Bild Information: Formtest bestanden: Wolfgang Glawe, Tiger Christensen, Alexander Knappe, Pia Babnik, Helen Tamy Kreuzer und Alexandra Försterling (v.l.) kämpften sich aufs erste hochkarätige Siegerpodest der Turniersaison 2020. Foto: Stefan Heigl

Pokale für die Profis, starke Resultate der DGV-Spitzenspieler

GSM Schäfflertanz International Open 2020
 

Die Tour-Professionals Pia Babnik und Alexander Knappe haben sich die Siegerpokale der GSM Schäfflertanz International Open 2020 gesichert. Nach drei Zählspielrunden im bayerischen Golfclub München Valley setzten sie sich gegen hochkarätige Amateur-Felder mit zahlreichen Spitzenathleten des Golf Team Germany durch.

Die erst 16-jährige Slowenin Pia Babnik spielte drei 69er-Runden, gesamt 9 unter Par, und gewann damit souverän mit acht Schlägen Vorsprung vor der Zweitplatzierten DGV-Amateurin Helen Tamy Kreuzer vom Frankfurter Golfclub. Challenge-Tour-Spieler Alexander Knappe setzte sich am ersten Playoff-Loch gegen Tiger Christensen vom Hamburger Golfclub durch, Mitglied des Junior Team Germany. Nach 54 Löchern hatten beide Rang 1 mit 7 unter Par geteilt.

„Dieser Sieg fühlt sich sehr gut an, und er ist sicher sehr wichtig für mein Selbstvertrauen“, so Alexander Knappe, nachdem ihm Turnier-Organisator Danny Wilde, Leiter der Golfsportmanufaktur und Head-Coach in Valley, die mächtige Siegertrophäe der erstmals ausgetragenen GSM Schäfflertanz International Open überreicht hatte. „Das war heute ein hartes Stück Arbeit, und ich habe erst auf den Back Nine so richtig zu meinem Spiel gefunden“, so Knappe, der in Valley zwei 69er-Runden und eine 71 unterschrieb. Besonders wichtig für ihn: Erstmals in seiner Profikarriere hatte er auch den Turniersieg unter Dach und Fach gebracht, nachdem er als Führender in die Schlussrunde gegangen war. "Es war immens wichtig für mich, das heute auch mal ins Ziel zu bringen."

Über diese gesamte Finalrunde hinweg lieferte sich der Routinier aus Paderborn einen spannenden Schlagabtausch mit seinem Spielpartner, dem erst 17-jährigen Wolfgang Glawe vom GC Mannheim-Viernheim. Der Akteur des Junior Team Germany war mit einem Schlag Rückstand auf Knappe in die Schlussrunde gestartet, schloss aber schnell zum Führenden auf und übernahm immer wieder auch selbst die Pole-Position. Zum Spitzenduo gesellte sich an der Spitze des Leaderboards bald auch Tiger Christensen, der in der vorletzten Gruppe spielte und schließlich mit einem Eagle an Bahn 11, einem 514 Meter langen Par 5, seinerseits in Führung ging.

Die Sonne hatte zu diesem Zeitpunkt endgültig die Regie über der Golfanlage von Valley übernommen, und aufmerksam beobachtet von den Bundestrainern Stephan Morales, Sebastian Rühl und Christoph Herrmann zeigten die Spielerinnen und Spieler, wie sie die lange Corona-Zwangspause nun tatsächlich überstanden haben. Denn was zählt, ist auf dem Platz, im Turnier, wenn es wirklich darum geht, das Fairway zu treffen und den Putt aus vier Metern zu lochen, um im Spiel zu bleiben. "Am Ende ist der Wettkampf eine der wichtigsten Trainingsformen", so Sebastian Rühl. "Ins Netz haben wir lange genug gehauen. Jetzt ein so gut besetztes Turnier auf solch einem guten Golfplatz zu haben, das ist aktuell für viele der genau richtige Reiz. Wir haben hier ein starkes Teilnehmerfeld auf einem hervorragenden Golfplatz am Start, und wir sind sehr glücklich darüber, dass es nun wieder losgehen kann mit Turniergolf auf hohem Niveau. Denn genau das ist jetzt in dieser Phase gefragt: Die Kernfähigkeit, wenige Schläge zu machen."  

Und genau diese Spannung, dieser Spielspaß gepaart mit dem Druck, den ein Turnier mit sich bringt, anders als eine Trainingsrunde mit den Teamkollegen, der war in Valley zu jederzeit spürbar. Insbesondere in der Endphase der Finalrunde. Nach 17 Löchern lagen bei den Herren mit Professional Alexander Knappe und den beiden Golf-Team-Germany-Mitgliedern Tiger Christensen und Wolfgang Glawe drei Spieler gleichauf mit 7 unter Par an der Spitze der Konkurrenz. Während Glawe dann aber wie schon auf dem 17. Grün auch an der 18 ein Bogey kassierte, spielten Knappe und Christensen ihr 54. Loch mit Par und fanden sich damit im Playoff wieder.

Knappe: Perfektes Wedge im Stechen

Erstes Turnier, erstes Stechen. Bahn 18, ein 429 Meter langes Par 4, ist dafür in Valley vorgesehen, und schon das erste Extra-Loch sollte die Entscheidung bringen. Christensen zirkelte seinen Drive perfekt Mitte Bahn, hatte noch knapp 100 Meter zum Grün. Knappe verzog seinen Abschlag nach rechts ins Semirough und hatte von dort noch 150 Meter zur Fahne und eine anspruchsvolle Balllage. Nun aber zeigte der 31-Jährige seine ganze Klasse: Mit einem perfekten Pitching-Wedge zirkelte er seinen Ball sechs Meter an den Flaggenstock und lochte wenig später mit zwei Putts ein zum Par.


Christensen dagegen ließ seinen Annäherungsschlag fast eine Schlägerlänge zu kurz und benötigte schließlich aus zehn Metern drei Putts – gleichbedeutend mit Bogey und Rang 2 für den DGV-Nachwuchsspieler. Der hatte freilich mit seiner starken 66er-Finalrunde dennoch vollends überzeugt, den besten Score des gesamten Turniers ins Clubhaus gebracht und sich damit Platz 1 der Amateur-Wertung gesichert.

Eine Leistung, die auch seinen Bundestrainer überzeugte, DGV-Jungen-Coach Christoph Herrmann. Der beobachtete seine Kaderspieler an allen drei Turniertagen und war begeistert von der Veranstaltung in Valley: "Wir haben uns riesig gefreut, dass es jetzt doch so kurzfristig möglich war, mit dem Turniergolf loszulegen, und dass wir mit dem Golf Team Germany, aber natürlich auch mit den zahlreichen anderen Spielerinnen und Spielern, hier wieder Wettkampf-Golf gestalten können. Denn gerade der Wettkampf ist extrem wichtig. Es sind schon viele Turniere in diesem Jahr auf der Strecke geblieben, aber letztlich ist ein Entwicklungsfortschritt junger Spieler eben nur durch die Erfahrungen, die sie bei solchen Turnieren machen, möglich. Die bloße Trainingssituation kann diese Erfahrungen nicht ersetzen. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass Valley und Danny Wilde dieses Turnier auf die Beine gestellt haben. Nicht umsonst ist ja auch alles gekommen, was Rang und Namen hat." 

Zahlreiche DGV-Spitzenamateure waren in Valley am Start,m und am Ende mussten sie sich nur einem Mann denkbar knapp geschlagen geben, dem Professional Alexander Knappe. Für den Tourspieler, der inzwischen in Valley seine Trainings-Basis aufgeschlagen hat, geht es nun bald wieder auf seiner eigentlichen Bühne weiter, der Challenge Tour. Bei den beiden Tour-Turnieren in Österreich ist er am Start und will dann auch dort seine gute Form zeigen.

16-Jährige dominiert die Damen-Konkurrenz

Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg endete die Konkurrenz der Damen. Pia Babnik aus Slowenien trat als einzige Profispielerin des Feldes an und holte sich souverän den Titel der ersten GSM Schäfflertanz International Open. Mit drei 69er-Runden, gesamt 9 unter Par, setzte sich die erst 16-Jährige, die im Herbst 2019 ins Profilager gewechselt hatte, völlig ungefährdet durch, lag am Ende acht Schläge vor Helen Tamy Kreuzer vom Frankfurter GC.

Die Spielerin des National Team Germany benötigte 73, 72 und am Finaltag 70 Schläge und notierte damit 1 unter Par fürs Turnier. Rang 3 teilten sich mit Geburtstagskind Olivia Bergner vom GC St. Leon-Rot, Alexandra Försterling vom Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee und Charlotte Back (GC St. Leon-Rot) drei weitere Spielerinnen des Golf Team Germany.

Für Helen Tamy Kreuzer ist Valley seit jeher eine gute Wiese. Sie liebt die Anlage und hat dort schon letztes Jahr im Rahmen der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi einen Platzrekord aufgestellt sowie bei der Deutschen Meisterschaft Platz 2 geteilt. Damals allerdings spielten die Damen jeweils von den roten Abschlägen, diesmal mussten die Spielerinnen beweisen, dass sie die Platzkombination B/C auch von den deutlich anspruchsvolleren blauen Tees im Griff haben. Helen Tamy Kreuzer gelang dies eindrucksvoll mit Runden von 73, 72 und 70 Schlägen, und auch sie bestätigte: "Es ist doch etwas ganz anderes, die eigene Leistung im Turnier abrufen zu müssen. Es hat richtig Spaß gemacht, das endlich wieder tun zu können."

Spaß an der Veranstaltung in Valley hatte auch Damen-Bundestrainer Stephan Morales. "Wir sind sehr dankbar, dass wir auf dieser tollen Anlage in den Wettbewerb gehen können. Wir haben ja schon einige Trainingsmaßnahmen mit unseren Kaderspielern durchgeführt, aber dies ist jetzt sicher die nächste, sehr wichtige Stufe, denn eine solche Veranstaltung nehmen die Spielerinnen und Spieler dann doch noch deutlich mehr als ernstzunehmendes Turnier wahr. Dazu trägt das ganze Ambiente bei, das starke Teilnehmerfeld, und nicht zuletzt auch die Medienpräsenz. Das gibt den Aktiven schon ein bisschen Druck, und das genau brauchen sie jetzt", so der Cheftrainer der deutschen Damen. "Was mir jetzt natürlich noch fehlt, ist der Vergleich zur internationalen Spitze. Ich würde gerne sehen: Wie weit sind die Schwedinnen? Wie weit die Italienerinnen? Aber ich habe das Gefühl, dass wir schon ganz gut aufgestellt sind, und dass wir morgen auch in den EGA-Kalender einsteigen könnten. 

Dass sie schon sehr weit ist in ihrer Saisonvorbereitung und in hervorragender Form, das demonstrierte eindrucksvoll Pia Babnik, die einsam an der Spitze ihre Runden drehte. Von Beginn an ließ die 16-jährige Slowenin keinen Zweifel daran, dass der Damen-Titel der GSM Schäfflertanz International Open 2020 nur über sie führen würde. Letztlich brachte sie drei 69er-Runden ins Clubhaus und beeindruckte sowohl ihre Konkurrentinnen als auch die DGV Coaches. Mit hoher Präzision spielte sie ihre Eisen, verpasste mit ihren Abschlägen kein Fairway und nutzte ihre Birdiechancen auf den treuen Grüns konsequent.

Erst im letzten Jahr hatte Pia Babnik ins Profilager gewechselt, seither aber nur zwei Turniere gespielt. Nun als Professional anzutreten, macht für sie rein vom Gefühl her noch keinen großen Unterschied. "Das Spiel und das Ziel des Spiels ändert sich dadurch ja nicht: Der Ball muss mit möglichst wenigen Schlägen ins Loch." Wie das geht, hat sie in Valley in beeindruckender Weise vorgeführt.

Turnier-Golf in Corona-Zeiten

Wie Turnier-Golf auch in Corona-Zeiten geht, das demonstrierten eindrucksvoll Turnierchef Danny Wilde, der Head-Professional des Golfclub München Valley und Leiter der dortigen Golfsportmanufaktur, und sein Team. Marshalls achteten darauf, dass der Mindestabstand eingehalten wurde, Masken standen ebenso zur Verfügung wie Desinfektionsmittel. Um stets einen Überblick darüber zu haben, wo sich wie viele Personen auf der Golfanlage befinden, ließ Wilde sogar einen eigene App entwickeln, die per einfachem QR-Code-Scan erfasste, wer gerade auf der Driving Range übte oder auf dem Putting-Grün, wer im Restaurant auf der Terrasse saß oder im Innenbereich, oder welche Spieler gerade auf dem Platz spielten. 

Denn obwohl keine Zuschauer erlaubt waren in Valley, befanden sich an den Turniertagen jeweils über 200 Personen auf der Anlage. Neben den Spielerinnen und Spielern waren Betreuer, Vertreter der Medien und natürlich das Orga-Team und die Mitarbeiter von Valley zugelassen. "Alles lief reibungslos und sehr unaufgeregt", so Danny Wilde. "Ich glaube, dass ich tatsächlich noch nie so ein ruhiges Turnier erlebt habe." 

In jedem Fall eine absolut gelungene Premiere der GSM Schäfflertanz International Open, deren Name allein schon Mut machen soll, wieder rauszugehen und Golf zu spielen. Und die, geht es nach den Spielerinnen und Spielern, sehr gerne einen festen Platz im Jahreskalender des Golfclub München Valley bekommen sollte.

Endergebnis Damen

Endergebnis Herren

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