Bild Information: Jannik de Bruyn hätte das Blatt in Spanien fast noch gewendet (Foto: DGV/stebl)

Faszinierende Aufholjagd nicht belohnt

Golf Team Germany
 

Jannik de Bruyn hätte sich als erster Deutscher in die beeindruckende Siegerliste der Spanish International Amateur Championship eintragen können,  liefert ein famoses Finale ab und muss sich dennoch mit Silber begnügen.

Sevilla und Teneriffa/Spanien – Noch nie hat ein Deutscher die Copa S.M. El Rey gewinnen können. Dabei bleibt es auch nach einem denkwürdigen Finale dieser international sehr renommierten und stark besetzten Auflage.
Jannik de Bruyn hatte mit überzeugenden Leistungen den Aufstieg ins Finale geschafft und durfte sich auf ein großes Duell mit dem Jose Luis Ballester freuen. Das Finale der „Spanish“ ist auf 36 Löcher angesetzt und so war es zunächst auf wenig dramatisch, dass der Spanier Bahn 4 und Bahn 10 für sich entschied, zumal der Athlet mit dem Bundesadler auf dem Shirt jeweils ausgleichen konnte.
Auf Bahn 13 ging Ballester wieder in Front, schaffte es dieses Mal aber, weitere Lochgewinne folgen zu lassen, so dass die erste Runde mit einer augenscheinlich souveränen Führung von 4auf zugunsten des Iberers endete. Nach einer kurzen Unterbrechung gingen die beiden Finalisten wieder auf den Platz des RCG Sevilla, um den letzten Akt dieses Dramas für sich selbst und die Zuschauer zu zelebrieren.

6down und großes Kämpferherz

Das 19. und das 21. Loch sicherte sich Ballester, der damit seine Führung auf 6auf ausbauen konnte. Wer gedacht hatte, dass damit ein klarer Sieg des Spaniers sicher war, hatte die Rechnung ohne das Kämpferherz vom Jannik de Bruyn gemacht. Der Spieler des GC Hösel drehte nun auf und zeigte die guten Schläge, die er zuvor 21 Löcher lang hatte vermissen lassen. Loch für Loch holte der Deutsche auf und hatte schon auf 1down verkürzt, als noch vier Bahnen zu gehen war. Das Momentum schien sich komplett gedreht zu haben und plötzlich hatte der Rheinländer wieder eine realistische Chance, den großen Siegerpokal in den Abendhimmel von Sevilla recken zu dürfen.
Aber noch einmal nach das Match eine Wende. Jose Luis Ballester schlug zurück und erhöhte auf Bahn 34 zum 2auf. Dormi für den Sieg. Am Ende steht nach 35 Löchern ein 3&1-Sieg für den Athleten des Königreichs.
Natürlich war unmittelbar nach dem Ende dieses hart umkämpften Finales auf deutscher Seite zunächst kurz Enttäuschung zu spüren, aber Jannik de Bruyn wird schon bald realisieren, dass er mit diesem zweiten Platz bei der Spanish International ein überragendes Ergebnis erzielt hat, das ihm international sehr viel Reputation einbringen wird.

Stimmen zum Tag

Reflektiert wie gewohnt fasste der 20-jährige Nationalspieler seinen Tag zusammen: „Die ersten 21 Löcher waren einfach zu schlecht, um meinem Gegner in irgendeiner Weise Paroli bieten zu können. Ab der vierten Spielbahn der zweiten Runde habe ich dann auch angefangen, gute Schläge zu machen und Druck auf meinen Gegner auszuüben. Dann ich noch auf 1down bei vier Löchern zu gehen herankomme, hätte ich nicht gedacht. Am Ende hat sich heute aber der bessere Spieler durchgesetzt. Dass Jose mit Eagle-Birdie aufhört, hat mir natürlich die letzte Hoffnung genommen. Trotz der Niederlage blicke ich auf eine tolle Woche mit den anderen Jungs und André Sallmann zurück, der mir eine wahnsinnig große Hilfe an der Tasche war!“
André Sallmann, der als Co-Trainer von Bundestrainer Ulli Eckhardt die Athleten des National Team Germany in Spanien betreut hatte, fasste das Finale kurz zusammen: „Wir sind erstmal enttäuscht. Aber Jannik hat einen großen Kampf geliefert. Nach 21 Löchern war er praktisch tot, ist aber echt drangeblieben. Das Spiel war nicht ganz auf der Höhe wie gestern, aber er hat Willen gezeigt. Und darum geht es bei diesem Sport!“

 

Endstand Zählspiel Endstand Matchplay Bericht Tag 4

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