Bild Information: Der Niederländer Robbie van West gewinnt die IAM Herren in Dreieich (Foto: DGV/stebl)

Robbie van West gewinnt die verkürzte IAM Herren 2015

IAM Herren 2015
 

Der Niederländer Robbie van West hat sich mit Runden von 70, 68 und 69 Schläge bei gesamt -9 den Titel der 77. IAM Herren gesichert. Silber ging an Jonas Liebich vom GC Olching, Bronze holte sich der Italiener Lorenzo Scalise. Im Kartenstechen mit diesen beiden unglücklich auf Rang 4 abgerutscht ist Max Oelfke vom GC Mannheim-Viernheim.

Bilder des Finaltages, Galerie I
Bilder des Finaltages, Galerie II
Bilder des Finaltages, Galerie III
Bilder der Siegerehrung und Sieger

 

Dreieich – Bei perfekten äußeren Bedingungen fand auf dem Platz des GC Neuhof die Finalrunde der Internationalen Amateurmeisterschaften der Herren statt. Nachdem am Vortag das Spiel wegen der Gefahr durch Windbruch durch starken Wind abgebrochen werden musste und bis in die Nacht hin heftige Böen über den Platz gefegt waren, zeigte das Greenkeeper-Team des ausrichtenden Clubs am frühen Morgen schon den Ästen und Blättern auf Grüns und Fairways, was eine Harke ist. Spielleiter Karsten Schimmelpfennig war am Morgen des Finalsonntags beinahe fassungslos, dass von dem Windbruch rein gar nichts mehr zu sehen war. „Ganz großen Respekt vor der Leistung der Greenkeeper“, war der erfahrene Spielleiter voll des Lobes.

Da auch das Wetter sich von der allerbesten Seite präsentierte, waren die Bedingungen für die 63 Spieler, die im Cut waren und so die Finalrunde bestreiten durften, rundum perfekt.

Die Führenden gingen um 9.50 Uhr schlaggleich bei -6 raus. Der Däne Sixten Jensen verabschiedete sich relativ früh aus dem Titelrennen. Spätestens mit seinem zweiten Doppelbogey auf Bahn 7 war für den Südskandinavier der Traum vom Titel ausgeträumt.

Ganz anders Max Oelfke. Der Spieler, der vor dieser Saison zum GC Mannheim-Viernheim gewechselt war, um dort ganz eng mit Ted Long zusammenarbeiten zu können, begann bärenstark und lag nach Birdies auf den Bahnen 1 und 5 schnell zwei Schläge in Front. Robbie van West konnte auf Bahn 7 aber schon wieder aufschließen, nachdem er selber ein Birdie und Oelfke ein Bogey notiert hatte. Stark, wie der ehemalige Spieler des GC St. Leon-Rot sofort wieder konterte und mit einem weiteren Birdie auf Bahn 8 erneut die Führung übernahm.

Das Blatt begann sich auf Bahn 10 zu wenden. Max Oelfke schlug seinen Ball hinter dem Grün ins Wasserhindernis und kassierte ein Bogey. Der Niederländer puttete seinen Ball dagegen zum Birdie ein und übernahm damit die Führung. Sofort danach aber patzte der 23-Jährige aus Utrecht und so ging es für beide mit -7 auf das 13. Tee. Max Oelfke musste mit ansehen, wie sein Kontrahent ein weiteres Birdie vorlegte und so abermals die Führung übernahm. Dieses Mal allerdings konnte der Deutsche nicht mehr kontern. Kein weiteres Birdie fand den Weg auf die Scorekarte, während van West sich selber auf Bahn 16 auf -9 verbesserte und so eine Vorentscheidung erzwang. De Druck lag nur bei Max Oelfke . Wenn er den Rückstand aufholen wollte, musste er mehr riskieren. Auf der 17 ging sein Drive links hinter einige Büsche, so dass er nur zurück auf das Fairway chippen konnte. Ein Bogey war die Folge. Auf der 18 versenkte der Deutsche seinen Ball hinter dem Grün im Wasser und notierte zum Abschluss ein Doppelbogey.

Dieses Finish ließ den Spieler, der mit einer 67 am ersten Tag die beste Turnierrunde aller Teilnehmer gespielt hatte, noch auf Rang 4 zurückfallen. Schlaggleich mit Jonas Liebich und Lorenzo Scalise rutschte Max Oelfke im Kartenstechen noch aus den Medaillenrängen. Trösten konnte sich der Fan des FC Bayern damit, dass DGV-Hauptsponsor Allianz den Spieler mit der besten Turnierrunde zu einem Spiel seiner Wahl in die Allianz-Arena nach München einlädt. Max Oelfke entschied sich spontan für das Bundesliga-Spiel des FCB gegen Borussia Dortmund.

Für alle drei Spieler der letzten Startzeit war es eine besondere Atmosphäre, im Leaderflight spielen zu dürfen, denn es hatten bei dem Traumwetter zahlreiche Zuschauer den Weg zum GC Neuhof in Dreieich gefunden. So bekamen die drei Spieler einen Vorgeschmack darauf, wie es auf den Touren ist, wenn nicht nur die sportliche Situation Druck erzeugt, sondern auch noch die Erwartungen vieler neugieriger Augenpaare erfüllt werden müssen. Dieses Erlebnis wird für die Athleten noch längere Zeit in Erinnerung bleiben.

Für den neuen Champion hat dieser Titel eine große Bedeutung, denn schon fünf Mal kam er international bei Turnieren auf Platz 2. Durch die vielen Zuschauer spürte Robbie van West einen schnelleren Pulsschlag und war entsprechend aufgeregt. „Es ist immer etwas Besonderes, zu gewinnen. Ob es für uns Niederländer etwas ganz besonderes ist, in Deutschland zu gewinnen, weiß ich nicht“, wollte van West die Bedeutung des Sieg seines Landsmanns Daan Huizing vor vier Jahren an gleicher Stelle nicht überbewerten. Dem Weg Huizings auf die Tour wird Robbie van West in zwei Monaten folgen. Auf der Tour School wird er versuchen, sich die Karte für die European Tour oder die Challenge Tour zu erspielen. Sollte das nicht klappen, wird er häufig in Deutschland zu Gast sein, weil er dann über die Pro Golf-Tour versuchen wird, sich weiter nach oben zu arbeiten.

Jonas Liebich mit besten Score des Finaltags

Jonas Liebich vom GC Olching hat sich mit einer ganz starken 68 (-4) noch weit nach vorne gearbeitet. Die gebürtige Nordrhein-Westfale hat zwar auch drei Bogeys notiert, packte aber satte fünf Birdies und einen Eagle dazu. Frühzeitig war der US College-Student drei unter für den Tag gegangen und als er auf Bahn 15 aus dem Bunker zum Eagle eingelocht hatte, ging er sogar auf vier unter. „Ich bin sehr glücklich, mal wieder nach langer Zeit ein richtig gutes Turnier gespielt zu haben. Mein erstes Jahr in den USA war gar nicht so leicht, aber mein Spiel hier hat sich gut angefühlt und ich bin megahappy. Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch soweit auf den Leaderboard nach oben klettern kann und habe einfach gespielt, ohne groß nachzudenken“, so der 19-Jährige nach der Runde. Sein erstes Jahr am College hatte Jonas Liebich viele Erfahrungen gebracht, die er nun in Dreieich zum Erfolg ummünzen konnte.

Max Oelfke war nach dem Finish und der damit noch vergebenen Medaille sichtlich traurig: „Das ist bitter für die nächsten Tage, aber ich werde das verkraften. Ich war hier selbstbewusst und hatte mein Spiel sehr gut unter Kontrolle. Das war mir das Wichtigste. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich das Turnier gewinnen kann. Dass es nun so ausgegangen ist, muss man hinnehmen. Das ist Golf.“

Eicko Schulz-Hanßen hatte sich bei der Siegerehrung sehr herzlich im Namen des Deutschen Golf Verbandes beim GC Neuhof für die Ausrichtung dieser 77. IAM der Herren bedankt: „Diese IAM war sehr erfolgreich. Wir hatten einen super Partner mit dem Golf-Club Neuhof, wir hatten phantastisches Wetter, auch wenn wir dieses Turnier um einer Runde verkürzen mussten. Es war ein tolles Teilnehmerfeld und wir haben alle viel Spaß gehabt.“

Die Bedeutung internationaler Meisterschaften schätzt der DGV-Vizepräsident sehr hoch ein. Zum einen, damit sich die Deutschen Talente auf hohem Niveau mit starken Spielern messen können, zum anderen aber auch, weil es zum gute Ton gehöre, selber einzuladen, wenn man bei Turnieren in anderen Nationen zu Gast ist. Obwohl die Goldmedaille ins Nachbarland ging, war der sportbegeisterte Vorstand des DGV nicht enttäuscht über dem Ausgang der Meisterschaft: „Zwei Deutsche unter den Top 4 ist eine ganz tolle Leistung. Wir gratulieren den Niederländern, aber ich würde mich freuen, wenn wir bei der 78. IAM im nächsten Jahr wieder einen Deutschen Sieg feiern könnten.“ Das Gesamtbild sieht für das National Team Germany und auch das Junior Team Germany sehr positiv aus, denn trotz des international in diesem Jahr besonders starken Teilnehmerfeldes stehen sechs Deutsche in der Top 10. Neben Jonas Liebich haben auch Titelverteidiger Yannik Paul, dessen Bruder Jeremy, Max Oelfke, Timo Vahlenkamp und Christian Bräunig eine Top-Platzierung erkämpft.

18 Par in einer Runde

Für Timo Vahlenkamp aus dem Junior Team Germany war die Finalrunde fast ein bisschen langweilig. Kein einziges Bogey, kein einziges Birdie, auch kein Eagle, schlicht und ergreifend 18 Pars auf der Scorekarte sorgten für einen Gesamtscore von -1 nach drei Runden und den geteilten 7. Platz im Endklassement. „Ich bin am Ende recht zufrieden mit dem Turnier. 18 Pars auf 18 Bahnen muss man auch erstmal schaffen“, konnte der Spieler des GC Teutoburger Wald lächeln, als er die Scoring Area verlassen hatte. Dabei hätte er auch etliche Birdies spielen können, aber viele Putts blieben an der Lochkante hänge, so dass er reihenweise nur noch ein Tap-In zum Par hatte.

stebl´

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