Grün behalten konnten, wurde diese Bahn für das Stechen ausgesucht.


Dreimal lagen Ji und Christensen in Regulation auf dem Grün. Stets hatte der Deutsche den deutlich kürzeren Putt. Dreimal war es hauchdünn, dass es auf das nächste Extraloch ging.
Auch im vierten Durchgang lag Tiger Christensen wieder sehr gut für ein Birdie und dieses mal fiel der Ball.
Applaus und viele Glückwünsche gab es auf dem Weg vom Grün zum Clubhaus und Tiger Christensen strahlte glücklich und zufrieden.


Einfach der Wahnsinn

Tiger Christensen, der trotz des Sieges bei dieser „German International“ den Titel mit der Mannschaft bei der Team-EM der Jungen weiterhin als seinen bisher größten Triumph ansieht, war nach dem langen Stechen mit dem für ihn besseren Ausgang sehr gelöst und rundum happy: „Ich kann es kaum in Worte fassen, die ganz Woche war einfach nur der Wahnsinn. Ich habe hier das beste Golf gespielt, was ich je gespielt habe. Im Stechen hatte ich nur gute Putts, die haben alle die Lochkante rasiert. Da habe ich nur gedacht, dass er irgendwann fallen muss, wenn ich mir immer weiter die Chance gebe. Das war in dem Moment meine Mentalität. Ich habe auf der ganzen Runde nicht einmal nicht daran geglaubt, gewinnen zu können. Ich habe einfach immer mein Spiel weiter gespielt. Auch als er zwei Schläge vorne war, habe ich daran geglaubt, weil ich die Bälle etwas weiter haue als Jerry und konnte so die letzten Löcher besser ausnutzen. Es bedeutet mir viel, meinen Namen jetzt auf dem Pokal zu haben. Da stehen viele große Namen. Ich werde aber erstmal die nahen Ziele weiter abarbeiten, damit man dann die großen Ziele erreichen kann.“

Das sagt der Bundestrainer

Christoph Herrmann, der mit seinen Burschen in Dänemark den Titel der Team-EM gewonnen und vor den Toren Kopenhagens schon großartige Erinnerungen auch mit Tiger Christensen gemacht hatte, war vom reifen Spiel seines Schützlings in Mülheim sichtlich angetan: „Tiger beeindruckt mich ein bisschen auch deshalb, weil er schon so lange in einem gewissen Fokus steht. In der Szene kennt gefühlt jeder Tiger Christensen seit der zehn Jahre alt ist. Dass er jetzt wirklich solche Leistungen folgen lässt und mit dem Druck so gut umgeht, hat mich sehr beeindruckt. Das war sehr gut. Die Ziele, die er hat, sind sicherlich sehr hoch, aber einen Schritt nach dem anderen zu machen, ist sicher die richtige Idee.“


Tiefe Scores

Auch am Finaltag ging es für viele Spieler wieder richtig tief. Allen voran: Marcel Rauch aus Berlin. Der College-Student schob sich mit einer überragenden 63 (-8) noch bis auf den siebten Platz vor, nachdem er zuvor 71, 72 und 69 Schläge gebraucht hatte. Mit einem Bogey und neun Birdies spielte sich der Spieler des Berliner GC Stolper Heide fast in einen Rausch. Bisher war die tiefste Runde von Rauch eine 65, als er in der Jugend Deutscher Meister geworden war.
„Ich habe die ganze Woche schon solide gespielt, aber es sollte noch nie so mit den Birdies sein. Heute habe dann auch richtig gut geputtet und direkt am Anfang ein paar Putts reingemacht. Da ist der Bann gebrochen. Danach habe ich gut weitergespielt und der Putter war weiter heiß. Der Platz hat sich gut gespielt und war die ganze Woche in sehr gutem Zustand. Man hat hier sehr viele Chancen bekommen“, freute sich der 24-Jährige über seine 63, eine neue persönliche Bestmarke.
Drei Athleten kamen mit jeweils 65 (-6) Schlägen von der Finalrunde: Jerry Ji , der sich damit ins Stechen um den Sieg spielte. Adrien Dumont, der nach vorher schon guten Runden mit 68, 69 und 69 Schlägen mit der starken Finalrunde noch auf den geteilten dritten Platz kletterte. Thomas Schmidt vom GC Bergisch Land schob sich mit seiner 65 noch bis auf den fünften Platz vor, den er sich mit Anton Albers vom Hamburger GC teilt.

Silber geht in die Niederlande

Jerry Ji, der die Niederlande bei der Team-EM in PGA Catalunya vertreten hatte, war nicht zu arg enttäuscht über den verpassten Sieg: „Tiger hat sehr solide gespielt und am Ende Birdies gemacht, als mir dies nicht mehr gelang. Ich konnte am Ende nicht mehr Druck aufbauen, aber es war auch von mir eine weitere richtig gute Runde. Im Playoff hatte ich immer gute Schläge ins Grün, habe aber die Länge des Rolls dort nicht gut eingeschätzt. Ich habe hier schon vor zwei Jahren gespielt, das ist ein richtig gutes Turnier. Daher freue ich mich darauf, nächstes Jahr wieder hierhin zurück zu kehren.“


Endstand

RANG NAME     ENDSTAND
1 Tiger Christensen GERMANY -16 /4th EH.
2 Jerry Ji NETHERLANDS   -16
T3 Fabian Sunden SWEDEN   -13
T3 Adrien Dumont BELGIUM   -13
T18 Carl Siemens GERMANY -5
T40 Laurenz Schiergen GERMANY +1
T40 Tom Haberer GERMANY +1
T48 Paul Ulmrich GERMANY +3
T52 Wolfgang Glawe GERMANY +4
T86/MC Constantin Mons GERMANY +10
Livescoring So lief es an Tag 3

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