Bild Information: Der GLC Berlin-Wannsee ist neuer Deutscher Mannschaftsmeister (Foto: DGV/stebl)

Berlin holt Titel

DGV-Mannschaftspokal
 

Der GLC Berlin-Wannsee ist Deutscher Mannschaftsmeister der Damen 2020. Beim DGV-Mannschaftspokal setzt sich das junge Team aus der Bundeshauptstadt letztlich deutlich durch. Silber geht an den Hamburger GC, schlaggleich nach Kartenstechen auf Platz drei liegt Vorjahresvizemeister Frankfurter GC.

Northeim/Hardenberg – Am Morgen war es auf dem Niedersachsen Course des GC Hardenberg empfindlich kalt. Damit kamen nicht alle Athletinnen gut zurecht, aber eine ließ es zu Beginn besonders krachen: Tessa Kremser vom Frankfurter GC legte mit fünf Birdies auf den ersten fünf Bahnen grandios vor und hatte großen Anteil daran, dass die Hessen früh den Rückstand zum GLC Berlin-Wannsee egalisiert hatten.
Am Ende brachte die junge Frankfurterin eine starke 68 (-4) nach Hause, war damit an diesem Finaltag beste Spielerin des Feldes und hatte das einzige Ergebnis unter Par abgeliefert.
Je länger die neun Mannschaften am Finaltag unterwegs waren, desto deutlich erkämpfte sich Wannsee zunächst die Führung zurück und baute diese dann sogar noch kräftig aus. Mit einem Gesamtscore von nur acht über Par hatte der Club im Endklassement sechs Zähler Vorsprung auf Hamburg und Frankfurt.


Hamburg darf sich in diesem Jahr Deutscher Vizemeister nennen, weil die Nordlichter das um einen Schlag bessere Tagesergebnis gespielt haben als das Team aus dem Frankfurter Süden.

Junge Eigengewächse

Das Team des GLC Berlin-Wannsee besteht traditionell praktisch nur aus Eigengewächsen. Lediglich Julia Neumann ist nicht in der Jugend des GLC groß geworden, aber auch schon viele Jahre für Wannsee am Ball. Zum zweiten mal beste Berlinerin war Luka Kienbaum. Die ehemalige Jugendnationalspielerin, die über Jahre an einer Verletzung laboriert hatte, nun aber eine echte Stütze der Mannschaft ist, musste am dritten Wettkampftag zwar zwei Doppelbogeys notieren, brachte aber auch drei Birdies unter, so dass am Ende eine sehr solide 73 (+1) stand.
Mit Catharina Lohoff und Alina Bingel kamen zwei Spielerinnen vom Wannsee mit je 74 Schlägen über den Tag. Bingel kämpfte sich auf der Backnine mit vier Birdies zurück, nachdem es auf der Frontnine noch nicht so gut gelaufen war.
Ein ganz besonderes Finish legte Catharina Lohoff vor. Nach zwei Doppelbogeys  auf der ersten Halbrunde und noch einem Bogey auf Bahn 12 lag die Spielerin, die am Tag zuvor Even Par in die Wertung gebracht hatte, nach 15 Bahnen noch „fünf über“, ließ es zum Abschluss der Runde aber mit drei Birdies in Folge nochmal richtig krachen.
Auch Julia Neumann, die als letzte Berlinerin gestartet war, spielte solide und lieferte mit einer 75 (+3) ein sehr gutes Streichergebnis ab.
Daniel Mertl, der als Trainer gemeinsam mit Headcoach Mario Hansch die Spielerinnen formt und entwickelt, war bei diesem einmalig ausgetragenen Turnier als verantwortlicher Coach dabei und nach dem Sieg sichtlich ergriffen. Die Mannschaft jubelte nach dem letzten Putt ausgelassen mit dem Trainer.

Regelmäßig Erfolge

Miriam Hiller, die Sportdirektorin des nun fünfmaligen Deutschen Mannschaftsmeisters, war sichtlich stolz auf das Team: „Der regelmäßige Erfolg immer wieder ist Bestätigung der langfristigen Ausbildung junger Athletinnen. Wir bilden einzelne Spieler aus, aber die wachsen im Team auf.“

Julia Neumann kam als Schlussspielerin die 18 hoch und durfte im Gefühl des sicheren Sieges die letzten Momente dieser Titelkämpfe voll auskosten: „Es war ein unglaubliches Gefühl. Für mich besonders, weil es meine erste Mannschaftsmeisterschaft war, die ich gewinnen konnte. Wir war ein gutes Team, haben super harmoniert und hatten extrem viel Spaß, waren motiviert, denn es war das eine Teamevent des Jahres. Wir haben alles dafür gegeben. Für Daniel Mertl war dieser Erfolg auch sehr wichtig. Er hat hier die Hauptrolle übernommen und hat einen super Job gemacht.“


Der Coach selbst war ergriffen und verdrückte sogar ein paar Freudestränen, als der Sieg feststand: „Mir persönlich ist dieser Sieg sehr wichtig, weil es ein anstrengendes Jahr war. Wenn man dieses turbulente Jahr mit einem Meistertitel zum Abschluss bringen kann, dann ist es mehr als Genugtuung. Wir haben einen starken Club mit einem gut funktionierenden Jugendförderprogramm im Rücken. Wir müssen das meiste aus eigener Kraft schaffen, vier der fünf Spielerinnen sind aus der eigenen Jugend und komplett mit mir groß geworden. Ich danke Mario Hansch ganz besonders. Wir teilen uns seit 17 Jahren die Arbeit hervorragend auf. Ohne ihn wäre der Erfolg nicht möglich. Der Club unterstützt uns, wo es nur geht. Die Mädels waren hungrig, ein Teamevent spielen zu können, nachdem die Liga und auch die DMM AK 18 ausgefallen sind. Am Ende entscheidet auch das Momentum. Alle Mannschaften hier können Golf spielen und leisten Großartiges. Es entscheiden ein paar wenige Schläge und das Quäntchen Glück macht es aus. Hier können viele Mannschaften gewinnen. Dieses mal waren wir am Zug!“

Vizemeister

Christian Lanfermann hatte einen spannenden Tag erlebt und strahlte nach dem glücklichen Ende mit der inzwischen wärmenden Sonne um die Wette: „Wir haben an den beiden ersten Tagen unter unseren eigenen Erwartungen gespielt. Wir haben uns gewünscht, noch enger vorne dranzusein. Aber wir wussten auch, dass bei dieser Spielform erst am letzten Tag die Entscheidung fällt - zumindest für die Plätze zwei und drei. Zwischendurch waren wir sogar kurz auch am ersten Platz dicht dran, aber letztlich muss man Respekt zollen, denn Wannsee war sehr gut. Auf den letzten Bahnen war es mit Frankfurt und St. Leon-Rot ein enges Match. Ich bin stolz, dass die Mädels einen kühlen Kopf bewahrt und durchgezogen haben, sich ganz auf sich selbst konzentriert haben und wir jetzt mit Silber nach Hause fahren dürfen.“

Hammertag

Keith Coveney war als Coach des Frankfurter GC sehr zufrieden: „Es war ein Hammertag. Geplant war, da raus zu gehen, den Tag zu genießen und jede Chance zu ergreifen, Vollgas zu geben. Die Mädels haben das super gemacht. Wir hatten sehr schnell den Rückstand auf Berlin aufgeholt. Die Bahnen 9 bis 12 haben uns einige Schläge gekostet. Nach dem achten Platz am ersten Tag die Challenge noch anzunehmen, haben die Mädels toll gemacht. Ich bin stolz auf die Mannschaft. Die Arbeit geht weiter.“

Tessa Kremser hatte eine außergewöhnlichen Tag erlebt und war auf ihre 68 auch ein bisschen stolz: „Direkt auf den ersten fünf Löchern mit Birdies zu starten war sehr cool. Der Tag war mega erfolgreich und ich bin sehr zufrieden, dass ich mit meinem Ergebnis zu unserem geteilten zweiten Platz beitragen konnte. Meine Eisen waren solide und somit konnte ich mir relativ viele Birdiechancen erarbeiten.“

Titelverteidiger ohne Fortune

Der GC St. Leon-Rot war angereist, um seinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Von Platz zwei ging es für die Mädels von Sebastian Buhl in die Finalrunde. Statt des erhofften Sturms an die Spitze ging es für die Kurpfälzer allerdings nach knappem Verlauf noch zwei Plätze nach hinten, so dass SLR in diesem Jahr bei den Damen ohne Medaille die Heimreise antreten musste. Zwar brachte alle vier aufgebotenen Spielerinnen solide Leistungen, aber Emilie Edinger war mit ihrer 73 (+1) die beste Athletin des Wolfpacks. Am Ende war der Rückstand auf Berlin von sieben auf acht Schläge angewachsen und sowohl Hamburg, wie auch Frankfurt zogen noch vorbei, so dass der erfolgsgewohnte Club mit Rang vier Vorlieb nehmen musste.

Münchener Mitte

Der Münchener GC und der GC München Valley, die nach dem ersten Tag die Spitze bildeten, beenden dieses Turnier, bei dem sich so viele der in diesem Jahr international erfolgreichen Athleten noch einmal wiedersahen, schwesterlich in der Mitte des Feldes. Valley hatte im Endklassement auf Rang fünf 24 Schläge über Par gesammelt, der Münchener GC hatte auf Rang sechs einen Schlag mehr in der Wertung.
Weitere zwei Schläge dahinter folgte der GC Hubbelrath auf Rang sieben.
Die beiden Aufsteiger kamen über die Plätze acht und neun nicht hinaus. Fürth kam mit +38 dabei vor dem Düsseldorfer GC (+48) ins Ziel.

Positives Fazit

Marcus Neumann hatte in diesem so außergewöhnlichen Jahr schon viele Erfolge deutscher Athleten erlebt und dabei ganz großen Sport gesehen. Dem einmalig ausgerichteten DGV-Mannschaftspokal als Abschluss dieser Saison räumte der Vorstand Sport im DGV aber dennoch eine besondere Stellung ein: „Es war wichtig, für die Mannschaften diesen Saisonhöhepunkt zu schaffen. So hatten ganz viele Athleten mit ihren Mannschaften noch einen guten Abschluss eines Jahres, in dem wir alle auf viel verzichten mussten. Besonders gefreut hat mich, dass viele unserer Europameister mit ihren Clubteams hier dabei waren und alle gemeinsam dieses sportlich gesehen international so einmalig goldene Jahr ein bisschen feiern konnten. Ohne die Arbeit der Clubs in der Jugendarbeit und der Förderung des Leistungssports wären all diese großartigen Triumphe über alle Altersklassen bei Damen und Herren, Mädchen und Jungen nicht möglich. Der GC Hardenberg war mit seinem Niedersachsen Course der perfekte Gastgeber für diese Deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Ich gratuliere den Meistern Falkenstein und Wannsee, den Medaillengewinnern, aber auch dem GC Hardenberg, der erneut einen anspruchsvollen und vielseitigen Platz geboten hat. Insgesamt war dieses Turnier ein würdiger Abschluss für die Saison 2020.“

ENDSTAND

RANG CLUB ÜBER PAR
1. GLC Berlin-Wannsee 8
2. Hamburger GC 14
3. Frankfurter GC 14
4. GC St. Leon-Rot 16
5. GC München Valley 24
6. Münchener GC 25
7. GC Hubbelrath 27
8. 1. GC Fürth 38
9. Düsseldorfer GC 48

 

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