Bild Information: Brandon Lawlor holt den Titel des Internationalen Amateurmeisters der Golfer mit Behinderung 2019. (Foto: Herbert Wirtz)

IAM-Titel für van Houten und Lawlor

IAM Golfer mit Behinderungen 2019
 

Im Kampf um die acht Deutschen Meisterschafts-Titel der Golfer mit Behinderung gibt es vier erfolgreiche Verteidigungen. Die IAM-Titel sichern sich die Niederländerin Daphne van Houten und der Ire Brandon Lawlor.

Heiß her ging es auf dem Meisterschaftsplatz des Baden Hills G&CC am 7. und 8. September, als EDGA, DGV und BGV zur dritten Auflage der Internationalen Amateurmeisterschaften der Golfer mit Behinderung luden. Im Kampf um acht Deutsche Meistertitel sowie um die Titel der Internationalen Amateurmeister der Damen und der Herren fanden sich viele bekannte Größen des deutschen Behinderten-Golfsports sowie auch immer mehr Spieler aus dem Ausland zusammen. Am Ende konnten vier der insgesamt acht amtierenden Deutschen Meister ihre Titel verteidigen.

Lawlor furios mit einer 69

Vor allem im Kampf um die Internationalen Titel gab es allerdings eine spielstarke Konkurrenz, die klar zeigt, dass die Akzeptanz dieses Events mit jedem Jahr zunimmt. Die Gastgeber durften gleich mehrere Spieler aus der Spitze der Weltrangliste der Golfer mit Behinderung im Starterfeld begrüßen. Unter ihnen befand sich auch Brandon Lawlor, der Weltranglisten-Dritte. Er spielte am zweiten Tag des Wettkampfs eine eindrucksvolle 69 (-3) und beendet das Turnier mit schlanken 144 Schlägen (Even Par).

Damit bleibt Lawlor in der Bruttowertung knapp vor Timo Klischan (Berliner G&CC Motzener See), der über die gesamte Runde stark gegenhält und dazu mit Birdie-Birdie ein tollen Endspurt erwischt. Nach seiner sehr guten 71 (-1) schließt Klischan das Turnier mit insgesamt 147 Schlägen (+3) auf dem zweiten Rang ab. Charles Henri Quelin, der das Turnier nach dem ersten Tag anführte, kann mit dem furios spielenden Lawlor hingegen nicht mithalten und rutscht am Ende der Runde mit einem Bogey-Doppelbogey-Finish und insgesamt 151 Schlägen sogar noch an Klischan vorbei auf Rang drei ab.

Timo Klischan wiederholt mit dem zweiten Rang sein Ergebnis aus dem Vorjahr und verteidigt quasi seine Vize-Meisterschaft. Dass es für den ersten Platz nicht gereicht hat, ist für Klischan am Ende nicht ausschlaggebend. Er zieht ein positives Fazit: „Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis, zumal die Runde gepasst hat und ich mein Handicap verbessern konnte. Am Ende war es nochmal sehr spannend. Brandon hat auf den Back Nine ganz schön Gas gegeben und wir haben uns gerade auf den letzten Bahnen ein richtiges Battle geliefert.

Die Bälle kamen dicht an die Fahnen. Ich hatte allerdings zwischendurch das Pech, dass die Birdie-Putts nicht gefallen sind. Und so hatte Brandon die Chance, recht deutlich in Führung zu gehen. Es war wirklich eine tolle Runde, zu der wir uns gegenseitig gepushed haben. Und bei Brandon sind eben auch die Birdie-Putts gefallen - das war wirklich erstklassiges Golf, das er heute gezeigt hat!“

Europameisterin holt den deutschen IAM-Titel

In der IAM-Bruttowertung der Damen hatte sich Jennifer Sräga (GC Augsburg) mit dem Ergebnis der ersten Turnierrunde eine optimale Ausgangsbasis erarbeitet, um gegen die spielstarke Niederländerin Daphne van Houten bestehen zu können: Sräga lag einen Schlag vor der amtierenden Europameisterin. Am zweiten Tag der Meisterschaften brachte van Houten dann allerdings doch noch ihre ganze spielerische Stärke auf die Wiese und notierte eine Par-Runde. Mit insgesamt 150 Schlägen steht die Niederländerin stabile neun Zähler vor Sräga, die in ihrer zweiten Runde und im direkten Duell gegen van Houten mit 82 Schlägen (+10) die Tuchfühlung verliert.

Am Ende kann Jennifer Sräga sich aber über viel mehr als den zweiten Platz freuen. So sagt sie nach dem Turnier: „Ich habe mit meiner gestrigen Runde gezeigt, dass ich sogar einer Spielerin mit Handicap -1,4 das Wasser reichen kann, und obwohl es dieses Mal vielleicht nicht geklappt hat und das Glück nicht ganz auf meiner Seite war, gibt es mir für die nächsten Turniere Kraft und Hoffnung. Somit kann das nächste Turnier kommen!“

Deutsche Meistertitel in acht Kategorien

Die Meisterschaftskämpfe in den acht ausgespielten Behinderungskategorien haben gleich vier erfolgreiche Titelverteidigungen hervorgebracht. So hat Timo Klischan, der in der Kategorie „Arm“ geführt wird, ganze 69 Brutto-Stablefordpunkte (BSP) erspielt. Mit seinem aktuellen Spielniveau zieht er einsame Kreise an der Spitze und hält seine Meisterschafts-Serie praktisch unangefochten aufrecht. Auf Platz zwei spielt sich Karlheinz Labude (GC Rickenbach) mit 47 BSP vor Michael Clemens (Royal St. Barbara’s Dortmund GC) mit 44 BSP.

In der Kategorie „Bein“ konnte sich die Vorjahres-Vierte Katharina Pegau (GC München Valley) mit starken 61 BSP sowohl gegen Pascal Ferreira-Schramm (GP Aschheim) mit 55 BSP als auch gegen den Titelverteidiger Reinhard Friske (GC Hamburg-Walddörfer) mit 49 BSP durchsetzen. Bei den Rollstuhlfahrern überzeugt Christian Nachtwey (GC Rittergut Rothenberger Haus) mit einer starken zweiten Runde und insgesamt 19 BSP - und holt sich den Titel des Deutschen Meisters von Jens Maspfuhl (GC Friedberg), der das Turnier mit 17 BSP auf Rang zwei beendet. Ralf Bockstedte (GC Hösel) landet mit einem BSP auf dem dritten Rang.

Sräga, Klischan, Ullmann und Podbicanin verteidigen erfolgreich

In der Kategorie „Mental“ spielt sich der Vorjahres-Dritte Lasse Zietzschmann (GC Trier) mit 41 BSP souverän zum Sieg und lässt Maxime Waldheil (GC Dillenburg) mit 15 BSP den zweiten Rang. Bei den Spielern der Kategorie „Sonstige mit Einschränkung im Schwung“ bleibt Jennifer Sräga (GC Augsburg) ihrer Serie treu und holt auch in diesem Jahr den Titel. Mit 57 BSP steht sie im Tableau klar vor Wilfried Ahrens (G&LC Bad Arolsen) mit 34 BSP und dem Vizemeister des letzten Jahres Peter Haustein (G&LC Bad Arolsen) mit 31 BSP.

Bei den Spielern der Kategorie „Sonstige ohne Einschränkungen im Schwung“ holt Marco Ullmann (GC Neuhof) mit insgesamt 66 BSP auch in diesem Jahr den Titel. Auf Platz zwei steht nun schon zum dritten Mal in Folge Andreas Süli (GR Augsburg) mit 52 BSP. Dritter auf dem Podest ist Hans Jürgen Wolk (GC Gut Sansenhof) mit 37 BSP. In der Kategorie „Blind“ stand mit Florian Kehr (GP Aschheim) lediglich ein Spieler im Aufgebot - er sichert sich die Deutsche Meisterschaft ohne Konkurrenz mit 5 BSP.

Mit einer deutlich stärker vertretenen Konkurrenz ging das Feld der Gehörlosen in die Finalrunde. Amelie Paloma Gonzalez Podbicanin (GC St. Leon-Rot) konnte hier ihre Führung vom ersten Wettkampftag verteidigen und verwies Stefanie Mayer (Münchener GC), mit der sie im Jahr 2018 Team-Weltmeisterin in der WM der Gehörlosen geworden ist, mit 70 zu 57 BSP auf Rang zwei. Gero Gertenbach (GC Kassel-Wilhelmshöhe) belegt mit 37 BSP den dritten Rang.

Zu den Ergebnissen der IAM der Golfer mit Behinderungen 2019

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