Bild Information: 15 Birdies versammelt: Katharina Rzepucha-Hlubek und Sophie Witt vom GC Hubbelrath (Foto: DGV/stebl)

Falkensteiner Birdiefestvial

IAM Damen 2019
 

Bei phantastischen Bedingungen und absolutem Traumwetter gerät die dritte Wettkampfrunde der 79. Internationale Amateurmeisterschaft der Damen in Hamburg zum echten Birdiefestival. Die Führung teilen sich Sarina Schmidt (München Valley) und Anouk Sohier (Niederlande).

Hamburg – Acht Birdies, sieben Birdies – was war denn da los? Der Platz des Hamburger GC ist nicht gerade dafür bekannt, dass den Athleten die Birdies in den Schoß fallen.
Umso bemerkenswerter waren einige Runden, die am dritten Wettkampftag der IAM der Damen auf dem selektiven Course über dem Elbufer gespielt wurden.
Eine völlig verrückte Runde spielte Katharina Rzepucha-Hlubek. Die Hubbelratherin zeigte, wie man den Platz richtig auseinandernehmen kann – und trotzdem nicht unter Par ins Clubhaus kommt.


Die 23-Jährige knallte mal eben satte acht Birdies auf diesen Platz und hätte damit einen Fabelplatzrekord aufstellen können. Wenn, ja wenn nicht auch einige Bogeys sowie je ein Doppel- und ein Triplebogey hätten vermerkt werden müssen.
So wurde es eine 71 und die Rheinländerin musste lange bangen, ob es am Ende für den Cut reichen würde. Mit gesamt +15 rutschte Rzepucha-Hlubek auf dem geteilten 59. Platz aber soeben noch in das Feld, das am Sonntag ab 8.00 Uhr in die Finalrunde starten darf.

Acht selbst, sieben als Caddie

Richtig kurios wurde es am Nachmittag. „Lady Eightbirdies“ war bei ihrer Clubkameradin vom GC Hubbelrath, Sophie Witt am Bag. Und was macht die Spielerin des Junior Team Germany? Macht mit der Birdieparty fleißig weiter und schafft es, auf immerhin sieben Bahnen unter Par zu bleiben. Da die ganz hohen Hausnummern auf der Karte von Sophie Witt fehlten, wurde es eine sehr gute 69 (-2). In die Finalrunde startet die Rheinländerin von Platz 22.
„Nach den beiden Tagen, an denen das Putten überhaupt nicht lief, war ich heute besonders motiviert. Ich bin mit der Runde sehr zufrieden und habe meine Eisen gut an den Stock gehauen. Mit Kathi an der Tasche konnte es nur gut laufen! Wir haben zusammen 15 Birdies gespielt! Das ist einfach genial“, jubelte die 16-Jährige aus dem Kader von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl.

Harter Kampf um die Spitze

An der Spitze merkte man, dass optimale Bedingungen auf einem anspruchsvollen Course nicht ausreichen, um tief zu schießen, wenn der Druck auf den jungen Schultern lastet, plötzlich eine echte Siegchance bei einem so großen und traditionsreichen, internationalen Turnier zu sehen.
Anouk Sohier, die am zweiten Tag noch einen neuen Platzrekord in die Analen des Hamburger GC geschrieben hatte, kam überhaupt nicht ins Spiel und fiel mit einer 74 (+3) auf einen Gesamtscore von Even Par zurück. Die Niederländerin geht damit als Co-Leaderin in den Finaltag.


Schlaggleich an der Spitze des Leaderboards steht Sarina Schmidt. Die gerade erst 20 Jahre alt gewordene Athletin schaffte es, sich von Tag zu Tag zu verbessern. Nach 72 und 71 Schlägen kam die Nationalspielerin am Moving Day mit einer 70 vom Platz. Vier Birdies bei drei Bogeys reichten, um den Platz an der Sonne zu erklimmen. Die Münchenerin vom GC Valley fing sich auf Bahn 3 zwar zunächst ein Bogey, glich dieses aber direkt mit einem Birdie aus und legte bis Bahn 10 noch zwei Birdies nach. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Nationalspielerin mit der Führenden erstmals gleichgezogen und tauchte im Livescoring auf dem geteilten ersten Platz auf.
„Ich habe heute echt gut gespielt, aber es hätte auch noch besser laufen können. Mein Potenzial habe ich noch nicht voll genutzt. Morgen möchte ich Schlag für Schlag spielen und mich nur auf mich selbst konzentrieren. Ich habe ein paar mentale Ziele für die Runde und freue mich auf morgen“, geht die Spielerin aus dem Kader von Bundestrainer Stephan Morales konzentriert, aber sehr gefasst in diesen Titelkampf.

Platz drei

Der dritte Platz ist vor den Finalrunde dreimal vergeben. Neben Sofie Nielsen und Louise Markvardsen (beide aus Dänemark) hat sich Paula Kirner mit einer soliden 72 (+1) nur einen Zähler hinter dem Führungsduo einsortiert.
„Heute habe ich mich etwas schwerer damit getan, Birdies zu spielen. Am Anfang habe ich die Bälle nicht so dicht an die Fahne gehauen, daher sind mir ein paar Bogeys auf die Karte gerutscht. Das war aber nicht so schlimm. Auf der Backnine habe ich wirklich gut gespielt und mir viele Birdiechancen erarbeitet, aber es ist nichts gefallen. Ich habe Bälle auf einen Meter an den Stock genagelt und es ist trotzdem nichts gefallen. Immerhin auf der 18 habe ich den Birdieputt aus 80 Zentimetern gelocht. Das war gut für das Gefühl. Morgen kann alles passieren. 15 oder sogar 20 Leute können noch um die Sieg mitspielen. Ich versuche, mein Bestes zu geben. Es kommt nicht so oft vor, dass man bei einem Turnier am Finaltag noch gewinnen oder auch nur 30. werden kann. Ich bin gespannt“, brachte Paula Kirner auf den Punkt, was die Ergebnistafel andeutet: bei dieser IAM geht es ungemein eng zu.


68 ist tief

Miriam Emmert nutzte am dritten Wettkampftag ihren Heimvorteil und setzte eine Ausrufezeichen. Nach vierzehn Bahnen lag das Nordlicht bei fünf unter Par, brachte diesen Zwischenstand dann zwar nicht ganz nach Hause, durfte aber am Ende eine ganz starke 68 unterschreiben. Das Bogey auf ihrer finalen Bahn, Loch 10, verhinderte, dass die Nationalspielerin aus dem Kader von Bundestrainer Stephan Morales den jungen Platzrekord egalisierte. Im Klassement kletterte die Falkensteinerin damit bis auf Rang 16.
„Ich hatte heute keine gravierenden Fehlschläge und habe deutlich besser geputtet als gestern. Es sind auch mal längere Putts gefallen, was mich dann auch pushed. Morgen möchte ich noch eine gute Runde abliefern und mich nach vorne kämpfen", so Emmert.
Auch Lily Huerliman brachte am dritten Tag den Tagesbestscore nach Hause. Die 16-Jährige, die in der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi für den GC St. Leon-Rot antritt, notierte fünf Birdies und rückt mit ihrer 68 bis auf Rang elf vor. Die junge Schweizerin ist von Falkenstein total beeindruckt: „Der Platz hier ist wirklich wunderschön und sehr anspruchsvoll. Er verzeiht nur ganz wenig Fehler und an den Bäumen kommt man nicht immer vorbei. Ich habe heute sehr wenige Fehler gemacht und mir viele Birdiechancen gegeben. Gut war auch, dass ich die Par-5-Bahnen sehr gut genutzt habe. Meine Putts waren sehr konstant und ich bin geduldig geblieben, bis endlich einmal ein Ball fiel. Wir im Süden sind solche Grüns nicht gewöhnt und ich bin froh, dass ich mich darauf gut einstellen konnte.“

Freude und Platz 44

Auch Thea Hoffmeister, die vor zwölf Jahren den Titel geholt hatte, stand strahlend auf dem ersten Abschlag: „Ich freue mich jedesmal total, wenn ich hier eine Runde spielen darf. Der Platz ist einfach wunderschön.“
Die ehemalige Nationalspielerin, die inzwischen beim Düsseldorfer GC in der 2. Bundesliga spielt, geht nach einer 75 (+4) von Platz 44 in die letzte Runde. „Es macht mir immer noch total Spaß, auch wenn ich manchmal sehr mit meiner Erwartungshaltung zu kämpfen habe. Die Bälle fliegen leider nicht mehr so konstant ins Ziel und das macht es auf einem solchen Platz schon manchmal schwer. Es fehlt mir einfach inzwischen die Zeit. Umso mehr freue ich mich, wenn ich mal fünf Tage am Stück Zeit finde, um die IAM zu spielen“, ist die ehemalige Championesse insgesamt nicht unzufrieden.
Die beste Runde des Vormittags hatte Finja Wietschorke abgeliefert. Die Spielerin des GC Hannover unterschrieb eine 70 (-1), machte im Klassement damit etliche Plätze gut und geht ebenfalls von Platz 44 in die Finalrunde.


Hochspannung vorprogrammiert

Ab 8.00 Uhr wird am Sonntag auf der Anlage des Hamburger GC von Tee 1 und Tee 11 gestartet. Der Leaderflight geht um 9.50 Uhr von Tee 1 raus. Da zwischen den Führenden und Platz zehn nur ganze drei Schläge liegen, dürfte es noch einige Verschiebungen im Klassement geben und ganz sicher sehr spannend zugehen.

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