Bild Information: Alle Podestpatzierten der Deutschen Meisterschaften AK 30. (Foto: Langer Sport Marketing)

Birken und Schmieding sind die neuen Meister der Jungsenioren

DM AK 30 2017
 

Ein Wetter, das sich in allen Facetten gibt und ein Turnierplatz in Topform. Bei den erstmals im neuen Format ausgetragenen Deutschen Meisterschaften der Jungsenioren erkämpft sich Nina Birken (GC Mülheim a.d. Ruhr) den Titel  mit drei Schlägen Vorsprung. Bei den Herren siegt Daniel Schmieding (GC Olching) im Stechen gegen Martin Ellsiepen (Marienburger GC).

Zunächst sah es so aus, als würden die diesjährigen Deutschen Meisterschaften der Jungsenioren das Schicksal ihrer Vorgängerturniere der beiden vergangenen Jahre teilen. Beinahe schon traumatisch wirken die Erinnerungen an die regengetränkten Spieltage mit ihren Spielabbrüchen, den langen Wartezeiten und den letztendlich unabwendbaren Kürzungen auf bis zu eine Wertungsrunde.

Denn nach dem freundlichen Wetter der Einspielrunden wurde der Turnierplatz des Baden Hills Golf & Curling Clubs pünktlich zur ersten Turnierrunde von einem heftigen Sturm und starken Regenfällen heimgesucht. Und prompt stand die erste Spielunterbrechung ins Haus. Am Ende sollten die 17 Spielerinnen und 54 Spieler jedoch ihre Chance auf drei Wertungsrunden bekommen.

Besonders waren die diesjährigen Meisterschaften aber dennoch. Denn die Altersgrenze für die Jungsenioren wurde von der AK 35 auf AK 30 vorgezogen. Viele neue junge Spieler waren nunmehr startberechtigt. Und tatsächlich sollte die neue Regelung direkt ihren Effekt zeigen.

Damen

Bei den Damen war es Katrin Graf vom G&LC Kronberg, die das Turnier mit einem Unter-Par-Ergebnis von 71 Schlägen eröffnete und die Messlatte richtig hoch legte. Auf Platz zwei standen Vorjahressiegerin Sylvia Wilms (Münchener GC), Christina Roth (Stuttgarter GC Solitude) und Nina Birken (GC Mülheim a.d. Ruhr) schlaggleich mit 78 Zählern. Den Vorsprung von sieben Zählern konnte Graf allerdings nicht halten. Der windige zweite Turniertag zollte ihr den Tribut ab. Hier sollte sie mit 79 Schlägen ins Clubhaus zurückkehren. 

Dass an diesem zweiten Turniertag dennoch erstklassige Ergebnisse möglich waren, bewies Vivien Richter (G&CC Seddiner See), die eine sehr farbenfrohe Scorekarte abgeben sollte, denn heute notierte sie alle nur möglichen Scores vom Eagle bis zum Doppelbogey. Letztendlich stellte sie damit die 71er Runde von Graf ein und verkürzte den Abstand zu der immer noch führenden Hessin auf drei Schläge. In Lauerstellung fanden sich die zur Titelverteidigung angetretene Münchnerin Sylvia Wilms sowie Nina Birken wieder. Beide trennten fünf Schläge von der Spitze des Leaderboards.

Der Leaderflight für die dritte und letzte Turnierrunde bestand aus Katrin Graf, Vivien Richter und Sylvia Wilms und ging um 09:20 Uhr auf die Runde. Keine der drei Spielerinnen sollte es jedoch heute zum Meistertitel schaffen. Die lange in Führung liegende Katrin Graf (231; +15) notierte fünf Bogeys und zwei Doppelbogeys und fiel im Kartenstechen gegen Sylvia Wilms (231; +15) sogar noch aus den Podestplatzierungen.

Die Titelverteidigerin Wilms lieferte zwar ihre beste Turnierrunde ab (76 Schläge), konnte sich aber mit insgesamt fünf Schlagverlusten und nur einem Birdie nicht mehr in die Spitze vorkämpfen. Und Vivien Richter (230; +14) konnte  mit ihren heutigen 77 Schlägen zwar den zweiten Rang behaupten. Die Top-Platzierung jedoch wurde einer anderen Dame zuteil. 

Die spätere Meisterin spielte nämlich nicht im Leaderflight, sondern startete bereits um 09:00 Uhr. Der heutige Tag sollte Nina Birken (227; +11) gehören, die sich mit einer Par-Runde an die Tabellenspitze arbeitete und für die dieses Turnier der Gipfelsturm nach einem langen Aufstieg aus dem Tal der Tränen sein sollte. 

Die frisch gebackene Meisterin resümiert: „Ich war lange Zeit verletzt und habe mich über die letzten zwei Jahre wieder in den Golfsport zurück gekämpft. Ich habe viel Zeit investiert und heute hier gewinnen zu können, ist eine ganz tolle Belohnung. Wobei ich nicht damit gerechnet habe, hier den Titel zu holen. Ich konnte druckfrei spielen - war nicht im Leader-Flight. Ich habe die Runde heute nur genossen. Auf den Front Nine hatte ich eine Birdie-Serie, musste allerdings auf den hinteren Bahnen nochmal ziemlich gegen den Wind kämpfen. Aber es hat ja ein gutes Ende gehabt. Als ich zurück zum Clubhaus gekommen bin und sah, dass ich oben stand, war ich überwältigt - ich hatte Tränen in den Augen.“

Nina Birken ist es wichtig, die Gastfreundschaft und das hohe Niveau des Baden Hills G&CC zu erwähnen: „Wir wurden hier herzlich aufgenommen und haben uns hier sehr wohl gefühlt. Der Platz war trotz des Sturms und Regens sehr gepflegt und die Greenkeeper haben tolle Arbeit geleistet. Die Fahnenpositionen waren anspruchsvoll gesteckt und es gab viele kleine Breaks auf den Grüns. Ich würde mich freuen, wenn wir hier wieder spielen.“

Herren

Bei den Herren sollte dieses Turnier zu einem Dreikampf zwischen Martin Ellsiepen (Marienburger GC), Ulrich Max Holschbach (GC Hösel) und Daniel Schmieding (GC Olching) werden. Dabei war es Martin Ellsiepen, der den besten Start in die Meisterschaft erwischte und am ersten Turniertag eine 70 notieren konnte.

Dieses Ergebnis konnte Holschbach am zweiten Turniertag einstellen und löste Ellsiepen von der Spitze des Leaderboards ab. Immer waren es nur einzelne Schläge, die die Topspieler voneinander trennten und die Führung wechselte mehrfach. Während der Finalrunde waren die drei Kontrahenten dann auch gemeinsam im Leaderflight unterwegs - und auch hier ging das Kopf-an-Kopf-Rennen weiter. 

An Bahn 15 kassierte Holschbach dann allerdings ein Doppelbogey, das ihn empfindlich ins Hintertreffen bringen sollte. So kurz vor Schluss spielte er nunmehr mit der dringenden Notwendigkeit nach Birdies, wenn er das Heft selbst in der Hand haben wollte. Spiel auf Risiko also. Ein Risiko, das sich nicht zu seinem Gunsten wenden sollte. Denn ein weiterer Schlagverlust an Bahn 18 kegelte den Rheinländer aus dem Titelrennen (223; +7) und ließ Schmieding und Ellsiepen schlaggleich (221; +5) ins Stechen einziehen.

In diesem Stechen hat Schmieding, der junge Münchener, früh erkannt, dass es gegen den starken Martin Ellsiepen nur einen Weg gibt. Nämlich die Flucht nach vorne. Und so entschied sich der sehr konstant spielende Schmieding dafür, entgegen seinen üblichen Gepflogenheiten voll auf Angriff zu spielen. Das seltene Wagnis sollte sich für ihn auszahlen - er gewinnt tatsächlich am ersten Extraloch mit Birdie gegen Par. 

Schmieding kommentiert seine Taktikänderung wie folgt: „Martin hat im Stechen auf Bahn 18 ein unglaubliches Par gespielt. Es war also ein Birdie nötig, um das Play Off zu gewinnen. Ich wusste, dass Martin nicht nachlassen würde und habe da endlich mal aggressiver gespielt und was riskiert - um das Stechen entweder gleich zu gewinnen oder eben gleich zu verlieren. Ich habe bereits eine ähnliche Situation erlebt, damals habe ich das Stechen mit einem Eagle für mich entscheiden können. Ein Turnier mit einem solchen Duell zu gewinnen, ist immer was besonderes.“

Gleichzeitig stellt der dreißigjährige Daniel Schmieding, der in diesem Jahr erstmalig für die Meisterschaft der Mid-Amateure startberechtigt ist, auch klar: „Es ist eine riesige Ehre, dieses Turnier zu gewinnen. Es war bis zum Schluss unglaublich spannend - es gab niemanden, der deutlich besser als die anderen gespielt hat. Ich muss dazu sagen, dass der Platz sich im Turnier deutlich schwieriger dargestellt hat, als in der Proberunde. Wir sind ursprünglich davon ausgegangen, dass das Turnier mit einem Ergebnis unter Par gewonnen wird.

Allerdings kam dann am Freitag ein Sturm mit viel Regen. Samstag und Sonntag waren sehr windig, wodurch es von vornherein wenig Birdiechancen gab. Ich selbst habe nicht unbedingt mein bestes Golf gespielt - habe aber nie aufgegeben und an den letzten Löchern ein paar kritische Pars gemacht. Ich habe an allen drei Tagen zusammen nur drei Birdies gespielt. Aber dafür auch zum Glück nur wenige Bogeys.“

Ergebnisse Damen AK 30 Ergebnisse Herren AK 30

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