Bild Information: Bislang größter Titel und Eintrag ins Goldene Buch des GC SLR: Meja Örtengren aus Schweden (Foto: DGV/stebl)

Titel geht nach Schweden

GBGO 2021
 

Der Titel der 17. German Girls Open geht nach Schweden. Meja Örtengren sichert sich mit 67, 71 und 70 Schlägen die Goldmedaille und hat am Ende zwei Schläge Vorsprung auf die beiden ersten Verfolgerinnen.

St. Leon-Rot – Am Morgen der Finaltags der 17. German Boys & Girls Open war der Himmel wolkenverhangen. Da es keinen Cut gab, spielten alle Athleten eine dritte Turnierrunde. Ab 7.30 Uhr wurde gestartet.
Als der Leaderflight der Mädchen um 13.20 Uhr startete, war es schon wieder schwülwarm, aber es gab kein Gewitter. Ein heftiger Regenschauer störte nur kurz. Der sportlich-positiven Atmosphäre tat dies aber keinen Abbruch. Man merkte allen Talenten und auch den Betreuern an, wie groß die Freude und Erleichterung ist, endlich wieder international auf so hohem Niveau Wettkampfsport zu betreiben.
Durch die langen Zeiten mit Einschränkungen waren noch nicht alle Spielerinnen wieder bei 100 Prozent ihres Leistungsvermögen angekommen, aber insgesamt und ganz besonders an der Spitze wurde Klassegolf gezeigt.

Hochspannung

Für Paula Schulz-Hanßen stand in diesem Jahr ganz oben auf dem Wunschzettel, endlich die GBGO zu gewinnen – bei ihrem letzten Start, denn inzwischen ist die Europameisterin 18 Jahre alt. Mit einem scheinbar komfortablen Vorsprung von vier Schlägen auf die beiden Schwedinnen Meja Örtengren und Nora Sundberg ging es in die Finalrunde.


Die ersten beiden Schläge der Führung gab die Nummer 13 des World Amateur Golf Rankings schon auf den Bahnen 2 und 3 ab. Örtengren selbst fing sich auf Bahn 4 einen Bogey, setzte mit einem Birdie auf Bahn 6 die Deutsche aber mächtig unter Druck, die hier schon ihren dritten Bogey notieren musste.
Auf Bahn 9 verlor Paula Schulz-Hanßen nicht nur die Führung, sondern geriet sogar ins Hintertreffen, denn die Schwedin brachte ihr zweites Birdie unter, während die Spielerin aus St. Leon-Rot nach einem Doppelbogey mit fünf über Par auf die Backnine kreuzte.

Kampf auf der Backnine

Somit ging das Duell um die Spitze mit umgekehrten Vorzeichen noch einmal ganz neu los und es entwickelte sich ein heißer Tanz mit mehreren Spielerinnen, weil Ines Archer aus Frankreich, die mit sieben Zählern Rückstand auf die deutsche Favoritin gestartet war, auf der Frontnine vier Birdies notierte, um bei einem Bogey mit -3 auf die Backnine zu gehen.
Zudem waren Sofia Sá und Lilas Pinthier auch wieder vorne dran. Am Ende sicherten sich die Portugiesin und die Französin schlaggleich den zweiten Platz. Silber ging nach Kartenstechen an Lilas Pinthier, Sofia Sá nimmt die Bronzemedaille mit nach Portugal.

Ohne Birdie

Nach dem Double auf Bahn 9 hielt Paula Schulz-Hanßen ihre Scorekarte zwar blitzsauber und kam nach einem Bogey von Meja Örtengren auch wieder etwas heran, aber da der Deutschen kein Birdie mehr gelingen wollte, war der Kampf um den Titel und die Medaillen nach Runden mit 68, 66 und der finalen 77 schlaggleich mit Nora Sundberg zu Ende gegangen. Im Kartenstechen belegte PSH im Endklassement Rang fünf.


Anglett in Top Ten

Neben Paula Schulz-Hanßen war noch eine zweite Athletin des Golf Team Germany in der Top Ten: Katharina Anglett vom Stuttgarter GC Solitude startete mit einer 77 nicht optimal in dieses hochklassige Turnier, brachte anschließend aber mit einer 68 und einer 69 ganz starke Ergebnisse in die Wertung. Mit gesamt zwei unter Par steht die Spielerin aus Baden-Württemberg auf einem guten achten Platz und war damit insgesamt zufrieden: „Die GBGO ist einer der Saisonhighlights. Ich habe mich sehr auf das Turnier gefreut, vor allem, weil es das erste internationale Turnier seit langem war. Nach dem ersten Tag hätte ich nicht gedacht, dass ich es in die Top Ten schaffe. Ich habe aber trotzdem versucht, das Beste daraus zu machen. Meine Abschläge und die Putts waren in dieser Woche gut.“

Gesamtergebnis stimmt Bundestrainer zufrieden

Sebastian Rühl war nach den drei Tagen von St. Leon-Rot zufrieden, auch wenn keine Medaille in Deutschland blieb: „Ich empfinde große Dankbarkeit, nach langer Zeit ein so großes und so gutes Turnier spielen zu können. Der GC St. Leon-Rot hat sich wie immer ins Zeug gelegt und sich bei den Plätzen selbst übertroffen. Einige Dinge rundherum fielen wegen Covid aus, aber die Plätze waren im besten Zustand ever. Das Teilnehmerfeld war sehr stark. Das war ein Wettspiel unter Druck auf einem guten Golfplatz, also genau das, was uns in den letzten Monaten gefehlt hat. Unsere sportlichen Ziele sind in den letzten Jahren nach oben gerutscht. Sechs Deutsche, darunter vier aus dem Junior Team Germany, haben es in die Top 20 geschafft. Das sportliche Fazit also absolut positiv.“

Stimmen der Athletinnen

Natürlich war Paula Schulz-Hanßen am Abend des Finaltags enttäuscht. „Ich habe versucht, den guten Flow der letzten Tage für heute mitzunehmen und mich nicht auf meinem Vorsprung auszuruhen. Leider war heute einer dieser Tage, wo es nicht sein sollte“, kommentierte die Europameisterin am Abend gefasst das Geschehen des Tages.

Die Siegerin aus Schweden genoss den Moment des Triumphs in vollen Züge. „Dieser Sieg bedeutet mir alles. Ich spiele schon lange Golf, das hier ist aber mein bisher größter Erfolg. Ich hatte heute keinen guten Start, aber dann habe ich einige längere Putts gemacht. Ich habe mich ganz auf mein Spiel konzentriert und habe so gut gespielt, wie es eben nur geht. Das Turnier war einfach nur großartig. Alles hier! Die Organisation, das Greenkeeping, alle haben einen tollen Job gemacht“, bedankte sich die 16-Jährige, die als Karriereziel nicht mehr und nicht weniger hat, als die beste Spielerin der Welt zu werden.

Kraftakt gestemmt

Schon in normalen Zeiten ist es für die jungen Athleten und Betreuer aus Europa und darüberhinaus immer sehr beeindruckend, was in St. Leon-Rot geboten wird. In der Pandemie hat Eicko Schulz-Hanßen, Geschäftsführer und Macher im GC St. Leon-Rot mit seinem Team schier unmenschliche Anforderungen angenommen und in kleinteiliger Präzisionsarbeit geschafft, was vor allem angesichts zu der Zeit noch hohen Inzidenzen als fast unmöglich galt: Ein großes Golfturnier auf die Beine zu stellen, bei dem Talente aus ganz Europa zusammenkommen und auf sportlich höchstem Niveau einen Wettkampf auszutragen.


Neben der geübten Organisation, die in SLR schon stets weit über das national und auch international Übliche hinausgeht, kamen in diesem Jahr noch sämtliche Gespräche und Anforderungen hinzu, die dem Virus geschuldet waren. Das Hygienekonzept war allumfassend, bis hin zu professionellen Tests an allen Turniertagen. Mehr geht nicht und auch deshalb konnte das Turnier in dem Gefühl gespielt werden, dass die Sicherheit aller Beteiligten zu jedem Zeitpunkt gewährleistet ist.
Eicko Schulz-Hanßen bedankte sich bei seinem Team, so großartig die Umsetzung des Großprojekts bewerkstelligt zu haben: „Wir sind absolut begeistert vom Sport und wollten es nach der Absage im letzten Jahr unbedingt möglich machen. Wir haben das abgearbeitet. Wir haben mit unglaublich vielen Menschen geredet, wir haben von Verbänden und Behörden große Unterstützung erfahren. Wir haben daran geglaubt, es möglich zu machen und sind auch in Vorleistung getreten. Das Team hat sich wirklich viel, viel ausgedacht, was wir tun können. Das Thema Testen haben wir ganz klar nach vorne gestellt und somit haben wir es geschafft, am Ende viele zu überzeugen. Was die Kolleginnen und Kollegen hier im GC St. Leon-Rot, aber auch mit dem DGV, was wir also gemeinsam geleistet haben, allen voran die Projektleiterin Meike Schumacher, war, ein ganz dickes Brett zu bohren. Wir sind sehr stolz auf diese Teamleistung und ich bin sehr dankbar, dass wir das gemeinsam so haben möglich machen können.“
Beim Anblick der Jugendlichen, die sich auf diesem hohem Niveau messen konnten, hatte der engagierte Manager nur einen Gedanken: „Ich bin einfach nur glücklich!“

Respekt und Dank

Auch Marcus Neumann, Vorstand Sport im Deutschen Golf Verband, war beeindruckt: „Das war schon eine sehr intensive Zeit und es hat alle sehr viel Kraft gekostet, niemals den Glauben daran zu verlieren, dass wir in diesem Jahr wieder dieses so einmalige Turnier erleben können. Gerade für die vielen Gäste aus aller Herren Länder den Weg zu ebnen, Erfahrungen in einem Wettkampf auf diesem Niveau zu sammeln, nötigt mir größten Respekt ab. Wäre da nicht der eiserne Wille des GC St. Leon-Rot, alles, aber auch wirklich alles für die Jugend zu machen, hätte man sicher aufgegeben, dieses Turnier in 2021 stattfinden zu lassen. Aber hier wurde gezeigt, was möglich ist, wenn der feste Wille da ist, den Sport nicht vom Virus diktieren zu lassen.“

 

ENDSTAND GIRLS

RANG NAME     ENDSTAND
1 Meja Örtengren SWEDEN   -8
2 Lilas Pinthier FRANCE   -6
3 Sofia Sá PORTUGAL   -6
T4 Paula Schulz-Hanßen GERMANY -5
T8 Katharina Anglett GERMANY -2
T12 Philipa Gollan GERMANY Even Par
T12 Catharina Lohoff GERMANY   Even Par
T16 Helen Briem GERMANY +1
T25 Tessa Kremser GERMANY +4

 

So lief Tag 2 Finaltag Boys Leaderboard Girls

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