Bild Information: Eine 65 (-6) zum Geburtstag schenkte sich Christian Bräunig selbst und übernimmt damit die Führung (Foto DGV/stebl)

Mannheimer Festtag

IAM Herren 2016
 

Bei der 77. German International Amateur Championship spricht das Leaderboard pfälzisch, genauer gesagt: kurpfälzisch. Drei Spieler des GC Mannheim-Viernheim starten morgen im Leaderflight in die Finalrunde.  

Düsseldorf – Die Bedingungen auf dem bestens gepflegten Platz des GC Hubbelrath, der als Gastgeber dem hochklassigen Teilnehmerfeld der 77. German International Amateur Championship einen würdigen Rahmen bietet, waren am Moving Day perfekt. Die Hitze ist angenehmen 23 Grad gewichen, der Wind war nur selten leicht präsent. Und so gab es dann auch einige sehr tiefe Runden auf dem Platz, der mit seinen 6.315 Metern von den schwarzen Tees als Par 71 gespielt wird. Dreimal wurde eine 65 (-6) ins Clubhaus gebracht. Zwei der Athleten, denen dieser fabelhafte Score gelang, kommen aus dem Stall von Trainer Ted Long, einer aus Italien.

Einer der Viernheimer hatte vorgestern Geburtstag, der andere heute. Christian Bräunig, das Geburtskind des Tages, war mit -3 von Platz 2 gestartet und begann solide, so dass er sich nach der Frontnine mit „zwei unter“ für den Tag weiter Hoffnungen machen konnte, um den Titel mitzuspielen.

Die Backnine nährte diese Hoffnung nicht nur, sondern brachte dem Athleten am Ende sogar eine Führung mit drei Schlägen Vorsprung ein, obwohl er auf der dritten Runde insgesamt zwei Bogeys notierte. Fünf Birdies auf der Backnine, drei davon auf den letzten drei Bahnen, setzten einen Schlusspunkt unter den Tag. Nachdem Christian Bräunig zuvor Runden von 68 und 71 Schlägen gespielt hatte, setzt er sich mit der 65 des Moving Days an die Spitze. „Heute lief es sehr gut. Umso schöner, dass es an meinem Geburtstag war. Ich habe heute in allen Bereichen sicher gespielt und keine Fehler gemacht. Das Finish war noch mal Bombe. Zufriedener könnte ich heute nicht sein“, freute sich Bräunig, der schon bei einigen Turnieren als Leader in den Schlusstag gegangen ist. „Das waren nicht so große Turniere, aber die Situation ist nicht ganz neu für mich. Ich mache mir da aber keine Gedanken. Ich versuche so zu spielen, wie in jeder anderen Situation auch und versuche, die Runde zu genießen. Ich spiele ja mit meinen beiden Clubkameraden, besser hätte es nicht laufen können. Ich freue mich auf morgen und werde mein Bestes geben“, so der Führende.

Drei Zähler hinter Christian Bräunig: Hurly Long, der zwar nicht alle Grüns in Regulation getroffen hatte, aber sehr sicher puttete und auch zweimal von außerhalb des Grüns einlochte. Der 21-Jähhrige, der seine Golfkarriere im GC Rheintal Oftersheim begann, spielte sowohl die Frontnine, wie auch die Backnine jeweils „drei unter“. Auch bei Long war das Finish mit zwei Birdies stark. Nach Runden von 71, 71 und nun 65 Schlägen hat Long 207 Schläge angesammelt, drei mehr als Christian Bräunig.

„Ich hatte schon an den beiden ersten Tagen Anzeichen gesehen, dass es eine gute Woche wird, weil ich gut spiele. Das kurze Spiel war schon sehr gut, nur die Drives waren noch nicht gekommen. Heute war das besser und so habe ich mich in Positionen gebracht, aus denen ich Birdies spielen konnte. Im Endeffekt war es heute eine gute Runde, auf der ein paar Putts gefallen sind. Ich bin mit sechs unter natürlich sehr zufrieden, aber es war jetzt kein unfassbares Ergebnis. Ich habe einfach gut gespielt. Dass wir morgen einen clubinternen Flight haben, ist toll. Vor allem für meinen Vater. Mal gucken, wer es morgen macht. Ich freue mich darauf“, war Hurly Long sichtlich zufrieden. Und fügte noch lachend hintenan: „Ich freue mich auch auf das Final Four.“ Das bisherige Abschneiden der Mannheimer ist wohl auch eine Ansage hinsichtlich der Saisonziele in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga.

Denn auch auf Platz 3 steht vor der Finalrunde ein Spieler des GC Mannheim-Viernheim. Jeremy Paul war schlaggleich mit Christian Bräunig vom geteilten 2 Platz in den Tag gegangen. Auf den Bahnen 5, 6 und 7 legte „Jere“ eine kleine Birdieserie vor. Auf Bahn 7, dem 186 Meter langen Par 3, das im Jahr 2000 von Fachleuten wegen seiner landschaftlichen Schönheit und technischen Schwierigkeit zum besten Par-3-Loch Deutschlands gewählt wurde, hätte Paul fast ein Hole-in-one geschlagen. Der Ball blieb einen Zentimeter neben dem Loch liegen. Näher war der Mannheimer einem Ass noch nie gekommen. Mit drei unter Par ging es auf die Backnine. Diese lief nicht ganz so optimal. Nur auf Bahn 14 gelang dem 22-Jährigen ein weiteres Birdie. Dem standen aber zwei Bogeys entgegen, so dass Jeremy Paul am Ende eine gute 69 (-2) unterschreiben durfte. Immerhin hat er mit Michael Ludwig gleichgezogen. Der Österreicher war als Leader in den Tag gegangen, konnte seine Führung aber nicht verteidigen. Paul und Ludwig teilen sich mit 208 Schlägen Rang 3.

„Eine -2 ist nicht so schlecht, aber ich konnte heute die Par-5-Bahnen nicht so nutzen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Außerdem habe ich zwei kürzere Putts vorbei geschoben. Hurly und Christian sind Mannschaftskameraden und gute Freunde. Es ist eine riesen Sache, dass wir morgen gemeinsam auf die Runde gehen“, strahlte Jeremy Paul, auch wenn die Runde nicht voll seine Erwartungen erfüllt hatte.

Hinter Michael Ludwig hat der Däne Peter Baek nach drei starken Runden von 71, 68 und 70 Schlägen nur einen Schlag Rückstand auf die beiden Spieler, die sich Platz 3 teilen. Einen weiteren Schlag dahinter folgt schon Matthias Schmid vom GC herzogenaurach. Der ehemalige Jugend-Nationalspieler brauchte heute eine 68 rein und hat damit auch noch Aussichten auf das Podium.

Mit 211 Schlägen nach drei Runden steht Jonas Liebich auf Rang 7. Der Olchinger hatte eine perfekte Frontnine gespielt und lag nach zwei Birdies und einem Eagle schon „vier unter“, konnte diesen Stand aber nicht ins Ziel bringen. Drei Bogeys kassierte Liebich auf der Backnine und kam mit einer 70 (-1) rein. Ebenfalls 211 Schläge hat Alexander Herrmann. Der Spieler des GC Wörthsee legte ein starkes Finish mit zwei Birdies auf den letzten vier Bahnen hier und verbessert sich damit für Tag auf 69 (-2) Schläge.

Bester Spieler des gastgebenden GC Hubbelrath ist Nicolai von Dellingshausen. Der amtierende Deutsche Lochspielmeister hatte auf Bahn 2 ein Doppelbogey notiert und konnte sich bis zur Backnine auch nicht verbessern. Erst danach lief es wirklich gut für „Mr. Zuverlässig“ und so konnte er noch einmal Even Par unterschreiben.

Hubbelrath-Coach Roland Becker zollte am Abend vor der Finalrunde den Spielern des Liga-Rivalen Respekt: „Die Mannheimer haben richtig gut gespielt und wir nicht so richtig gut. Daher sind wir nicht ganz vorne dabei, aber ich denke, mit drei Spielern sind wir relativ nah an der Spitze und das ist ein ordentliches Ergebnis. Mir war schon klar, dass Mannheim in diesem Jahr noch schwerer zu schlagen sein wird, aber in Angst und Schrecken versetzt mich das nicht. Im Final Four ist dann doch alles anders. Wir werden uns gut vorbereiten und unser bestes geben.“

stebl´

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