Bild Information: Glückwünsche vom Vorstand Sport: Marcus Neumann gratuliert Olivia Cowan (Foto: DGV/stebl)

Cowan siegt in Refrath

GTG Challenge Refrath
 

Olivia Cowan gewinnt die GTG Challenge Refrath nach einer überaus spannenden Finalrunde. Esther Henseleit vergibt ein mögliches Stechen erst auf dem 18. Grün.

Bergisch Gladbach – Das war knapp! Esther Henseleit war als Führende in die Finalrunde gestartet und lieferte sich mit Olivia Cowan ein spannendes Duell um den Sieg bei der vorerst letzten GTG Challenge.
Die in Wettkampflehrgänge eingebetteten Turniere, an denen neben den Profis aus Elite- und National Team Germany auch Amateure der Kader der Bundestrainer Ulli Eckhardt und Stephan Morales teilgenommen haben, sollten vor allem dazu dienen, den Athleten Spiel- und Wettkampfpraxis zu ermöglich, um für die Turniere gerüstet zu sein, die nach den Lockerungen der Corona-Auflagen in diesem Jahr noch anstehen.
Die Idee, Herren und Damen zu gemeinsamen Lehrgängen zusammenzutrommeln, hat sich als voller Erfolg herausgestellt, denn neben der konzentrierten und intensiven Trainingsarbeit bekamen so alle Beteiligten viele Anregungen. Dieses Format auch für die Zukunft zu etablieren, wird nicht ausgeschlossen, auch wenn in normalen Zeiten hierfür die Terminkoordination ein wesentlicher Stolperstein sein kann.

Spitzenkampf

An der Spitze der vorerst letzten Turniers dieser Art lieferten sich die beiden Tour-Größen Esther Henseleit und Olivia Cowan ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach der Frontnine lagen die beiden gleichauf, hatten allerdings noch keinen entscheidenden Vorsprung auf den ersten Herren. Timo Vahlenkamp, der am ersten Tag so famos aufgetrumpft hatte, lieferte wieder eine beeindruckende Performance ab und lag nach seinem vierten Birdie nur noch zwei Zähler hinter den beiden LET-Spielerinnen.

Der erste und einzige Bogey des Spielers aus dem Berliner GC Stolper Heide beendete den Sturm an die Spitze. Am Ende unterschrieb der Sportsoldat eine 69 (-3) und belegt im Endklassement Rang vier. Besser war an diesem Tag niemand und so darf der Westfale sich freuen, an zwei von drei Tagen den besten Score ins schicke Clubhaus des GLC Köln gebracht zu haben. Darauf lässt sich weiter aufbauen.

Entscheidung auf Grün 18

Schlaggleich kamen Esther Henseleit und Olivia Cowan auf das 18. Tee. Beide lagen auf diesem Par 5 mit dem zweiten Schlag auf dem Grün, aber nur Olivia Cowan gelang es, ein Birdie zu erzielen. Mit einem Gesamtscore von -8 (69, 68, 71) sicherte sich die Pfälzerin den Sieg und verwies das Nordlicht vom Hamburger GC mit -7 (67, 69, 73) auf den zweiten Platz.
„Es war schön, mal wieder in den Turniermodus zu kommen und auch, gegen Esthi zu spielen. Ich habe letztes Jahr einige Mal bei Turnieren der LET im Leaderflight gespielt. Heute war es ähnliches Gefühl. Das war richtig gut im Hinblick auf die kommenden Wochen, wenn wir in Schottland spielen werden. Gegen die Herren und gewinnen, ist ein besonders schönes Gefühl. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Es war schön, einfach mal mit den Herren zu spielen und denen zuzuschauen, wie die alles machen und was die sich überlegen. Das war interessant. Die Herren haben das Shotshaping schon sehr gut drauf, aus allen Positionen den Ball auf die Grüns zu bekommen. Wir Mädels schlagen gerade und liegen öfter auf dem Fairway, aber auch die andere Möglichkeit in der Tasche zu haben, ist gut. Das werde ich auf jeden Fall trainieren“, war die Siegerin nach dem letzten Putt rundum zufrieden und nimmt wertvolle Anregungen mit nach Hause.

Bachem auf Platz 3

Nick Bachem, der mit den beiden Tour-Proetten im Leaderflight unterwegs war, lag nach sieben Bahnen schon zwei über Par. Drei Bogeys hatte der Marienburger bis dahin schon auf der Karte.
Anschließend berappelte der Sportsoldat sich aber und hielte den Score sauber, verbesserte sich durch zwei Birdies sogar wieder auf Even Par. Dies reichte, um den dritten Platz zu sichern.

Bildergalerie

„Beide Damen waren extrem nett. Wir hatten Spaß und haben auf der Runde gemeinsam gelitten, vor allem auf den Grüns. Es war supercool, wieder mit dem Kader zusammen zu sein und einen Wettkampf zu haben. Ich hätte gerne die Heimvorteil mehr ausgenutzt, aber für das erste Turnier nach längerer Pause für mich war das Ergebnis okay. Ich finde es sehr cool, mit den Damen gemeinsam zu spielen und zu trainieren. Man kann sich austauschen und ich denke, jeder kann vom anderen etwas mitnehmen“, bilanzierte der 20-Jährige seine Eindrücke.

Endspurt

Im Endspurt gelangen Alexander Herrmann drei Birdies. Dadurch drückte der Bayer im Dress des Stuttgarter GC Solitude seinen Score für den Tag noch auf 70 Schläge und seinen Gesamtscore auf -5. Somit teilt Herrmann sich im Endklassement den vierten Platz mit Timo Vahlenkamp.


Das sagen die Bundestrainer

Herren-Bundestrainer Ulli Eckhardt, der mit Stephan Morales maßgeblich an der Organisation der Lehrgänge und Turniere beteiligt war, zog am Abend nach der letzten GTG Challenge ein ausgesprochen positives Fazit: „Für mich war das ein sehr gelungener Event. Ich habe es schon mehrfach betont, dass ich es super finde, Wettkämpfe gemeinsam mit den Damen zu machen. Es ist für beide Seiten motivierend und sie können voneinander etwas lernen. Der Platz des GLC Köln ist definitiv eine der besten Anlagen Deutschlands und zeigt auch mal wieder, dass Länge nicht der einzige Weg ist, einen Golfplatz anspruchsvoll zu machen. Über die Grüns und mögliche Fahnenpositionen ist er gut verteidigt und das ist genau das, was wir sehen wollen, um Spieler zu fordern, damit sie mal etwas anderes kennenlernen als das, was sie tagtäglich zu Hause haben. Alle haben den Wettkampf großartig angenommen und es war sehr motivierend. Daher fand ich es auch klasse, dass heute hier eine Lady gewonnen hat. Das war ein toller Wettkampf, der spannend bis zum letzten Loch blieb. Insgesamt wr es eine sehr gelungene Veranstaltung. Es könnte sein, dass wir einen Grundstein für die Zukunft gelegt haben und wir vielleicht gemeinsame Turniere veranstalten. Das Format funktioniert. Wenn man sich auf die rund 20 Prozent Längenunterschied einigt, dann ist es auch vergleichbar. Ich fände es großartig, weil es für beide Seiten ein Gewinn wäre.“

Terminprobleme

Damen-Bundestrainer Stephan Morales ist auch positiv eingestellt, sieht aber in Zeiten ohne Corona vor allem ein organisatorisches Problem. „Wenn ich meinen Kader betrachte, dann habe ich bei den Amateuren alle Spielerinnen in den USA. Der Zeitraum, in dem sie nicht für ihr College spielen, ist aber meist mit den größten Turnieren Europas belegt. Was wir hier gemacht haben, hat sich aber extrem gut angefühlt. Es war toll, dass wir eine Regelmäßigkeit herstellen konnten. Der Wettbewerb wurde von uns auch wirklich angenommen. Ich habe das Gefühl, dass wir jetzt ready wären. Beide Seiten profitieren und lernen voneinander. Die Herren haben im Kurzspielbereich eine größere Variabilität und ums Grün herum passieren ein paar Dinge, die sich die Mädels vielleicht mitunter abschauen können oder wo zumindest das Interesse geweckt wird, mal etwas auszuprobieren, was sie sonst nicht tun.“
Ulli Eckhardt ergänzte an der Stelle, dass die Herren vielleicht in diesem Bereich mitunter zu kompliziert denken und der einfache Weg, der ganz simple Schlag, nicht gesehen wird.

„Männer können sich vielleicht die Einfachheit, das Wiederholbare, nicht immer den spektakulären Schlag zu machen von den Damen abschauen. Ich glaube aber generell, dass es nicht leicht ist, eine Vergleichbarkeit herzustellen. Wo wir wirklich jetzt stehen mit unseren Mannschaften, sehen wir dann doch erst im internationalen Bereich“, gibt Stephan Morales zu bedenken.
Einig sind sich beide Bundestrainer darin, dass es ein attraktives Format auch für Zuschauer ist, Herren und Damen gemeinsam spielen zu lassen, so dass man darüber nachdenken sollte, zumindest einmal im Jahr ein solches Turnier fest zu installieren.

Glanzlicht

Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, hatte zwei Tage mit den Kadern im GLC Köln verbracht und war sehr angetan von dem, was er sehen und an intensiver Atmosphäre erleben durfte. Entsprechend klopfte der ehemalige Damen-Bundestrainer den aktuellen Bundestrainern verbal sehr beeindruckt und herzlich auf die Schultern: „Ich danke insbesondere den beiden Urhebern dieser wunderbaren Turnierserie für die tolle Idee und super Durchführung. Das war ein Glanzlicht im deutschen Golfsport!“

 

 

Endstand

RANG NAME     ENDSTAND
1 Olivia Cowan GERMANY -8
2 Esther Henseleit GERMANY -7
3 Nick Bachem GERMANY -6
T4 Timo Vahlenkamp GERMANY -5
T4 Alexander Herrmann GERMANY   -5
T6 Marc Hammer GERMANY -4
T6 Anton Albers GERMANY   -4
T8 Thomas Rosenmüller GERMANY -2
T8 Sarina Schmidt GERMANY -2
10 Matthias Schmid GERMANY -1
Endstand So lief Tag 2

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