Bild Information: Matthias Schmid beim Turnier auf Mauritius (Foto: Arne Bensiek)

Aufwärts nur Schritt für Schritt

Golf Team Germany
 

Matthias Schmid hat ein eindrucksvolles Golfjahr hinter sich: Im Juni gewann der 22-Jährige vom Golf-Club Herzogenaurach die Europameisterschaft und qualifizierte sich für die Open Championship in Royal Portrush. Im Interview am Rande der Afrasia Bank Mauritius Open spricht der Collegestudent über seine Lehren aus drei Starts auf der European Tour.

Herr Schmid, wie sehr wurmt es Sie, dass Sie auf Mauritius auch beim dritten Start auf der European Tour den Cut verpasst haben?

Matthias Schmid: Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich betrachte das nüchtern. Mir ist bewusst, dass ich nicht die beste Vorbereitung hatte. In Louisville/Kentucky, wo ich am College studiere, ist es seit Wochen nasskalt und Training nur von Matten möglich. Ich habe zuletzt Klausuren geschrieben, während viele der Konkurrenten hier in einem guten Spielrhythmus sind. Meine +5 am ersten Tag hat mich die Chance aufs Wochenende gekostet. Ich habe ein paar zu leichte Fehler gemacht und zu wenig Glück beim Putten gehabt. Mehr hängt mir da die Porsche European Open aus dem September nach, bei der ich leider viele Leichtsinnsfehler gemacht habe.

Was hat sich seit dem Europameistertitel Ende Juni für Sie verändert?

Schmid: Der Anspruch und die Erwartung an alles, was ich mache, sind seit meinem Sieg bei der Europameisterschaft gestiegen. Sowohl an mich selbst, als auch von außen. Vorher hat es nur wenige interessiert, wie ich spiele, jetzt bekomme ich rund um meine Turniere deutlich mehr Nachrichten. Dass ich als Europameister bei der Open Championship in Royal Portrush starten durfte, war eine riesige Ehre für mich. Es war immer mein Traum, mal mit Tiger Woods oder Rory McIlroy in einem Turnier zu spielen. Ich war noch nie so nervös wie beim ersten Abschlag bei der Open.

Welche Erfahrungen ziehen Sie aus Ihren drei Starts auf der European Tour in diesem Jahr?

Schmid: Es geht nicht darum, spektakulär zu spielen, sondern solide. Meine beiden Flightpartner hier auf Mauritius waren das beste Beispiel dafür: Einer haut den Ball meilenweit, macht dabei aber ein ums andere Mal Fehler, der andere spielt relativ unauffällig und bringt trotzdem eine Drei unter Par ins Clubhaus und schafft den Cut. Um auf allerhöchstem Niveau mitzuspielen, zählen weniger die spektakulären Schläge. Wichtig ist, den Fehlschlag, den jeder mal hat, möglichst gut im Griff zu haben. Da muss ich hinkommen.

Mit wem arbeiten Sie daran?

Schmid: Mit Craig Miller, meinem Trainer im Golf-Club Herzogenaurach. Der Club unterstützt mich sehr, genauso meine Familie. Mein Vater, der selbst als Golflehrer gearbeitet hat, ist immer da, wenn es zählt und begleitet mich als Caddy. Er ist sehr ehrlich zu mir, beschönigt nichts, auch wenn ich mir das mit zehn Jahren vielleicht mal gewünscht hätte. Aber so war er noch nie, und auch jetzt werden wir nach der Runde knallhart analysieren, was besser und anders werden muss.

Fehler macht jeder. Was haben Sie aus Ihrer Sicht in den vergangenen zwei, drei Jahren richtig gemacht?

Schmid: Der Wechsel ans College hat sich für mich golferisch deutlich bemerkbar gemacht. Während Golf in Deutschland sehr technisch gesehen wird, habe ich in den USA noch mal einen anderen Blick auf das Spiel bekommen. Da spielen Winkel und Gradzahlen eine deutlich kleinere Rolle, es geht mehr um Taktik und die Schläge, die man beherrschen muss. Jetzt habe ich die erfolgreichste Saison meiner Karriere gespielt und hoffe, dass ich im kommenden Jahr daran anknüpfen kann. Aber ich weiß auch: Bei mir ging es noch nie steil bergauf, sondern immer Schritt für Schritt. Ich musste mir bisher alles hart erarbeiten und so werde ich es weiter machen.

Das Interview führte Arne Bensiek.

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