Bild Information: Schweden und Frankreich holen die Titel (Foto: DGV/stebl)

Lindblad und Larcelet sichern sich die Titel

Allianz GBGO 2018
 

Grandioses Finale inklusive Stechen der 15. Allianz German Boys & Girls Open (GBGO) zieht Zuschauer in seinen Bann.      

St. Leon-Rot – Der Finaltag war in St. Leon-Rot mal wieder eine große Sache. Die Jugendlichen bekamen einen Vorgeschmack darauf, wie es ist, wenn viele Zuschauer auf dem Platz sind. Der Tag der offenen Tür beim GC St. Leon-Rot sorgte in Verbindung mit dem Finale der GBGO bei phantastischem Wetter für großes Interesse in der Kurpfalz.

Start-Ziel-Sieg

Nach Irland hat sich Ingrid Lindblad ihren zweiten großen, internationalen Titel gesichert und jubelte nach dem Siegputt überglücklich mit ihrem Team. Wieder hatte die Schwedin sehr überzeugend gespielt und viele Schläge ins Grün dicht an den Stock gesetzt. Es wäre noch mehr drin gewesen, aber der Putter war nicht richtig heiß. „Auf der Backnine wurde ich richtig nervös, als ich sah, dass Alessia nur noch zwei Schläge hinter mir lag. Da dachte ich mir, dass es Zeit für ein paar Birdies wird“, war es auch für die Siegerin enorm spannend.

Die Italienerin selbst war mit ihrem Ergebnis rundum happy, zumal Driver und auch Putter auf der Finalrunde sehr gut funktionierten: „Ich habe heute sehr solide gespielt und kann stolz auf mich sein. Als ich mit sechs unter Par auf das 18. Tee kam, wollte ich das nur nach Hause spielen und sehen, was die anderen machen. Ich kannte die anderen Scores nicht.“ Nach einem nationalen Titel in Italien und internationalen Turniersiegen in Belgien und Frankreich wäre Nobilio fast der nächste große Triumph gelungen.

Emma Spitz aus Österreich hat am Finaltag ebenfalls eine 66 unterschrieben und sich damit noch auf Platz drei vorgeschoben.

Alle drei Medaillengewinner blieben auf dem Course St. Leon am Finaltag ohne Bogey und durften sich über eine blitzsaubere Leistung freuen.

Stechen bei Herren

Bei den Herren ging Fredrik Strandberg mit drei Schlägen Vorsprung in den Tag und lag auch nach 16 Bahnen noch zwei Schläge vor den Verfolgern. Doch dann verließ den Sylter, der für den Hamburger GC spielt, die Stärke auf den Grüns und er musste noch zwei Bogeys hinnehmen. Dadurch kam es zu einem Stechen mit drei Spielern, denn Chi Hin Lou Tan aus Hong Kong holte auf den Deutschen mit einer 67 (-5) sechs Zähler auf und auch der Franzose Charles Larcelet kam mit einer 69 (-3) auf einen Gesamtscore von 207 (-9).

Auf dem ersten Extraloch schied der Asiate aus, nachdem er seinen Schlag ins Grün links hinter die Tribüne gesetzt hatte. Auch der Freedrop half nicht. Im Vorjahr hatte Tan, der seit Jahren in Schottland zur Schule geht, noch mit zweimal +6 den Cut verpasst. In diesem Jahr durfte sich Tan über die Silbermedaille freuen, da er im Vergleich zu Strandberg die bessere Finalrunde gespielt hatte.

Der Norddeutsche und der 16-jährige Franzose gingen das erste Extraloch gleichauf, nachdem Strandberg mit einem Monsterdrive das Fairway geteilt hatte, der Franzose den kürzeren Abschlag mit einem sehr guten Eisen ausglich.

Auf dem zweiten Extraloch fiel eine Vorentscheidung scheinbar schon beim Abschlag, denn Fredrik Strandberg nagelte seinen Drive rechts ins Wasser.

Larcelet lag kurz vor dem Bunker linker Hand und setzte seinen zweiten Schlag sicher auf das Grün.

Ganz stark, wie Strandberg nach seinem Drop den Schlag aus dem Rough so dicht an die Fahne setzte, dass er sich die Chance erkämpfte, das Par zu halten. Die Zuschauer auf der inzwischen vollbesetzten Tribüne jubelten nach diesem tollen Schlag.

Charles Larcelet schob seinen ersten Putt auf weniger als einen halben Meter ans Loch, konnte aber nicht schon mit einem Birdie der Stechen beenden. Nun lag der Druck tonnenschwer auf den Schultern des Deutschen. Etwas mehr als ein Meter, um ein drittes Extraloch zu erzwingen. Der Putt fiel aber nicht und so war der Weg für den Youngster aus der Grande Nation frei.

Die Enttäuschung bei Strandberg war anfangs riesig, denn er hatte schon mehr als eine Hand am Siegerpokal gehabt - und dann den Titel doch nicht gewonnen.

„Heute habe ich einfach nicht auf den Platz gebracht, was ich auf den Platz hätte bringen müssen, um zu gewinnen. Mein Putter war nicht so wie an den anderen Tagen. Dadurch war es ein ganz anderes Spiel und das hat man am Score gesehen. Hier mit eins über Par vom Platz zu gehen, ist für mich kein Maßstab. Ich habe über das Turnier eine gute Leistung abgerufen. Ich werde weiter Turniere spielen, um eine gute Ausgangsposition für ein College-Studium zu bekommen“, blickt Strandberg nüchtern auf den Tag, aber zuversichtlich in die Zukunft. Der Norddeutsche wird in der Hanseatischen Golf Union (HGU) im Team 16Plus gefördert. Die HGU sieht sich dadurch bestätigt, Jugendliche auch über das 16. Lebensjahr hinaus zu fördern.

Charles Lacelet, der im Osten Frankreichs lebt und nach einem verpassten Par-Putt auf der regulären Runde nicht mehr damit gerechnet hatte, noch Siegchancen zu haben, strahlte nach dem Sieg umso mehr: „Ich bin sehr stolz. Es war toll, auf diesem tollen Platz zu spielen. Als ich auf dem zweiten Extraloch sah, dass Fredrik im Wasser landete, wollte ich den Ball nur sicher auf das Grün bringen, denn es war klar, dass es für ihn schwierig würde, sein Par zu halten. Nach seinem tollen Schlag an den Stock tat es mir leid für ihn, dass er den Putt danach nicht gemacht hat.“

Beste Deutsche

In diesem Jahr ist das Leaderboard passend zu dem ganz starken und sehr internationalen Feld bunt. Fahnen etlicher Nationen tauchen vorne auf. Schwarz-Rot-Gold steht bei den Mädchen erst auf Rang fünf. Mit ihrer besten Turnierrunde hat sich Paula Kirner noch nach vorne gearbeitet. Die Spielerin aus dem Kader von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl unterschrieb eine blitzsaubere Scorekarte mit fünf Birdies und kommt auf einen Endscore von 210 (-8). Nach drei Bahnen lag die Spielerin vom Kiawah GC Riedstadt schon bei zwei unter Par. „Mein Ziel war erstmal, heute besser in die Runde zu kommen. Das ist mir gelungen. Ich habe heute richtig gutes Golf gespielt. Meine langen Schläge waren alle auf der Bahn und ich habe 15 Grüns in Regulation getroffen. Einige Zeit ist dann aber nichts mehr gefallen, aber ich habe trotzdem Geduld gehabt, um nicht doch noch ein Bogey zu kassiert. Zum Ende hin habe ich noch dreimal Bälle an die Fahne genagelt und Birdies gemacht. Insgesamt war das Turnier für mich super, denn es wirklich ein großes Turnier und es ist sehr gut, hier vorne mitzuspielen.“

Bei den Jungen ist hinter Fredrik Strandberg der Kölner Tim Tillmanns bester Deutscher geworden. Grundsolide kam Tillmanns mit einer 70 (-2) rein und klettert mit gesamt -7 auf den geteilten siebten Platz.

Auch Laurenz Schiergen schafft es in diesem Klassefeld, in die Top Ten zu kommen. Seine zweite 69 (-3) sorgten bei dem Rheinländer aus dem Junior Team Germany für einen Endscore von sechs unter Par.

Fast Platzrekord auf St. Leon

Die Runde seiner noch jungen Karriere spielte Christoph Bleier. Der 17-Jährige aus Österreich knallte nicht weniger als zehn Birdies auf den Platz und hielt die Scorekarte dabei blitzsauber. 62 Schläge sind nur ein Schlag mehr als der aktuelle Platzrekord und gleichzeitig seine mit Abstand beste Runde, die Bleier je gespielt hat. Mit diesem Fabelscore wurde der Spieler in Rot-Weiß noch bis auf Rang vier vorgespült und verpasste das Stechen um den Sieg um nur einen Zähler.

Das sagen die Bundestrainer

Christoph Herrmann war an allen Tagen auf dem Platz, um sich seine Burschen anzusehen und so wertvolle Erkenntnisse im Hinblick auf die Nominierungen für die Team-EM zu sammeln. Der Jungen-Bundestrainer war mit dem Verlauf dieser 15. Allianz German Boys & Girls Open sehr zufrieden, denn immerhin zwei seiner Schützlinge schafften es in die Top Ten: „Darüberhinaus haben wir noch drei weitere Spieler in der Top Twenty. Ich freue mich wirklich sehr über diese geschlossene Mannschaftsleistung, auch wenn wir uns wünschen würden, dass einer unserer Jungen ganz oben steht und ein Turnier gewinnt. Es ist halt kein Wunschkonzert, aber in der Breite stehen wir mit dieser sehr jungen Mannschaft an der richtigen Stelle und sind auch international gut aufgestellt. Siegspieler müssen wir eben weiter entwickeln.“

Eine wunderbare Überraschung, so Herrmann, sei der Auftritt von Fredrik Strandberg: „Das ist ein Spieler, den wir bisher weniger im Fokus hatten, weil er bis jetzt noch gar nicht so oft überregional gespielt hatte. Auf einmal setzt der hier solch´ ein Ausrufezeichen und gewinnt beinahe. Es ist eine großartige Sache, dass weitere, tolle Nachwuchsspieler heranwachsen. Dass Fredrik hier so über sich hinausgewachsen ist, freut mich für ihn sehr! Dazu kann ich ihm nur gratulieren und wir werden ihn weiter beobachten.“

Auch Rühl zufrieden

Grundsätzlich war Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl mit dem Abschneiden seines Teams sehr zufrieden. Fünf Deutsche in der Top 30 sind ein sehr gutes Ergebnis. „Noch besser erscheint das Ergebnis, wenn man bedenkt, dass sechs neue Spielerinnen im Kader sind. Für die war das hier das höchstrangige Turnier, was sie bislang international gespielt haben. Wir sind etwas ruhig in das Turnier gestartet, weil bei vielen wegen der Erwartungshaltung der eigentliche Heimvorteil doch eher ein Heimnachteil war. Es ist eines der wichtigsten Turniere für die Qualifikation der Team-EM. Deswegen war der Druck besonders hoch. Dafür haben sich viele Spielerinnen gut geschlagen. Ich freue mich riesig über den fünften Platz von Paula Kirner, die zwar knapp am Treppchen vorbei geschrammt ist, aber trotzdem viele extrem gute Sachen gemacht hat. Mein Fazit fällt rundum positiv aus: Toller Golfplatz, toller Austragungsort, wahnsinniger Pflegezustand, tolle Organisation!“

In zwei Wochen haben etliche Spielerinnen nochmal die Chance, sich hervorzutun, um so bei der Nominierung für die Team-EM berücksichtigt zu werden. Vom 14. bis 17. Juni findet in Mülheim die Internationale Amateurmeisterschaft von Deutschland statt. Dann wird der Mädchen-Bundestrainer noch einmal Erkenntnisse zum Leistungsvermögen seiner Spielerinnen bei einem hochklassig besetzten, internationalen Turnier sammeln können.

Endstand Mädchen Endstand Jungen

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