Bild Information: Treppchenplatzierung: Stephan Gross Jr. (links) holt bei der EM AK 30 Silber. (Foto: privat)

Zwei deutsche Vizetitel bei der EM der Mid-Amateure

Jungsenioren 2020
 

Bei den Europameisterschaften der AK 30 gehen erneut beide Silbermedaillen an deutsche Spieler: Nina Birken verteidigt ihre Vize-Europameisterschaft bei den Damen erfolgreich. Bei den Herren spielt sich Stephan Gross Jr. auf das Treppchen.

Ein sportlich starkes und zudem sonnenreiches EM-Turnier geht in dieser irgendwie besonderen Saison zu Ende. Der Golf Club du Domain Impérial präsentierte sich mit einem sensationellen Platzzustand und schwer gesteckten Fahnenpositionen. Die Kulisse war insgesamt absolut malerisch und filmreif. 

Brackschulze vergibt Sieg 

Auf dem Siegertreppchen finden sich alte und neue Gesichter wieder. Gerade bei den Damen sah es am Ende schon fast nach einer Neuauflage der Vorjahres-Ergebnisse aus, auch wenn die Resultate dieses Mal erst nach einem Vierer-Stechen festgezurrt werden konnten. Die amtierende Europameisterin Myrte Eikenaar (Niederlande) siegt nach Play-Off vor der amtierenden Vize-Europameisterin Nina Birken (GC Hösel). Auf dem dritten Platz steht auch in diesem Jahr wieder eine Spielerin aus Frankreich: nach Amadine Vincent holt nun Hélène Malvy die Bronzemedaille. 

Die drei Spielerinnen standen am Ende der regulären Spieldistanz schlaggleich bei 227 Schlägen (+11). Gemeinsam mit ihnen lag Katharina Brackschulze (GC Rhein-Sieg), die als Führende in den Finaltag ging. Erst mit ihrem Bogey am 18. Grün sollte sie die Führung endgültig vergeben und zugleich die Grundlage für das Stechen liefern. Am Ende schloss sie das Turnier auf Platz vier ab. Für Nina Birken war das Ergebnis eine positive Überraschung und der zweite Platz bedeutet für sie auf jeden Fall gewonnenes Silber und nicht etwa verlorenes Gold: 

„Ich hatte nicht erwartet, dass es ein Playoff geben würde - und dann gleich zu viert! Es war ein sehr heißer Tag. Dementsprechend war es sehr anstrengend und am zweiten Extraloch lag mein Drive nicht optimal. Den zweiten Schlag konnte ich dennoch gut ablegen, aber beim dritten war zu viel Adrenalin im Spiel, sodass der Ball hinter dem Grün landete und ich das Bogey kassierte. Kiki (Anmerkung der Redaktion: gemeint ist Katharina Brackschulze) schob den Par-Putt auch vorbei - somit waren wir raus. Die Titelverteidigung ist der Holländerin dann gelungen. 

Aufgrund einer Schulterverletzung habe ich wirklich nicht mit einem so guten Endergebnis gerechnet. Der Platz spielte sich vom blauen Tee sehr lang, das haben alle Spielerinnen hier gesagt. Aber so oder so: es hat viel Freude gemacht, hier zu spielen!“ Weitere deutsche Spielerinnen in den Top Ten waren Franziska Loye (Berliner GC Gatow) auf dem geteilten siebten Platz (232; +16) sowie Hanne Rieke Gerding (Stuttgarter GC Solitude) mit 234 Schlägen (+18) auf T10.

Stephan Gross mit Silber

Bei den Herren siegt am Ende der Genfer Rodrigo Lacerda Soares in einem Beinahe-Heimspiel mit 207 Schlägen (-9) vor Stephan Gross Jr. vom GC St. Leon-Rot (211, -5 Schläge). Rang drei geht an den aus Australien stammenden Vorjahressieger Richard Heath (212, -4), der das Turnier zwar mit einer 66er Runde stark begann, dann jedoch am zweiten Turniertag mit 74 Schlägen deutlich Federn lassen musste. Der frühere Tour-Professional Stephan Gross freut sich über das Ergebnis: „Wenn ich ein Turnier spiele, dann starte ich immer mit der Einstellung, dass ich gewinnen möchte. Und gerade nachdem ich ja schon bei den Herren Europameister geworden bin, wollte ich sehr gerne auch bei den Jungsenioren Europameister werden. 

Das habe ich zwar immer auch mit etwas Spaß in der Stimme gesagt, weil ich nie wirklich einschätzen konnte, wo ich vom Niveau her stehe und ich zudem in den letzten Wochen kaum Golf spielen konnte. Aber die erste Runde war super und dann war die Ambition auf jeden Fall voll da. Wenn man am Finaltag im ersten Flight mitspielt, will man natürlich auch siegen - und es wäre auch machbar gewesen. Zwischendurch lag ich mit Lacerda auch gleichauf, aber nach hinten raus war es bei mir zu viel Kampf. Es war trotzdem schön, dass ich mit dem zweiten Platz abschließen konnte. Zudem ist Domain Impérial ein großartiger Golfplatz und die ganze Ecke hier ist eine tolle Gegend.“

Neben Gross stehen gleich vier weitere Deutsche in den Top Ten. Michael Thannhäuser (Hamburger GC) und Stefan Wiedergrün (Frankfurter GC) beenden den Wettbewerb mit 214 Schlägen (-2) auf T5. Christopher Huvermann (GC Hösel) und Marcel Zillekens (GC Hösel) stehen mit 216 Schlägen (Even Par) auf T10 .

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