Bild Information: England und Deutschland siegen in der Nationenwertung (Foto: DGV/stebl)

Tiefe Scores, Hole in one und Hochspannung

GBGO 2019
 

Der zweite Wettkampftag bringt bei der 16. German Boys & Girls Open eine Flut an absoluten Top-Ergebnissen. Für den Finaltag darf man sich auf spannende Duelle freuen.

St. Leon-Rot – Was für ein famoser Tag in St. Leon-Rot! Auf zwei Plätzen in perfektem Zustand, wie geschaffen für ein Turnier mit jeweils mehr als 100 der besten Jugendlichen Europas, kamen Mädchen und Jungen bei strahlendem Sonnenschein reihenweise mit sehr tiefen Scores von der Runde.
Bei den Jungen haben gleich vier Athleten auf dem Kurs Rot, der mit Par 72 gespielt wurde, mit nur 66 Schlägen (-6) den besten Score des Tages unterschrieben. Für den Iren Luke O´Neill bedeutet die 66 nach der 69 vom ersten Tag einen Gesamtscore von neun Schlägen unter Par und damit die alleinige Führung in diesem so starken Feld. Würde der Ire am Ende triumphieren, wäre es für den 18-Jährigen der bislang größte Titel überhaupt.


Die anderen drei Youngster, die am zweiten Wettkampftag nur 66 Schläge brauchten, tragen alle den Bundesadler auf dem Shirt und sind aus dem Junior Team Germany, das von Jungen-Bundestrainer Christoph Herrmann betreut wird: Jonas Baumgartner vom GC Hösel, Tiger Christensen vom Hamburger GC und Frederik Schott vom Düsseldorfer GC.
Für Jonas Baumgartner und Frederik Schott reicht diese 66, um mit nur drei Schlägen Rückstand auf den Leader vom geteilten vierten Platz in die Finalrunde zu starten.
Der Bundesliga-Spieler des GC Hösel hat durch seine Leistung großes Selbstvertrauen getankt. „Mein langes Spiel war heute sehr gut. Vom Tee habe ich mich sehr sicher gefühlt und so konnte ich mir viele Birdiechancen erarbeiten. Auf den Grüns hätte ich mir noch ein paar Schläge sparen können, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. Ich versuche morgen, im selben Rhythmus zu spielen, um mir wieder viele Birdiechancen zu geben und dann am Ende vielleicht zu gewinnen“, blickt Jonas Baumgartner sehr zuversichtlich auf die Finalrunde.
„Ich habe heute sehr solide gespielt und hatte ein gutes langes Spiel, was mir fast immer einen guten Birdieputt ermöglicht hat. Die Putts waren eigentlich heute nicht so gut, aber in den wichtigen Momenten sind die Bälle dann doch gefallen. Daher bin ich für morgen sehr zuversichtlich. Ich werde gleich noch mal ein bisschen trainieren gehen, um mein Putten zu verfeinern, damit ich mit einem guten Gefühl morgen in die Runde gehen kann und dann auch ganz entspannt spielen werde“, war der Youngster des Düsseldorfer GC ebenfalls sehr aufgeräumt.
Vor den beiden 66er-Schützen stehen noch zwei Spieler aus dem Kader von Christoph Herrmann. Philipp Katich (GC SLR) hat seiner 68 eine 69 folgen lassen und hat damit ebenso zwei Schläge Rückstand auf Luke O´Neill wie Felix Krammer vom Münchener GC, der am zweiten Tag eine 67 unterschreiben durfte.

Philipp Katich kommentierte den zweiten Tag bei seinem Heimspiel sachlich: „Das Endergebnis ist mit drei unter Par solide. Es war viel mehr drin. Das lange  Spiel war komplett Bombe und ich habe auch gut gepitcht, haben mir so viele Chancen gegeben. Ich habe mich beim Putten eigentlich gut gefühlt, konnte aber die Breaks nicht richtig einschätzen. Ich gehe mit einem guten Gefühl in die Runde morgen und möchte einfach weiter fokussiert bleiben, gute Schläge machen, mental stark sein und versuchen, tief zu gehen.“
„Ich bin solide in die Runde gestartet hatte früh viele Birdies und war nach der Frontnine fünf unter Par. Es lief alles wunderbar. Auf der Backnine habe ich erst  eine Birdiechance vergeben. Auf Bahn 12 habe ich einen Ball verloren und einen Doppelbogey gespielt. Das hat ein kleines Tief nach sich gezogen und ich habe etwas gebraucht, um da wieder rauszukommen. Ich habe dann aber ein starkes Finish hingelegt. Das stimmt mich positiv und ich gehe ganz entspannt morgen raus. Ich werde mein Bestes geben“, freute sich Felix Krammer nach der guten Runde.
Tiger Christensen schob sich mit seiner famosen Leistung, seinem bislang besten Turnierergebnis überhaupt, bis in die Top Ten, nachdem er zum Auftakt des Turniers noch eine 74 unterschrieben hatte. Vom Start weg brachte der Hanseat Birdie auf Birdie unter und lag nach nur sieben gespielten Bahnen schon bei fünf unter Par. Bogeyfrei marschierte der 15-Jährige über die Runde und brachte noch ein sechstes Birdie unter. „Das war heute natürlich ein Klassetag. Ich werde morgen einfach probieren, meine Strategie Schlag für Schlag abzuspulen“, möchte das Nordlicht am Finaltag unmittelbar an seiner Leistung vom zweiten Wettkampftag anknüpfen.

Nina Lang mit großem Sprung

Nina Lang vom Bundesliga-Aufsteiger GC München Valley hat sich mit dem zweitbesten Ergebnis des Tages bei den Mädchen bis auf Rang drei nach vorne geschossen. Neun Birdies brachte die Bayerin auf ihre Karte und hat damit gezeigt, wie der Kurs St. Leon auseinander genommen werden kann. „Das Putten war heute sehr gut. Mit guten Eisenschlägen habe ich mir viele Birdiechancen gegeben und viele davon auch verwandelt. Ich bin ziemlich gut von der Teebox runtergegangen und habe wenige Fehler gemacht. Den Kurs Rot halte ich für leichter, da kann man noch tiefer gehen. Mein Ziel für die Finalrunde ist daher, wieder sehr solide vom Tee zu kommen, die Fairways zu treffen und dann mit guten Eisen wieder viele Birdiechancen zu erarbeiten“, schickt die Jugend-Nationalspielerin eine kleine Kampfansage an die Führenden. Am Abend stand Nina Lang noch mit Clubkameradin Chiara Horder auf dem Puttinggrün, um die Ruhe zu nutzen, als sonst niemand mehr auf der Anlage war.


Noch einen Schlag besser war an diesem Tag nur die Französin Alizee Vidal. Auch die Spielerin aus der Grande Nation brachte neun Birdies auf ihre Karte und freute sich am Abend riesig über ihre tolle Leistung. „Ich habe mich sehr auf meine Ziele fokussiert. Der Kurs St. Leon ist ein toller Golfplatz. Man muss eine gute Strategie haben, weil Fehler bitter bestraft werden. Ich bin sehr froh über meinen bislang besten Score“, jubelte die Französin, die in Evian immerhin auch schon einmal acht Birdies gespielt hatte. Vidal geht vom geteilten fünften Platz in die Finalrunde.

Tränen der Freude

Tränen der Freude gab es bei Lydia Volkmer. Die junge Athletin vom GLC Berlin-Wannsee lag nach siebzehn Bahnen fünf unter Par und bekam angesichts dieses fabelhaften Scores doch etwas weiche Knie. Die Folge war ein Bogey auf der letzten Bahn. Die 68 reichte aber, um gemeinsam mit Nina Lang am Abend vor der Finalrunde im Klassement auf dem geteilten dritten Platz zu stehen. Direkt am Grün gratulierte Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl und zollte der Spielerin großen Respekt für ihre tolle Leistung.
„Nach dem gestrigen Tag war mein Ziel für heute, einfach eine solide Runde zu spielen. Ich bin gut gestartet und dann kam irgendwann Vertrauen in mein Spiel. Die Schläge kamen näher an den Stock und die Putts fielen wie von Zauberhand. Ich konnte mich dann gar nicht mehr gegen die Birdies wehren“, sagte die Berlinerin leicht augenzwinkernd. Am Finaltag möchte Lydia Volkmer raus gehen und ganz ohne Druck einfach nur Spaß haben.

Doppelführung

Nur einen Schlag besser als Lang und Volkmer gehen die beiden Co-Leaderinnen Lily Humphreys aus England und Emilie Paltrinieri aus Italien in die Finalrunde. Beide haben jeweils eine Runde mit 68 und eine Runde mit 71 Schlägen in die Wertung gebracht, nur in unterschiedlicher Reihenfolge.

Zweimal 67

Zwei Spielerinnen aus dem Kader von Sebastian Rühl brachten ganz starke Scores mit 67 Schlägen in die Wertung. Paula Schulz-Hanßen vom gastgebenden GC St. Leon-Rot und Anni Eisenhut vom Münchener GC klettern damit schlaggleich auf den geteilten zehnten Platz.
„In meiner Runde heute habe ich ziemlich gute Schläge ins Grün gehabt. Morgen ist das Ziel auf jeden Fall, noch tiefer zu schießen“, ist Paula Schulz-Hanßen bei ihrem Heimspiel noch nicht am Ende ihrer Träume angekommen.
Anni Eisenhut hatte an dem Tag umgesetzt, was sie sich vorgenommen hatte: „Ich war heute sehr fokussiert und hatte ein gutes Mindset. Ich hatte mir vorgenommen, viele Birdies zu spielen. Ich konnte meine Eisen gut an die Fahne setzen und dann auch einige Putts lochen. Morgen will ich wieder genau so an die Finalrunde heran gehen und geduldig bleiben. Ich fühle mich mit meinem Spiel gerade sehr wohl und freue mich auf morgen!“
 

Hole in One

Die Schweizerin Olivia Tamburlini hat mit der Vergabe der Medaillen auf Rang 75 voraussichtlich nichts mehr zu tun, aber nach ihrer 81 vom ersten Tag unterschrieb die Eidgenossin eine solide 71. Dazu beigetragen hat auch der Schlag des Tages, denn auf Bahn 16 lochte Tamburlini mit einem Eisen 6 zum Hole in one ein. Der Jubel war groß und am Abend bekam die Schweizerin vom GC St. Leon-Rot zur Erinnerung an diesen seltenen Schlag eine Fahne überreicht.

Nationenwertung

Am Abend des zweiten Wettkampftages gab es traditionell die Siegerehrung der Nationenwertung.
Gewohnt flott und launig führte Eicko Schulz-Hanßen durch diese Ehrung.

Nationenwertung Herren

Rang Nation Schläge
1 Germany 1 -16
2 Germany 2 -11
3 Portugal -9


Nationenwertung Damen

Rang Nation Schläge
1 England -12
2 Germany 1 -11
3 Italy -10

 

Bilder Kurs St. Leon

Bilder Kurs Rot und Übungseinrichtung

Die Mädchen tragen ihre Finalrunde auf dem Kurs Rot aus, die Jungen gehen auf Kurs St. Leon. Gestartet wird jeweils von Tee 1 ab 7.30 Uhr.
Die Leaderflights werden erst nach 13 Uhr starten, so dass erst am späten Nachmittag feststehen wird, wer die Titel und Medaillen mit nach Hause nehmen darf.

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