Bild Information: Mit überzeugendem Vorsprung sichern sich Esther Henseleit und Nick Bachem die Titel der Deutsche Meisterschaften 2018. (Foto: DGV/ Tiess)

Henseleit und Bachem Deutsche Meister 

DM AK offen
 

Esther Henseleit und Nick Bachem dominieren ihre Konkurrenzen deutlich.  

Northeim - So, wie die Deutsche Meisterschaft der Damen begann, so ging sie auch zu Ende: Esther Henseleit (Hamburger GC) ließ heute rein gar nichts anbrennen und spielte nicht nur die beste Runde des Tages, sondern geradeheraus einen neuen Platzrekord: der alte Rekord für Damen von den roten Abschlägen lag bei 65 Schlägen und wurde im Jahr 2015 von Leonie Harm aufgestellt.

18 Schläge Vorsprung - eine Klasse für sich

Diesen verbesserte Henseleit heute um einen Schlag. Damit blieb sie ganze acht Schläge unter Par (64 Schläge). Das Turnier beendete die Nationalspielerin mit 266 Schlägen, was sagenhafte 22 Schläge unter Par bedeutet. Auf den zweiten Platz hat Henseleit geradezu unfassbare 18 Schläge Vorsprung und zeigt damit einmal mehr, was für eine Ausnahmespielerin sie ist. Das drückt auch ihre Stammvorgabe aus. Mit nunmehr +6,7 ist Henseleit im deutschen Amateurgolfsport einzigartig!

Die frisch gebackene Meisterin kommentiert ihren Titelgewinn: „Der Sieg bedeutet mir sehr viel. Das ist höchstwahrscheinlich meine letzte Deutsche Meisterschaft, und da nochmal den Titel mitzunehmen, den ich auch noch nicht hatte, ist für mich ein krönender Abschluss meiner Amateurkarriere. Mit so einer guten Saison im Rücken, war es auch mein Ziel, hier vorne mitzuspielen und das Ding auch nach Hause zu holen.

Aber am Ende kann man das nie so planen - so ist Golf einfach nicht - und deswegen freue ich mich auch richtig. Die Runde heute war entspannt und hat viel Spaß gemacht. Nach den ersten beiden Tagen hatte ich schon einen guten Vorsprung, aber ich habe mir vorgenommen, mich darauf nicht auszuruhen. Und gestern war ich einfach gar nicht zufrieden. Heute habe ich aggressiv gespielt und viele Birdies gemacht. Und damit bin ich sehr glücklich.“

Otten überrascht sich selbst

So deutlich das Ergebnis für die neue Meisterin ausfiel, so spannend war der Kampf um die weiteren Podestplatzierungen. Bis zum letzten Putt war nicht absehbar, wer Silber und wer Bronze mit nach Hause nehmen wird. Am Ende sollte sich Anna Lina Otten (Düsseldorfer GC) knapp mit 284 Schlägen (-4) durchsetzen und die Vizemeisterschaft sichern. Dabei scorte sie eine starke Finalrunde von nur 68 Schlägen (-4). Otten war von ihrem Abschneiden sehr positiv überrascht: „Ich hätte niemals gedacht, dass ich hier Zweite werde. Ich habe das auch richtig genossen - den ganzen Finaltag und hier in der Competition zu spielen.

Das war ein tolles Gefühl. Und ich glaube, das ist auch der Grund, warum die Runde so gut war. Ein Knackpunkt heute war Bahn 12. Da habe ich einen Zwölf-Meter-Putt über eine Welle zum Birdie gelocht. Und da lag ich drei unter. Da habe ich schon gemerkt, das heute was geht und ab da wollte ich dann auch mehr. Dann kam direkt an Bahn 13 noch ein Birdie hinterher. Das fühlte sich richtig gut an und ich bin wahnsinnig zufrieden.“

Ebenfalls 68 Schläge benötigte Marie Bechtold (GC St. Leon-Rot), die sich mit ihrer heutigen Runde den letzten Podestplatz sichert und ihr Gesamtergebnis auf drei unter Par drückt (285 Schläge). Bechtold setzt sich dabei im Kartenstechen gegen die schlaggleiche Anni Eisenhut (Münchener GC) durch, die heute eine 71 (-1) notierte und damit die sprichwörtliche Holzmedaille gewinnt.

Bachem macht es am Ende deutlich

Bei den Herren las sich das Lagebild noch am frühen Morgen sehr unklar. Am Ende sollte der mit einer Zwei-Schläge-Führung gestartete Nick Bachem jedoch nichts anbrennen lassen. Nach vier Bahnen lag er bei drei Schlägen unter Par, nach elf Bahnen sogar bei sechs unter. Lediglich an Bahn 13 musste er ein Doppelbogey einstecken, und selbst das bügelte er an Bahn 16 mit einem ausgewachsenen Eagle wieder aus.

Zum Abschluss seiner meisterlichen Finalrunde notierte er vor versammelter Kulisse am 18. Grün ein Birdie und geht mit einem Score von 65 Schlägen (-7) vom Platz. Für das Turnier liegt Bachm bei kumulierten 204 Schlägen (-12). Bachem kann auf seine bislang erfolgreichste Saison zurückblicken und zieht ein entsprechendes Fazit: „Der Meistertitel hier bedeutet mir unglaublich viel. Es war immer mein Ziel, die Deutsche Lochspielmeisterschaft zu gewinnen. Und es war immer mein Ziel, die Deutsche Herrenmeisterschaft zu gewinnen.

Und jetzt, wo ich im ersten Jahr bei den Herren spiele, gleich beides zu gewinnen, ist supergeil. Dazu kommt noch der Umstand, dass ich mich vor drei Wochen bei der IAM an der Schulter verletzt habe und ich seitdem nicht trainieren kann und zudem schlecht schlafe. Aber seitdem spiele ich so gutes Golf, wie noch nie. Für meine letzten vier Turniere liege ich bei 52 unter Par und weiß nicht genau, wo es herkommt. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich sehr entspannt an die Sache rangehe.

Denn direkt nach der Verletzung habe ich gesagt, dass ich kein Turnier mehr spiele. Mein Arzt meinte dann aber, dass nicht noch mehr kaputt gehen kann, als es jetzt schon der Fall ist. Und so fahre ich einfach zu den Turnieren hin und freue mich, dass ich gerade überhaupt noch Golf spielen kann. Das Gewinnen versuche ich dabei weitgehend auszuschalten. Ich versuche eher, einfach eine schöne Runde Golf zu spielen. Und wenn jemand besser spielt, dann ist er einfach besser. Aber heute hat es eben gereicht.“

Mayer salutiert dem Sieger

Den zweiten Rang holt sich Tim Mayer (Frankfurter GC) mit 211 Schlägen (-5), der heute zwar nicht alle seine Chancen nutzen konnte, ungeachtet dessen aber eine gute 70 (-2) unterschrieb. Für den Frankfurter Mannschaftsspieler ist mit dem Abschneiden in jedem Fall Silber gewonnen - und nicht Gold verloren: „Es war schwierig für mich, in das Turnier reinzukommen. Ich wurde dann aber von Runde zu Runde besser. Ich habe den Ball die ganze Woche über sehr gut getroffen und hatte vollstes Vertrauen in mein Spiel.

Ich habe viele Grüns getroffen und hatte viele Birdiechancen, wovon ich allerdings ziemlich viele nicht nutzen konnte. Dennoch bin ich extrem glücklich. Ich muss auch sagen, dass Nick hier wahnsinnig gutes Golf gespielt hat und deshalb auch verdient gewonnen hat. Selbst bei einer optimalen Runde wäre ich an ihm nicht vorbei gekommen. Der zweite Platz hier ist nach dem ebenfalls zweiten Platz beim Final Four ein tolles Highlight, das eine nicht besonders gute Saison jetzt zum Ende dann doch noch stark aufwertet. Ich bin mit dem zweitem Platz sehr happy.“

Die Bronzemedaille der Deutschen Meisterschaft der Herren geht an Nicklas Blyth vom GC St. Leon-Rot. Blyth gelang heute eine absolut überzeugende und zudem fehlerfreie 66 (-6). Mit diesem starken Ergebnis wühlte er sich förmlich durch das Feld seiner Wettbewerber und kassiert zum Lohn den dritten Platz (212 Schläge; -4). Blyth resümiert: „Wenn mir im Vorfeld jemand den dritten Platz vorhergesagt hätte, dann hätte ich den sofort genommen.

Gestern habe ich schon solide gespielt und lag nach 16 Löchern bei fünf unter. Ich habe dann allerdings mit Doppelbogey-Doppelbogey aufgehört. Heute habe ich dann einen guten Start gehabt. Nach vier Löchern lag ich drei unter und dachte mir, dass da was geht. Nach hinten raus habe ich dann doch noch ein paar Schläge liegen gelassen. Aber ich bin dennoch sehr glücklich und super zufrieden.“

Ein Dank an die Helfer

Auf die Übergabe der Medaillen und der geschichtsträchtigen Pokale, deren Gravuren bis in das Jahr 1938 zurückreichen, mussten die Spieler und Zuschauer allerdings eine ganze Weile warten. Denn zunächst bat die NADA zur Dopingkontrolle. Als alle geprüften Athleten dann wieder vor Ort waren, schritt DGV-Präsident Claus M. Kobold zur Tat und bedankte sich in seiner Ansprache insbesondere auch beim Golf Resort Hardenberg und den zahlreichen Freiwilligen, die dieses Turnier mit diesen so großartigen Rahmenbedingungen überhaupt erst ermöglichen.

Bericht zum 1. Turniertag

Bericht zum 2. Turniertag

Bericht zum 3. Turniertag

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