Bild Information: Die Sieger in St. Leon-Rot (Foto: DGV/stebl)

Melichova und Gerhardsen holen die Titel

SLR Academy Invitational
 

Die Sieger des SLR Academy Invitational stehen fest. An einem sommerlichen Tag sichern sich Jana Melichova aus Tschechien und Nicola Gerhardsen aus der Schweiz die Titel.

St. Leon-Rot  – Der GC St. Leon-Rot hat aus der Not eine Tugend gemacht. Wegen der Corona-Pandemie sind zahllose Wettkämpfe ausgefallen und um den jungen Athleten ein bisschen Normalität in den sportlichen Alltag zu bringen, wurde das SLR Academy Invitational aus der Taufe gehoben.
Eine gute Idee, die gewohnt perfekt umgesetzt wurde. Der Vorzeigeclub bot jeweils 67 Talenten bei Herren und Damen bis 25 Jahren eine tolle Plattform, sich in einem Zählspiel über drei Runden zu messen.

Lange Hochspannung bei Damen

Sophie Witt vom GC Hubbelrath war mit einem Schlag Vorsprung auf Jana Melichova in den Tag gegangen. Spannend war es von Beginn an, denn die Verfolgerin ging mit einem Birdie auf der zweiten Bahn in Führung, nachdem Sophie Witt zum Auftakt einen Bogey notieren musste.

Hier geht es zur Galerie mit Luftbilder aller Bahnen des Platzes „Rot“

Die Tschechin gab direkt nach ihrem Birdie aber auch zwei Schläge wieder ab und mit einem Birdie auf Bahn 15, der sechsten gespielten Bahn, konnte Sophie Witt erstmals mit zwei Schlägen Vorsprung die Führung ausbauen. Mit einem weiteren Birdie auf Bahn 18 erhöhte die Hubbelratherin weiter und ging mit dann schon drei Zählern zwischen sich und den Verfolgerinnen auf die Backnine.
Auf den zweiten neun Spielbahnen lief es dann richtig gut für Jana Melichova. Die 22-Jährige versenkte auf Bahn 1 zum Birdie. Als Sophie Witt auf Bahn 2 einen Bogey hinnehmen musste, war der scheinbar komfortable Vorsprung auf nur noch einen Zähler geschrumpft.


Auf den Bahnen 3 und 4 drehte sich das Bild dann kräftig, denn die 17-Jährige des GC Hubbelrath hielt zwar jeweils ihr Par, aber die Tschechin, die in der Nähe von Prag zu Hause ist, setzte erst mit einem Eagle und anschließend mit zwei Birdies ein Ausrufezeichen. Beim Birdie auf Bahn 5 ging Sophie Witt zwar mit, hatte aber einen Rückstand von zwei Zählern und es waren nur noch vier Bahnen zu gehen.
Der Hubbelratherin, die jüngst ein sehr gutes Abitur abgelegt hat, konnte das Blatt nicht mehr wenden und beendet mit einem Gesamtscore von -11 ein Turnier, mit dem sie am Abend nach der Siegerehrung insgesamt sehr zufrieden war.
Platz zwei teilte sich die Rheinländerin mit Lucie Malchirand. Die Französin, die als Top-Favoritin ins Turnier gegangen war, lieferte mit 69 (-5) Schlägen ebenso eine fabelhafte Finalrunde ab wie die Siegerin Jana Melichova.

Platzrekord eingestellt

Bei den Damen lieferte Polly Mack eine faszinierende Schlussrunde ab. Die Berlinerin vom BGC Stolper Heide startete mit einem Bogey und musste auf ihrer Backnine auch noch zwei Bogeys notieren, knallte dazwischen aber satte sieben Birdies auf den Platz und drapierte noch in Stile einer ganz Großen zwei Eagles in Folge dazu.
Die 66 (-8) egalisieren den Platzrekord auf Course „Rot“, der bisher von der Schwedin Linn Grant, der Österreicherin Emma Spitz und Paula Schulz-Hanßen vom Gastgeber SLR gehalten wird.


„Besonders gut waren heute die Schläge vom Tee. Auch die kurzen Annäherungsschläge waren gut. Außerdem habe ich keine großen Fehler gemacht“, freute sich Polly Mack über ihren neuen Bestscore. Zuvor war sechs unter Par die Bestmarke gewesen. Auch zwei Eagles in Folge waren der Nationalspielerin aus dem Kader von Bundestrainer Stephan Morales bislang noch nie gelungen. Morales ist von der Leistung seines Schützlings in weiten Teilen begeistert: „Ich schätze das Spiel von Polly Mack sehr. Sie hat sich richtig toll entwickelt und kann richtig tief schießen. Noch spürt sie nicht immer die richtige Entscheidung. Auf der taktisch-strategischen Seite schlummert noch Potenzial. Polly geht mit einem guten Plan in die Runde, aber auf dem Platz ist es ein Prozess, diesen Plan auch noch den Gegebenheiten anzupassen.  An diesem Punkt sind noch weitere Entwicklungen möglich, aber ich bin mit ihrer Entwicklung insgesamt sehr zufrieden.“


Heißer Fight bei Herren

Auch bei den Herren ging es mehr als eng zu, denn die Schweizer Nicola Gerhardsen und Cedric Gugler lieferten sich mit Petr Hruby einen heißen Fight auf Augenhöhe.
Erst ganz am Ende war es ein rein schweizerisches Duell um den Sieg, denn Petr Hruby kassierte ein Doppelbogey und musste sich mit gesamt -9 mit Bronze begnügen.
Den Sieg sicherte sich Nicola Gerhardsen mit Runden von 71, 67 und 66 Schlägen bei einem famosen Gesamtscore von zwölf unter Par. Nur einen Zähler dahinter folgte Cedric Gugler, der Scorekarten mit 70, 67 und 68 Schlägen unterschrieben hatte, so dass gesamt elf unter Par in den Büchern waren.

Der Schlag des Tages

Den Schlag des Tages lieferte Charlotte Back ab. Auf Bahn 17 lochte die 15-Jährige aus 163 Metern mit einem Eisen 5 direkt zum Hole in One ein. In der noch jungen Karriere der Spielerin aus dem Kader von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl war dies das erste Ass – und dann ein gleich so wertvolles, denn mit diesem Eagle drückte Back ihren Score zwischenzeitlich auf -5. Am Ende war die ehrgeizige Athletin nicht ganz zufrieden, denn sie brachte letztlich eine 71 (-3) in die Wertung.

Stimmen zum Tag

Die Siegerin freute sich über ihren ersten internationalen Titel. „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel. Ich kann kaum beschreiben, wie froh ich bin. Der Club ist phantastisch. Ich habe hier schon mehrfach bei der German Girls Open gespielt und ich liebe jeden Tag, an dem ich hier spielen kann. Heute sind am Anfang nicht viele Putts gefallen, aber später lief es dann großartig auch auf den Grüns. Es war eine sehr nette Runde mit Sophie und Christin. Wir haben uns die ganze Zeit unterhalten“, hatte Jana Melichova einen prächtigen Tag erlebt.

Freude über Silber

Sophie Witt freute sich mehr darüber, Silber gewonnen als Gold verloren zu haben. „Ich habe heute nicht so glatt gespielt und daher freue ich mich, dass dabei noch Silber herausgekommen ist. Ich hätte vor dem Turnier nicht gedacht, hier mit elf unter Par nach Hause zu fahren. Daher bin ich schon happy. Jana hat auf dem Backnine die Bälle nah an die Fahne gehauen und dann auch gelocht. Da war es schwer, mit ein paar Kröten noch mitzuziehen“, konnte die 17-Jährige am Abend nach einer langen Tour mit dem Mädchen-Kader des Junior Team Germany lächeln.

Mädchen-Bundestrainer zufrieden

Sebastian Rühl hatte mit seinen Mädels eine lange, gemeinsame Zeit verbracht. Zunächst hatte der Kader in Winston einen Lehrgang, ehe es nach Berlin zum GTGA Invitational und final zum SLR Academy Invitational ging. Der Mädchen-Bundestrainer war den Ausrichtern dankbar für die Möglichkeit, auf hohem Niveau Turniergolf spielen zu können: „Mein Dank gilt zunächst einmal dem GC St. Leon-Rot mit Eicko Schulz-Hanßen als Geschäftsführer. Der Event war in gewohnt professioneller Weise organisiert und der Platz war in beeindruckendem Zustand. Obwohl ich hier in der Gegend wohne, habe ich den Platz schon lange nicht in einem so perfekten Zustand gesehen. Das genügt internationalen Ansprüchen. Der Golfclub hat in diesen schwierigen Corona-Zeiten eine ganz tolle Plattform geboten. Mein Fazit der Tage in St. Leon-Rot ist daher nur positiv. Ich bin super dankbar, dass wir hier so etwas erleben dürfen. Die Leistung von Sophie Witt ist extrem hoch einzuschätzen, weil sie erst vor wenigen Wochen ihr Abitur gemacht hat. Der 2002er Jahrgang hatte in den letzten Wochen auch abseits des Golfplatzes alle Hände voll zu tun. Sophie hat ein sehr gutes Abitur gemacht, nebenbei das Golf aber nicht ganz aus den Augen verloren. Sie hat in den letzten Monaten ihre Trainierbarkeit toll entwickelt. Sie hat ganz viel an ihren Stärken gearbeitet, ist aber auch einige Dinge angegangen, die bisher tieferen Ergebnissen noch im Weg standen. Die Körpersprache und das Routineverhalten sind toll. Sophie ist auch taktisch extrem gut geworden. Ich bin über die Entwicklung sehr glücklich!“

Bogeyfreie Finalrunde

Nicola Gerhardsen konnte es kaum fassen, gewonnen zu haben. Der 18-Jährige, der in Zürich lebt, aber im GC Rheinblick auf der deutschen Seite der Grenze seine golferische Heimat hat, hatte eine tolle Woche mit einer bogeyfreien Finalrunde erlebt: „Ich habe solide gespielt. Der Sieg ist für mich sehr speziell, denn ich habe schon zweimal die German Boys Open mitgespielt und finde den Platz super. Der Zustand ist immer großartig. Mit dem Team und Coaches hat es sehr viel Spaß gemacht, hier zu sein. Die Organisation war super. Ich war heute mental stark und habe nicht viele Fehler gemacht.“

 

ENDSTAND DAMEN

RANG NAME     ENDSTAND
1 Jana Melichova CZECH REPUBLIC   -15
T2 Sophie Witt GERMANY -11
T2 Lucie Malchirand FRANCE   -11
4 Polly Mack GERMANY -10
5 Luisa Vogt GERMANY   -9
T8 Paula Schulz-Hanßen GERMANY -7
T10 Emily Krause GERMANY -6
T17 Helen Kreuzer GERMANY -3
T17 Paula Kirner GERMANY -3
T17 Charlotte Back GERMANY -3

 

ENDSTAND HERREN

RANG NAME     ENDSTAND
1 Nicola Gerhardsen SWITZERLAND   -12
2 Cedric Gugler SWITZERLAND   -11
3 Petry Hruby CZECH REPUBLIC   -9
4 Cedric Otten GERMANY   -8
5 Philipp Matlari GERMANY   -7
6 Philipp Katich GERMANY -6
T11 Wolfgang Glawe GERMANY -3
T11 Jonas Baumgartner GERMANY -3
T15 Yannick Malik GERMANY -2
T20 Tiger Christensen GERMANY -1

 

Livescoring Herren Livescoring Damen So lief es an Tag 2

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