Bild Information: Malte von Blankenfeld und Helen Kreuzer, beide Frankfurter GC, holen die Titel (Foto: DGV/stebl)

Frankfurter Festspiele in München Valley

DM Damen & Herren 2020
 

Gold und Silber, bei Herren und Damen: Der Frankfurter GC räumt bei den 74. Deutschen Meisterschaften ab. Die neuen Deutschen Meister heißen Helen Kreuzer und Malte von Blankenfeld.

Valley/Holzkirchen –  Im GC München Valley haben sich Helen Kreuzer und Malte von Blankenfeld die Titel gesichert. Bei den Damen ging Silber an die Titelverteidigerin Marie Coors, Bronze sicherte sich Christin Eisenbeiß vom Hamburger GC.
Bei den Herren gab es gleich drei Silbermedaillengewinner. Lukas Buller vom Frankfurter GC, Christian Hellwig vom GC Hubbelrath und Timo Vahlenkamp vom Berliner GC Stolper Heide hatten im Endklassement drei Schläge Rückstand auf den Sieger, der als einziger Athlet in allen drei Meisterschaftsrunden unter 70 blieb.

Verkürzt

Eine Deutsche Meisterschaft ist auf vier Wettkampfrunden angesetzt. Aufgrund der langen Gewitterunterbrechung am dritten Tag war es ausgeschlossen, am Finalsonntag eine vierte Runde spielen zu können. Daher hatte die Spielleitung entschieden, die vierte Runde zu streichen und das Endklassement nach der dritten Runde zu werten.

Stechen

Bei den Damen war es klar, dass es einen Zweikampf zwischen Titelverteidigerin Marie Coors und Helen Kreuzer geben würden. Vor dem Start der Runde lag Kreuzer in Führung, büßte diese allerdings auf den ersten Bahnen ein, die am Samstag absolviert wurden. Auch am Finaltag lieferten die beiden sich ein spannendes Rennen Kopf an Kopf. Mal hatte die Spielerin aus dem Kader von Bundestrainer Stephan Morales die Nase vorne, mal zog die Titelverteidigerin vorbei. Mit einem Schlag Vorsprung kamen die Kontrahentinnen auf die 18. Ein Bogey von Marie Coors sorgte dafür, dass es zum Stechen kam.


Der Endscore der Athletinnen im Stechen lag bei acht unter Par. Helen Kreuzer hatte diesen durch Runden mit 67, 67 und 74 Schlägen erspielt, Marie Coors hatte Scorekarten mit 70, 67 und 71 Schlägen ins Clubhaus gebracht.
Gleichauf wurden die beiden ersten Extralöchern jeweils mit Par absolviert.
Auf dem dritten Extraloch nutzte Helen Kreuzer ihre Birdiechance und sicherte sich damit den Titel.

Christin Eisenbeiß spielte eine solide Finalrunde und hatte nach Runden mit 71, 67 und 72 Schlägen am Ende zwei Zähler Rückstand auf die Frankfurter Doppelspitze. Die Bronzemedaille geriet aber nicht in Gefahr, denn auch wenn Sophie Witt einen Sahnetag erwischt hatte und mit einer 68 (-4) die beste Finalrunde aller Athletinnen nach Hause brachte, reichte es für die Hubbelratherin nur noch für den vierten Platz, denn der Rückstand auf die Spitze war mit 75 und 70 Schlägen aus den beiden ersten Runden letztlich zu groß, um den Sprung auf das Podium noch zu schaffen.

Start-Ziel-Sieg

Bei den Herren gab es einen relativ klaren Start-Ziel-Sieg von einem Athleten, der mit keinen Erwartungen hinsichtlich der Platzierung angereist war. Malte von Blankenfeld hatte im Frühjahr noch mit einer schweren Verletzung aus dem Oktober 2019 zu kämpfen, zeigte auf der grandios gepflegten Anlage des GC München Valley aber über drei Tage durchweg großes Golf. Schon nach der 67 (-5) gehörte der Neu-Frankfurter zu einem Führungs-Trio, setzte sich am zweiten Tag mit einer 68 (-4) leicht von den Verfolgern ab und machte mit einer 69 (-3) am Finalsonntag den Sack souverän zu. Der Spieler, der erst in diesem Jahr vom GC Rheinhessen an den Main gewechselt war, hatte am Ende drei Schläge Vorsprung auf ein Trio.

Dreimal Silber

Die Silbermedaille wurde dreifach vergeben. Mit dem zweitbesten Score des Tages schob sich Timo Vahlenkamp noch vor. Der Sportsoldat vom Berliner GC Stolper Heide hatte nach 71, 69 und 67 Schlägen einen Gesamtscore von -9 in den Büchern.
Lukas Buller vom Frankfurter GC hatte die gleichen Zahlen, aber in umgedrehter Reihenfolge abgeliefert. Christian Hellwig vom GC Hubbelrath sicherte sich mit 70, 68 und 69 Schlägen den Podiumsplatz.

Tiefster Score

Den besten Score der Finalrunde spielte Sebastian Sliwka. Der Athlet des Hamburger GC schob sich mit einer 66 (-6) noch bis auf Rang sieben vor, nachdem er zuvor Scorekarten mit 75 und 69 Schlägen abgegeben hatte.

Stimmen der Meister

Malte von Blankenfeld war überglücklich, sich den Pokal des Meisters geschnappt zu haben. „Der Sieg kommt für mich sehr, sehr überraschend. Ich bin hier mit einer wirklich sehr niedrigen Erwartungshaltung angereist. Ich wollte mal wieder ein schönes Turnier spielen und war eigentlich schon nach der ersten Runde zufrieden. Dass noch eine zweite und für mich glücklich, nur eine dritte Runde hinterherkamen, ist noch ein bisschen unwirklich. Ich brauche da wohl noch die vier Stunden Heimfahrt, bis ich das richtig realisiere. Nach der Verletzung habe ich erst dreimal in Frankfurt spielen können, ehe der Corona-Shutdown kam. Der Platz hier in Valley ist dem Frankfurter Platz gar nicht so unähnlich, auch wenn hier alles so offen ist. Die Längen sind ähnlich, die Fairways sind ähnlich breit und anscheinend kommt das den Frankfurter entgegen“, so der 23-Jährige, der aus Eisenach in der Eifel stammt, aktuell in Frankfurt studiert und deswegen zum Frankfurter GC gewechselt war.
Der Athlet, der in diesem Jahr für den FGC auch in der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi gespielt hätte, blieb auch im Augenblick des Triumphes reflektiert: „Ich bin jetzt ja kein besserer Golfer, nur weil ich hier ein gutes Turnier gespielt habe. Es müsste noch einiges passieren, bis ich einen Wechsel in den Profibereich wieder in Erwägung ziehe. Das Studium ist für mich an Eins gesetzt.“
Einmal möchte der neue Deutsche Meister in diesem Jahr mit seiner Mannschaft noch einen Erfolg feiern: „Für die Aufstellung beim DGV-Mannschaftspokal in Hardenberg haben wir eine interne Rangliste. Da stehe ich jetzt ganz gut da. Ich hoffe, dass wir da genauso gut abschneiden wie hier.“

Die Meisterin

Dieser Titel bedeutet Helen Kreuzer sehr viel. „In dieser Saison haben wir nicht so viele Turniere wie sonst. Bei den wenigen Turnier wirklich gut zu spielen, ist nicht einfach. Dass ich das hier, obwohl es so knapp war, noch nach Hause gebracht habe, bedeutet mir sehr, sehr viel. Ich habe vor der Runde erwartet, dass Marie und auch Christin sehr gut spielen werden. Ich weiß, zu was die beiden fähig sind. Ich war überrascht, dass Marie auf der 18 noch ein Bogey gespielt hat, aber das ist dann meine Chance gewesen und danach habe ich zugeschlagen. Auf dem dritten Extraloch war ich ganz cool. Als ich geputtet habe, konnte Marie kein Birdie mehr spielen. Mein Putt war aber trotzdem etwas länger. Dass der reingeht, um mit einem Birdie zu gewinnen, war das I-Tüpfelchen.“

Komplettes Paket

Damen-Bundestrainer Stephan Morales war von der Leistung seines Schützlings sehr angetan: „Helen Kreuzer bringt das komplette Paket mit, um im Amateurbereich ganz vorne mitzuspielen. Sie hat eine gute Schlaglänge, haut gut Eisen, ist mittlerweile aus dem Bunker sehr sicher und auch das kurze Spiel ist sehr, sehr gut. Helen findet immer häufiger Vertrauen zu ihren Putts. Heute hat sie nach gutem Start etwas gewackelt, weil sie in zwei Situationen einen Dreiputt gemacht hat, wo man den nicht unbedingt hätte machen müssen. Gut war, dass sie weiter aggressiv gespielt hat, wie sie das heute wollte. Wenn das Putten noch stabiler wird, dann kann sie noch häufiger richtig tiefe Runden spielen und den nächsten Sprung nach vorne machen. Helen hat eine sehr gute Einstellung, arbeitet gut und ist gewissenhaft. Es gibt ganz viele positive Attribute, die sie hat und ich bin zuversichtlich, dass es so weitergehen kann und dass es heute nicht das letzte mal war, dass wir Freude an einer guten Platzierung von ihr hatten.

Vorstand glücklich

Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, hatte sich in München Valley diese Deutschen Meisterschaften angeschaut. Dem weinenden Auge, dass nur drei Runden gespielt werden konnten, standen viele positive Aspekte entgegen: „Der Wettergott hat uns hier nicht gut mitgespielt, so dass wir diese Meisterschaft mit nur drei Runden spielen konnten. Das soll aber nicht die Leistungen der Athleten schmälern. Das war ein spannendes Playoff mit einer stark aufspielenden Helen Kreuzer. Bei den Herren gab es eine Überraschung, denn niemand hatte vorher Malte von Blankenfeld auf Rechnung. Aber wer in drei Runden eine zweistellig rote Zahl auf das Scoreboard bringt, der muss viel richtig gemacht haben. Gratulation den beiden Meistern. Zwischenzeitlich hat es sich trotz Corona-Regeln wie eine normale Deutsche Meisterschaft angefühlt. Wenn ein Spieler am Ball steht, um den ins Loch zu bringen, denkt man natürlich nicht an Corona. Aber das holt einen ganz schnell wieder ein. Wir sind froh, dass wir zu den Sportarten gehören, die überhaupt eine Deutsche Meisterschaft austragen können.“

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