Bild Information: Full House: Alle Sieger und Podestplatzierten der IAM Golfer mit Behinderungen. (Foto: DGV/Tiess)

Dreifachtitel für Mielke-Salzmann und Friske

IAM Golfer mit Behinderungen 2017
 

An einem überwiegend sonnigen Finaltag der IAM Golfer mit Behinderungen spielen sich Ursula Paula Mielke-Salzmann (GC Hubbelrath) und Reinhard Friske (GC Hamburg-Walddörfer) zum Dreifachtitel. In dem international besetzen Teilnehmerfeld erkämpfen sie sich die Deutsche Meisterschaft und der Preis der Bundesrepublik Deutschland der Golfer/Golferinnen mit Behinderungen. Die Meistertitel in den sieben ausgespielten Behinderungskategorien gehen ebenfalls an die beiden Gesamtsieger sowie an Jörg Heitmann, Jennifer Sräga, Leon Thome Biganzoli, Jens Maspfuhl und Timo Klischan.

Hamburg - Nicht ganz einfach, aber die Mühe war es wert! Mit der besten Turnierrunde des Feldes hat sich Reinhard Friske (GC Hamburg-Walddörfer) den Bruttosieg gesichert. Er erobert damit sowohl den Titel des Deutschen Meisters der Golfer mit Behinderungen als auch den erstmals ausgespielten internationalen Preis der Bundesrepublik Deutschland der Golfer/Golferinnen mit Behinderungen. Garant für seinen Erfolg waren dabei vor allem die stark gespielt hinteren Neun. Zwar musste er an Bahn zehn ein ärgerliches Doppelbogey notieren, für die restlichen acht Bahnen lag er dann allerdings ausgeglichen bei Even Par. Am Ende benötigt er heute lediglich 76 Schläge (+4). Für das Turnier bedeutet dies ein Gesamtscore von 155 Schlägen (+11). Er verweist damit den jungen Pascal Ferreira Schramm (GP Aschheim; 161 Schläge (+17)) auf den zweiten Platz. Der spielstarke Timo Klischan (Berliner G&CC Motzener See) beendet das Turnier mit 165 Schlägen (+21) auf Rang drei.

Friske, der frisch gebackene Meister, freut sich über das Ergebnis und vor allem über den internationalen Titel: „Das ist natürlich schön, diese Trophäe als Erster gewonnen zu haben. Ich kenne den Platz ein bisschen und ich habe an den beiden letzten Tagen auch wirklich gut gespielt. Aber es war trotzdem ein hartes Stück Arbeit. Jetzt wollen wir mal sehen, wie es weitergeht. Denn ich denke mal, dass es in den kommenden Jahren noch viel schwerer wird, hier zu siegen, einfach weil noch mehr internationale Spieler mit dabei sein werden.“

Ex-Hamburgerin siegt bei den Damen

Auch bei den Damen gibt es eine Personalunion für den nationalen und den internationalen Gesamtsieg. Ursula Paula Mielke-Salzmann (GC Hubbelrath) gewinnt das Turnier mit 160 Schlägen (+16) vor Jennifer Sräga (GC Reischenhof; 165 Schläge (+21)) und Katharina Pegau (GC München Valley; 168 Schläge (+24)).

Für Mielke-Salzmann fühlt sich der Sieg ein bisschen wie ein Heimkommen an: „Mit diesem Titel hatte ich überhaupt nicht gerechnet, denn viele der internationalen Spieler, die zu solchen Turnieren anreisen, sind sehr spielstark. Aber ich muss auch zugeben, dass ich als ehemalige Hamburgerin einen kleinen Heimvorteil habe. Ich kenne Treudelberg einfach. Ich war auch bei den Turnieren in Bayern dabei, aber Hamburg mag ich einfach sehr. Dazu liefen meine Putts richtig gut und die Grüns waren treu. Ich spiele auch viele Turniere mit Spielern ohne Behinderungen - dabei ist mir immer wichtig, mit den Herren gemeinsam spielen zu können. Das wird ja inzwischen leider immer getrennt. Hier ist das jedoch anders. Das ist schön und wir haben in den Spielgruppen viel Spaß gehabt.“

Neben der Brutto-Zählspielwertung wurde in diesem Jahr erstmalig eine Nettowertung geführt. Diese Neuerung hielt gemeinsam mit der Anbindung an die European Disabled Golfers Association (EDGA) Einzug und erhöht die Attraktivität für Spieler mit hohen Stammvorgaben deutlich.

Titelkämpfe in sieben Behinderungskategorien

Die Deutschen Meistertitel wurden aber nicht nur für die Gesamtwertung ausgespielt. In insgesamt sieben Behinderungskategorien wurde um den Titel gekämpft. Eine abermalige Verteidigung konnte dabei lediglich Timo Klischan (52 Brutto-Stablefordpunkte (BSP)) verzeichnen. Er gewann in der Kategorie „Arm“ vor Michael Clemens (Royal St. Barbara’s Dortmund GC, 44 BSP). Eine erfolgreiche Rückeroberung konnten unter anderem Ursula Paula Mielke-Salzmann (56 BSP) in der Kategorie „Sonstige ohne Einschränkung im Golfschwung“ sowie Jens Maspfuhl (19 BSP) in der Kategorie „Rollstuhl“ verzeichnen, wobei Maspfuhl als einziger Vertreter seiner Kategorie am Start war.

Jens Maspfuhl, der heute seine insgesamt achte Deutsche Meisterschaft gewann, zieht ein Fazit: „Wir hatten gestern Dauerregen, der Platz war sehr nass. Für uns als Golfer mit Einschränkungen sind das sehr schwierige Bedingungen. Wir sind schon darauf angewiesen, dass der Ball auch noch ein bisschen rollt. Da mussten wir alle durch und das war nicht so einfach. Aber grundsätzlich muss ich sagen, der Platz hier ist super, die Grüns sind sehr gut. Und Treudelberg an sich liegt mir wirklich sehr, ich habe hier schon viele Meisterschaften gewonnen.“

In der Kategorie „Sonstige mit Einschränkung im Golfschwung“ spielte Jennifer Sräga mit zwei ganz starken Tagesergebnissen in einer eigenen Liga und siegt mit 51 Brutto-Stablefordpunkten (BSP) vor Peter Haustein (G&LC Bad Arolsen) mit 35 BSP. In der Kategorie „Bein“ bezwang Reinhard Friske (61 BSP) den Vorjahressieger Pascal Ferreira Schramm (56 BSP) und vollführt damit den Generationswechsel rückwärts. In der Kategorie der Hörbehinderungen siegt Jörg Heitmann (GA Green Eagle, 45 BSP) knapp im Kartenstechen gegen die junge Amelie Gonzalez (GC St. Leon-Rot). Die Kategorie „Mental“ findet mit Leon Thobe Biganzoli (GolfRange Bremen, 33 BSP) einen neuen Sieger. Die achte Kategorie „Sehbehinderung“ wurde in diesem Jahr mangels Anmeldungen nicht ausgespielt.

Lob für den Turnierplatz

Michael Clemens, der in seiner Kategorie den zweiten Platz erspielt hat, tritt die Rückfahrt ins Ruhrgebiet mit einem positiven Fazit an: „Zufriedenheit auf dem Golfplatz ist ja immer so eine Sache. Ich hänge hinter meinem Handicap jedenfalls im Moment ziemlich hinterher. Das ist aber gar nicht schlimm. Ich bin immer froh dabei zu sein. Ich möchte natürlich immer besser spielen, aber das möchte ich nach jeder Runde, selbst wenn ich richtig gut gespielt habe. Ich fand die Veranstaltung wirklich sehr gelungen. Wir hatten viele Fotografen hier, sogar der Fernsehsender Sky war mit einem Kamerateam dabei. Und die Anlage hier ist wie für dieses Turnier gemacht. Sie ist einfach zu gehen und zu befahren - und dennoch hat sie ihre spielerischen Herausforderungen und Raffinessen bis hin zu diesem traumhaften Inselgrün mit der publikumsgefüllten Terrasse dahinter.“

Mit der Vergabe der Meistertitel haben die Internationalen Amateurmeisterschaften der Golfer mit Behinderungen aber noch nicht ihr endgültiges Ziel erreicht, denn die hier erspielten Ergebnisse wirken nach. So wird Reinhard Friske seine Platzierung im Brutto-Ranking der EDGA nach dem heutigen Sieg deutlich verbessern. Derzeit steht er mit 8,67 Points/Div auf Platz 39. Der aktuell bestplatzierte Deutsche ist Timo Klischan, der mit 14,83 Points/Div auf Platz 13 steht. Auch er hat heute wertvolle Punkte gesammelt. Da auch die bei dem gestern beendeten Swedish Invitational Open erspielten Punkte noch eingepflegt werden, ist mit den aktuellen Rankings erst in den kommenden Tagen zu rechnen. Als nächstes Turnier der europaweiten EDGA Access Series stehen die Scottish Pan Disability Open vom 21. bis 24. August im Fairmont St. Andrews Bay GC an.

Zu den Ergebnissen der IAM der Golfer mit Behinderungen 2017

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