Bild Information: Gut gebrüllt: der bayerische Löwe holt den Titel (Foto: HaGeB)

Bayern holt beide Titel

Jugend-Länderpokal
 

Beim Jugend-Länderpokal wird am Fleesensee auf der obersten Stufe des Siegertreppchens ausschließlich bayerisch gesprochen. Mädchen und Jungen aus dem Freistaat holen das Double für die Bayern.  

Göhren-Lebbin – Wenn es dieses Turnier nicht gäbe, müsste man es schleunigst erfinden. Auswahlmannschaften der Nachwuchs-Kader der Landesverbände treten gegeneinander an und erleben im Matchplay die Faszination Mannschaftsgolf auf ganz hohem Niveau. Kein Wunder, dass es meist sehr emotional wird, spätestens, wenn es um die Entscheidungen geht.
Auch 2019 wurde der Jugend-Länderpokal wieder im GC Fleesensee ausgetragen. Schon zum sechsten Mal in Folge war die Jugend Deutschlands zu Gast in Mecklenburg-Vorpommern und durfte die Vorzüge eines Resorts genießen, das wie gemacht erscheint, wenn Jungen und Mädchen in separaten Turnieren ihre Besten ausspielen.

NRW geschlagen

Bei den Mädchen hatte sich am Vormittag Titelverteidiger Hanseatic Golf Union (HGU) mit einem 3:2-Sieg gegen Berlin/Brandenburg den neuerlichen Finaleinzug gesichert.
Auch der letztjährige Finalgegner aus Nordrhein-Westfalen hatte am Morgen noch die Chance, eine Neuauflage des Finales von 2018 zu erreichen. Aber NRW zog gegen die Auswahl Bayerns den Kürzeren. Angesichts der Team-Zusammensetzung der Bayern war der 3:2-Sieg für die Süddeutschen auch keine Überraschung.
NRW hielt sich anschließend im Match um die Bronzemedaille schadlos und durfte sich nach dem 3,5:1,5-Sieg über Baden-Württemberg freuen, wieder Edelmetall mit in den Westen zu nehmen. Landestrainerin Alexandra Bönnen sah vor allem das Positive: „Die Zählspielqualifikation ist gut verlaufen. Am Finaltag haben wir gegen Bayern den Start etwas verpennt. Mit einer starken Teamleistung haben wir dann aber nochmal Zähne gezeigt. Bei der Hitze war es am Nachmittag echt hart, zumal Baden-Württemberg ja frisch in das Match ging.“

Finale im Stechen

Das Finale sollte sich zu einem echten Krimi entwickeln, der den Athletinnen alles abforderte. Der Vierer und das erste Einzel gingen in den Norden, dafür setzte sich Bayern in den hinteren beiden Einzeln durch. Keinen Sieger fand das Match zwischen Christin Eisenbeiß und Magdalena Maier. Mit 2,5:2,5 endete das Duell der HGU gegen Bayern, so dass ein Stechen die Entscheidung bringen musste.

Siegerinnen: die Mädchen aus Bayern holen den Titel (Foto: HaGeB)

Siegerinnen: die Mädchen aus Bayern holen den Titel

„Nach dem Tag in der Hitze noch Extralöcher zu gehen, war eine tolle Leistung“, zog Esther Poburski den Hut vor den Athletinnen.
Viktoria Hund holte für die HGU am zweiten Extraloch einen Punkt gegen Magdalena Maier. Nina Lang holte für Bayern mit einem Birdie auf dem ersten Extraloch gegen Philipa Gollan einen Punkt und glich damit aus. Christin Eisenbeiß ging gegen die amtierende Deutsche Lochspielmeisterin Chiara Horder bis zum dritten Extraloch, wo die Bayerinnen letztlich jubeln durften.
„Das war heute ein mega Match. Es war immer auf Augenhöhe und sehr spannend. An Dramatik war es kaum zu überbieten. Diese Erfahrung zu machen, nach einem solchen Match noch ins Stechen zu gehen, war riesig. Die Mädels haben alle viel mitgenommen und darum geht es letztendlich hier vor allem. Wir freuen uns sehr über diesen zweiten Platz. Es hat Spaß gemacht, dieses Finale zu spielen. Glückwunsch an Bayern“, zeigte sich HGU-Trainerin Esther Poburski zufrieden.

Ein Finale unter Freunden: Viktoria Hund und Nina Lang (Foto: DGV)

Ein Finale unter Freunden: Viktoria Hund und Nina Lang (Foto: DGV)

Das bayerische Team sah den entscheidenden Baustein für den Erfolg im Teamspirit. „Jeder hat für jeden gekämpft und so konnten wir auch gegen die starke Mannschaft der HGU gewinnen“, freute sich Nationalspielerin Nina Lang mit ihrer Mannschaft riesig über den Sieg.

Löwenduell bei den Jungen

Das Finale der Jungen verlief ebenfalls spannend, konnte aber ohne Stechen entschieden werden.
Aus den Vierern am Morgen holte Bayern zwei Punkte und ging so mit einer 2:1-Führung in die abschließenden Einzel. Hessen gab sich damit aber keineswegs verloren, sondern ging mit aggressivem Spiel in die Einzel. Die fehlenden Punkte holten für Bayern Felix Krammer, Linus Lang und Tim Wiedemeyer, so dass der bayerische Löwe am Ende mit 5:4 gegen den hessischen Löwen gewonnen hatte.
Felix Eibl, der Coach der bayerischen Jungen erwähnte, dass sein Team in den Vierern der Zählspielqualifikation noch deutlich unter den Erwartungen geblieben war: „Wir mussten ein bisschen korrigieren und darauf hinweisen, um was es geht und dass Bayern auch eine Mannschaft ist, die hier den Anspruch hat, zu gewinnen.“
Die Worte haben offenbar gefruchtet, denn das Team aus Bayern zeigte sich anschließend stark verbessert und marschierte geradewegs durch bis ins Finale.
„Im Finale hatten wir zwei super Vierer und ein Vierer hat nur knapp verloren. In den Einzeln hat Hessen nochmal alles reingehauen und komplett auf Angriff gespielt. Zum Glück haben unsere Spieler die Nerven bewahrt und ihre Punkte gemacht. Es war insgesamt sehr ausgeglichen und für uns ein glücklicher Sieg. Bei uns hatte sich über die Tage eine echte Siegermentalität entwickelt und die Athleten sind über sich hinausgewachsen. Unser Erfolgsrezept war, defensiver zu spielen und mehr auf Fairwaytreffer auszugehen. Der Schlossplatz hat hohe Anforderungen an die Präzision, weil das Rough an vielen Stellen sehr hoch ist. Unsere Jungs haben sich komplett an unseren Spielplan gehalten und sehr diszipliniert gespielt“, jubelte der Coach am Abend eines anstrengenden Tages.

NRW holt Bronzemedaille

NRW traf im Kleinen Finale auf Niedersachsen/Bremen und lieferte wieder eine nervenaufreibende Vorstellung ab. Die Vierer verliefen alle ganz eng und gingen bis auf das 18. Grün, wobei NRW sich 2,5 Punkte sichern konnte.
Nach der Frontnine der Einzel hatten die Norddeutschen sich wieder gut positioniert und lagen in fünf Matches vorne. Dass NRW nervenstark solche Situationen meistert, hat sich auch in diesem Jahr wieder gezeigt. Die Burschen von Trainer Lars Thiele drehten auf der Backnine auf und gewannen am Ende doch fünf Einzel, so dass in den Büchern ein 7,5:1,5-Sieg für NRW steht, auch wenn der Verlauf des Tages sehr eng und spannend war.
„Wir sind nach dem Sieg im letzten Jahr sehr happy mit dem dritten Platz. Wieder auf dem Treppchen zu landen, war schon toll. Nach der knappen Niederlage gegen Bayern waren wir sehr enttäuscht, sind heute aber wieder mit neuer Motivation angetreten. Wir wollten unbedingt auf das Treppchen“, freute sich Lars Thiele darüber, dass seine Jungen wieder unter großem Druck eine gute Leistung abrufen konnten.

Wertvolles Turnier

Marcus Neumann, Vorstand Sport im Deutschen Golf Verband, war von Turnier und Leistungen beeindruckt: „Der Jugend-Länderpokal ist für viele junge Athleten ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung, weil es oft die ersten Einsätze für eine Verbandsmannschaft sind. Es ist ein hervorragendes Ausbildungsturnier, wobei natürlich alle gewinnen möchten, was auch völlig richtig ist. Wir vom DGV schauen uns gerne den Nachwuchs in den Altersklassen an und freuen uns darüber, dass die Landestrainer einen solchen Saisonhöhepunkt mit ihren Athleten gestalten können. Die Qualität der Athleten hat in der Breite in den letzten Jahren ständig zugenommen. Was die Jugendlichen hier bei der Hitze abgeliefert haben, war echter Leistungssport! Ich ziehe davor meinen Hut!“

Ergebnisse Jungen Ergebnisse Mädchen So lief Tag 2

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