Bild Information: Blick nach vorn: Martin Kaymer will zurück in die Weltspitze. (Photo by Getty Images)

Das Feuer brennt noch

Elite Team Germany
 

Martin Kaymer will zurück in die Weltspitze und träumt im Sportschau-Interview vom Masters und Olympia.

Jeder Sportler hat diesen Traum: einmal eine Medaille bei Olympischen Spielen gewinnen. Klar, am besten Gold. Dann steht man ganz oben, hört die Hymne, schließt die Augen und genießt den Magic Moment. Gänsehaut. Das wär's. Auch Martin Kaymer hat dieses große Ziel. In einem Interview mit der Sportschau sagt er: "Wenn du mit einer Medaille nach Hause kommen kannst, das ist doch der Wahnsinn. Egal ob Gold, Silber oder Bronze." Dafür will Kaymer hart arbeiten, sein Formtief hinter sich lassen, neue Wege gehen und endlich wieder in die Erfolgsspur finden.

Erst müssen die Spiele in Tokio überhaupt stattfinden. Wegen der Pandemie musste das größte Sportevent vom Sommer 2020 auf Sommer 2021 verlegt werden. Wenn es Wettkämpfe gibt, dann wird das Spektakel unter den fünf Ringen anders sein, denn: Bei den Sommerspielen in Japans Hauptstadt sind wegen Corona keine ausländischen Fans zugelassen. Diese Entscheidung teilten die japanischen Organisatoren Mitte März in einer Video-Schalte dem Internationalen Olympischen Komitee mit.

Dennoch sind die Verantwortlichen des Golf Team Germany (GTG) zuversichtlich: "Für die olympische Saison 2021 haben wir mit vier Damen und drei Herren ein größeres Team als üblich für das Elite Team Germany nominiert. Wir gehen davon aus, dass die Spiele in Tokio stattfinden werden und wir mit vier Olympioniken abschlagen", sagt Marcus Neumann, Vorstand Sport des DGV. Blickt man auf das Olympic Golf Ranking, wären Caroline Masson, die beständigste deutsche Athletin, und Sophia Popov, die im vergangenen Jahr die British Women‘s Open gewann und ins Elite Team aufgerückt ist, qualifiziert. Bei den Herren ist Kaymer gesetzt.


Vier Damen, drei Herren - das Elite Team Germany 2021

Das Sportschau-Interview mit dem zweifachen Majorsieger trägt den Titel: "Martin Kaymer - aus der Versenkung bald wieder zur Weltklasse?" Am Ende der Überschrift steht ein Fragezeichen. Von einer sportlichen Krise ist die Rede. Klar, die großen Erfolge sind nun doch schon ein paar Jahre her. Die Gründe dafür scheint Kaymer zu kennen: "Es ist nicht so, dass ich die Sportart nicht mehr kann oder mich verlaufen habe", sagt er. Der Fokus habe sich in den vergangenen Jahren einfach verschoben. "Ich habe nach so vielen Jahren als Golfprofi mein Privatleben nicht mehr permanent hinten anstellen wollen."

Kaymer trainierte deshalb zuletzt weniger, spielte seltener auf Turnieren. Er war nicht der einzige Leistungssportler, der die Pandemie-Pause nutzte, um sich einen lang gehegten, privaten Traum zu erfüllen: Er kaufte sich eine Schäferhündin. "Diese Liebe und diesen Zusammenhalt zu spüren, das wollte ich schon immer", erzählt er: "Normalerweise ist so etwas in meinem Job ja fast unmöglich." Künftig muss allerdings sein Vater häufiger auf die Hündin aufpassen. Kaymer wird demnächst weniger Zeit für sie haben. Er möchte wieder angreifen. "Ich spüre, dass meine Motivation immer größer wird und entdecke die Leidenschaft und den Funken in mir wieder", stellt Kaymer gegenüber der Sportschau klar (hier geht’s zum kompletten Interview).

Ohne Zweifel: Er will zurück in die Weltspitze und klingt entschlossen: "Ich weiß genau, woran ich arbeiten muss." So ist das als Leistungssportler. Wenn du einmal weißt, wie es sich anfühlt, der Beste der Welt, die Nummer eins, zu sein, dann willst du das immer und immer wieder. Das macht echte Athleten aus. Irgendwann packt es dich wieder - dieses Feuer. Kaymer hat zuletzt viel mit Freunden und anderen Profisportlern über seine Formkrise gesprochen. Jetzt scheint er bereit zu sein, will trainieren und seinen Beruf wieder vor das Private stellen.

Das olympische Herrenturnier in Tokio soll vom 29. Juli bis zum 1. August gespielt werden. Vielleicht, wenn die Pandemie es zulässt. Vorher muss Kaymer das Masters 2021 zu Hause im TV verfolgen. "Ich werde es mir anschauen, damit es noch mehr weht tut", sagt er. "Dann kann ich aus meinem Fehlen noch mehr Motivation schöpfen." Zwölf Jahre lang war er Stammgast in Augusta. Das war einmal, die Spielberechtigung für die großen Events will er sich zurückholen. Bald.

In drei Jahren wird es mit den Sommerspielen in Paris eine weitere Chance geben, denn Golf wird auch 2024 zum olympischen Programm gehören. Kaymer wird dann 39 sein. Bis dahin will er zurück sein in der Weltspitze. Es wäre nicht das erste Comeback eines großen Golfers um die 40. "Stell dir mal vor, du hast dann irgendwann Enkelkinder und kannst sagen: 'Ich hab nicht nur dran teilgenommen, ich hab sogar eine Medaille geholt.'"

Das Feuer brennt noch. Jetzt sollen endlich wieder Siege her. Apropos Feuer: In Japan findet in diesen Tagen der olympische Fackellauf statt. Die Veranstalter nennen das "The flame of hope". Wie passend. Auch für Martin Kaymer.

Das Olympic Golf Ranking Das Elite Team Germany

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