Bild Information: Die glücklichen Sieger der 80. IAM in Mülheim (Foto: DGV/stebl)

Däne verteidigt seinen Titel

IAM Herren 2019
 

Eine denkwürdige 80. Internationale Amateurmeisterschaft von Deutschland geht mit einem spannenden Finaltag zu Ende. Den Titel sichert sich erneut Rasmus Neergaard-Petersen mit Runden von 64, 68, 69 und 68 Schlägen.

Mülheim – Nach seinem Sieg vor einem Jahr wiederholte der US-College-Student seinen Triumph, musste dafür aber hart um jeden Schlag kämpfen, denn im Endklassement stehen drei Verfolger nur einen Zähler hinter dem 20-jährigen Kopenhagener.

Der strahlende Sieger, der an der Oklahoma State University in sein zweites Jahr geht und als Sophomore gemeinsam mit Ferdinand Müller vom GC Mannheim-Viernheim einer sehr starken Mannschaft angehört, hatte vom ersten Tag an klar gemacht, dass er nach Mülheim gekommen ist, um den Pokal zum zweiten Mal in Folge in Empfang nehmen zu können. Schon die erste Runde war mit 64 (-7) Schlägen ein beeindruckender Start. Seine schlechteste Platzierung nahm der Däne nach der zweiten Runde ein, als er mit einer 68 (-3) zwar sehr gut, aber nicht überragend unterwegs war. Nach der 69 (-2) in der dritten Runde hatte sich der Titelverteidiger die Co-Führung erkämpft und lieferte am Finaltag eine sehr beeindruckende Vorstellung ab.
Neergaard-Petersen stand ständig unter großem Druck, weil die Kontrahenten nicht locker ließen und es ständig die Chance eines Führungswechsels gab. Unter diesem Druck eine fehler- und bogeyfreie Leistung abzurufen, zeugt von den außerordentlichen Qualitäten des 20-Jährigen. Mit Birdies auf den Bahnen 3, 9 und 15 schraubte der Däne seinen Gesamtscore auf -15 und durfte am Ende die Glückwünsche seiner dänischen Freunde und der Konkurrenten entgegen nehmen.

„Ich habe mich in den letzten Monaten darauf gefreut, meinen Titel verteidigen zu dürfen. Es fühlt sich einfach großartig an, wieder gewonnen zu haben, denn das war mein klares Ziel in dieser Woche und ich werde auch nächstes Jahr definitiv wieder hier herkommen, um meinen Titel ein weiteres Mal zu verteidigen. Die Bedingungen in dieser Woche waren sehr unterschiedlich. Erst die große Hitze, dann Regen und Wind und heute dann die kühleren Temperaturen. Mein Plan für heute war, so wenige Fehler wie möglich zu machen, viele Grüns zu treffen, um das eine oder andere Birdie zu spielen. Ich glaube, das ist mir gut gelungen. Der Schlüssel war heute, ohne Bogey zu bleiben. Dieser Sieg gibt mir viel Selbstvertrauen für die bald beginnende Saison im College-Golf. Ich habe noch drei Jahre am College, aber dieser Sieg war ein weiterer, wichtiger Schritt in meiner Karriere“, war Rasmus Neergaard-Petersen rundum happy.

Lob von Albers

Anton Albers, der als Co-Leader gemeinsam mit dem Dänen gestartet war, zollte seinem Kontrahenten nach dem letzten Putt großen Respekt: „Rasmus hat nicht anbrennen lassen. Er spielt bogeyfrei. Da kann man nur gratulieren. Er hat gutes Golf gespielt und es war sehr stark, was er gemacht hat.“
Das Turnier verlief für den Hittfelder in einem traumhaften Bogen, nur fehlte das Happy End. Nach Runde eins stand der 20-Jährige mit 67 (-4) Schlägen noch auf Rang 11, fand sich nach nur 64 (-7) Schlägen am zweiten Tag schon an der Spitze und teilte sich den Platz an der Sonne mit Jonas Baumgartner. Am dritten Tag verteidigte Anton Albers mit einer 70 seinen Spitzenplatz, teilte ihn nun aber schon mit Rasmus Neergaard-Petersen.
Am Finaltag ging es für das Nordlicht vom Hamburger LGC Hittelfeld auf und ab. Das Birdie auf Bahn 2 war gleichbedeutend mit der Führung. Dann konterte der Däne mit einem Birdie und so ging das munter hin und her. Absetzen konnte sich niemand und die Spannung wurde bis zum letzten Grün getragen. Die Entscheidung hätte in beide Richtungen ausfallen können.
Mit vier Birdies und zwei Bogeys kam Anton Albers letztlich auf 69 (-2) Schläge und musste sich mit Rang zwei begnügen.


„Am Ende ist natürlich bitte, dass ein Schlag zum Sieg gefehlt hat, aber ich kann trotzdem zufrieden sein. Ich hatte eine gute Woche, war mit meinem Spiel rundum glücklich, was bis zum Ende dran und habe gekämpft. Die entscheidenden Putts sind am Ende nicht gefallen. Ich kann mir nichts vorwerfen. Als Co-Leader in die Runde zu gehen, macht zwar auch Druck, aber es macht vor allem Spaß, denn der Grund, zu trainieren ist es ja, bei solchen Turnieren oben mitspielen zu können. Die nächsten zwei Tage wird es wohl noch an mir nagen, den Titel so knapp verpasst zu haben. Letztendlich ist das aber nur Motivation, dran zu bleiben, um nächstes Jahr oder vielleicht auch noch in diesem Jahr irgendwo ganz oben stehen zu dürfen. Die Hitze hat uns in dieser Woche echt zu schaffen gemacht, aber durch vielen Helfer mit Verpflegung und Eiswasser ging es echt gut. Der Platz war für diese Bedingungen in einem super Zustand. Das haben die Greenkeeper richtig gut hinbekommen!“

Dreifach Silber

Platz zwei und damit Silber teilt sich Anton Albers mit Daniel Hebenstreit aus Brunn am Gebirge vor den Toren Wiens und Jiri Zuska aus Tschechien, der seit vier Jahren seine sportliche Heimat in St. Leon-Rot hat.
Der Österreicher und der Tscheche waren schlaggleich von Platz fünf in den Tag gegangen, pushten sich gegenseitig zu famosen Leistungen und damit auch zu einer Aufholjagd, die zwar am Ende nicht mit Gold belohnt wurde, aber für die Zuschauer faszinierend anzusehen war.
Daniel Hebenstreit spielte eine blitzsaubere Frontnine und brachte drei Birdies unter. Jiri Zuska musste auf seiner Frontnine zwar zwei Bogeys notieren, knallte dazu aber satte fünf Birdies auf den Platz.
Auf der Backnine fand das Spektakel unter anderen Vorzeichen statt. Nun blieb der Tscheche sauber und legte noch zwei Birdies dazu, so dass am Ende eine starke 66 (-5) stand. Hebenstreit kassierte auf Bahn 10 sein einziges Bogey und hielt mit Birdies auf den Bahn 12, 15 und 18 wacker dagegen. Der Lohn für diese großartige Schlussrunde war am Südrand des Ruhrgebiets für beide Gäste eine Silbermedaille.

Sechs Deutsche in Top Ten

Neben Anton Albers schafften es fünf weitere Deutsche bei diesem international stark besetzten Turnier in die Top Ten.
Jonas Baumgartner hatte sich mit einer 74 (+3) am dritten Tag aus dem Kreise der Top-Favoriten verabschiedet, wobei er mit vier Schlägen Rückstand auch noch nicht abgeschrieben werden konnte, weil man weiß, wie tief der 16-Jährige schießen kann.
Im Endklassement findet sich der Athlet des GC Hösel nach Runden mit 64, 67, 74 und 66 Schlägen auf Rang fünf, hatte Silber um nur einen Schlag verpasst.
Nach vier Birdies auf den ersten sieben Bahnen hatte der Jugend-Nationalspieler, der bei der Team-EM in Frankreich so überzeugend aufgetreten war, wieder Kontakt zur Spitze. Der Ansturm auf den Thron von Mülheim wurde mit einem Bogey auf dem neunten Grün aber doch gestoppt. Die beiden Birdies auf der ansonsten blitzsauberen Backnine reichten nicht mehr, um noch in den Kampf um den Titel einzugreifen.
„Ich habe ein gutes Turnier gespielt und bin am Ende um zwei Schläge am Sieg vorbeigeschrammt. Nach zwei Tagen meinen Namen auf dem Leaderboard ganz oben zu sehen, war schön. Am dritten Tag ist nichts gelaufen und kein Putt gefallen, daher wusste ich, dass heute eine tiefe Runde kommen musste. Ich bin aggressiv auf die Fahne gegangen, habe viele gute Schläge gemacht, aber am Ende sind leider die Putts nicht mehr gefallen. Mit der Woche bin ich aber zufrieden“, fiel das Fazit des Höseler Eigengewächses fast durchweg positiv aus.

Vahlenkamp im Leaderflight

Timo Vahlenkamp startete mit einem Schlag Rückstand auf die beiden Leader im letzten Flight in die Finalrunde. Der Sportsoldat vom Berliner GC Stolper Heide startete direkt mit einem Bogey, glich diesen Patzer aber mit einem Birdie auf Bahn zwei sofort wieder aus. Zwar erarbeitete sich der Westfale imer wieder gute Chancen, aber im Vergleich zu den vorangegangenen Runden lief der Putter nicht heiß. So unterschrieb Vahlenkamp am Ende eine 70 (-1) und belegt mit gesamt -12 einen sehr guten sechsten Platz.
Nico Lang vom GC Mannheim-Viernheim spielte ein sehr gutes Turnier. Mit Runden von 70, 65, 70 und 69 Schlägen landet der Youngster mit gesamt -10 auf Rang acht.
Platz neun teilen sich Leonhard Studzinski vom GC Hannover und Marc Hammer. Der Niedersachse brachte drei Scorekarten mit 68 Schlägen sowie an Tag zwei eine 71 nach Hause.
Der erfahrenere Spieler  des GC Mannheim-Viernheim hatte am ersten Tag dieser 80. IAM mit einer 63 (-8) für einen Paukenschlag gesorgt, konnte diesen fabelhaften Score mit Runden von 75, 70 und 67 nicht ganz bestätigen.
Die 63 waren für den Platz des GC Mülheim in der gespielten Variante ein Platzrekord. Dieser hat auch nach dem Turnier Bestand, wurde am Finaltag aber durch den Petr Hruby eingestellt. Der junge Tscheche schaffte mit sieben Birdies und einem Eagle nicht nur den besten Score der Finalrunde, sondern kletterte auch noch auf Rang elf.

Zweimal 65

Den zweitbesten Score des letzten Wettkampftages brachten Laurenz Schiergen und Alexander Matlari nach Hause. Für den Jugend-Nationalspieler von der Hummelbachaue reichte die 65 (-6), um mit einem Gesamtscore von ebenfalls sechs unter Par noch bis auf Rang 18 zu klettern. „Der Start ins Turnier war mit einer 66 echt gut. In den beiden folgenden Runden habe ich leider sehr schlecht geputtet und keinen guten Score hinbekommen. Schön, dass die Finalrunde auf den Grüns deutlich besser lief und ich viele Putts lochen konnte. Insgesamt war das ein solides Turnier mit zwei zu schwachen Runden für eine bessere Platzierung“, fällt das Fazit des Rheinländers milde aus.
Alexander Matlari vom GC St. Leon-Rot kam nach seiner 66 mit gesamt -5 auf den 23. Platz.

Das sagt der Jungen-Bundestrainer

Jungen-Bundestrainer Christoph Herrmann hatte sich die Finalrunde in Mülheim angeschaut und war von den Leistungen der Athleten beeindruckt: „Das Niveau dieser IAM war ausgesprochen hoch. Es gab niedrige Scores und am Ende ganz viele Ergebnisse, die zweistellig unter Par liegen. Das begeistert und zeigt, auf welchem Niveau diese IAM war, Das ist in Mülheim nicht selbstverständlich, denn man darf den Platz nicht unterschätzen. Umso mehr wiegen die guten Scores, die wir hier gesehen haben. Natürlich würden wir gerne ein Heimturnier gewinnen. Wir waren aber nah dran und haben immerhin sechs Deutsche in der Top Ten. Man kann Rasmus Neergaardt nur zu seiner tollen Leistung gratulieren. Jonas Baumgartner ist erst 16 Jahre alt und kommt hier bei einem Herren-Turnier auf den fünften Platz. Das ist für ihn ein sehr gutes Turnier mit einer tollen Leistung gewesen.“

2020: auf ein Neues

Thomas Ohnhaus bedankte sich als Präsident des GC Mülheim/Ruhr bei den Gästen für die sportlich fairen Tage mit Turniergolf auf höchstem Niveau. Der Club, der nach mehreren Jahren mir der IAM der Damen nun erstmals die IAM der Herren ausgerichtet hat, wird auch 2020 als Gastgeber auftreten. In der letzten Juliwoche werden dann wieder 120 der besten Amateure Europas und Welt in Mülheim zu Gast sein.
Turnierdirektor Sven Hahnl bedankte sich im Namen des Deutschen Golf Verbandes für die erneut großartige Aufnahme in Mülheim. Alle Helfer des Clubs, insbesondere die Greenkeeper, die Verwaltung und die Gastronomie wurden in höchsten Tönen für ihre grandiose Arbeit gelobt.

ENDSTAND

RANG NAME     ENDSTAND
1 Rasmus Neergaard-P. DENMARK   -15
T2 Jiri Zuska CZECH REPUBLIC   -14
T2 Anton Albers GERMANY   -14
T2 Daniel Hebenstreit AUSTRIA   -14
5 Jonas Baumgartner GERMANY -13
6 Timo Vahlenkamp GERMANY -12
7 Jerry Ji NETHERLANDS   -11
8 Nico Lang GERMANY   -10
T9 Marc Hammer GERMANY -9
T11 David Rauch GERMANY  
Luftbilder Endstand

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