Bild Information: Leader der Herren: Martin Obtmeier vom GC Straubing (Foto: DGV/stebl)

75. Deutsche Meisterschaften sind gestartet

DM Damen & Herren 2021
 

Beim Auftakt zu den 75. Deutschen Meisterschaften der offenen Altersklasse weint der Himmel. Dabei hätten Gastgeber und Athleten Kaiserwetter verdient gehabt. Der GC München Valley stellt für diese Jubiläumsauflage der nationalen Titelkämpfe einen hervorragenden Platz zur Verfügung.

Valley/Holzkirchen – Am Trainingstag der 75. Deutschen Meisterschaften hatten die 47 Damen und 72 Herren noch spätsommerliche Bedingungen.
Am ersten von vier Wettkampftagen sah dies dann allerdings ganz anders aus. Die Sonne war hinter dicken Wolken verborgen und es regnete fast durchgängig. Bei diesem trüben Wetter war der Blicken auf die Alpen versperrt, so dass die Athleten sich voll und ganz auf ihr Spiel konzentrieren konnten, ohne von dem bei guter Sicht beachtlichen Panorama abgelenkt zu werden.

Herren am Morgen

Die Herren waren ab 8.00 Uhr gestartet, die Damen gingen ab 12.40 Uhr raus.
Gespielt wird in diesem Jahr die „Ryder-Cup-Runde“ also eine Kombination der drei Schleifen des GC München Valley. Die Par 72 verteilen sich bei den Herren auf 6.788 Meter, während die Damen 5.829 Meter zu überwinden haben.
Es ging teilweise sehr tief, aber bogeyfrei zu bleiben, gelang fast keinem Athleten.
Streng genommen war Martin Obtmeier einer derjenigen, die kein Bogey auf der Karte haben. Dem Youngster des GC Straubing gelang 17 Bahnen lang fast alles und so kam der Silbermedaillengewinner der Deutschen Meisterschaft AK 18 mit fabelhaften neun unter Par auf das Tee von Bahn C9, die in dieser Meisterschaft am Finaltag als 18. Loch gespielt wird.



Sieben Birdies und ein Eagle auf Loch 10 – der Chip hatte seinen Weg in die Dose gefunden – stand bei Obtmeier schon in den Büchern und so war der Platzrekord greifbar. Bisher steht dieser bei 63 (-9) Schlägen.
Seinen zweiten Schlag auf dem 429 Meter langen Par 4 verzog der 17-Jährige etwas nach links, so dass der Ball im Wasser landete. Daraus resultierte ein Doppebogey und der Gesamtscore von 65 (-7) Schlägen – gleichbedeutend mit dem bisher tiefsten Score des Straubingers in einer Turnierrunde.
„Heute waren meine Annäherungen sehr gut und der Putter war heiß. Der Platz war heute für diese Witterungsbedingungen sehr gut. Es ist ein schöner Platz in gutem Zustand“, strahlte Martin Obtmeier nach seiner starken Auftaktrunde.
Der Bayer liegt mit dieser fabelhaften Leistung zwei Zähler besser als Leonhard Studzinski. Der Spieler des GC Hannover war gemeinsam mit Obtmeier und Hannes Hilburger auf der Runde. Während der Bundesliga-Spieler des GLC Berlin-Wannsee nicht vom Momentum der beiden anderen Spieler profitieren konnte und mit einer 81 (+9) nur auf Rang 67 steht, waren Studzinski und der Leader wie im Tunnel unterwegs.
Auch der Niedersachse hatte nach 17 Löchern noch eine blitzsaubere Scorekarte, von der zudem sechs Birdies strahlten. Der Schlag ins Grün traf zwar sein Ziel, blieb aber im vorderen Drittel liegen, so dass „Leo“ noch einen sehr langen Birdie-Putt hatte. Es wurde ein Dreiputt und damit auf den letzten Metern doch noch ein Bogey. Die 67 (-5) reicht aber, um alleine auf Rang zwei in die zweite Runde zu gehen.
„Der Platz spielte sich heute wegen des Regens sehr lang. Man hatte auf den Fairways wenig Roll. Durch die verhältnismäßig weichen Grüns sind die Anspiele aber deutlich einfacher. Insgesamt ist der Platz wie in den letzten Jahren in einem Topzustand“, erklärte Studzinski, der in einem Turnier schon mal acht unter Par gespielt hatte, aber auf dem anspruchsvollen Platz des GC München Valley noch nie so tief gehen konnte. Schlüssel zum Erfolg waren für den Hannoveraner an diesem Tag sein Spiel auf den Grüns: „Ich habe heute einige längere Putts gelocht und das Putten insgesamt war sehr gut.“

Dreimal T3 mit -4

Drei Spieler folgen mit einem weiteren Schlag mehr in den Büchern. Tim Wiedemeyer, der amtierende Deutsche Lochspielmeister, legte formidabel los und hatte nach zwölf Löchern schon sieben Birdies auf der Karte. Dazu noch ein Bogey auf Bahn 5. Im letzten Drittel der Runde sollte es aber nicht noch weiter nach unten gehen. Im Gegenteil ein „Double“ auf Bahn 15 kostete den ganz direkten Anschluss an den Leader, so dass sich der Jugend-Nationalspieler des Münchener GC mit einem Teamkameraden des Junior Team Germany zunächst Rang drei teilt.
Tom Haberer, wie Leonhard Studzinski im GC Hannover zu Hause, kassierte ganz früh ein Bogey, brachte in einem grandiosen Zwischenspurt von Bahn 9 bis Bahn 17 nicht weniger als sechs Birdies unter und beendete die Runde auf dem 18. Grün mit einem Bogey. Macht unter dem Strich ebenfalls 68 (-4) Schläge für den frisch gekürten Deutschen Meister der AK 18.


Dritter „68er“ ist Luca Maroto-Lopez. Der 20-Jährige des GC St. Leon-Rot hatte  mit einem Doppelbogey auf Bahn zwei einen unglücklichen Start. Auf den Bahnen 6 bis 10 lieferte der Kurpfälzer eine unglaublich starke Serie von fünf Birdies ab. Ein Bogey auf der elften Bahn stoppte diesen Lauf, aber Maroto-Lopez blieb konzentriert und schraubte seinen Score mit zwei weiteren Birdies auf 68 (-4) herunter.

Katich sauber

Einziger Athlet ganz ohne Score über Par auf der Karte war Philipp Katich vom GC St. Leon-Rot. Der Spieler des National Team Germany, der am vergangenen Wochenende bei seiner Premiere auf der Challenge Tour im Wittelsbacher GC bester Amateur im Feld war und ganz souverän den Cut gemacht hatte, notierte in seiner Auftaktrunde in Valley drei Birdies und 15 mal Par. Dies reicht schlaggleich mit Tim Bombosch (GC Hubbelrath) und Daniel Schmieding (Münchener GC) für den geteilten sechsten Platz.

Harter Kampf für Damen

War das Wetter am Vormittag, als die Herren ihre Auftaktrunde spielten, noch halbwegs erträglich, mussten die Damen am Nachmittag wirklich hart kämpfen. Der Regen legte teils kräftig zu und erschwerte das Spiel zusätzlich erheblich. Dies erklärt, warum nach der ersten Runde die ganz tiefen Scores bei den Damen fehlen.

Beseelt vom Solheim Cup

Helen Briem tritt bei dieser Meisterschaft mit viel Equipment in blau und gelb an. Die 16-Jährige vom Stuttgarter GC hat für Team Europe im PING Junior Solheim Cup sehr erfolgreich gespielt und durfte anschließend auch noch die Atmosphäre des „großen“ Solheim Cups sehr direkt erleben, als Europa in den USA seinen Titel verteidigte. Die amtierende Deutsche Lochspielmeisterin war mit vier Birdies auf den ersten zehn Bahnen perfekt gestartet und stand im Livescoring ganz vorne.
Zwar gelang der Schwäbin noch das fünfte Birdie auf Loch 12, daneben gab es aber auch noch zwei Bogeys und auf Bahn 14 sogar ein Doppelbogey. Mit 71 (-1) Schlägen blieb das Solituder Talent am Ende als einzige Athletin im Damenfeld an diesem Tag unter Par und geht als alleinig Führende in den zweiten Wettkampftag.
„Meine Annäherungen waren heute sehr gut. Dadurch habe ich mir viele Birdiechancen erarbeitet. Sobald ich das Grün nicht getroffen habe, wurde es schwierig und da habe ich einiges liegen lassen. Das Wetter war zwar schwierig, aber machbar“, ging die Jugend-Nationalspielerin aus dem Kader von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl sehr professionell mit den Elementen um.

Fast schon langweilig

Titelverteidigerin Helen Kreuzer hatte einen rundum soliden Start ins Turnier. Die Spielerin des Frankfurter GC, die im August sehr souverän Stage I der Qualifiers zur LPGA Tour genommen hat, hatte eine fast schon langweilige Runde. Erst elf Bahnen in Par, dann ein Birdie und am Ende ein Bogey. Macht in Summe 72 Schläge, Even Par für den Tag.
„Morgen dann Attacke“, kommentierte die Spielerin des National Team Germany ihre ganz persönliche Marschrichtung bei wahrscheinlich deutlich besseren Bedingungen am zweiten Tag der 75. Deutschen Meisterschaften.
Diesen guten Score und Platz zwei teilt sich Helen Kreuzer mit Sophie Böhlhoff. Die 16-Jährige des GC St. Leon-Rot konnte vier Birdies unterbringen, musste allerdings auch viermal ein Bogey notieren.

Bunte Karte

Ganz anders als bei Helen Kreuzer, der Deutschen Meisterin von 2020, verlief die Runde der Meisterin von 2019. Marie Coors, die 2019 noch für den Frankfurter GC den Titel holte und inzwischen beim Münchener GC in der 1. Bundesliga der Deutschen Golf Liga presented by All4Gold ihre sportlichen Zelte aufgeschlagen hat, drapierte zu jedem Birdie auch ein Bogey. Erst im letzten Drittel der Runde durchbrach die routinierte Spielerin diese Logik und schraubte ihren Score mit Birdies zunächst weiter runter. Am Ende unterschrieb Marie Coors aber doch eine 73 (+1), weil sie mit Bogey-Doppelbogey die Runde abschloss.
Mit zwei Schlägen Rückstand auf die Leaderin untermauerte die 26-Jährige ihre Ambitionen, wieder ein gehöriges Wörtchen im Kampf um Gold und Titel mitzureden.

Am Freitag, dem zweiten Wettkampftag, werden die Damen ab 8.00 Uhr starten. Die Herren folgen ab 12.00 Uhr.

Livescoring Damen Livescoring Herren

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