Bild Information: Karen Fredgaard (Dänemark) spielt sich mit einer 68 an die Spitze (Foto: DGV/stebl)

Doppelspitze in Mülheim  

IAM Damen 2018
 

Fredgaard und Harm teilen sich die Führung bei der IAM.  

Mülheim/Ruhr – Es ist angerichtet. Vor der Finalrunde ist noch keine Vorentscheidung gefallen, so dass für Aktive und Zuschauer ein spannender Tag bevor steht. Bei der 78. Internationalen Amateurmeisterschaften von Deutschland stehen Leonie Harm (GC St. Leon-Rot) und Karen Fredgaard (Dänemark) schlaggleich mit fünf unter Par an der Spitze. Es folgt Sophia Zeeb (Stuttgarter GC Solitude) mit nur einem Schlag Rückstand.

68 bleibt tief

Es bleibt dabei: tiefer als 68 (-4) bringt bislang keine der über 100 Damen ihre Runde ins Clubhaus des GC Mülheim an der Ruhr. Karen Fredgaard, die ab 2019 am College in den USA Teamgefährtin von Leonie Harm wird, startete mit einem frühen Bogey noch wenig vielversprechend, hielt danach aber ihre Scorekarte blitzsauber und brachte satte fünf Birdies unter. Vor allem auf der Backnine, als die Dänin innerhalb von fünf Bahnen viermal unter Par blieb, lief es für die Spielerin des GC Helsingor hervorragend.

Für die 18-Jährige, die in Kopenhagen lebt, wird es am Finalsonntag um 9.50 Uhr eine Premiere geben: zum ersten Mal geht Karen Fredgaard im Leaderflight raus. „Ich bin sehr happy mit meinem heutigen Score und freue mich auf morgen“, strahlte das Nordlicht mit Blick auf die Chance, erstmals eine große, internationale Meisterschaft zu gewinnen.

Harm mit Routine

Leonie Harm dagegen kennt sowohl das Gefühl, im Leaderflight zu starten, wie auch den Glücksmoment, ein großes Turnier zu gewinnen. Dabei ist die Spielerin aus dem Kader von Bundestrainer Stephan Morales gar nicht so gerne im letzten Flight: „Ich spiele lieber morgens früh, weil ich nicht gerne warte. Heute hat mir Natalie Wagner unheimlich geholfen, die Ruhe zu bewahren, als es nicht so zügig voran ging“, war Harm dankbar für die Unterstützung am Bag durch ihre Mannschaftskameradin vom GC St. Leon-Rot.

Das Spiel von Harm lief wechselhaft und mit großem Einsatz schaffte es die Siegerin von 2015, vier Bogeys mit fünf Birdies zu kompensieren und so mit dem dritten Ergebnis unter Par die Spitzenposition zu behaupten. „Mit dem Score bin ich zufrieden, weil ich den echt gut zusammengehalten habe. Driver und Eisen waren oft zu weit links und bei zwei Dreiputts habe ich die Breaks falsch gelesen. Ich bin echt überrascht, dass es eine 71 geworden ist, aber am Ende habe ich noch zwei gute Birdies gemacht, als ich längere Putts gelocht habe“, analysiert Leonie Harm selbstkritisch ihr Spiel.

Glück mit Chip

Einmal hatte sie auch das Glück des Tüchtigen, als sie den Schlag ins Grün deutlich zu lang machte und der Chip ganz sicher auch wieder viel zu lang geworden wäre, hätte er nicht zentral den Stock getroffen, so dass ein sehr glückliches Birdie auf die Karte wanderte. „Das macht an einem solchen Tag den Unterschied! Ich sehe in meinem Spiel noch ganz viel Potenzial und werde morgen früh noch ein bisschen an meinen Eisen arbeiten. Ich mag den Platz hier in Mülheim unheimlich und hoffe morgen auf ein sicheres Spiel“, blickt die Deutsche zuversichtlich auf den Finaltag

Auch Zeeb vorne drin

Sophia Zeeb hat mit einer Runden von Even Par (72) ihre Chance auf den Titel gewahrt. Die Stuttgarterin geht mit einem Zähler Rückstand auf das Führungsduo in die vierte und letzte Runde dieser Titelkämpfe. Nach der Frontnine sah es noch gar nicht danach aus, denn da lag Zeeb mit zwei über Par nicht zufriedenstellend. Auf der Backnine drehte die Spielerin des National Team Germany das Blatt mit zwei Birdies aber wieder und kam so mit einem versöhnlichen Gefühl vom Platz.

Unter Par

Obwohl am dritten Tag wunderbares Sommerwetter den Athletinnen keine Zusatzaufgaben stellte, sind nach drei Runden nur fünf Spielerinnen unter Par. Neben dem Leaderflight sind es noch Sofie Nielsen (Dänemark) mit gesamt -2 und Sofia Anokhina (Russische Föderation) mit gesamt -1, die unter Platzstandard stehen. Even Par folgen Paula Kirner (Kiawah GC Riedstadt) und Miriam Emmert (Hamburger GC), die beide jeweils eine 74 und zweimal 71 Schläge unterschrieben haben.

Auch Wagner mit Bestscore

Natalie Wagner ging am Morgen in der frühen Startgruppe raus, weil sie bisher mit Runden von 83 und 77 Schlägen nicht zu ihrer Zufriedenheit gescored hatte. Am dritten Wettkampftag ist der Knoten bei der Spielerin des GC St. Leon-Rot geplatzt. Nach neun Bahnen lag „Dori“ schon bei drei unter Par, ließ sich von dem Bogey auf Bahn 14 nicht aus der Ruhe bringen und knallte im Finish noch Birdies auf die Grüns 16 und 17. Die 68 reichte der Kurpfälzerin, um sich mit gesamt +12 ganz sicher auf Rang 44 in den Cut zu spielen. „Besonders gut liefen heute meine Putts. Ich hatte einen echt guten Touch. Ich war die ganze Runde über sehr konzentriert, aber trotzdem gelassen. Geholfen hat, dass ich vom Tee immer die Bahn getroffen habe und die wenigen Fehlschläge an den richtigen Stellen waren. Ich bin megahappy. Bisher habe ich noch nie bei einem so großen Turnier die beste Runde des Tages gespielt“, strahlte Natalie Wagner am Abend, nachdem sie zum zweiten Mal vom Platz kam.

Der Cut nach drei Runden liegt bei +16. Exakt 60 Spielerinnen treten somit am Sonntag ab 8.00 Uhr zur Finalrunde an. Die Leader starten um 9.50 Uhr von Tee 1.

Punktlandung vor Regen

Das Wetter hatten den ganzen Tag über gehalten, auch wenn zwischendurch sehr dunkle Wolken bedrohlich über dem Platz hingen. Mit dem letzten Putt des Tages öffnete der Himmel seine Pforten und es begann, kurz und heftig zu regnen.

Feine Küche

Was alle Zuschauer, Athletinnen und Betreuer in Mülheim schon jetzt zu Siegern macht, ist das Catering. Der GC Mülheim hat sich für die Club-Gastronomie einen bekannten Koch gesichert: Marco Zingone hat 2016 bei der TV-Kochshow „The Taste“ teilgenommen und die Staffel gewonnen, dabei die Juroren zu Begeisterungsstürmen getrieben. Durch den Sieg erlangte der Koch bundesweit hohe Popularität und ist seitdem in den Medien sehr präsent.

Das Handwerk gelernt hat Marco Zingone im Steigenberger Hotel Bad Orb, ehe er für zwei Jahr Chef de Partie im Ange D`or wurde. Das Feinschmecker-Restaurant in Essen-Kettwig hatte zu dieser Zeit zwei Michelin-Sterne. Nach einigen weiteren Stationen, bei denen der Koch seinen Horizont erweiterte und wertvolle Erfahrungen sammelte, übernahm Zingone 2006 die Gastronomie der Golfriege im ETuF, einem Sportverein mit mehreren Abteilungen, von denen eine direkt am Ufer des Essener Baldeneysees einen schmucken 9-Loch-Platz unterhält.

Nach 10 Jahren im ETuF kam der Wechsel nach Mülheim, weil mit der gestiegenen Popularität die Räumlichkeiten in Essen schlicht zu klein geworden waren und für den Starkoch in Mülheim ganz andere Entfaltungsmöglichkeiten geboten werden.

Marco Zingone stillt mit seinem Team den Hunger der mehr als hundert Spielerinnen und macht neugierig auf mehr.

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