Bild Information: Die Medaillengewinner der Internationalen und Deutschen Meisterschaften der Golfer mit Behinderungen. (Foto: DGV/ Tiess)

Internationale Titel für van Houten und Klischan

IAM Golfer mit Behinderungen 2021
 

Daphne van Houten kann ihren Titel bei den IAM Golfer mit Behinderungen erfolgreich verteidigen. Timo Klischan gelingt es erstmals, die Meisterschaft zu gewinnen.

Rostock-Warnemünde. Die Internationalen Amateurmeisterschaften der Golfer mit Behinderungen 2021 sind Geschichte. Das Turnier war erstmalig in der Golfanlage Warnemünde zu Gast und auch eine weitere Premiere fand endlich statt: Timo Klischan (Berliner G&CC Motzener See) hat es geschafft, den Internationalen Titel zu gewinnen. Mit insgesamt 159 Schlägen (78, 81; +15) liegt er am Ende der Finalrunde vier Zähler vor dem Niederländer Mari Berkers mit 163 Schlägen (83, 80; +19).

Doch zufrieden ist Klischan nicht, denn das Ergebnis war für sein Empfinden viel zu hoch: „Mein Score entspricht nicht meinen Ansprüchen. Ich habe an beiden Tagen auf den Front Nine gut gespielt und konnte das Ergebnis auf den Back Nine aber nicht halten. Vielleicht freue ich mich in ein paar Tagen über den Titel, aber ich hätte einfach gerne besser gespielt.

Ich trete gerne gegen starke Teilnehmerfelder an und habe bei diesen Turnieren das sprichwörtliche Messer zwischen den Zähnen. Meine Ansprüche an mich selbst sind dann sehr hoch. Mein neuer Putter hat in der einen oder anderen Drucksituation auch noch nicht ganz so gut funktioniert. In jedem Fall freue ich mich aber über die Weltranglistenpunkte.“ Der Tscheche Zbynek Kotek holt mit 184 Schlägen (+40) den dritten Rang.

Sräga auf Rang zwei 

Bei den Damen siegt die Titelverteidigerin und amtierende Europameisterin Daphne van Houten (Niederlande) mit 157 Schlägen (79, 78; +13) vor Jennifer Sräga mit 163 Schlägen (78, 85; +19). Van Houten tourt derzeit durch Europa und spielt viele verschiedene internationale Amateurmeisterschaften mit. Sie sagt: „Wenn ich ein Turnier spiele, dann möchte ich es auch gewinnen. Trotzdem soll es aber auch Spaß machen. Ich finde, die IAM hier in Deutschland ist ein schönes Turnier. Die Veranstaltung ist gut organisiert, und es ist ein schöner Platz. “

Zu der in diesem Jahr übersichtlichen Teilnehmerzahl sagt van Houten: „Ich würde mich freuen, wieder mehr gute Spieler im Feld zu sehen. Genau das macht den Flair einer solchen Meisterschaft aus. Du musst Dein bestes Golf spielen, um vorne dabei zu sein und wenn es um die Entscheidung am letzten Loch geht, steigt der Puls. Ich mag diese Art von Wettstreit.“

Sechs Deutsche Titel erfolgreich verteidigt

Neben den Internationalen Titeln wurden gleichzeitig die Deutschen Meisterschaften in den einzelnen Behinderungskategorien ausgespielt. In sieben der insgesamt acht Klassen waren Spielerinnen und Spieler unterwegs. Gewertet wird nach Brutto-Stableford-Punkten (BSP). In der Kategorie „Arm“  hat Timo Klischan 57 BSP erzielt und verteidigt seinen Titel erfolgreich. Er siegt vor Michael Clemens (Royal St. Barbara’s Dortmund GC) mit 34 BSP. Platz drei holt Martin Schmedding (GP Nümbrecht) mit 24 BSP.

In der Kategorie „Bein“ heißt die alte und neue Meisterin: Katharina Pegau (GC München Valley). Die Süddeutsche sichert sich den Titel mit 54 BSP praktisch unbedrängt. Denn Reinhard Friske (GC Hamburg-Walddörfer) musste sich verletzungsbedingt aus dem Turnier zurückziehen. Auf Rang zwei steht Dieter Danneberg (GC Unna-Fröndenberg) mit 16 BSP - dicht gefolgt von Karsten Andree (Maritim GC Ostsee) mit 13 BSP.

Knappe Entscheidung auf dem Treppchen

Auch in der Kategorie „Mental“ gelingt das Projekt Titelverteidigung. Der amtierende Deutsche Meister Lasse Zietzschmann (GC Trier) steht hier mit 23 BSP vor Quentin Thomann (Mainzer GC) mit 15 BSP. Kevin Bäse (Küsten GC Hohe Klint) erspielt ebenfalls 15 BSP - nimmt jedoch nach Kartenstechen den dritten Rang ein.

Die Kategorie „Blind“ gewinnt Florian Kehr (GP Aschheim) als Titelverteidiger und zugleich einziger Starter mit vier BSP. Die Kategorie „Rollstuhl“ gewinnt Ulrich Estermann (GC Marienfeld) mit zwei BSP.

Die Kategorie „Sonstige mit körperlichen Beeinträchtigungen im Schwung“ gewinnt die amtierende Meisterin Jennifer Sräga mit 53 BSP deutlich vor Reinhold Ludwig (GC Mönchengladbach-Wanlo) mit 35 BSP. Thomas Jandke (GC Abenberg) holt hier mit 20 BSP Bronze.

Dankbarkeit für das Wiedersehen

Die Kategorie „Sonstige ohne körperliche Beeinträchtigungen im Schwung“ kann Titelverteidiger Marco Ullmann (GC Neuhof) mit 64 BSP für sich entscheiden. Andreas Süli (GolfRange Augsburg) nimmt mit 48 BSP den zweiten Rang ein und setzt sich knapp gegen Ursula Paula Mielke-Salzmann (GC Oberhausen) mit 47 BSP durch. Die Kategorie „Gehörlos“ wird in diesem Jahr mangels Meldungen nicht ausgespielt.

Am Ende bleibt ein positives Fazit zum Turnier - und eine große Dankbarkeit, dass diese Veranstaltung nach dem Pandemie-bedingten Jahr der Pause endlich wieder durchgeführt werden konnte. Ralf Bockstedte, Präsident des Behinderten Golf Clubs Deutschland und Good Governance Beauftragter des DGV, fasst dies zusammen: „Dieses Turnier gibt dem Thema Golf & Inklusion nochmal einen ganz anderen Stellenwert. Man hat das auch gerade erst bei den Paralympics gesehen: egal welche Einschränkungen man hat, es wird auf allen Ebenen absoluter Spitzensport geleistet.

Dazu kommt aber auch der soziale Aspekt. Man sieht sich wieder, man begrüßt sich. Die Atmosphäre ist wunderschön. Natürlich kämpft man im Wettkampf gegeneinander. Wir alle haben unsere sportlichen Ziele und wollen den Erfolg. Aber dennoch bleibt es dabei sehr freundschaftlich. Und gerade nach dieser langen Pause ist es einfach toll, alle wiederzusehen.“

Ergebnisse für die IAM Wertung Ergebnisse für die DM Wertung

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