Bild Information: Großer Titel: Leonie Harm gewinnt die IAM Damen in Mülheim (Foto: DGV/stebl)

Harm holt den Titel    

IAM Damen 2018
 

Zweiter Sieg für Nationalspielerin in Mülheim.  

Mülheim/Ruhr Leonie Harm sichert sich den Titel bei den 78. Internationalen Amateurmeisterschaften von Deutschland. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot war die einzige Athletin, die in allen vier Runden unter Par blieb. Am Ende hatte Harm einen Schlag Vorsprung auf die Dänin Karen Fredgaard. Bronze sicherte sich Sophia Zeeb vom Stuttgarter GC.

Spannender Finaltag

Bei teils kräftigem Wind wurde den 60 Damen, die es in die Finalrunde dieses traditionsreichen Turniers geschafft hatten, manch eine schwierige Aufgabe auf dem prächtig gepflegten Platz des GC Mülheim an der Ruhr gestellt.

Im Leaderflight setzte Sophia Zeeb (Solitude) früh ein Ausrufezeichen, als sie auf Bahn 5 zum Eagle einlochte und auf Bahn 7 mit einem Birdie auf „drei unter“ für den Tag ging. Zu diesem Zeitpunkt hatten Leonie Harm (SLR) und Karen Fredgaard (Dänemark), die mit einem Zähler Vorsprung auf die Runde gegangen waren, ihren Gesamtscore von -5 noch nicht verbessern können. Harm war sogar mit einem Bogey gestartet, konnte diesen aber mit einem Birdie auf Bahn 6 wieder ausgleichen.

Auf Rang vier war zu diesem Zeitpunkt Sofie Nielsen die einzige Athletin des Feldes, die mit gesamt -3 noch Anschluss halten konnte. Die Dänin hatte ebenfalls auf Bahn 6 ein Birdie notiert und hielt sich damit noch im Rennen um die Spitze.

Wende auf Bahn 10

Sophia Zeeb legte auf Bahn 9 ein Birdie nach und kreuzte mit zwei Schlägen Vorsprung auf die Back Nine. Auf Bahn 10 zog die Stuttgarterin ihren Drive rechts in Aus. Diese Bahn änderte die Spitzenposition kräftig, denn es wurde das Doppelpar und so musste die Stuttgarterin mit ansehen, wie Leonie Harm und Karen Fredgaard vorbeizogen. Mit zweimal -6 und der -4 von Zeeb ging es auf Bahn 11.

Leonie Harm spielte konstant und sicher ihr Spiel und konnte zusehen, wie auch die Dänin mit zwei Bogeys zurückfiel. Nach 15 Bahnen stand die Spielerin des GC St. Leon-Rot mit zwei Schlägen Vorsprung scheinbar sicher an der Spitze.

Noch einmal eng

Von Entspannung konnte aber spätestens dann keine Rede mehr sein, als die 18-Jährige Dänin auf Bahn 17 mit einem starken Birdie wieder verkürzte, so dass aus Sicht der Schwäbin auf der heiklen Abschlussbahn durchaus noch etwas hätte anbrennen können.

Fredgaard legte vor und ging mit ihrem Drive volles Risiko, hatte gehörig Glück, dass ihr Ball von der 100-Meter-Markierung davon abgehalten wurde, in den großen Teich rechts des Fairways zu rollen.

Leonie Harm selbst hielt ihren Abschlag etwas kürzer, lag links im Semirough aber auch nicht optimal. Zumal: Die Fahne steckte relativ weit vorne und bei Rückwind aus dem hohen Gras den Ball lang über das Wasser zu spielen und auf dem Grün zum Halten zu bringen, war alles andere als einfach. Doch Leonie Harm meisterte diese Aufgabe sehr gut. Die Erleichterung war ihr ins Gesicht geschrieben, als der Ball am hinteren Grünrand zu liegen kam.

Fredgaard lag ebenfalls weit hinter der Fahne und hätte schon einen Putt aus mehr als 20 Metern zum Birdie versenken müssen, um noch ein Stechen zu erzwingen. Der Putt der Skandinavierin lief tatsächlich genau auf das Loch zu, blieb aber weniger als einen halben Meter von der Dose entfernt liegen. Der Sieg für eine deutsche Spielerin stand damit fest, auch wenn Harm noch einen Wadenbeißer zum Par hatte.

Die Siegerin durfte in einem Meer an Glückwünschen und Respekt baden. Entsprechend groß war ihre Freude über den Triumph: „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel. Es ist eines meiner Lieblingsturniere. Sophia Zeeb hat auf den ersten Neun phänomenal gespielt und da dachte ich schon bei mir, dass ich halt Zweite werde. Dann ist ihr auf Bahn 10 etwas Unglückliches passiert und da habe ich meine Chance gewittert. Ich bin sehr stolz, dass es am Ende geklappt hat. Ich hoffe, dass der Sieg mich in eine gute Richtung für die nächsten Turniere bringt.“

Zeeb voller Respekt

Sophia Zeeb zollte der Siegerin großen Respekt: „Ich hatte nach neun Löchern noch nicht an den Sieg gedacht. Jeder Schlag zählt, so ist das im Golf. Es hat nach 18 Löchern nicht zum Sieg gereicht, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. Mit Eagle und zwei Birdies waren das die perfekten ersten Neun. Auf Bahn 10 habe ich eine etwas zu aggressive Linie gewählt und mit dem Wind ist der Ball leider ins Aus gesprungen. Das hat mich zurückgesetzt. Ich habe mit dem Bundestrainer kurz über diese Bahn gesprochen und alles analysiert, aber damit ist das auch vergessen. Die Woche ingesamt war für mich richtig gut. Ich habe gute Schläge gemacht, werde aus den Fehlern lernen. Das Turnier hat viel Spaß gemacht. Bei Leonie weiß man immer, dass ein Bogey bei ihr nichts zu bedeuten hat. Sie hat super gespielt und die Nerven behalten. Ich freue mich für sie. Ich gönne der Leonie alles, denn ich weiß, dass sie andersrum auch mir den Sieg gönnen würde.“

Bundestrainer sieht viel Licht

Stephan Morales strahlte nach dem Ende der Finalrunde über das ganze Gesicht. Das Fazit fiel fast ein wenig euphorisch aus: „Tolle Veranstaltung, toller Golfclub. Ich war sehr glücklich über den Zustand der Grüns. Es waren schnelle Grüns, das hat uns sehr gut gefallen. Heute hat den Ausschlag gegeben, dass Leonie Harm eine Ecke routinierter ist als die anderen Spielerinnen. Leo hat schon ein paar Mal im Leaderflight mitgespielt, hält den Score zusammen und kann auch unter Druck noch einen schwierigen Schlag machen. Für ihren Schlag ins letzte Grün braucht man schon ein bisschen Mut, das war ein toller Golfschlag. Leonie Harm hat sich weiter entwickelt und kann mit Drucksituationen gut umgehen. Ich würde sie gerne auf einer noch viel größeren Bühne sehen.“

Auch von Sophia Zeeb war der Bundestrainer sehr beeindruckt: „Auch wenn das Ergebnis von Bahn 10 nicht passte, habe ich Sophia selten so gut gesehen. Ihre Körpersprache hat mir phantastisch gefallen und sie hat viele mutige Schläge gemacht. An der 10 war sie für einen Moment nicht da, aber sie macht eine ganz tolle Entwicklung. So hart das auch ist: Ich glaube, Sophia hat heute etwas gelernt, auch wenn sie bitter Lehrgeld bezahlt hat. Insgesamt kann heute kann ein toller Tag für das deutsche Damengolf werden, gerade auch in den USA. Wir sind auf LPGA und Symetra toll vertreten.“

Weitere Informationen, Stimmen und Bilder vom Tag folgen in Kürze an dieser Stelle.

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