Bild Information: Triumphale Finarunde: Thomas Rosenmüller, unterstützt durch Coach Ken Williams (Foto: privat)

Rosenmüller und Paul auf Korn Ferry Tour

Golf Team Germany
 

Thomas Rosenmüller und Jeremy Paul sichern sich beim Korn Ferry Tour Qualifying Tournament den Aufstieg auf die Second-Level-Tour in den USA.

Savannah/USA – Nachdem sich beim Grand Final der Challenge Tour vier Deutsche die Karte für die European Tour geholt haben, setzten auch in den USA zwei Deutsche einen erfolgreichen Schlusspunkt unter die Saison 2021.
Thomas Rosenmüller vom GC München Eichenried und Jeremy Paul vom GC Mannheim-Viernheim belegten schlaggleich bei der Tourschool in Savannah den elften Platz und haben damit für mindestens acht Turniere der kommenden Saison den Startplatz sicher. Mit guten Ergebnissen vor den jeweiligen Rescedulings haben beide damit beste Aussichten, sich in den USA zu etablieren und dürfen auch von einem weiteren Aufstieg auf die große PGA Tour träumen, wie es Stephan Jäger vorgemacht hat.

Platzrekord

Thomas Rosenmüller aus dem National Team Germany hat bei diesem alles entscheidenden Turnier eine ganz besondere Nervenstärke bewiesen. Der Münchener startete mit einer 66 (-5) auf dem Marshwood Course im Landings Club und lag damit am Abend des erste Tages auf Rang vier.
Die beiden folgenden Runden absolvierte der Deutsche auf dem Magnolia Course und war mehrfach in ernsthaften Problemen. 76 (+6) und 72 (+2) Schläge waren zu viel, um weiter vorne dabei zu sein, so dass es bis auf Rang 67 zurück ging.
Aufgrund des Wetters gab es eine Verlängerung des Turnier auf Montag. Dadurch hatte der 24-Jährige einen Tag Pause und nutzte diesen, um sich in Savannah von der Hektik des Turniers abzulenken. Ein sehr guter Schachzug, wie sich spätestens am Montag auf der Finalrunde herausstellte, denn auf dem Marshwood Course zauberte der Ismaninger, der bislang als Profi drei Siege auf der Pro Golf Tour verzeichnen konnte, eine nahezu perfekte Leistung aus dem Hut.
Rosenmüller startete auf Tee 10 und begann solide mit viermal Par. Darauf folgten drei Birdies in Serie. Auf Bahn 15 hatte der Athlet aus dem Kader von Bundestrainer Ulli Eckhardt einmal das nötige Glück, als er einen Baum traf, danach auf trotzdem das Birdie spielte. Nach zwei weiteren Birdies auf den Löchern 18 und 1 ging der Score schon auf fünf unter Par. Nun war der Bayer voll im Flow und spielte sein ganzes Können aus. Die Scorekarte blieb blitzsauber und nach drei weiteren Birdies, das letzte davon auf dem finalen Loch, hatte Rosenmüller nicht nur eine 63 (-8) in den Büchern, sondern gleichzeitig einen neuen Platzrekord aufgestellt.
Der Lohn für diese fabelhafte Leistung war ein Sprung im Klassement um satte 56 Plätze auf Rang elf, gleichbedeutend mit einem echten Livechanger für den Bayern.

Tiefe Zufriedenheit

Wie emotional die Tage von Savannah für den Aufsteiger waren, berichtete Rosenmüller, nachdem sich der erste Trubel um den Erfolg gelegt hatte: „Die Woche war sensationell. Ich bin mit fünf unter Par sehr gut ins Turnier gestartet und hatte ein sehr gutes Gefühl. Am zweiten Tag habe ich zu viele Fehlschläge gemacht, die auch zu Strafschlägen geführt haben und habe mir dadurch hohe Nummern eingefangen. Das war natürlich suboptimal, was Score und Ausgangssituation anbelangt. Ich habe meinen regenfreien Tag gut genutzt, habe entspannt, mir Savannah angeschaut und mich vom Golf ferngehalten, so dass ich den Kopf für die dritte und die vierte Runde wieder frei hatte, wo es ums Eingemachte ging. In der dritten Runde hatte ich das Gefühl, sehr gut gespielt zu haben und hatte den Ball sehr gut unter Kontrolle. Sehr viele Putts sind aber an der Lochkante vorbeigelaufen. Ich hatte das Gefühl, besser gespielt zu haben als die zwei über Par, die mit einem Bogey-Bogey-Finish auf der Karte standen. Das war ein bisschen bitter. Am Finaltag habe ich wirklich sensationell gespielt. Die drei Birdies haben die Runde für mich so richtig starten lassen. Da hatte ich dann das Gefühl, dass auch das nötige Quäntchen Glück auf meiner Seite ist. Mit dem eingelochten Bunkerschlag auf meiner zehnten Bahn hatte ich wirklich das Gefühl, das es läuft. Ich habe weiter auf Attacke gespielt, habe Gas gegeben und wollte noch mehr Birdies machen. Das Highlight war dann, auf der 18 noch den Putt zu lochen. Die Emotionen die damit kamen, da merkte man schon, dass einem ein Stein vom Herzen fällt. Es war immer ein Kindheitstraum, in den USA auf der Tour zu spielen. Den konnte ich mir verwirklich. In zwei Monaten geht es auf den Bahamas für mich los.“

Zwei von drei

Lukas Euler vom Frankfurter GC hatte nicht das nötige Glück auf seiner Seite. Scores mit 71, 78, 70 und 68 Schlägen waren zwar solide, reichten bei dem starken Feld aber nur für Rang 97.
Besser war Jeremy Paul unterwegs. Der Spieler des GC Mannheim-Viernheim startete auf Magnolia mit einer soliden 71 (+1). Auf Marshwood ließ Paul es dann richtig krachen und hielt am zweiten Tag seine Karte sauber. Mit vier Birdies und einem Eagle verbesserte sich der Deutsche und zog aus der 65 (-6)  auch die nötige Energie, am dritten Tag nach einem kleinen Zwischentief wieder stark zurückzukommen. Nach einem Triplebogey auf Bahn acht lag „Jere“ schon fünf über Par, zeigte dann aber ganz cool, wie man einen solchen Tiefschlag überwindet und knallte ab Bahn neun mal eben drei Birdies in Serie auf den Platz. Mit wieder zwei Birdies in Serie auf den Löchern 13 und 14 glich er seinen Score wieder aus und schaffte es sogar, mit seinem sechsten Birdie innerhalb von neun Löchern seinen Score unter Par zu drücken. Die 69 (-1) wurde mit Rang acht vor der Finalrunde belohnt.
Im letzten Akt der Q-School lieferte Jeremy Paul nochmal ein Wechselbad der Gefühl, hielt sich aber immer im grünen Bereich. Mit einer 72 (+1) gab der Viernheimer noch drei Plätze ab und teilte sich am Ende Rang elf mit Thomas Rosenmüller.

Ab jetzt auf zwei Kontinenten

„Das war ein super Schritt für mich. Die Q-School ist immer mega stressig. Daher bin ich froh, dass es geklappt hat. Mega ist, dass sich Yannik die Tourkarte in Europa geholt hat und ich hier in den USA nachziehen konnte. Wir sind mega happy. Natürlich ist ein bisschen schade, dass wir jetzt nicht mehr zusammen reisen können, aber so war es die letzten Monate ja auch schon, weil Yannik auf der Challenge Tour gespielt hat und ich hier auf der Forme Tour. Wir sind beide super happy, dass wir in unserer Karriere den nächsten Schritt machen. Wir sind guter Dinge, dass wir auf den nächsten Level ansetzen können, um noch größere Dinge zu erreichen. Jetzt geht es erstmal nach Hause, ein paar Tage entspannen, bevor dann die Vorbereitungen auf das nächste Jahr beginnen,“ strahlte Jeremy Paul im Angesicht des Erfolges eine große Zufriedenheit aus.

Großer Zuwachs an Tourkarten

Neben den beiden Aufsteigern auf die Korn Ferry Tour in den USA gab es beim Grand Final gleich vier Deutsche, die den Sprung von Challenge Tour auf die European Tour geschafft haben. Neben Yannik, dem Zwillingsbruder von Jeremy Paul, sicherten sich durch viele starke Leistungen in der Saison auch Hurly Long, Marcel Schneider und Routinier Marcel Siem den Platz in der Beletage des europäischen Profigolfs.

 

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