Bild Information: Lukas Nemecz aus Österreich geht als Leader in die Finalrunde (Foto: DGV/stebl)

Spitze eng beisammen

German Challenge
 

Am Moving Day der Big Green Egg German Challenge powered by VcG spielt der Wettergott nicht ganz mit. Am Ende des Tages gibt es heftigen Regen. Als Leader geht Lukas Nemecz aus Österreich in die Finalrunde. Bester Deutscher ist weiterhin Matthias Schmid auf Rang drei. Fünf Deutsche stehen in der Top 20.

Neuburg/Donau – Der Moving Day der Big Green Egg German Challenge powered by VcG ist gespielt. Lange blieb es trocken und nur die letzten Flights mussten ihre Runde im dann aber teils heftigen Regen beenden.
Auch zur Finalrunde gibt es einen erneuten Führungswechsel. Der Tscheche Ondrej Leiser, der bislang in seiner Karriere zwei Turniere der Challenge Tour gewinnen konnte, musste je zwei Bogeys und zwei Doppelbogeys notieren. Der 30-Jährige aus Prag fiel mit einer 75 (+4) bis auf Rang elf zurück.
Die Gunst der Stunde nutzte Lukas Nemecz. Der Österreicher ist schon seit 2012 Profi, konnte bislang aber noch kein Turnier der Second-Level-Tour gewinnen. Der Klagenfurter lag nach 14 Bahnen drei unter Par, kassierte auf Bahn 15 sein einziges Bogey. Mit 69 (-2) Schlägen verbessert sich Nemecz auf einen Gesamtscore von zehn unter Par. In die Finalrunde zieht der Österreicher mit nur einem Zähler Vorsprung auf Angel Hidalgo ein. Der Spanier hat seine dritte 68 (-3) in Serie gespielt und blieb trotz teils schwieriger Bedingungen in der Endphase der Runde bogeyfrei.

Zwei hinter dem Leader

Matthias Schmid bleibt auch vor der Finalrunde bester Deutscher. Der Jung-Profi hat eine bemerkenswerte Runde in Even Par nach Hause gebracht. Mit zwei Birdies auf den Bahnen 1 und 5 war der Bayer sehr gut gestartet, musste dann aber zwei Doppelbogeys in Folge notieren. Diese mehr als ungewöhnliche Konstellation verarbeitete Schmid aber sehr gut und hielt anschließend seine Karte nicht nur sauber, sondern glich seinen Score unter dem Jubel der vielen Zuschauer mit zwei Birdies wieder aus. Am Ende der Runde spielte „Matti“ das 18. Grün so gut an, dass er eine weitere, sehr gute Birdiechance hatte. Dieser Putt fiel aber nicht und so blieb es dabei, dass der Doppel-Europameister mit acht unter Par und zwei Schlägen Rückstand auf den Leader in die Finalrunde starten wird.


„Heute war es nach den beiden Doppelbogeys ein Kampf, aber ich habe mich gut im Spiel gehalten und zurückgekämpft. Darauf bin ich auch stolz. Es gefällt mir super, dass so viele Leute mit mir auf den Platz rauskommen. Der Platz ist toll, auch der Zustand ist super. Ich muss morgen eine gute Runde spielen. Alles andere hilft nichts“, geht der 23-Jährige, der im GLC Schmidmühlen seine Golfkarriere begonnen hatte, mit der großen Aufmerksamkeit sehr professionell um. Schmid ist nur eine gute Autostunde vom Austragungsort dieser German Challenge zu Hause und so ist der Support durch Familie, Freunde und Bekannte groß.

Start mit Eagle

Max Schmitt wird am Finaltag mit einem weiteren Zähler Rückstand auf Nemecz starten. Am Moving Day legte der Athlet des GC Rheinhessen mit einem Eagle auf Bahn 1 gleich sehr vielversprechend los. Auf Bahn 3 ging der Score mit einem Birdie noch weiter in den Sinkflug, allerdings kassierte Schmitt danach direkt zwei Bogeys. Am Ende wurde es bei der dritten Runde, die Max Schmitt mit Matteo Manassero spielte, eine gute 68 (-3), gleichbedeutend mit Rang sechs.

„Nach dem Start haben ich mir etwas mehr für den Tag erhofft, aber auf diesem Platz ist es immer gut, unter Par zu spielen. Jetzt bin ich nur noch drei Schläge hinter dem Führenden. Ich habe viele sehr gute Schläge und viele Birdies gemacht. Vom Tee war es sehr solide. Meine Wedges waren super. Zudem habe ich ein paar mehr Putts gelocht. Es war ein sehr solider Tag. Gerne hätte ich die Bogeys noch weggelassen, aber das kann ich ja auf der Finalrunde machen. Ich werde rausgehen, um einfach nur Spaß zu haben. Das ist für mich der Schlüssel zum Spiel“, freute sich der Athlet des National Team Germany auf den Finaltag.


Manassero, der als zweitjüngster Spieler der Tourgeschichte nach Severiano Balesteros Profi wurde und schon mit 17 Jahren seinen ersten von vier Siegen auf der European Tour feierte, hatte nach zwei Runden mit Max Schmitt gleichauf gelegen, notierte am dritten Tag aber eine 69 und rangiert nun auf dem achten Platz.

Tour Setup

Philipp Mejow steigert sich von Tag zu Tag. Nach 71 und 69 Schlägen kam der Berliner nun mit 68 Schlägen vom Platz. Auf der Frontnine hielt Mejow seine Karte sauber und notierte drei Birdies. Auf der Backnine hielt er das Ergebnis, indem er zwei weitere Birdies spielte, um seine beiden Bogeys auszugleichen. Mit gesamt fünf unter Par hat der Athlet aus der Bundesliga-Mannschaft des GLC Berlin-Wannsee die Top Ten in Reichweite und startet von Rang elf in die Finalrunde.
„Der Platz ist mega. Hier ist ein komplettes European-Tour-Setup. Mit meinem Spiel bin ich echt happy. Vor allem putte ich in dieser Woche endlich mal wieder gut. Ich werde versuchen, morgen viele Birdies zu machen und dann mal schauen“, war Mejow nach dem letzten Putt sehr happy.

Jeden Tag zwei Schläge weniger

Hurly Long fuchst sich ebenfalls von Tag zu Tag besser in das Turnier. Der Youngster des GC Mannheim-Viernheim verbesserte sich nach einer 72 auf 70 und nun auf 68 Schläge. Fünf Birdies und zwei Bogeys brachten Hurly Long auf drei unter Par für den Tag und auch für das Turnier.
Der Olympionik von Tokio liegt damit gleichauf mit Philipp Katich auf dem 20. Platz. Der Amateur des GC St. Leon-Rot war mit zwei Birdies gestartet, brachte insgesamt sechs Birdies unter, unterschrieb am Ende aber eine 70 (-1).
Eine ganz große Willensleistung vollbrachte Nick Bachem. Der Sportsoldat vom Marienburger GC war mit massiven Schmerzen in der linken Hand auf die Anlage gekommen. Der Physiotherapeut der Tour gab für den Start aber grünes Licht und behandelte den Rheinländer auf der Runde mehrfach, so dass Bachem zwar unter Schmerzen, aber immerhin ohne Gefahr für eine längerfristige Verletzung die Runde spielte. Vor diesem Hintergrund ist die 73 (+2) eine ganz formidable Leistung. Bachem geht ebenso von Platz 31 in die Finalrunde wie Thomas Rosenmüller (GC München Eichenried), der eine 71 (Even Par) unterschrieb.

Finalrunde

Am Sonntag steht auf dem hinreißend gepflegten Platz des Wittelsbacher GC die Finalrunde an. Um 7.24 Uhr werden die ersten der 66 Athleten starten. Der Leaderflight mit Lukas Nemecz und den beiden Spaniern Angel Hidalgo und Alfredo Garcia-Heredia schlägt um 11.15 Uhr ab. Matti Schmid ist um 11.04 Uhr an der Reihe. Mit dem Deutschen werden Hennie du Plessis aus Südafrika und Frederic Lacroix abschlagen. Der Franzose hat als Amateur in der Deutschen Golf Liga für den GC St. Leon-Rot und den GC Mannheim-Viernheim aufgeteet, ist also vielen Golffans im Süden bekannt.

Wertvolle Tauschplätze

Als Gastgeber eines Turniers der Challenge Tour stehen dem deutschen Golfsport 50 Plätze für Einladungen von Profis zur Verfügung. Dieses wertvolle Pfund können DGV und PGA of Germany nun erstmals seit 2015 wieder nutzen, um jungen Spielern Startplätze auch bei anderen Turnieren der Challenge Tour zu ermöglichen. Von unschätzbarem Wert sind diese Startplätze, um den Sprung auf die European Tour zu ermöglichen. Aktuell haben insbesondere Yannik Paul und Freddy Schott davon profitiert. Paul, der zuletzt dreimal Spitzenergebnisse ablieferte, steht im aktuellen Ranking der Challenge Tour auf Platz 16. Dies würde für den Aufstieg auf die Beletage des europäischen Profigolfs reichen.
Bundestrainer Ulli Eckhardt ist unendlich dankbar dafür, endlich die Chance zu haben, auch mit diesem Werkzeug in der Hand Spieler voranbringen zu können: „Für uns ist das ein ganz großer Vorteil und ein ganz anderes Arbeiten. Ich kann Spieler wesentlich einfacher a) auf die Challenge Tour und b) dann hoffentlich auch auf die European Tour bringen. Mit Yannik Paul sieht es derzeit ja sehr gut aus. Bei Moritz Lampert hatte es damals auch über diesen Weg funktioniert. Er hatte Einladungen, hat dann ein Turnier gewonnen und konnte so den Rest der Saison spielen und sich so die Tourkarte erspielen. Das bringt uns unserem Ziel, im Profibereich mehr Spieler auf die Tour zu bringen, näher. Mit Gold ist es gar nicht aufzuwiegen, wie wichtig es ist, dass wir endlich wieder ein Challenge Turnier in Deutschland haben. Für mich ist das ganz großartig, das kann ich gar nicht anders sagen.“

Königsweg

Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, betont ebenfalls, wie wichtig es ist, nach so langer Unterbrechung endlich wieder ein Challenge Turnier in Deutschland zu haben: „Es gibt mehrere Wege, sich für die Challenge Tour und daraus resultierend auch für die European Tour zu qualifizieren. Wir waren in den letzten Jahr von dem Weg ausgeschlossen, den andere Nationen beschritten haben, indem sie mindestens eins, oft sogar mehrere Turniere der Challenge Tour ausgerichtet haben. Diesen Weg, unseren aussichtsreichen Nachwuchstalenten nun mehrere Startmöglichkeiten auf der Challenge Tour bieten zu können, bewerte ich als einen der Königswege und daher werden wir sicherlich schon bald Erfolge sehen, die wir ohne dieses Turnier hier im Wittelsbacher GC nie erreichen hätten können.“
Um mehr Youngstern den Einstieg in das Leben als Tour-Profi zu ermöglichen, wäre es gut, wenn sogar mehr als ein Turnier der Challenge Tour ausgerichtet würde – wie es andere Golfnationen auch tun, deren Farben auf den Leaderboards der großen Touren zahlreicher zu sehen sind.

Hole-in-one

Auch am dritten Tag gelang es einem Spieler, ein Hole-in-one zu erzielen. Gary Boyd aus England lochte auf Bahn 6 ein. Für die 185 Meter dieser Bahn nutzte der Brite, der ansonsten vier Birdies und drei Bogeys notierte, ein Eisen 7. In die Finalrunde startet Boyd von Rang 16.

Livescoring So lief es an Tag 2

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