Bild Information: Nach 12 Bahnen hatte er schon neun Birdies auf der Karte: Marc Hammer (Foto: DGV/stebl)

Tiefe Scores im Glutofen Ruhrgebiet

IAM Herren 2019
 

Der erste Tag der 80. Internationalen Amateurmeisterschaften von Deutschland steht ganz im Zeichen der tropischen Hitze. Das Thermometer klettert im Laufe des Tages auf 40 Grad im Schatten – und trotzdem wird phänomenal gespielt.  

Mülheim – Die 80. Internationale Amateurmeisterschaft von
Deutschland (IAM) hat in Mülheim begonnen. Bei dieser German International Amateur Championship sind 54 Gäste und 66 Deutsche am Start. Athleten aus 18 Nationen, darunter Australien, Brasilien, den USA und Marokko werden bis zum 28. Juli darum kämpfen, den großen Titel zu gewinnen.
Am ersten Wettkampftag strahlte der Himmel über der Ruhr stahlblau und das Thermometer kletterte auf mehr als 40 Grad – bei fast völliger Windstille fühlte sich dies geradewegs tropisch an und stellte die Aktiven durchaus vor Probleme. Die niedrigsten Handicaps im Feld, hatten an diesem Tag den Vorteil, bei noch erträglichen 25 Grad am Morgen auf die Runde gehen zu können. Allen voran: Nick Bachem aus dem National Team Germany. Der Spieler des Bundesligisten Marienburger GC ging mit der tiefsten Vorgabe von +5,0 in dieses Turnier, hatte bei seinem ersten großen Turnier nach der langen Verletzungspause allerdings einen schlechten Start und wird sich nach seiner 76 (+5) mächtig steigern müssen, um den Cut zu machen.

Ungewöhnliches Startschema

Um möglichst vielen Athleten die Chance zu geben, bei noch erträglichen Temperaturen in den ersten Wettkampftag zu starten, hatte sich die Spielleitung dazu entschlossen, nur eine große Startgruppe zu bilden und von Tee 1 und Tee 10 die Spieler schon vor acht Uhr in Viererflights zu starten, so dass auch die letzte Gruppe noch vor 16 Uhr zurück im Clubhaus sein konnte. Dieser Plan ging auf, so dass alle Athleten faire Bedingungen vorfanden, auch wenn naturgemäß die Spielzeiten länger waren als bei Dreierflights.


Mit Eiswasser und vielen Getränken auf dem Platz wurden die Teilnehmer dieses traditionsreichen Turniers so versorgt, dass immer eine Abkühlung möglich war.

Roter Lauf

Auf dem mit 6.180 Metern als Par 71 gespielten Platz wurde erstmalig diese Konstellation gespielt, so dass der tiefste Score des Tages ein Platzrekord sein musste. Üblicher Weise wird der Platz des GC Mülheim als Par 72 gespielt und ist dann mit 6.252 Meter etwas länger. Bisher steht hier der Platzrekord bei 66 (-6) Schlägen.
Marc Hammer pulverisierte diese Marke, denn schon nach zwölf Bahnen hatte der Mannheimer mit neun Birdies bei einem Bogey seinen Score auf acht unter Par gedrückt. Den Rest der Runde ging der Nationalspieler aus dem Kader von Bundestrainer Ulli Eckhardt ganz souverän und unterschrieb am Ende die 63 (-8). Tiefer war es für Hammer noch nie gegangen und auch die -8 hatte er bisher nur einmal gesehen.
„Man kommt bei -8 nach zwölf Bahnen zwar nicht drumherum, mal nachzudenken, aber ich habe einfach weiter gespielt und mir keinen Kopf um das Ergebnis gemacht. Am Ende habe ich noch zwei Chancen liegen lassen. Eine solche Frontnine habe ich noch nie gespielt. Es war brutal heiß und fünfeinhalb Stunden bei der Hitze zu spielen, macht eher keinen Spaß, aber ich hatte sehr angenehme Flightpartner“, war Hammer am Nachmittag bester Dinge.

Drei Verfolger

Drei Verfolger sind mit nur einem Schlag mehr ins Clubhaus gekommen, darunter auch Titelverteidiger Rasmus Neergaard-Petersen. Auch der Däne brachte neun Birdies unter, musste aber zwei Bogeys notierten. „Es war heute ein guter Tag da draußen und es war schön, einen so guten Start in meine Titelverteidigung zu haben. Ich habe die Bälle ganz ordentlich getroffen, aber sehr gut geputtet. Es ist immer gut, neun Birdies zu schaffen. Ich werde weiter aggressiv spielen und dann sehen, wie weit mich diese Taktik bringt. Hier muss man viele Birdies spielen, um nicht zurückzufallen“, freute sich der Däne über seinen gelungenen Auftakt.


Auch Jonas Baumgartner vom benachbarten GC Hösel kam mit einer 64 (-7) vom Platz. Der Youngster, der zuletzt mit dem Junior Team Germany bei der Team-EM in Frankreich die Silbermedaille gewann, bestätigte erneute seine großartige Form. Die Schläge waren so sicher, dass Baumgartner nie in Gefahr geriet und sich sehr viele gute Chancen erspielte. Initialzündung der bogeyfreien Runde war ein früher Eagle. Auf Bahn drei gelang ein Pitch-In. Es folgten noch fünf Birdies. „Der Platz ist in einem sehr gute Zustand. Man kann die Fahnen gut attackieren und auch die Fairways sind nicht zu trocken“, war Jonas Baumgartner von der Anlage des GC Mülheim angetan.
Dritter 65er im Bunde war ein Gast aus Österreich. Daniel Hebenstreit blieb ebenfalls ohne Bogey und so freute sich der Athlet aus der Alpenrepublik darüber, sein bisher tiefstes Ergebnis überhaupt reingebracht zu haben. Auch Hebenstreit lobte die Qualität des Platzes: „Angesichts dieser Bedingungen ist der Platz sehr gut.“

In der Breite tief

Auch in der Breite wurde am Südrand des Ruhrgebiets sehr gut gespielt. Falko Hanisch brachte eine starke 65 (-6) ins Clubhaus. Bei dem Nationalspieler scheint ein Knoten geplatzt zu sein, denn schon beim Heimspieltag in der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi hatte der Athlet aus der Talentschmiede von Gregor Tilch mit neun unter Par stark performt. Zuvor hatte der frühere British-Boys-Champion bei der teaminternen Ausscheidung sogar zwölf unter Par gespielt. „Ich habe heute noch gar nicht soviele Putts gelocht. Wenn man hier schon fünf Grüns unter Regulation angreifen kann, ist man ja schon mal bei -5“, ordnete der Berliner von der Stolper Heide seine Leistung zurückhaltend ein.
Lukas Buller (Frankfurter GC) und Laurenz Schiergen (GC Hummelbachaue) legten mit 66 Schlägen auch einen sehr guten Start hin.
Frederik Schott vom Düsseldorfer GC machte seine Scorekarte sehr bunt. Von Doppelbogey bis Eagle waren alle Zahlen dabei. Unter dem Strich reichte dies für eine sehr gute 67 (-4).
Die Leistungsdichte ist bei der 80. Auflage der IAM groß. Es sind mit Ausnahme von Philipp Henrichs vom Ausrichter GC Mülheim ausschließlich Spieler im Feld, die Vorgaben zwischen +5,0 und +2,0 haben. An diesem ersten Wettkampftag kamen 57 Athleten mit Even Par oder besser aus dem Glutofen, der das Thermometer auf dem Platz in ungeahnte Höhen trieb. Auf einem Tee wurden von der Spielleitung mehr als 50 Grad gemessen.

Player´s Night am Vorabend

Am Abend des letzten Trainingstages hatte der gastgebende GC Mülheim an der Ruhr die Teilnehmer zur Player´s Night geladen und bei einem sommerlichen Buffet mit breiter Auswahl, das Gastronom Marco Zingone mit seinem Team bereitgestellt hatte, wurden die Gäste durch Thomas Ohnhaus, dem Präsidenten des GC Mülheim begrüßt.
Thomas Ohnhaus betonte, wie sehr sich der Club darüber freut, erneut Gastgeber für ein so hochklassiges Turnier sein zu dürfen, nachdem in den letzten Jahren jeweils die Damen ihre IAM in Mülheim gespielt hatten. Dass die  Mitarbeiter des Clubs für alle Belange der Athleten ein offenes Ohr haben, ist inzwischen weithin bekannt. In Mülheim wird alles getan, damit die Sportler sich auch bei diesen Temperaturen auf ihre Spiel und die Scores konzentrieren können.

Wieder in Viererflights

Da auch für den zweiten Tag Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke für Mülheim und das Ruhrgebiet vorhergesagt werden, wird in dem durchaus bewährten Modus auch am zweiten Tag gestartet. Wieder werden ab 7.40 Uhr Viererflights auf die Runde gehen, so dass die letzten Athleten bereits um 10.00 Uhr abschlagen können, wenn es noch nicht ganz so dramatisch heiß ist.

 

 

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