Bild Information: Europameister 2019: Matthias Schmid (Foto: DGV)

Schmid ist Europameister

Golf Team Germany
 

Matthias Schmid lässt sich das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen und wird  als erst zweiter Deutscher Europameister.

Atzenbrugg/Österreich – Am Tag, nachdem Matthias Schmid den Platz des Diamond CC in Atzenbrugg mit einer beeindruckenden Leistung auseinander genommen hat, machte der Schützling von Bundestrainer Ulli Eckhardt genau so weiter und ließ schon früh kaum noch Fragen aufkommen, wer am Abend den Pokal und die Goldmedaille gewinnen würde.
Wieder startete der 21-Jährige mit einem Birdie. Allerdings dauerte es danach bis zum vierten Loch, den Score weiter zu verbessern. Dann allerdings machte Schmid ernst und knallte seinen Verfolgern einen Eagle vor die Füße. Nach einem weiteren Birdie auf Bahn sieben lag der Spieler des GC Herzogenaurach schon wieder vier unter Par für den Tag.
Selbst ein Doppelbogey auf Bahn neun konnte den Zug zum Titel nicht mehr bremsen, geschweige denn stoppen! Der Deutsche blieb ganz cool und ließ sich nicht beirren, zumal die Konkurrenten nicht zwingend unterwegs waren, um wirklich Druck aufzubauen. Mit einem Birdie auf Bahn 12 baute Schmid seinen Vorsprung auf sechs Zähler aus und hatte damit gegenüber dem Start in die Runde nochmals vier Schläge mehr zwischen sich und dem Zweitplatzierten gelegt.
Der Schotte Euan Walker legte am Finaltag einen bemerkenswerten Endspurt vor und verbesserte sich mit einer 66 noch auf gesamt -12, schaffte es damit aber auch nicht, Schmid noch einmal nervös zu machen. Der Bayer konnte sich sogar das Bogey auf Bahn 17 locker leisten, denn danach ging es mit satten drei Schlägen Vorsprung auf die letzte Bahn. An allen vorherigen Tagen hatte Schmid das abschließende Par 3 mit drei Schlägen absolviert und sich dabei auch realistische Birdiechancen erarbeitet.
Am Finaltag hätte sogar ein Doppelbogey auf der Karte nichts mehr am Sieg des Deutsche geändert. Ganz souverän notierte der neue Champion aber nochmals eine Par und durfte mit einem Gesamtscore von 15 unter Par jubeln.
Nach Stephan Gross, der 2008 in Dänemark den Titel gewonnen hatte, ist Matthias Schmid nun in einer Reihe mit zahlreichen großen Namen, die sich auf dem Pokal verewigen durften und heute teilweise als Major-Sieger auf den Touren der Welt zu Hause sind.

Ehrenmitgliedschaft

Die Leistung des neunen Europameisters, insbesondere der neue Platzrekord, haben in Österreich die Gastgeber sehr beeindruckt. Der Diamond CC trug Matthias Schmid kurzerhand als Anerkennung die lebenslange Ehrenmitgliedschaft an.
Der so Geehrte kam nach dem Triumph erstmal nicht zur Ruhe, sondern musste zunächst zahlreiche Pressetermine wahrnehmen. Danach hatte sich der deutsche Nationalspieler noch immer nicht ganz gefasst, war aber überglücklich: „Der Titel bedeutet mir unglaublich viel und ich freue mich riesig, dass ich mich für The Open qualifiziert habe. Ich bin wieder super vom Start weggekommen und hatte das Spiel wieder voll im Griff. Auf Bahn neun ist mir ein dummer Fehler passiert, weil ich ein bisschen zu vorsichtig war. Das hat zum Doppelbogey geführt. Das war aber auch ein kleiner Wachrüttler, so dass ich die beiden sehr schweren Bahnen zehn und elf dann solide gespielt habe. Hinten heraus wusste ich, dass ich eine große Führung hatte, so dass ich ein paar Mal die sichere Variante genommen und es solide runter gespielt habe. Ich kann es noch gar nicht richtig realisieren, dass ich auf einem European-Tour-Platz den Platzrekord aufgestellt und mich für The Open qualifiziert habe. Ich freue mich riesig!“

Kaum Spannung im Leaderflight

Max Steinlechner, der am Moving Day mit einer starken 64 aufgetrumpft und sich damit den Platz im Leaderflight gesichert hatte, spielte am Finaltag keine Rolle mehr. Nach 17 Bahnen lag der Österreicher bei +3 für den Tag und fiel am Ende mit einer 74 nach Kartenstechen sogar noch aus den Medaillenrängen heraus.

Hammer auf Platz 28

Marc Hammer vom GC Mannheim-Viernheim hat sich mit seiner dritten 73 (+1) in Folge nicht verbessern können. Hammer gab noch sieben Plätze ab und beendet diese Europameisterschaft mit einem Gesamtscore von Even Par auf einem respektablen 28. Platz.
„Zufrieden kann ich mit der Woche nicht sein. Die erste Runde war zufriedenstellend, aber in den nächsten beiden Runden habe ich mich mit meinem langen Spiel nicht gut gefühlt und hatte auf den Grüns kein Glück. Am Finaltag hat sich das lange Spiel besser angefühlt, aber auf den Grüns lief wieder nicht viel rund. Zusammenfassend: eine sehr komische Woche, in der ich einfach nichts zum Laufen gebracht habe“, war Marc Hammer nicht so happy, als diese EM vorüber war.
Kurioser Weise hat auch Laurenz Schiergen zum dritten Mal in Folge den gleichen Score unterschrieben. Der einzige Athlet des Junior Team Germany brachte seine dritte 72 (Even Par) unter und beendet mit gesamt +1 seine erste EM auf einem starken 33. Platz.
„Ich habe in der ganzen Woche sehr konstant gespielt.Es hat zwar nie zu einer tiefen Runde gereicht, aber ich konnte mich an allen Tagen um Par herum bewegen. Mit dem Ergebnis von meiner ersten Einzel-EM kann ich zufrieden sein“, zog der 17-Jährige eine sachliche, aber durchaus positive Bilanz.

Hirmer und de Bruyn gleichauf

Einen Schlag mehr als der Youngster von der Hummelbachaue haben Michael Hirmer und Jannik de Bruyn auf der Uhr. Die beiden beenden die EM auf dem geteilten 40. Platz. Hirmer hat dabei am Finaltag mit einer 71 (-1), seiner zweitbesten Turnierrunde, noch 15 Plätze gutmachen können, während der Spieler des GC Hösel mit einer 73 (+2) noch vier Plätze abgeben musste.

Stimmen zum Titelgewinn

Der Bundestrainer stand nach dem letzten Putt mit leicht glasigen Augen am Grün, denn ihn verbindet mit dem neuen Europameister eine sehr lange, gemeinsame Geschichte. Matthias Schmid wuchs nur wenige Autominuten von Ulli Eckhardt entfernt auf und so war es kein Zufall, dass Eckhardt als damaliger Stützpunkttrainer in Bayern den kleinen, achtjährigen Jungen Matti im Training hatte.
„Hätte man mir damals gesagt, dass dieser Knirps einmal Einzeleuropameister wird und die gesamte Elite des Welt-Amateurgolfsports schlägt, hätte ich das wahrscheinlich nicht geglaubt. Es ist wirklich eine tolle Geschichte und es freut mich wahnsinnig für ihn. Er hat das mit einer solchen Ruhe runtergespielt und außerdem mit dem Gerücht aufgeräumt, nice guys finish second. Nein! Dieses Mal nicht! Nice guys finish first! Mit der Ruhe eines Profis hat er großartige Golfschläge gemacht und immer die richtigen Stellen getroffen. Es ist ein anspruchsvoller Platz, umso höher ist das einzustufen, auch der Platzrekord gestern. Hier haben viele Jahre Turniere der European Tour stattgefunden und niemand hat tiefer geschossen. All das zusammengenommen: Matthias Schmid ist ein würdiger Champion. Ich freue mich wahnsinnig für ihn!“
Neben dem Ruhm, diesen großen Titel gewonnen zu haben, bekommt Matthias Schmid nun auch noch eine Einladung zu DEM Golfturnier schlechthin: The Open, das älteste Turnier der Welt, wird für den 21-Jährigen sicher eine grandiose Erfahrung. Vom 18. bis 21. Juli trifft sich die absolute Weltelite auf Royal Portrush in Nordirland – und Schmid wird mittendrin sein.

Marcus Neumann, Vorstand Sport im Deutschen Golf Verband, hatte den ganzen Tag am Livescoring mitgefiebert, während es selbst am Fleesensee den Jugend-Länderpokal besucht. Der ehemalige Damen-Bundestrainer gratulierte dem neuen Europameister herzlich: „Ganz Golfdeutschland gratuliert und freut sich mit einem würdigen Europameister. Das ist der vorläufige Höhepunkt und ein Ergebnis einer stetig positiven Leistungsentwicklung. Fantastisch! Ich freue mich riesig für und mit Matthias Schmid!“

ENDSTAND

RANG NAME     ENDSTAND
1 Matthias Schmid GERMANY -15
T28 Marc Hammer GERMANY Even Par
T33 Laurenz Schiergen GERMANY +1
T40 Michael Hirmer GERMANY +2
T40 Jannik de Bruyn GERMANY +2
--- ---CUT---     -- +3 --
MC Alexander Herrmann GERMANY +5
MC Falko Hanisch GERMANY +6
MC Max Herrmann GERMANY   +7
MC Ferdinand Müller GERMANY   +10
MC Timo Vahlenkamp GERMANY +11
Livescoring So lief Tag 3

Anhänge

Anzeige
Anzeige
Jannik de Bruyn erzielt in Valley ein Hole in one (Foto: DGV/stebl) Jannik de Bruyn erzielt in Valley ein Hole in one (Foto: DGV/stebl)

Lehrgang GTG

Vorbereitung mit besonderem Lehr...

Profis und Spitzenamateure treffen sich im GC München Valley zur Vorbereitung...

weiterlesen
Sophia Popov (Foto: @abeautifulhabit) startete in die Finalrunde im Leaderflight Sophia Popov (Foto: @abeautifulhabit) startete in die Finalrunde im Leaderflight

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Popov mit Ciganda im Leader-Flight

Sophia Popov traf auf der Cactus Tour in den USA in der Finalrunde auf die sp...

weiterlesen
Sophia Popov (Foto: Noah Montgomery@hitwiththetruth) produziert auf der Cactus Tour weiter Spitzenergebnisse in Serie. Sophia Popov (Foto: Noah Montgomery@hitwiththetruth) produziert auf der Cactus Tour weiter Spitzenergebnisse in Serie.

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Zwei Mal Rang drei in den USA

Die Serie hält! Erneut sichert sich Sophia Popov auf der Cactus Tour ein Top-...

weiterlesen
Sophia Popov ließ zwei Siegen nun Rang zwei folgen (Foto: privat) Sophia Popov ließ zwei Siegen nun Rang zwei folgen (Foto: privat)

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Popov in USA auf Rang zwei

Die Popov-Festspiele von Arizona gehen weiter! Sophia Popov hat in Arizona/US...

weiterlesen