Bild Information: Meister und Medaillengewinner beim Hamburger GC (Foto: DGV/stebl)

Sachs und Städler holen Titel

DM Herren AK 50/65 2018
 

Deutscher Meister der Altersklasse (AK) ab 50 Jahren ist erstmals Stefan Sachs vom GC Kassel-Wilhelmshöhe. In der AK 65 holt sich Christoph Städler (Semlin) die Goldmedaille.

Hamburg – Die Deutschen Meisterschaften der AK 50 und AK 65 sind beendet. An einem wunderbaren Finaltag sicherten sich Stefan Sachs und Christoph Städler die Titel. Nach teilweise sehr spannendem Verlauf waren die Meister glücklich, am Ende mit dem nötigen Quäntchen Glück die guten Leistungen krönen zu können.

AK 50

Stefan Sachs war nach einer spannenden Finalrunde überglücklich. „Der Titel kommt für mich völlig unerwartet. Letzte Woche habe ich noch ziemlich schlecht gespielt und daher fehlte zunächst das Selbstvertrauen. Es ist aber alles rund gelaufen und ich habe drei gute Runden gespielt“, war der Spieler des GC Kassel-Wilhelmshöhe zurecht stolz auf die Ergebnisse mit 72, 73 und 70 Schlägen. Diese 70 war der beste Score des Tages, wobei es nach neun gespielten Bahnen noch gar nicht so ganz danach aussah.

Christian Sommer hatte sich nach der Frontnine an die Spitze gesetzt, als er mit nur 33 Schlägen kreuzte. Ein Eagle auf Bahn 4 und zwei Birdies hatten hier sehr geholfen, dass der Hubbelrather plötzlich alleiniger Spitzenreiter war.

Martin Birkholz (Krefelder GC), der vor dem Start der Finalrunde noch vier Schläge vor dem Hubbelrather gelegen hatte, brauchte für seine ersten neun Bahnen 38 Schläge und ging dadurch von Platz zwei in die letzte Halbrunde. Stefan Sachs vom GC Kassel-Wilhelmshöhe lag zu dem Zeitpunkt weiterhin einen Schlag hinter dem Titelverteidiger. Auf der Backnine passt dann aber alles für den neuen Meister zusammen.

„Ich habe mich heute an meinen Plan gehalten, bin geduldig geblieben und irgendwann hatte ich dann den Vorsprung, den ich bis zum Ende halten konnte“, beschrieb der Hesse nüchtern die Situation, als er von Bahn 11 bis 15 drei Birdies notieren konnte, während gleichzeitig die Konkurrenten Schläge einbüßten. Bei seiner dritten Teilnahme an einer DM der AK 50 hat Stefan Sachs seinen ersten deutschen Titel gewonnen.

Vom Platz war der neue Champion überwältigt: „Das ist einer der schönsten Plätze. Hervorragend. Wir hatten super Verhältnisse und die Grüns waren perfekt, hatten eine tolle Geschwindigkeit.“

AK 65

In der AK 65 war der Ausgang bis zum Ende offen. Christoph Städler und Karlheinz Noldt lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Titelverteidiger vom GC Hamburg-Wendlohe ging, wie auch Waldemar Krüger vom Bochumer GC, mit einem Schlag Rückstand in die letzte Runde dieser Titelkämpfe.

Da sich Krüger frühzeitig durch drei Bogeys und ein Double aus dem Titelrennen verabschiedete, geriet der Kampf um Pokal und Goldmedaille zu einem echte Duell, wobei Christoph Städler nach der Frontnine zwei weitere Schläge zwischen sich und den ersten Verfolger gelegt hatte.

Aber es sollte noch einmal richtig eng werden, denn Karlheinz Noldt ließ sich nicht abhängen, verkürzte mit einem Birdie auf Bahn 15 und als der Spieler des GC Semlin am See auf Bahn 16 ein Bogey notieren musste, war Noldt wieder auf einen Zähler herangekommen.

Auf Bahn 17 fiel dann allerdings die Vorentscheidung, als der Defending Champion seinen Drive nach links verzog und sich aus dieser misslichen Lage nicht sauber befreien konnte. Auch auf Bahn 18 gab Karlheinz Noldt noch einen Schlag auf den neuen Meister ab, so dass Christoph Städler letztlich mit drei Schlägen Vorsprung den Titel holen konnte.

Bronze ging an Waldemar Krüger, der sich trotz einer 85 noch auf das Podium rettete, weil die Verfolger an einem herrlichen Sonnentag den Tücken des Platzes ebenfalls Tribut zollen mussten, zumal der Wind nicht nur merklich aufgefrischt hatte, sondern auch noch aus einer anderen Richtung kam. Dadurch wurde manches Eisen nicht passend gewählt, was wiederum von diesem selektiven Platz meist böse bestraft wird.

Medaillensammlung komplett

Christoph Städler, der 1969 Deutscher Jugendmeister war, 1979 den Titel bei den Herren gewann, 2012 schon einmal Deutscher Seniorenmeister wurde und nun seine Sammlung mit der Goldmedaille in der AK 65 komplettierte, strahlte nach dem harten Kampf über das ganze Gesicht: „Ich habe alle Altersklassen gewonnen, die ich gewinnen konnte.“

Das Erfolgskonzept des Champions überrascht auf den ersten Blick: „Ich habe etwas Hüftprobleme gehabt und deshalb nur mit 85 Prozent Power gespielt. Ich glaube, das war das Geheimnis, denn ich habe keinen Ball ins Rough geschlagen und den Ball immer im Spiel gehalten. Auf 54 Löchern habe ich so nur ein einziges Doublebogey gespielt. Das hat es letztlich wohl ausgemacht. Ich war sehr zufrieden und der Platz ist in einer tollen Verfassung. Ich liebe Falkenstein, das ist für mich der beste deutsche Golfplatz und deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass die Deutsche Meisterschaft wieder hier ausgetragen wurde.“

Christoph Städler, der selbst Golfplätze entwirft und daher besonders gut beurteilen kann, was den Platz des HGC Falkenstein so einzigartig macht, lobte die Arbeit seines „Kollegen“, der das Gelände 1930 gestaltet hat: „Der Platz ist von einem Meister der Golfarchitektur angelegt worden. Harry Colt war dafür berühmt, ein phantastisches Routing der Bahnen auszusuchen. Jede Bahn ist individuell und hat ihr eigenes Gesicht. Jede Bahn kann man mit Birdie spielen, aber auch leicht mit Bogey oder Double gehen. Der Platz verzeiht keine Fehler, gibt aber auch Chancen. Er ist fair, aber sehr anspruchsvoll. Hier wird die Spreu vom Weizen getrennt. Wer nicht gut drauf ist, geht hier gnadenlos ein.“

Siegerehrung

Marion Thannhäuser, die Grande Dame des deutschen Golfsports, führte bestens gelaunt durch die Siegerehrung, nachdem sie zuvor auf dem Platz das spannende Titelrennen verfolgt und mit vielen Wegbegleitern ihrer langen Golfkarriere gesprochen hatte.

Thannhäuser, die selbst zahllose Titel gewonnen hat, hob hervor, wie eng die Verbindung des Hamburger GC mit den Deutschen Meisterschaften der Senioren ist, denn mehr oder weniger schon immer sind diese beim HGC Falkenstein ausgetragen worden. Umso größer die Freude bei Marion Thannhäuser, dass diese Auflage nun wieder in Hamburg stattfand. Dass sich der Platz auch bei den Aktiven größter Beliebtheit erfreut, mag man an den vielen Meldungen ablesen, die aufgrund des begrenzten Startfeldes zu großen Wartelisten in beiden Altersklassen führten.

Auch Marion Thannhäuser hob, wie schon die Sieger in ihren Reden, die Leistungen des Greenkeeper-Teams hervor und alle Teilnehmer spendeten Gareth Bremner und seiner Platzmannschaft lautstarken und herzlichen Beifall.

DGV-Spielleiter Karsten Schimmelpfennig überreichte HGC-Präsident Thomas M. Klischan eine Urkunde, mit der sich der Deutsche Golf Verband beim Ausrichter und allen Helfern für die Gastfreundschaft und die großartige Unterstützung bedankt.

Bei strahlendem Sonnenschein ging eine rundum gelungene Meisterschaft zu Ende und die Teilnehmer traten zufrieden die Heimreise an.

 

Endstand AK 50

1. Stefan Sachs +2
2. Martin Birkholz +4
3. Christian Sommer +7

 

Endstand AK 65

1. Christoph Städler +13
2. Karlheinz Noldt +16
3. Waldemar Krüger +25

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