Bild Information: Holt mit dem besten Score des Tages kräftig auf: Falko Hanisch aus Berlin (Foto: DGV/stebl)

Heißer Kampf bei kühlen Temperaturen

DM Damen & Herren 2017
 

Für die Finalrunde der 71. Deutschen Meisterschaften ist Hochspannung garantiert. Über den Niedersachsen Course des GR Hardenberg fegt auch am dritten Tag ein kräftiger Wind, so dass nur wenige Scores unter Par ins Clubhaus kommen. Bester Spieler des Tages ist Falko Hanisch, der mit seiner überragenden 67 (-5) bis auf drei Zähler an den Spitzenreiter heran rückt und von Platz fünf ins Finale geht. Bei den Damen liegen Carolin Kauffmann und Laura Fünfstück schlaggleich an der Spitze.

Northeim – Carolin Kauffmann vom Marienburger GC verteidigte mit einer 74 (+2) ihren Platz an der Sonne, muss aber hinnehmen, dass Laura Fünfstück vom GC Neuhof gleichzieht. Vier Birdies reichten der Rheinländerin nicht, um einen Vorsprung mit in die Finalrunde zu nehmen. „Mein Spiel heute war nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht. Ich habe ein paar Fehler gemacht und gute Birdiechancen nicht genutzt. Das Birdie zum Abschluss war nochmal schön und nun freue ich mich auf morgen“, blickte Kauffmann zuversichtlich auf einen Finaltag, an dem sie gemeinsam mit der schlaggleichen Konkurrentin auf die Runde gehen wird.

Die Spielerin des National Team Germany war am dritten Tag eine von vier Athletinnen, die mit 70 Schlägen rein kamen. Laura Fünfstück war auf der Frontnine nicht gut unterwegs und lag beim Kreuzen auf die Backnine drei über Par. „An der 10 habe ich dann endlich mal einen Putt gelocht und von da an ging es besser. Ich hatte mir nach der Bahn 9 gesagt, dass ich mindestens Even Par ins Clubhaus komme. Ich bin froh, dass es Ende noch tiefer wurde. Ich hoffe, dass ich das Gefühl der Backnine in die Finalrunde mitnehmen kann und freue mich darauf, morgen um den Titel zu spielen“, strahlte die Neuhoferin beim Gedanken daran, im Leaderflight zu stehen.

Auch Miriam Emmert, Hannah Karg und Maike Schlender (alle aus Hamburg-Falkenstein) unterschrieben eine 70. Emmert klettert damit auf Platz drei und hat auf das Führungsduo nur noch einen Schlag Rückstand. „Meine erste Runde unter Par auf diesem Platz fühlt sich gut an und gibt mir Zuversicht für die morgige Finalrunde“, gab es für Miriam Emmert einen guten Grund, fröhlich zu sein.
Hannah Karg rückt bis auf Rang sechs vor. Dabei sah es zunächst gar nicht nach einem so versöhnlichen Abschluss des Tages für die Jugend-Nationalspielerin aus. Zwei Bogeys auf der Frontnine wollten erstmal verarbeitet werden. Wieder waren es die Putts, die nicht fallen wollten. Aber Karg ist als Kämpferin bekannt und brachte auf ihrer Backnine vier Birdies unter. „Ich war relativ zuversichtlich, was die Runde angeht. Mein Flight war super und es hat viel Spaß gemacht. Auf Loch 2, meiner elften Bahn, habe ich aus 60 Metern den Fahnenstock getroffen und hatte schon befürchtet, dass der Ball etwas weiter weg liegt. Es ging dann aber noch und ich habe aus vier Metern den Birdieputt gelocht“, berichtet Hannah Karg von der Schlüsselszene dieser Runde.

Maike Schlender sich mit ihrer guten Runde auf Rang 13 vorgearbeitet. Die ersten neun Bahnen absolvierte Schlender Even Par, drehte auf der Backnine dann aber nochmal richtig auf. „Ich bin ganz befreit in die Runde gestartet und konnte somit hinten entspannt spielen. Ich habe wenige Fehler gemacht und meine Birdiechancen genutzt“, strahlte die Falkensteinerin nach dem guten Ausgang des Tages.

Katharina Rzepucha rückt mit einer 71 (-1) auf Rang sieben vor. Die Essenerin im Dress des GC Hubbelrath brachte drei Birdies auf ihre Karte, musste dagegen aber nur zwei Bogeys hinnehmen. „Ich habe heute ganz solide gespielt und zum Glück sind endlich auch ein paar Putts gefallen“, hatte Rzepucha endlich Frieden mit den anspruchsvollen Grüns geschlossen.

Celina Sattelkau hatte bis zum Grün richtig viele gute Schläge gezeigt, musste aber mit einem eiskalten Putter umgehen. Vier Bogeys waren die Folge. Erst auf ihrem Abschlussloch gab es einen Grund, nach einem Putt zu jubeln. Aus zehn Metern rollte der kleine Ball wie auf Schienen in die Dose. „Mein Spiel war heute echt gut und ich denke, dass mein Putter noch warm laufen wird. Dann wird es richtig gut sein“, blickt die ehrgeizige Nachwuchsgolferin von Platz vier mit drei Zählern Rückstand auf die Spitze.

Gras verteidigt Führung

Während bei den Damen keine Spielerin nach der dritten Runde unter Par liegt, hat es genau ein Teilnehmer der Herren-Konkurrenz geschafft, eine rote Zahl auf dem Leaderboard zu halten: Lukas Gras vom Osnabrücker GC unterschrieb seine zweite 73 in Folge und steht mit gesamt -1 noch einen Zähler vor Max Schmitt. Mit drei Bogeys und zwei Birdies hatte Gras seinen Score so zusammen gehalten, dass er am Finaltag die Ehre haben wird, als letzter Spieler zu starten. „Ich bin zufrieden mit meinem Spiel. Mit dem Ergebnis dagegen nicht ganz, denn ich habe viele gute Schläge gemacht, habe viele Grüns getroffen, habe auch angesichts der Bedingungen heute auch schlaue Schläge gemacht. Auf den Grüns hat das nötige Quäntchen Glück gefehlt. Als Führender in die Finalrunde zu gehen, ist für etwas Neues. Ich habe zwar aus den Lochspielmeisterschaften Erfahrung, um den Sieg zu spielen, was mir morgen auf alle Fälle helfen wird. Ich weiß aber auch, dass ich Max Schmitt hinter mir haben werde. Ich werde morgen alles geben und alles versuchen. Wenn ich so weiterspiele, wenn ich mich bei den Putts noch etwas besser anstelle, gehe ich sehr optimistisch und positiv in den Tag“, bleibt Lukas Gras angesichts der großen Chance, die sich ihm bietet, sehr gelassen.

Der von Gras so respektvoll angesprochene Youngster des GC Rheinhessen lag nach elf Bahnen noch drei unter Par und tauchte an der Spitze des Leaderboards auf, kassierte aber in der Endphase drei Bogeys, so dass er noch auf Even Par für den Tag, wie auch für das Turnier insgesamt zurück fiel. „Ich habe ganz glatt gespielt und viele gute Schläge gemacht. Leider habe ich nicht so viele Birdies gespielt wie ich es mir erhofft hatte. Die Putts sind wieder nicht gefallen, obwohl es schon deutlich besser war als in den letzten Tagen. Die kurzen Putts sind noch nicht so sicher wie sie schon mal waren. Ich aber froh, dass ich viele gute Schläge gemacht habe. Deswegen bin ich sehr zuversichtlich, dass es morgen hinhauen wird. Ich freue mich sehr auf morgen, weil ich nur noch einen Schlag zurück liege“, war Max Schmitt gewohnt selbstkritisch, aber auch mit positivem Ausblick auf die Finalrunde.

Einen weiteren Schlag hinter dem Führenden zurück ist David Li. Der Spieler des Kölner GC hat seine zweite Even-Par-Runde hintereinander gespielt. Zwei seiner vier Birdies gelangen dem Spieler des Junior Team Germany schon auf den Bahnen 3 und 4 nach jeweils extrem präzisen Pitches. „Ich hatte auf beiden Bahnen nur noch ein Tap-In zum Birdie. Auf der Backnine hatte ich auf den Grüns etwas Pech und habe dadurch ein paar Schläge verloren. Meine Erwartungen für morgen ist, dass ich ganz entspannt mein Ding mache und ganz normal spiele. Ich bin einer der jüngsten Teilnehmer hier und finde, dass ich mir überhaupt keinen Druck machen muss“, erfreute sich Li an seiner guten Performance und der Aussicht, eine gute Finalrunde zu gehen. Mit gesamt +1 teilt sich David Li Rang drei mit Marc Hammer.

Der Mannheimer begann mit vier Bogeys in Serie, berappelte sich danach aber und brachte noch einen soliden Score nach Hause. „Ich habe sehr schlecht angefangen, gar nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Da war es ziemlich schwierig, wieder zurück zu kommen. Ich habe dann einige gute Birdies gemacht und fast hätte ich noch Even Par gespielt. Jetzt bin ich geteilter Dritter, zwei Schläge zurück. Ich möchte noch immer gewinnen, morgen eine tiefe Runde schießen. Ich bin nicht im Leaderflight, aber das finde ich gar nicht so schlecht“, bot das Comeback innerhalb der Runde genug Anlass für Hammer, am Abend optimistisch auf den Finaltag zu schauen.

Bester Spieler der Tages war Falko Hanisch. Der Spieler des Berliner GC Stolper Heide brachte eine 67 nach Hause und verbessert sich damit bis auf Rang fünf. „Die Runde heute hat mega viel Spaß gemacht. Ich habe gut begonnen und endlich sind auch ein paar Putts gefallen. Mein langes Spiel war ähnlich wie in den Tagen zuvor. Dass ich heute mit der „fünf unter“ so viele Plätze gutmache, hätte ich nicht erwartet. Ich freue darüber und probiere morgen, weiter Vollgas zu geben und Spaß zu haben. Ich versuche nichts zu erzwingen und hoffe, dass ich wieder so gut starten und die Lücke zur Spitze schließen kann. Ich setze mich aber nicht unter Druck, sondern versuche einfach, mein Spiel zu spielen“, kann der zweifache Finalist der British Boys und amtierende Champion der Allianz German Boys Open sehr entspannt auf den Finaltag schauen.

Drei Athleten kamen bei wieder sehr harten Bedingungen jeweils mit einer 70, also zwei unter Par ins Clubhaus: Lukas Buller vom Frankfurter GC springt im Klassement bei nun gesamt +3 bis auf Rang sechs.

Daniel Petersen vom GC Lohersand springt mit gesamt +7 in die Top Ten und Michael Hirmer (GC St. Leon-Rot) schafft nach zwei 78er-Runden diesen guten Score, um so auf Platz 16 noch gute Aussichten zu haben, am Ende die Top Ten zu erreichen.

Den Schlag des Tages machte Valentin Smits. Der Spieler des Frankfurter GC schoss auf Bahn 5 ein Hole-in-one, legte auf Bahn 6 direkt noch ein Birdie nach und schaffte so mit einer 76 noch den Sprung genau auf die Cutlinie, die kurioser Weise bei Herren und Damen gleichauf bei +19 liegt.

39 Herren und 25 Damen haben den Cut gemacht und werden am Sonntag zur vierten und letzten Runde bei voraussichtlich viel besseren Witterungsbedingungen auf den Niedersachsen-Course gehen. Ab 8.00 Uhr wird gestartet, die Leader der Damen starten um 9.45 Uhr, die besten Herren gehen um 10.05 Uhr raus.

Livescoring Damen Livescoring Herren

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