Bild Information: Martin Birkholz ist neuer Senioren Europameister 2018. (Foto: EGA)

Birkholz neuer Europameister

Senioren 2018
 

Gold und Silber bei der Senioren EM durch Birkholz und Lichtenberg.

Bled/Slowenien - Das deutsche Team hat bei den Europameisterschaften der Senioren die Erfolge von 2017 wiederholt. In der Altersklasse (AK) 50 sicherte sich Martin Birkholz nach Silber im Vorjahr an einem spannenden Finaltag in Slowenien den Titel. Susanne Lichtenberg verpasste zwar knapp die Titelverteidigung, sorgte mit dem zweiten Platz und der Silbermedaille jedoch für ein hervorragendes DGV-Ergebnis.

Entscheidung wird zum "Matchplay Duell"

Die Ausgangslage bei den Männern präsentierte sich vor dem Finaltag im Royal Golf Bled ausgesprochen spannend. Gleich elf Spieler lagen im Leaderboard innerhalb von nur sechs Schlägen zur Spitze – und Martin Birkholz war mitten drin. Trotzdem entwickelte sich der Tag quasi zu einem "Matchplay Duell" zwischen dem Deutschen und dem mit nur zwei Schlägen führenden Schweden Mattias Pernheden. "Man rechnet sich doch was aus, wenn man nur zwei Schläge zurück liegt", beschrieb Birkholz die enge Konstellation an der Spitze des Leaderboards und seine Chancen in der finalen Phase des Turniers.

Loch für Loch, Schlag für Schlag duellierten sich die zwei Kontrahenten, mal führte der eine, wenige Schläge später hatte der andere die Nase wieder vorn. Pernhedens Bogey zum Auftakt war der erste Hinweis darauf, dass nach der Silbermedaille ein Jahr zuvor, bei dieser Europameisterschaft mehr für Birkholz drin sein könnte. Doch der Schwede fand schnell wieder zu seinem von den Vortagen her gewohnt sicheren Spiel, konterte direkt mit seinem ersten Birdie des Tages und schloss die Front Nine schließlich mit einem Schlag unter Par ab. Birkholz spielte in der Anfangsphase der Runde derweil ein paar Schläge zu ungenau und hatte nach dem siebten Loch plötzlich vier Schläge Rückstand auf den Skandinavier.

Kühler Kopf und ruhiges Händchen führen zum Sieg

Davon völlig unbeeindruckt, drehte der Deutsche in der Folge auf und versenkte den Ball auf vier der folgenden fünf Bahnen sicher zu Birdies. Nach Loch 10 waren deshalb beide Spieler wieder gleich auf, nur eine Bahn später Birkholz sogar erstmals in Führung. Was nun folgte, war definitiv nichts für schwache Nerven. Mit zwei Schlägen Vorsprung war die Führung bei noch fünf zu spielenden Löchern vermeintlich sicher. Parallel zu zwei Bogeys des Krefelders notierte Pernheden seinerseits ein Par sowie ein Birdie und schon hatte sich das Blatt wieder zu seinen Gunsten gedreht.

Am Ende war es dann aber doch Martin Birkholz, der einen Schlag Vorsprung auf die letzte Bahn mitnahm, kühlen Kopf und ein ruhiges Händchen beim Putten behielt und sich schließlich mit einem Score von sechs über Par zum Europameister kürte. Dementsprechend positiv fiel sein Fazit aus. "Drei Single-Putts an den letzten Löchern haben den Ausschlag gegeben", erzählte ein sichtlich stolzer Birkholz. "Wenn man es so sagen will, habe ich am Ende eine kleine Nervenschlacht gewonnen." Silber ging mit nur einem Schlag Rückstand an Mattias Pernheden (+7), Bronze holte sich der Däne Tony Jensen (+9).

Karlheinz Noldt vom GC Hamburg Wendlohe landete auf dem geteilten achten Platz ebenfalls noch in den Top Ten und sicherte sich gleichzeitig mit 16 über Par den Sieg in der Altersklasse 60. Insgesamt hatten bei den Männern zwölf  Akteure die Europameisterschaft in Angriff genommen, neun von ihnen schafften es davon in die Finalrunde.

Lichtenberg auf dem Weg in die Geschichtsbücher

Bei den Damen war die Ausgangslage vor dem Finale derweil ein bisschen anders. Susanne Lichtenberg vom Krefelder GC hatte in den ersten beiden Runden auf dem King’s Course im slowenischen Bled die Konkurrenz dominiert und dementsprechend in Führung liegend den Finaltag begonnen. Nach dem überraschenden Triumph im Vorjahr, war die Chance gegeben, sich in die Golfgeschichtsbücher einzutragen. Lichtenberg wäre bei einem Sieg erst die zweite DGV-Athletin mit aufeinander folgenden EM-Siegen gewesen. Zuvor war einzig Rita Ruland 1999 das Kunststück einer erfolgreichen Titelverteidigung gelungen.

Drei Schläge Vorsprung auf die Spanierin Macarena Campomanes nahm die Deutsche mit auf die Runde. Hatte die Krefelderin in den beiden ersten Runden ihren Score dank gut herausgespielter Birdies jeweils entsprechend niedrig halten können, fehlte im entscheidenden Moment ein bisschen die Präzision. Die Entscheidung im Rennen um den Sieg bei der Europameisterschaft der Seniorinnen fiel deshalb schon auf der Front Nine des Royal Golf Bled. Campomanes – Europameisterin von 2016 – lochte souverän zu Pars, während Lichtenbergs Vorsprung nach drei frühen Bogeys schnell egalisiert war.

Silber gewonnen, nicht Gold verloren

Die Deutsche kämpfte weiter eisern um jedes Par. Auf der anderen Seite zeigte die Spanierin auf den ersten neun Bahnen ihre ganze Klasse und schloss die Front Nine nach einem Birdie sogar mit einem Schlag unter Par ab. Nach dem Thriller im Vorjahr, als Lichtenberg sich den Titel im direkten Duell mit Macarena Campomanes im Stechen gesichert hatte, musste Susanne Lichtenberg ihre Konkurrentin dieses Mal ziehen lassen. Am Ende des Tages stand eine 81 für die Deutsche zu Buche.

Campomanes holte sich schließlich mit einem Gesamtergebnis von 16 über Par den erneuten Europameistertitel. Lichtenberg sicherte mit +22 eine über drei Runden stark erspielte Silbermedaille ab. Bronze ging in Person von Maria de Orueta (+23) ebenfalls nach Spanien.

Insgesamt waren bei den Damen 14 Golferinnen des DGV am Start, von denen neun den Cut und damit den Sprung in die Finalrunde schafften. Dabei taten sich besonders Stephanie Kiefer vom GC Kronberg sowie Tessa Oldenbourg vom GC Woerthsee hervor. Kiefer komplettierte mit dem geteilten fünften Platz das herausragende DGV-Ergebnis. Oldenbourg landete insgesamt auf einem guten geteilten 19. Platz, holte dabei aber mit + 35 den Sieg in der Altersklasse 60.

Endergebnis Senioren Europameisterschaft 2018 Männer Endergebnis Senioren Europameisterschaft 2018 Damen

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