Bild Information: Carolin Kauffmann liefert den besten Score des Tages ab und springt an die Spitze (Foto: DGV/stebl)

Sturm: Eine harte Prüfung in Hardenberg

DM Damen & Herren 2017
 

Wenn der Niedersachsen Course des GR Hardenberg schon bei ruhigem Wetter eine Herausforderung ist, zeigt der Platz am zweiten Tag der 71. Deutschen Meisterschaften sein rauhes Gesicht. Im heftigen Wind, der zudem böig weht, fliegen nicht nur Kappen von den Köpfen. Auch so manch ein Traum von einem guten Score ist wie weggeblasen. Am Vormittag bleibt keiner der 73 Herren unter Par. Die Damen haben zwar noch härtere Bedingungen, weil nun auch noch Regen ins Spiel kommt. Dennoch schaffen es zwei Spielerinnen, unter Par zu bleiben. Carolin Kauffmann übernimmt mit ihrer 70 auch die Führung im Klassement.

Northeim - Was für ein Tag im Süden Niedersachsens! Man könnte zwar meinen, dass die Herren am Vormittag des zweiten Wettkampftages noch Glück hatten und es weitgehend trocken blieb. Aber angesichts des Sturmes, der über das Gelände des GR Hardenberg fegt, werden die meisten Athleten eher der Ansicht sein, das Wetter habe es nicht gut mit ihnen gemeint.

Entsprechend der Herausforderungen dieses Tages gab es keine einzige Scorekarte mit einem roten Endstand. Auch die Spieler der Spitzengruppe mussten Federn lassen.

Max Schmitt, der gestern eine starke 66 notiert hatte, kam am zweiten Tag mit einer 78 vom Platz – und hatte dabei kein einziges Birdie gespielt. Der Youngster des GC Rheinhessen wird Mühe haben, sich an einen ähnlichen Tag zu erinnern. Im Spiel war dabei gar nicht soviel anders als am ersten Tag. Nur auf den Grüns hatte der Putter sich als Eisklotz erwiesen. Mit 36 Putts auf der Runde war für Schmitt an diesem Tag nichts zu holen. Alleine sieben Putts aus weniger als zwei Metern liefen nicht in die Dose. „Das muss man auch mal so hinnehmen. Die Bälle sind bei der Kälte nicht wirklich geflogen und so kam alles zusammen. Ich hoffe auf die nächsten Tage. Ich liege zwei Schläge zurück, das ist keine Katastrophe. Schade, dass ich die Führung abgegeben habe, aber auch diese Ausgangsposition ist gut und deswegen freue ich mich auf die nächsten Tage mit hoffentlich einigen besseren Schlägen“, gibt Max Schmitt den Titel noch keineswegs verloren. Vor der Runde wird der Nationalspieler noch etwas mit Bundestrainer Ulli Eckhardt am Putten arbeiten.

Auch Marcel Zillekens vom Niederrheinischen GC Duisburg büßte alle Schläge unter Par ein, die er sich gestern erkämpft hatte. Gleiches gilt für Marc Hammer vom GC Mannheim-Viernheim, so dass sich die drei nach der Hälfte der Meisterschaft bei einem Gesamtscore von Even Par Rang zwei teilen.

Alleiniger Spitzenreiter ist somit Lukas Gras. Der amtierende Deutsche Lochspielmeister war mit -3 in den Tag gegangen und gab davon auch nur einen Zähler ab, so dass er nun mit gesamt zwei Schlägen unter Par der einzige Athlet mit einer roten Hausnummer im Gesamtklassement ist. „Ich bin natürlich insgesamt mit dem Tag zufrieden. Es war ein harter Tag, aber ich habe den Bedingungen soweit es ging gut getrotzt. Es ist für mich eine schöne Sache, mit dieser Ausgangssituation in den Tag zu gehen. Damit bin ich zufrieden. Es hat Spaß gemacht, die beiden ersten Runden mit Max Schmitt und Marc Hammer zu spielen. Das hat mich natürlich auch mitgezogen. Ich freue mich auf hoffentlich zwei spannende Tage“, war der Leader vom Osnabrücker GC rundum happy.

Even Par war der beste Score bei den Herren an diesem mehr als anspruchsvollen Tag. Immerhin gelang es mit David Li, Cedric Otten und Julian Baumeister drei Spielern, dieses Ergebnis rein zu bringen. Li vom Kölner GC klettert nach seiner 73 vom ersten Tag sogar bis auf Rang fünf im Klassement. Einen Eagle durfte der Kölner notieren und war am Mittag vollauf zufrieden mit seiner Leistung: "Der Platz ist generell sehr anspruchsvoll und die langen Schläge müssen schon gut passen. Bei dem Wind heute war das besonders schwer. Heute waren meine Annäherungsschläge sehr gut."

Cedric Otten und Julian Baumeister teilen sich nach ihrer guten Runde Rang elf. Die beiden Hubbelrather haben damit einen kräftigen Sprung nach vorne gemacht. Baumeister freute sich, dass sein Spiel deutlich besser war als in der Auftaktrunde: "Der Platz hat sich heute wirklich extrem schwer gespielt. Insgesamt war ich ganz zufrieden mit der Runde und hoffe, in den nächsten Tagen noch nachlegen zu können."

Auch Cedric Otten war nach einem harten Tag mit seinem Spiel im Reinen. "Ich habe heute sehr gut Abschläge und richtig gute Schläge ins Grün gemacht. Mir sind einige gute Up-and-downs gelungen. Nur das Putten hätte noch etwas besser sein können", sieht der Spieler des Junior Team Germany noch Luft nach oben.

Mit einer 73 (+1) hat sich auch Timo Vahlenkamp bis auf Rang elf vorgekämpft. Der Spieler, der vom GC Teutoburger Wald stammt und inzwischen zu der erfolgreichen Gruppe um Trainer Gregor Tilch in Berlin gehört, spielte gewohnt solide und zauberte zwischendurch sogar einen Eagle auf seine Scorekarte. "Es war heute sehr windig und so musste man den Score einfach zusammenhalten, was mir ganz gut gelungen ist. Morgen möchte ich noch ein paar Kleinigkeiten verändern und dann wird es besser", blickt der Youngster des National Team Germany zuversichtlich ins Wochenende.

Damen-Nachmittag

Auch am zweiten Tag hatten die Damen die härteren Bedingungen als die Herren. Neben dem heftigen Wind kam auch noch unangenehmer Regen ins Spiel. Eine knallharte Selektion im Teilnehmerfeld war die Folge.

Am besten kamen Carolin Kauffmann und Catherine Kuchenmeister mit den Bedingungen auf dem Platz zurecht. Beide kamen mit 70 Schlägen aus und waren damit die einzigen Athleten an diesem Tag, die den Platz unter Par bezwingen konnten. Kauffmann, die in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi für den Marienburger GC spielt, lag nach sieben Bahnen schon drei über Par. Auf den Grüns wollten die Bälle einfach nicht fallen. „Das Vertrauen war dann erstmal ein bisschen weg, aber ich habe weiterhin sehr gute Eisen gehauen und auf der Backnine sind dann auch die Putts gefallen“, kommentierte die neue Leaderin dieser nationalen Titelkämpfe ihre fünf Birdies, mit denen sie ihren Score noch auf das Tagesbestergebnis drücken konnte.

Etwas anders kam die 70 von Catherine Kuchenmeister zustande. Die Herzogenauracherin legte mit einer Birdieserie auf den Bahnen 7 bis 9 einen famosen Score für ihre Frontnine hin und musste auf der Backnine kämpfen, nachdem sie auf Bahn 14 ein Doppelbogey kassiert hatte. Nach der 77 vom ersten Tag rückt Kuchenmeister bis auf Rang 3 drei vor.

Diesen teilt sich die junge Fränkin mit Nina Birken vom GC Mülheim. Die routinierte Spielerin vom Südrand des Ruhrgebiets lag nach zehn Bahnen „vier über, verbesserte sich danach mit vier Birdies innerhalb von fünf Bahnen wieder auf Even Par und kassierte auf ihrer letzten Bahn doch wieder ein Bogey, so dass es eine 73 für den Tag wurde. „Es war wirklich tough heute. Bei dem Regen und Wind war an einen Schirm nicht zu denken. Und ständig haben die Referees uns gesagt, wir würden zu langsam spielen. Ich bin daher sehr glücklich über diese Runde“, war Birken am Ende durchgefroren und freute sich auf eine warme Mahlzeit.

Auch Lilly Köster und Miriam Emmert vom HGC Falkenstein brachten an diesem schwierigen Tag eine 73 nach Hause. Nachdem beide gestern eine 76 unterschrieben haben, rücken die Clubkameradinnen gemeinsam bis auf Rang sechs vor.

Celina Sattelkau vom GC St. Leon-Rot hat eine solide 74 unterschrieben und sich damit vor der dritten Runde Rang zwei im Gesamtklassement gesichert. „Heute ist nicht so viel gefallen, aber das kann sich an den beiden nächsten Tagen noch ändern“, bleibt die Einstellung der Spielerin aus dem Kader von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl nur positiv.

Marie Coors (Frankfurter GC) und Laura Fünfstück (GC Neuhof), die beide als Co-Leaderinnen in den Tag gegangen waren, musste mit einer 77 und einer 76 den rauhen Bedingungen Tribut zollen und fallen damit auf die Plätze fünf und sechs zurück.

Am Samstag gehen Herren und Damen nach Platzierung in ihre dritte Runde. Wieder wird von Tee 1 und Tee 10 gestartet, wobei die hinteren Ränge schon ab 8.00 Uhr raus gehen, während die bessere Hälfte des Klassements ab 12.10 Uhr starten wird. Der Leaderflight der Damen wird um 12.40 Uhr von Tee 10 raus gehen, die drei bestplatzierten Herren um 14.07 Uhr, ebenfalls von Tee 10.

Auch am Samstag werden noch alle Athleten dabei sein, denn erst nach Runden drei wird es einen Cut geben. Nur die besten 24 Damen und 36 Herren sowie alle schlaggleichen Athleten werden am Sonntag in die Finalrunde starten.

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