Bild Information: Das lange Warten hat ein Ende: ausgerechnet als Aufsteiger kann der Hamburger GC seinen 20. Deutschen Meistertitel holen. (Foto: DGV/ Tiess)

Falkenstein ist neuer Deutscher Mannschaftsmeister

DGV-Mannschaftspokal 2020
 

Mit einer starken Teamleistung marschieren die Herren des Hamburger GC durch den entscheidenden dritten Tag des DGV-Mannschaftspokals und holen sich ihren 20. Deutschen Meistertitel. Rang zwei holt sich der GC St. Leon-Rot knapp vor dem GC Herzogenaurach.

Nörten-Hardenberg - Für den Hamburger Coach Matthias Boje war es bis zum Ende eine nervenaufreibende Kiste. Und doch hat seine Mannschaft am Ende nichts mehr anbrennen lassen und den ersten Tabellenplatz souverän behauptet. Lange mussten die traditionsreichen Falkensteiner auf diesen Moment warten. Und ausgerechnet nun - direkt nach dem Wiederaufstieg in das Oberhaus des Deutschen Mannschaftsgolfsports - war es soweit. 

Am Ende dieses hochkarätig besetzten Turniers, gespielt auf einem großen Meisterschaftsplatz und unter herausfordernden Bedingungen, streckten die Herren des Hamburger GC Falkenstein zum nunmehr 20. Mal den altehrwürdigen Pokal des Deutschen Mannschaftsmeisters gen Himmel. 

Hoher Start - tiefes Ende

Dabei machten es gerade die früh gestarteten Tiger Christensen und Max Brückner ziemlich spannend. Mit satten acht Schlägen über Par musste der Startspieler Christensen (80; +8) seine Finalrunde unterschreiben. Max Brückner (79; +7) blieb dasselbe Schicksal nur knapp erspart - dank eines Birdies auf Bahn 18. Die drei folgenden Jungs mussten jetzt ordentlich scoren. Und das taten sie auch. Mit immer tieferen Ergebnissen kamen die Hamburger dem letzten Grün nun entgegen. 

Michael Thannhäuser spielte eine 75 (+3) und hätte sogar noch besser abschließen können, wenn da nicht das Doppelbogey auf Bahn 17 gewesen wäre. Constantin Mons folgte mit einer 74 (+2) und Sebastian Sliwka brachte eine 73 (+1) von der Runde zurück. Insgesamt spielen die Hamburger für den dritten Turniertag und damit auch für das Gesamtturnier 13 Schläge über Par.

Matthias Boje ist überglücklich: „Unser Ziel ist gewesen, Tag für Tag fokussiert rauszugehen und gegen den Platz zu spielen, dabei unser Ding zu machen und alles andere auszublenden. Das hat die beiden ersten Tage super geklappt und heute ist es dann eine neue Situation gewesen. Die Jungs haben sich aber bravourös dagegen gestemmt. 

Dass wir dann am Ende Meister werden, ist irgendwie unfassbar. Vor allem nachdem wir ja gerade erst aufgestiegen sind, ist das etwas sehr Besonderes. Dass das so läuft, hat sicher niemand erwartet. Aber wir haben hart daran gearbeitet und auch speziell auf dieses Event hingearbeitet. Und nun sind wir dafür belohnt worden und freuen uns riesig.“

Herzogenaurach dicht an der Sensation

Der Start-Ziel-Sieg kam aber nicht ohne Herausforderung und zwischenzeitig waren die Verfolger den Hamburgern sogar dicht auf den Fersen. So lag der GC Herzogenaurach mitunter nur knappe vier Schläge hinter den Elbstädtern. Ohnehin erspielten die Franken auch heute wieder ein sehr starkes Ergebnis: mit sieben Schlägen über Par brachten sie - gemeinsam mit dem Stuttgarter GC Solitude - den besten Mannschafts-Score zusammen. 

Am Ende sollte es für die Underdogs aber weder zu Gold noch zu Silber reichen. Denn das Team um Craig Miller hatte einen Schlag zu viel auf dem Konto und musste so den mächtigen St. Leon-Rotern den Vortritt lassen. Für den GC Herzogenaurach heißt es also Bronze. Und gleichzeitig geht für den Club eine goldene Ära zu Ende, denn die Mannschaft wird in der bekannten Form keine Turniere mehr spielen. 

Zu viele Wechsel kommen auf die Herzogenauracher zu. Und ein Neuanfang mit Spielern aus dem Nachwuchs ist unabdingbar. Schon deswegen hat der DGV-Mannschaftspokal für Coach Craig Miller ein so große Bedeutung: „Ich habe geweint vor Freude. Aber der Frust ist da, denn den zweiten Platz hatten wir schon fast in der Tasche. Der Golfplatz ist sauschwierig und gerade nach hinten raus sehr tricky. 

Wir haben leider acht, neun Schläge ganz leicht verschenkt. Aber so ist Golf eben. Und wenn Du nicht 100 Prozent dabei bist, dann lässt Du Schläge liegen. Für uns ist der dritte Platz trotzdem etwas Besonderes. Denn es ist eigentlich unser letztes Turnier in dieser Form. Wir haben sechs Jahre lang an und mit der Mannschaft gearbeitet. Wir sind eine Familie geworden. Wir haben junge Leute groß gemacht. 

Aber die Zeit ist jetzt zu Ende und die Mannschaft ist im Umbruch. Wir machen natürlich weiter. Wir waren immer die Underdogs - und das sind wir in Zukunft noch viel mehr. Den wir sind ein recht kleiner Club und unsere zukünftige Mannschaft wird jung sein und sie braucht Zeit.“ Das Turnier beenden die Franken mit 20 Schlägen über Par. Und nehmen nicht nur bleibende Erinnerungen, sondern auch Edelmetall mit nach Hause.

St. Leon-Rot mit spätem Birdie

Knapp vor ihnen bringen die Favoriten vom GC St. Leon-Rot den zweiten Platz unter Dach und Fach. Dank eines späten Birdies von Nicklas Blyth auf Bahn 17, bleiben die Kurpfälzer genau einen Schlag vor den Herzogenaurachern. Und dieses Birdie war wichtig für St. Leon-Rot, denn wäre es zu einem Stechen gekommen, hätten der GC Herzogenaurach aufgrund des besseren Finalrunden-Ergebnisses die Oberhand gewonnen. 

So kann der GC St. Leon-Rot zwar nicht den Pokal in die Luft stemmen, wohl aber einen hart erkämpften zweiten Platz aufzeigen. Coach Marco Schmuck fasst das Abschneiden seines Teams und insbesondere den Finaltag in Worte: „Alles in allem ist die Platzierung in Ordnung. Allerdings haben wir als GC St. Leon-Rot an der einen oder anderen Stelle auch etwas mehr erwartet. 

Wir haben uns heute morgen sehr schwer getan, die ersten drei, vier Löcher ordentlich abzuschneiden und haben da grobe Schnitzer hingelegt. An Bahn eins haben wir als Team insgesamt sechs Schläge über Par gespielt. Das sollte bei einem Par-5-Loch nicht passieren, wenn man um den Titel mitspielen will. Denn ab dem Punkt sind wir hinterhergerannt. Trotzdem freuen wir uns sehr, dieses Event mitspielen zu dürfen.

Die Bedingungen hier sind nicht so leicht gewesen. Der Platz hat es in sich - ist aber auch genau richtig für so eine Deutsche Meisterschaft. So oder so, die Einschläge kommen immer näher und ich glaube, dass es bald so weit ist, dass wir den Pokal hochhalten müssen. Bis dahin müssen wir viel arbeiten und wir werden analysieren und trainieren. Und dann freuen wir uns, wenn es im nächsten Jahr wieder losgeht.“

Starker Süden

Auf Rang vier landen die an diesem Finaltag stark spielenden Herren des Stuttgarter GC Solitude. Mit insgesamt 22 Schlägen über Par verpassen sie allerdings die angestrebte Titelverteidigung. Und auch eine Podestplatzierung muss das Team um Peter Wolfenstetter den sportlichen Konkurrenten überlassen. Insgesamt jedoch zeigt sich bei dem DGV-Mannschaftspokal die Spielstärke der süddeutschen Mannschaften. 

Unter den besten vier Mannschaften schafft es nur der neue Deutsche Meister, der Hamburger GC, die Fahne hochzuhalten. Und in den Top 7 sind dann alle fünf Teams der 1. Bundesliga Süd vertreten, aber nur zwei Mannschaften aus dem Norden. Wohl gemerkt: dies gilt natürlich für den hier gespielten Modus des Zählspiels. Wer weiß, wie es im nächsten Jahr aussieht, wenn die KRAMSKI Deutsche Golf Liga sponsored by Audi hoffentlich wieder regulär ausgetragen wird und ein Final Four im gewohnten Matchplay aufbieten darf.

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