Bild Information: Die Sieger und Platzierten der Internationalen Amateurmeisterschaften der Golfer mit Behinderung 2018. (Foto: DGV/ Tiess)

Start-Ziel-Sieg für Lynggaard und Ullmann  

IAM Golfer mit Behinderung 2018
 

Am zweiten Spieltag der Internationalen Amateurmeisterschaften der Golfer mit Behinderung sichert sich die Dänin Mette Wegge Lynggaard den internationalen Titel der Damen. Bei den Herren gelingt Marco Ullmann (GC Neuhof) mit dem internationalen Titel und der Deutschen Meisterschaft ein Doppelerfolg  

Hamburg - Der zweite Spieltag der IAM Golfer mit Behinderung kam zunächst sonnig daher und machte es am Ende dann doch noch einmal spannend. Sollte das Wetter halten oder sollten sich die Schleusentore über Hamburg wieder öffnen und den von wochenlanger Dürre geplagten Turnierplatz des G&CC Hamburg-Treudelberg ein weiteres Mal mit sintflutartigem Regen überschütten? Am Ende sollte das Wetter halten, und der Fokus lag ausschließlich auf der sportlichen Frage, wer hier bei den 2. Internationalen Amateurmeisterschaften der Golfer mit Behinderung die Titelkämpfe für sich entscheiden würde. Und hier ging es mitunter äußerst knapp zu.

Erstmals internationale Siegerin

Bei den Damen sollte die Dänin Mette Wegge Lynggaard ihre Vier-Schläge-Führung vom Vortag noch einmal ausweiten können. Mit insgesamt 152 Schlägen (+8) steht sie souverän an der Spitze des Teilnehmerfeldes und wird mit fünf Zählern Vorsprung die erste internationale Siegerin des Preises der Bundesrepublik Deutschland der Golferinnen mit Behinderungen. Ihr folgt auf Platz zwei Amelie Paloma Gonzalez Podbicanin (GC St. Leon-Rot) mit 157 Schlägen (+13). Auf den dritten Rang kommt Jennifer Sräga (GC Augsburg) mit 162 Schlägen (+18).

Dass Lynggaard das Turnier für sich entscheidet, ist keine Überraschung. Sie spielt eine starke Saison. Bei den diesjährigen Europameisterschaften in Portugal erspielte sie sich einen dritten Platz. Bei den Internationalen Tschechischen Meisterschaften der Golfer mit Behinderung konnte sie mit einem zweiten Platz auf sich aufmerksam machen. Der heutige Titelgewinn bildet da eine konsequente Weiterführung: „Ich spiele die EDGA Turnierserie seit 2012, aber dies ist das erste Mal, dass ich das deutsche Turnier mitspiele. Meine bisherige Saison lief ziemlich gut und normalerweise trete ich an, weil ich ein Turnier gewinnen möchte. Der Sieg hier fühlt sich gut an. Ich hätte einige Schläge besser sein können, allerdings ist es niemandem in unserer Spielgruppe gelungen, die Birdie-Putts zu versenken. Insofern hat es am Ende für mich gereicht und es ist ein wirklich großartiger Tag.“

Bei den Herren sollte es Marco Ullmann (GC Neuhof) sein, der seine Führung vom ersten Turniertag als Sprungbrett nutzte und sich mit einer ebenfalls starken zweiten Runde (75 Schläge, +3) und insgesamt 148 Schlägen (+4) den internationalen Preis der Bundesrepublik Deutschland der Golfer mit Behinderungen sichern konnte. Nach Vorjahressieger Reinhard Friske ist Ullmann der zweite Deutsche, der den noch jungen Titel gewinnt. Ihm folgt der ebenfalls stark spielende Timo Klischan (Berliner GC Motzener See) mit 150 Schlägen (+6) auf Platz zwei. Klischan spielte heute schlaggleich zu Ullmann, konnte dadurch allerdings die zwei Schläge Rückstand des Vortages nicht mehr ausgleichen. Den dritten Platz holt der Däne Jon Johanneson mit 153 Schlägen (+9). Johanneson spielte heute mit 74 Schlägen (+2) die stärkste Runde im Feld.

Neben dem internationalen Titel sicherte sich Ullmann auch die Deutsche Meisterschaft in der Kategorie „Sonstige ohne Einschränkung im Schwung“. Dieser doppelte Titelgewinn ist für Ullmann, der mit der Neuhofer Herrenmannschaft in der zweiten Bundesliga spielt, ein ganz neues Kapitel: „Die Runde heute war etwas besonderes, da ich bislang noch nie bei einem so großen Turnier mitgespielt habe. Ich habe versucht, nicht daran zu denken, dass ich zwei Schläge vorn bin. Das war am Ende schwerer, als gedacht - und an der 18 ging mir auch gut die Pumpe. Mein Putter war heute eiskalt, aber alles in allem war die Runde heute okay und ich freue mich total!“

Fünf erfolgreiche Titelverteidigungen

Zusätzlich zu den internationalen Meistertiteln der Damen und Herren wurden Deutsche Meistertitel in sieben Behinderungskategorien ausgespielt. Für diesen Wettbewerb waren ausschließlich die deutschen Teilnehmer qualifiziert - die Ergebnisse der internationalen Spieler bleiben hier entsprechend unbeachtet. In insgesamt fünf der sieben Kategorien konnten sich die Titelverteidiger durchsetzen. So konnte sich Timo Klischan in der Kategorie „Arm“ mit insgesamt 66 Brutto-Stablefordpunkten (BSP) deutlich gegen Michael Clemens (Royal St. Barbara GC Dortmund) mit 35 BSP und Christof Buhl (Hanseatischer GC) mit 26 BSP durchsetzen. Damit führt Klischan seine Serie als Deutscher Meister der Golfer mit Behinderung in der Kategorie „Arm“ weiter fort.

In der Kategorie „Bein“ kann Vorjahressieger Reinhard Friske (GC Hamburg-Walddörfer) seinen Titel erfolgreich verteidigen. Mit 55 BSP liegt er zwei Punkte vor dem jungen Pascal Ferreira-Schramm (GP Aschheim, 53 BSP), dem auch in diesem Jahr nur der zweite Platz bleibt. Im Kampf um den dritten Rang setzt sich Florian Campana (GC Ostseebad Grömitz) mit 50 BSP knapp gegen Katharina Pegau (GC München Valley) mit 49 BSP durch.

Die Kategorie „Rollstuhl“ entscheidet Jens Maspfuhl (GC Friedberg) für sich und zeigt, dass er den im Vorjahr gewonnenen Titel zurecht trägt. Mit insgesamt 25 BSP verweist er Christian Nachtwey (GC Rittergut Rothenberger Haus) auf Platz zwei. Nachtwey konnte 19 BSP für sich sammeln. Ulrich Estermann (GC Marienfeld) landet mit 18 BSP auf dem dritten Rang.

In der Kategorie „Sonstige mit Einschränkung im Schwung“ behält Jennifer Sräga (GC Augsburg) ihre Vortagesführung inne und baut diese am heutigen Spieltag mit 31 BSP noch einmal deutlich aus. Mit insgesamt 55 BSP liegt sie am Ende deutlich vor Peter Haustein (G&LC Bad Arolsen), der das Turnier mit 47 BSP beendet. Schon im Vorjahr nahmen die beiden Spieler ebendiese Platzierungen ein. Auf Platz drei spielt sich Hausteins Clubkamerad Wilfried Ahrens mit 32 BSP. Mit seiner starken zweiten Turnierrunde verdrängt Ahrens den punktgleichen Sebastian Wolk (GC Lilienthal) im Kartenstechen auf den undankbaren vierten Platz.

Jüngste Weltmeisterin gewinnt Deutschen Titel

Wie bereits erwähnt, entschied Marco Ullmann neben dem internationalen Titel auch die Kategorie „Sonstige ohne Einschränkung im Schwung“ für sich. Nach seinen gestrigen 35 BSP, spielte er heute eine weitere starke Runde mit 34 BSP. Das bedeutet 69 BSP für die Wertung des Deutschen Meistertitels  - damit setzt er sich klar gegen Andreas Süli (GolfRange Augsburg) mit 51 BSP und Stephan Egbert (GC Mecklenburg-Strelitz) mit 49 BSP durch. Süli bleibt, wie schon im Vorjahr, die Vizemeisterschaft.

In der Kategorie „Mental“ war der Ausgang nach dem ersten Turniertag noch vollständig offen. Lasse Zietzschmann (GC Trier), Kevin Bäse (Küsten GC Hohe Klint) und Leon Thobe Biganzoli (GC Oberneuland) lagen allesamt maximal einen BSP voneinander entfernt. Am Ende sollte die Entscheidung im Fernduell für Biganzoli (35 BSP) ausfallen, der damit seinen Vorjahrstitel erfolgreich verteidigt. Die Vizemeisterschaft sichert sich Kevin Bäse mit 32 BSP im Kartenstechen gegen Lasse Zietzschmann. Am Ende war es lediglich ein Schlag, der hier die Entscheidung für Silber ausmachte.

Die Kategorie „Gehör“ entschied Amelie Paloma Gonzalez Podbicanin (GC St. Leon-Rot) mit 59 BSP für sich. Ihr folgt Peter Scheel (GC Erftaue) mit 56 BSP. Auf Platz drei liegt Vorjahressieger Jörg Heitmann (GC Green Eagle) mit 45 BSP. Für Gonzalez ist der Titelgewinn ein weiteres Highlight einer spektakulären Saison. Erst im Juli hat sie im deutschen Nationalkader die World Deaf Golf Championships in Irland mitgespielt. Hier hat sie im Einzel den dritten Platz erkämpft und konnte in der Teamwertung gemeinsam mit Stefanie Mayer sogar die Weltmeisterschaft für sich entscheiden - als jüngste Siegerin aller Zeiten: „Nach Hamburg bin ich mit dem Ziel gereist, meine Leistungen aus dem vergangenen Jahr zu steigern. Die Proberunde am Freitag verlief so gut wie noch nie, da habe ich sieben Birdies gespielt.

Am ersten Spieltag mit sehr viel Wind und Regen kam allerdings die Ernüchterung - ich spielte eine Neun über. Ich habe mich zu lange über meine fehlerhaften Schläge geärgert und das hat mein weiteres Spiel negativ beeinflusst. Heute lief es besser. Zwar habe ich auch Fehler gemacht, diese habe ich allerdings besser wegsteckt, sodass ich mit Vier über abschloss. Am Ende reichte es für den ersten Platz in der Kategorie „Gehör“ und für den zweiten Platz in der Gesamt-Bruttowertung. Darüber bin ich sehr glücklich.“

Netto-Wertungen ebenfalls ausgespielt

Die Kategorie „Blind“ wurde mangels Anmeldungen nicht ausgespielt. Neben den Meisterschafts-Kategorien wurden gemäß der EDGA-Vorgaben auch die besten Spieler der einzelnen Nettoklassen prämiert. Diese sind in den Ergebnislisten ausgewiesen. Des Weiteren gibt es aufgrund der EDGA-Anbindung einige Auswirkungen auf die dortige Rangliste.

Im Brutto-Gesamtranking der EDGA werden vor allem der derzeit auf Platz acht geführte Timo Klischan (17,71 Points/Div) sowie die auf Rang 28 stehende Mette Wegge Lynggaard (12,61 Points/Div) von den heutigen Ergebnissen profitieren und sich im Ranking verbessern. Insbesondere für Klischan hat sich das Saisonziel einer Platzierung in den Top-12 damit weiter konkretisiert. Beste deutsche Spielerin in der Brutto-Rangliste der EDGA ist derzeit Jennifer Sräga (GC Augsburg). Sie rangiert mit 10,67 Points/Div auf Platz 38.

Zu den Resultaten der IAM GmB

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