Bild Information: Zwei Helden von Hilversum auf dem Weg, weitere Golfgeschichte zu schreiben (Foto: DGV/stebl)

Die Tage der Bundesadler

EM Herren
 

Drei Bundesadler an der Spitze der Europameisterschaften sind als Ausgangslage für die Finalrunde eine einmalige Konstellation. Die Festtage des deutschen Golfsports gehen weiter und die Superlative gehen langsam aus.

Zumikon/Schweiz – Nick Bachem und Titelverteidiger Matthias Schmid haben sich am Moving Day der Europameisterschaften im Duell um die Spitze einen faszinierenden Kampf geliefert. Beide Athleten aus dem Kader von Bundestrainer Ulli Eckhardt hatten vor knapp zwei Wochen gemeinsam Golfgeschichte geschrieben, als sie daran beteiligt waren, zum ersten Mal für Deutschland die Team-EM zu gewinnen.
Was sich am dritten Wettkampftag im GCC Zürich abspielte, könnte als dritter von vier Akten eines Schauspiels in die Geschichtsbücher des Golfsports eingehen, das einem Märchen in Schwarz-Rot-Gold gleicht.
Bachem und Schmid stachelten sich gegenseitig zu absoluten Höchstleistungen an und so kam es, dass der Sportsoldat vom Marienburger GC mit einer 63 (-8) den einen Schlag aufholte, den der Titelverteidiger zuvor noch an Vorsprung hatte.
Neun Birdies und ein Bogey standen am Ende auf der Scorekarte von Nick Bachem, der am Abend mit einem entspannt-zufriedenen Gesichtsausdruck vom Tag erzählte und voller Vorfreude auf den Finaltag schaute:
„Heute mit Matti zusammen war es eine besondere Runde. Wir haben beide sehr, sehr gut und uns gegenseitig in einen Rausch gespielt. Mir hat es sehr gut getan, dass Matti auch krass gutes Golf gespielt hat. Der eine hat einen perfekten Schlag gemacht, worauf der anderen es noch besser machte. Der eine locht den Putt, der andere auch. So ging das die ganze Runde über, was sehr gut war. Morgen wird ein ganz anderer Tag. Das Wetter wird wohl deutlich schlechter. Ändern kann man es nicht, man muss sich aber darauf einstellen. Die Fahnenpositionen werden wohl auch wieder deutlich schwieriger sein. Heute war es eine sehr schöne Runde. 63 ist mein bisher tiefster Score. Vier oder fünf mal habe ich bisher in einem Turnier acht unter Par gespielt, aber das war bisher immer eine 64. Ich werde versuchen, so weiter zu machen wie bisher und hoffe, am Ende dann ganz oben zu stehen.“

Titelverteidiger als Co-Leader

Mit gesamt -12 liegen Nick Bachem und Titelverteidiger Matthias Schmid vor der Finalrunde gleichauf und gehen als Co-Leader raus. Es geht nicht nur um den Titel Europameister, sondern auch um eine Einladung zur nächsten „The Open“, dem traditionsreichsten Golfturnier überhaupt.
Die Erfahrung, im Kreise der Weltstars als amtierender Europameister bei diesem Major mitspielen zu dürfen, hat Matthias Schmid schon einmal gemacht und wer diesen süßen Honig probiert hat, will mehr davon.
Entsprechend präsentiert sich der Bayer auch vor den Toren Zürichs. Auch Matthias Schmid notierte einen Bogey, knallte dazu aber noch sechs Birdies und einen Eagle auf den Platz des feinen GCC Zürich. Alleine die Backnine ging der Defending Champion in sechs unter Par. Der 22-Jährige unterschrieb am Ende eine 64 (-7).
„Mental war es heute schwierig, weil Nick von vorneweg Weltklasse gespielt hat. Ich musste mich wirklich auf mich konzentrieren, bei mir bleiben und schauen, dass ich meine Sachen ordentlich mache. Gottseidank habe ich mit Birdie-Birdie-Eagle einen super Start in die Backnine erwischt. Grundsätzlich habe ich auch gute Eisen geschlagen und hinten raus auch ein paar Putts gelocht, was echt wichtig war. Auf morgen freue ich mich richtig, auch wenn es vom Wetter her etwas schwieriger wird“, zollte Schmid dem anderen Helden von Hilversum für dessen Leistung großen Respekt.

Katich mit Traumrunde

Vor der Finalrunde haben die beiden Leader satte fünf Schläge Vorsprung auf zwei Athleten, die sich Rang drei teilen. Einer der Verfolger trägt ebenfalls die Insignien des National Team Germany: Philipp Katich startete gleich mal mit drei Birdies in Serie und lag nach der Frontnine schon fünf unter Par. Auf der Backnine kassierte der Youngster des GC St. Leon-Rot zunächst einen Bogey, knallte dann aber vier Birdies in Serie hinterher. Die 63 (-8) spült Katich um 23 Plätze nach vorne, nachdem er schon am zweiten Tag mit einer 69 sehr stark gespielt hatte.
Fünf Schläge Rückstand auf die Führenden sind eine Macht, aber für Katich gibt es am Finaltag nur einen Weg: die Flucht nach vorne! So jedenfalls ist die Ausrichtung, die der Athlet selbst sich zurecht legt: „Ich habe heute einen guten Tag erwischt. Ich hatte viele Chancen auf Birdies und musste nicht ums Par kämpfen. Ich habe viele Grüns getroffen und viele Birdieputts auch gelocht. Der ganze Tag war sehr solide und ich habe sehr gut geputtet. Ich werde morgen alles geben. Es geht nur um den Sieg, alles oder nichts. Vollgas!“

Dauergrinsen beim Bundestrainer

Der Bundestrainer kann es kaum fassen, wie stark seine Schützlinge sich zwei Wochen nach dem größten Triumph bisher schon wieder präsentieren. „Das war heute ein Tag, wie man ihn sich als Bundestrainer wünscht. Nick und Matti haben sich vorne ein tolles Match auf allerhöchstem Niveau geliefert. Die beiden haben sich die Birdies und Eagles um die Ohren gehauen und sich immer gegenseitig gepusht. Das war echt großartig. Auch die acht unter Par von Philipp Katich war eine großartige Runde. Das kann man gar nicht anders bezeichnen. Die Fahnen waren heute nicht ganz so schwierig gesteckt wie gestern, aber die Runden, die alle drei heute gespielt haben, waren grandios. Für morgen ist die Ausgangslage wunderbar. Zwei Spieler in geteilter Führung, an dritter Stelle auch noch der Philipp. Mehr kann man sich nicht wünschen, so dass ich mich sehr freue“, hatte Ulli Eckhardt am Abend vor der Finalrunde schon wieder ein Dauergrinsen im Gesicht.

Wenn das Wetter den Organisatoren keinen Strich durch die Rechnung macht, gehen die beiden Co-Leader um 12.40 raus. Zehn Minuten früher startet Philipp Katich gemeinsam mit dem schlaggleichen Franzosen David Ravetto.

So lief Tag 2 Livescoring

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