Bild Information: Philipa Gollan (Lübeck-Travemünder GK/l.) und Finja Wietschorke (GC Hannover) sind die neuen Deutschen Meister der Mädchen in den Altersklassen 14 und 16. Foto: DGV/Kirmaier

Zwei Nordlichter strahlen im Süden

DM Mädchen AK 14/16
 

Finja Wietschorke vom GC Hannover und Philipa Gollan (Lübeck-Travemünder GK) gewinnen die Deutsche Meisterschaft der Mädchen. Während Gollan am Finaltag im GC Holledau souverän zum Titel in der AK 14 spaziert, zittert sich Wietschorke in der AK 16 erst im Stechen zum Triumph im oberbayerischen Regen.

Rudelzhausen/Holledau - Im entscheidenden Moment da zu sein. Richtig gut zu spielen, wenn es darauf ankommt. So gewinnt man Pokale. Philipa Gollan hat das bei der Deutschen Meisterschaft der Mädchen im GC Holledau eindrucksvoll bewiesen. Nach Tag eins war sie als Zweite noch in Lauerstellung gewesen, nach 36 Löchern war sie nur noch Dritte. Aber im Endspurt war sie voll da. Mit einer bärenstarken 68er-Finalrunde schob sich die Norddeutsche an allen Konkurrentinnen vorbei und spazierte mit gesamt zwei über Par (74, 76, 68) eindrucksvoll zu Gold – und das bei strömendem Regen. „Wir im Norden wissen ja, wie man mit so einem Wetter umgeht“, sagte die überglückliche Gewinnerin.

Das hügelige Terrain im GC Holledau, der sich mit schnellen Grüns und einem insgesamt hervorragend gepflegten Platz präsentierte, war wiederum nicht der große Vorteil der Lübeckerin. „Zum Glück hatten wir noch den E-Trolley dabei.“ Ihre Marschroute für den Finaltag zahlte sich voll aus. „Ich wollte nicht schauen, was die anderen machen, sondern wollte mich nur auf mein Spiel konzentrieren. Ich habe einfach geschaut, dass ich mein bestes Golf spiele.“ Hat geklappt. Schon nach den ersten neun Löchern setzte sich Philipa Gollan von ihren Verfolgerinnen ab. „Als ich fünf Schläge vorne war, war mir schon klar, dass ich erneut den Titel holen könnte.“

Endergebnis der AK 14

Erneut deshalb, weil sie bereits vor zwei Jahren die DM der Mädchen AK 14 gewonnen hatte. Damals noch als Zwölfjährige. Die beiden Titel könne man nicht miteinander vergleichen. „Beide Meisterschaften sind unbeschreiblich schön“, so die Siegerin. Mächtig Druck auf die Spitze machte Helen Briem vom Stuttgarter GC Solitude. Auch sie spielte mit einer 71 (-1) am Finaltag großartiges Golf, konnte Philipa Gollan aber nicht mehr einholen. Briem holte mit Runden von 76, 75 und 71 Schlägen (+6) am Ende die Silbermedaille. Bronze ging an Lara Ok vom GC St. Leon-Rot, die diese nationalen Meisterschaften im oberbayerischen Rudelzhausen (Landkreis Freising) mit Runden von 75, 73 und 77 Schlägen (+9) absolvierte.

Ein kleiner Krimi zeichnete sich im älteren Jahrgang 16 ab. Magdalena Maier war eigentlich mit einem komfortablen Vorsprung von fünf Schlägen in den Finaltag gegangen. Die Lokalmatadorin vom Münchener GC trainiert des Öfteren in der Holledau und war von vielen als große Favoritin in den Schlussspurt gegangen. Aber sie zeigte Nerven. Auf den ersten zehn Löchern verlor Maier sechs Schläge – genau auf dieser Strecke machte Finja Wietschorke zwei Schläge gut. Plötzlich stand die Hannoveranerin auf dem Leaderboard ganz oben. Nach 54 gespielten Bahnen musste sie aber doch in ein Stechen.

In diesem kämpfte Finja Wietschorke gegen die Hamburgerin Emilie von Finckenstein um den Deutschen Meistertitel. Das lag daran, weil von Finckenstein im Finish stark aufspielte und auf der 18 noch ein entscheidendes Birdie und am Ende eine sehr starke 68 (-4) notierte. Finja Wietschorke: „Ich dachte nach meinem Par-Putt auf der 18, dass es zum Titel gereicht hat, weil ich der Meinung war, dass eigentlich nur Magdalena Maier meine Konkurrentin war. Dann hat mir meine Mutter aber gesagt, dass ich wohl ins Stechen müsste.“

Im Playoff zeigten beide Spielerinnen bei herbstlichen Bedingungen und immer noch starkem Regen Nerven. Emilie von Finckenstein verzog ihren Annäherungsschlag nach rechts in den Wald und kassierte das Doppelbogey. „Da habe ich meine Chance gewittert und gespürt, dass eventuell ein Bogey zum Sieg reichen würde“, so Finja Wietschorke. Genau so war es auch. Mit gesamt 72, 71 und 70 Schlägen (gesamt -3) holte sich die Hannoveranerin am Ende die Goldmedaille. Silber geht an von Finckenstein (72, 73, 68), den Bronzerang teilen sich Lea Ludwig (GC St. Leon-Rot) und Magdalena Maier (Münchener GC) mit einem Gesamtscore von jeweils Even Par.

Endergebnis der AK 16

„Ich bin überglücklich und kann es noch gar nicht richtig glauben, dass ich hier gewonnen habe. Das fühlt sich super an“, erklärte Finja Wietschorke ihre Gefühle nach der Siegerehrung, die DGV-Vizepräsident Wilhelm Fumy moderierte. Der ausrichtende GC Holledau war ein würdiger Gastgeber, der Kurs im bayerischen Hopfenland Hallertau wurde von vielen Seiten sehr gelobt – nicht nur wegen der guten und schnellen Grüns. Auch für einen Golfclub gilt: Man muss da sein, wenn es drauf ankommt.

Thomas Kirmaier

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