Bild Information: Sieg! Linn Grant und Falko Hanisch holen den Titel (Foto: DGV/stebl)

Grant und Hanisch holen Titel

Allianz GBGO 2017
 

Eine grandiose 14. Allianz German Boys & Girls Open (GBGO) geht mit Siegen von Linn Grant (Schweden) und Falko Hanisch (Berliner GC Stolper Heide) zu Ende. Die Hitzeschlacht ist geschlagen und viele Jugendliche treten mit leuchtenden Augen und vielen guten Erfahrungen die Heimreise an, auch wenn das Gesamtbild dadurch etwas getrübt wird, dass erneut der dritte Wettkampftag aufgrund von Gewitterunterbrechungen nicht beendet werden kann.  

St. Leon-Rot - Mit einem Siegerscore von -9 nach zwei Runden hat sich Falko Hanisch den Titel bei der 14. Auflage dieses inzwischen sehr prestigeträchtigen und hochkarätig besetzten Jugendturniers gesichert. Bei den Mädchen musste Linn Grant schon gesamt zwölf unter Par spielen, um den Titel gewinnen zu können.

Wie schon im Vorjahr fiel die dritte Runde Gewitterunterbrechungen zum Opfer, wobei schon etliche Athleten ihre Finalrunde beendet hatten, als der Spielleitung keine andere Wahl mehr blieb, als die Runde abzubrechen und somit aus der Wertung zu nehmen.

Bis dahin hatte sich ein Wettkampf auf absolutem Top-Niveau entwickelt, dem Zuschauer und Betreuer fasziniert folgten.

Bei den Jungen hatte der Engländer Toby Briggs das Feld von hinten aufgerollt und war mit einer überragenden 65 (-7) ins Clubhaus gekommen. Dabei bliebt der Engländer ohne Bogey und verdrängte damit zwischenzeitlich Falko Hanisch vom Platz an der Sonne.

Der 17-Jährige vom Berliner GC Stolper Heide war mit -9 in den Tag gestartet und hielt bis zur ersten Gewitterunterbrechung sein Par. Danach stellte sich beim British-Boys-Champion unerwartet doch noch Nervosität ein und prompt fing Hanisch sich an Bahn 6 einen Doppelbogey und fiel damit auf -7 zurück. Zeitgleich hatte Toby Briggs schon den Turbo gezündet und feuerte Birdie auf Birdie, so dass er sich mit seiner 65 auf gesamt -10 verbesserte und damit Leader im Clubhaus war.

Falko Hanisch kam aber wieder zurück und legte selber nach dem Weckruf Birdie auf Birdie nach, verbesserte sich ebenfalls wieder auf -10, hatte aber noch fünf Bahnen zu gehen, hätte sich damit noch weiter verbessern können.

Nachdem kurz zuvor noch im Blitzradar alles gut aussah, tauchte aus dem Nichts ein neues Gewitter auf und drei Blitze zuckten in so unmittelbarer Nähe zum Golfplatz des GC St. Leon-Rot, dass Turnierdirektor Sven Hahnl und Spielleiter Hartmut Wandtke gar nicht anders konnten, als die Spieler vom Platz zu holen. Da war es aber schon so spät, dass auch bei optimistischer Rechnung nach einem möglichen Ende der Gewitterunterbrechung keine Chance mehr bestanden hätte, das Wettspiel noch vor Einbruch der Dunkelheit zu Ende zu bringen.

Für die Abschlusswertung musste daher das Klassement nach zwei gespielten Runden als Basis dienen.

Champion Falko Hanisch war nach der Siegerehrung zwar glücklich, hätte aber lieber seine Runde noch zu Ende gespielt: „Toby Briggs hat heute zwar überragend gespielt, aber ich hätte es aus eigener Kraft heute auch wieder geschafft. Ich bin sehr glücklich, endlich auch in Deutschland gewonnen zu haben. Darauf habe ich lange gewartet, aber die Woche lief einfach super. Mein Spiel war sehr gut. Es tut mir für die Spieler, die heute gut gespielt haben und viele Plätze gut gemacht haben, wahnsinnig leid, aber manchmal geht eben die Sicherheit doch vor. Dadurch, dass mein erster Sieg gleich bei den British Boys war, ist die Freude über den Sieg heute zwar auch groß, aber nicht ganz vergleichbar. Ich habe hier aber gegen sehr, sehr starke Gegner gewonnen und habe bisher noch nie so gut im Zählspiel abgeschnitten. Das Turnier hat einen sehr hohen Stellenwert.“

Der angesprochene Brite war selber trotz des Turnierabbruchs gar nicht unglücklich. „Ich bin glücklich. Heute hat viel in meinem Spiel zusammen gepasst. Ich habe vom Tee sehr gut gespielt und war selten in Problemen. Auf den beiden ersten Runde hatte ich jeweils fünf Dreiputts, heute nur einen“, strahlte Toby Briggs, der trotz seiner famosen 65 ohne Medaille die Heimreise antreten musste.

Die Silbermedaille ging an Jiri Zuska. Der Tscheche, der Mitglied im GC St. Leon-Rot ist, hatte nach einer 67 und einer 70 bei -7 für das Turnier gelegen und war heute wechselhaft unterwegs, so dass er nach 13 gespielten Bahnen nur Even Par lag.

Rang drei teilen sich drei Spieler, davon zwei aus dem Junior Team Germany. Nach Kartenstechen blieben bei einem Gesamtscore vom -5 der Schwede David Nyfjall und Nick Bachem vom Marienburger GC ohne Edelmetall. Die Bronzemedaille sicherte sich Jannik de Bruyn vom GC Hösel, der eine 69 und eine 70 unterschrieben hat und heute ebenfalls Even Par lag, als der Turniertag sein jähes Ende fand. „Der Abbruch ist natürlich schade. Ich hätte gerne weitergespielt, denn ich war gerade wieder dabei, mich nach vorne zu kämpfen. Trotzdem waren diese German Boys and Girls Open wieder eines der Highlights in meinem Turnierkalender und ich blicke positiv auf diese Woche zurück“, zieht der Rheinländer ein positives Fazit.

Erfreulich aus deutscher Sicht die weiteren Top-Ten-Platzierungen: Tim Mayer vom Frankfurter GC wird auf Rang acht geführt, David Rauch vom Berliner GC Stolper Heide auf Rang neun.

Jungen-Bundestrainer Ulli Eckhardt war sichtlich stolz, dass sein Schützling einen weiteren großen Titel gewonnen hat. „Falko hat nun zwei der wichtigsten Jugendtitel in seinen Händen. Das ist großartig. Anhand der Beteiligung sieht man, wie hoch dieses Turnier international angesehen ist. Das war eine tolle Veranstaltung. Sehr schade, dass abgebrochen werden musste, denn das war da draußen gerade ein so großer Wettkampf. Ich bin mir sicher, dass Falko trotzdem gewonnen hätte. Die Jungs haben toll performt, nach vorne gespielt und genau das wollte ich sehen. Falko Hanisch ist einer der besten Jugendlichen Europas. Jetzt geht es darum, dass wir ihn weiter entwickeln und ausbilden, damit er seinen Weg zu den ganz Großen schafft. Und dass kann er.“

Gregor Tilch, der seit mehr als sechs Jahren als Trainer mit Falko Hanisch zusammen arbeitet, war ebenfalls sichtlich stolz über den neuerlichen Triumph des Youngsters: „Mir ist klar geworden, dass es für Falko hier die letzte Teilnahme war und es ist schön, das so zu beenden. Das ist ein toller Event und es macht riesig Spaß. Das ist ein toller Abschluss vor dem nächsten Step zu den Herren. Ich habe Falko das wirklich gegönnt, denn er hat richtig gut gespielt.“

Deutsche Mädchen ohne Medaille

Die deutschen Mädchen blieben in diesem Jahr ohne Medaille. Esther Henseleit war mit guten Chancen in den Tag gestartet, vorne noch mitzumischen, hatte dann allerdings noch nicht zu der Form der beiden Vortage gefunden. Gerade, als die Falkensteinerin zu einer Birdieserie angesetzt hatte, wurde das Spiel abgebrochen. Im Endklassement nimmt Henseleit als beste Deutsche nach Runden von 67 und 70 Schlägen Rang sechs ein.

Sarina Schmidt war vom geteilten 36. Platz in die Finalrunde gestartet und zeigte ihr großes Kämpferherz. Ohne Bogey ging die Bayerin die gesamte Runde und brachte fünf Birdies auf ihre Karte. „Ich hatte heute ein gutes langes Spiel mit präzisen Eisen. 16 Grüns habe ich in Regulation angespielt. Mit dem Ausgang der Runde bin ich sehr zufrieden, da ich auf den beiden Abschlussbahnen in Schwierigkeiten war, mich aber jeweils gut daraus befreit habe. Das war für mich persönlich sehr wichtig denn an den beiden Vortagen hatte jeweils nicht gut gefinished“, analysiert Schmidt ihre Finalrunde. Zum Zeitpunkt des Abbruchs hatte sich die Spielerin des GC München Valley damit bis auf Rang 16 vorgeschoben.

Hinter Linn Grant, die sich mit -12 den Titel sicherte, nimmt Emma Spitz mit -11 die Silbermedaille mit nach Österreich. Dahinter lagen drei Spielerinnen schlaggleich auf Rang drei. Mit -10 Schlägen darf sich nach Kartenstechen die erst 15-jährige Annabell Fuller aus England über die Bronzemedaille freuen. Das Nachsehen hatten Julia Engstrom (Schweden) und Caterina Don (Italien).

Die Siegerin aus Schweden war gar nicht so glücklich, den Titel ohne voll gespielte Finalrunde zu bekommen, freute sich aber vor allem, weil sie dadurch viele Punkte auf dem Weg zum Junior Solheim Cup bekommt.

Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl zog ein positives Gesamtfazit eines außergewöhnlichen Turniers: „Das neue Format kam an allen Ecken und Enden hervorragend an. Es waren insgesamt mehr als 200 Jugendliche am Start und alle Nationen haben begrüßt und anerkannt, was dies für ein Riesenevent geworden ist. Alle Leute sind dem GC St. Leon-Rot sehr dankbar für die freundliche Aufnahme. Die Plätze waren in einem so guten Zustand, wie ich sie schon lange nicht mehr gesehen habe. Das Greenkeeping hat da ganz Arbeit geleistet.“ Rühl spannte als Fazit der Tage von St. Leon-Rot einen großen Bogen: „Im Hinblick auf die Team-EM-Nominierung war dieses Turnier unheimlich wichtig. Daher war der Druck auf die Spielerinnen sehr hoch. Trotzdem ist es für viele gut gelaufen, weil sie tiefe Runden geschossen haben. Bei Esther Henseleit hat es einen großen Schub gegeben, der viel Vertrauen gibt. Celina Sattelkau hat in der zweiten Runde, als sie wusste, dass es drauf ankommt, mit ihrer fünf unter eine ganz hervorragende Leistung abgeliefert. Und auch wenn die Runde nicht gezählt wird, hat Sarina Schmidt eine fünf unter abgeliefert. Wie die Mädels mit solchen Drucksituationen inzwischen umgehen, ist vielleicht auch ein Verdienst von unserem Mental-Coach Justin Walsh.“

Marcus Neumann, Vorstand Sport im Deutschen Golf Verband, war über den Abbruch der Finalrunde nicht erfreut, konstatierte aber, dass dies bei einem Sport unter freiem Himmel immer wieder passieren kann. „Für die Athleten, die in der dritten Runde aufgeholt haben, ist das sehr ärgerlich. Bei Toby Briggs wird man nach seiner tollen Runde heute sicher auch ein weinendes Auge sehen. Niemand wird sich über den Sieg oder Medaillen so freuen wie nach drei vollen Turnierrunden. Aber damit müssen nun alle umgehen. Es wurden unter besten Bedingungen zwei tolle Turnierrunden gespielt. Die Plätze waren in grandioser Verfassung, was sicher mindestens ein lachendes Auge macht. Die Stärke der Jungen erfreut mich sehr. Nicht nur die Erfolge bei den Europameisterschaften der letzten Jahren, sondern nun auch hier machen klar, dass es nicht mehr nur ein Trend ist. Deutschland mischt bei den Jungen in der Spitze mit. Mit etwas Wehmut schaue ich auf den weiblichen Bereich, wo wir in der Tiefe vielleicht nicht ganz so stark sind wie zum Beispiel die Schweden, aber in der Spitze auch tolle Leistungen gesehen haben.“

Endresultat Jungen

RANG NAME     ENDSTAND
1 Falko Hanisch GERMANY -9
T3 Jannik de Bruyn GERMANY -5
T3 Nick Bachem GERMANY -5
T6 Tim Mayer GERMANY -4
T9 David Rauch GERMANY -3
T36 Lukas Demant GERMANY +1
T42 Cedric Otten GERMANY +2
T57 David Li GERMANY +4
T74 Nico Lang GERMANY +7

Endresultat Mädchen

RANG NAME     ENDSTAND
1 Linn Grant SWEDEN   -12
6 Esther Henseleit GERMANY -9
T24 Celina Sattelkau GERMANY -3
T24 Hannah Karg GERMANY -3
T24 Ava Bergner GERMANY -3
T36 Alexandra Försterling GERMANY -1
T36 Aline Krauter GERMANY -1
T36 Sarina Schmidt GERMANY -1
T36 Nina Lang GERMANY -1
T46 Anni Eisenhut GERMANY Even
T70 Polly Mack GERMANY

+4

 

 

 

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